29.5.26

Kompetenzunterschiede zwischen Kindern verschiedener Elternhäuser

 Wie schafft man die ab?

Eine Bildungsforscherin sagt dazu: Es wird zu wenig getan. Wenn ein Neunjähriger sagt: "Die Reichen haben in der Schule ganz gut aufgepasst." Und andere: "Die guten Schüler haben sich einfach angestrengt, und die schlecht in der Schule sind, das sind die Kinder, die Mist machen."

Die Kinder haben nicht über Gerechtigkeit, strukturelle Probleme oder Diskriminierung gesprochen.

Fontanefan: Wieso können viele Schüler dem Unterricht folgen, ohne Hausaugaben zu machen? Lernt mein Musikinstrument nur aus Freude an der Musik? Was unterscheidet Nobelpreisträger von Durchschnittsgelehrten? - Würde es Kindern helfen, wenn man ihnen Schulerfolg damit erklärt, es komme darauf an, aus welchem Elternhaus man kommt? Natürlich ist das sachlich richtig, aber nicht sonderlich motivierend. Natürlich sollte auch über Gerechtigkeit gesprochen werden, aber wenn das das Wichtigste ist, was sie über Lernen lernen und sich merken. Dann wäüre das schlechte Pädagogik.


In den Formulierungen, die ich im vorigen Artikel gesammelt habe, heißt es u.a.:

"Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen."

Fontanefan: Weshalb wohl fördert KI Bildungsungleichheit? Kinder fragen und bekommen Antworten der Eltern. Weshalb wohl "schweigen viele die KI nur an"? Weil sie nicht mehr fragen können. Weil sie sich darauf verlassen, die KI könne - im Unterschied zu ihren Eltern - ohne gute Fragen*  gut antworten. Weil sie bei der ersten Weltentdeckung auf Fragen keine oder nur unzureichende Antworten bekamen. * Schließlich hat sie ja Hunderte von Milliarden gekostet. 

Fontanefan: Mir hat mein Sohn das Konzept der Elektronenbindung (in der Chemie) beigebracht, als er in der 3. Klasse war (weil er es aus einem Realschulbuch der 9. Klasse gelernt hatte. - Ich war da 40 J. und hatte in Chemie eine 1 gehabt. ) Als er 12 Jahre als war, hat er versucht, mir die neueste Computersprache, die er gelernt hatte, beizubringen. Als ich eine Frage stellte, antwortete er: "Das habe ich vor 5 Schritten erklärt. Ich glaube, ich kann dir die Sprache doch nicht beibringen." Als er mit Hilfe einer "zwei Jahre alten" Mathematik seine Informatik-Dissertation geschrieben hatte, hat er sie mir erklärt. In 20 Minuten. Genau in der Zeit, die er mir angekündigt hatte. Ob ich Zwischenfragen gestellt habe, weiß ich nicht mehr. Aber am Schluss hatte ich keine Fragen mehr. 

Offenbar hatte er Erklären gelernt (Schon vorher wollte meine Tochter nur von ihm erklärt bekommen. "Papa, ich warte lieber, bis Martin da ist.") Aber natürlich war klar, dass ich eine Informatik-Dissertation nicht würde verstehen können und dass er also zu enormen Vereinfachungen greifen müsse, um mir einen Eindruck davon zu geben, was er geschrieben hatte. 

Als meine Enkelin wissen wollte, was ein Komet ist und mit den Antworten ihrer Eltern unzufrieden war hat er ihr u. a. erklärt, dass der Schweif aus zwei unterschiedlichen Stoffen bestehe. Dazu die Wikipedia: 

"Die Bestandteile der Koma werden durch Strahlungsdruck und Sonnenwind „weggeblasen“, so dass sich etwa innerhalb der Marsbahn ein Schweif ausbildet, oder exakter zwei Schweife:

  • Ein schmaler, lang gestreckter Schweif (Typ-I-Schweif), der im Wesentlichen aus Molekülionen besteht und auch Plasmaschweif genannt wird. Für diese Teilchen reicht der Strahlungsdruck als Erklärung nicht aus, sodass Ludwig Biermann 1951 eine von der Sonne ausgehende Partikelstrahlung, die heute Sonnenwind genannt wird, als Erklärung hierfür postulierte. Heute geht man davon aus, dass die kometaren Ionen durch eine Wechselwirkung mit dem solaren Magnetfeld angetrieben werden, das von den geladenen Teilchen des Sonnenwinds mitgeführt wird.
  • Ein diffuser, gekrümmter Schweif (Typ-II-Schweif), der auch Staubschweif genannt wird. Die kleinen Staubteilchen, die diesen Schweif bilden, werden durch den Strahlungsdruck der Sonne beeinflusst, dessen Wirkung durch eine Aufspaltung in zwei Komponenten erklärt werden kann:
    • Eine radiale Komponente, die der Gravitationskraft entgegengerichtet ist und wie diese quadratisch mit der Entfernung zur Sonne abnimmt. Dies wirkt wie eine effektive Abnahme der solaren Gravitationskraft, die Staubteilchen bewegen sich deshalb auf „Pseudo-Keplerbahnen“, die sich für Staubteilchen verschiedener Größe unterscheiden, da die Kraft durch den Strahlungsdruck von der Teilchengröße abhängig ist. Dies führt zu einer relativ starken Auffächerung des Staubschweifs im Vergleich zum Plasmaschweif.
    • Die andere wirksame Komponente des Strahlungsdruckes ist der Bewegungsrichtung der Staubteilchen entgegengerichtet und führt zu einer Abbremsung der Teilchen, die größer als die Wellenlänge des Lichtes sind, das heißt, größer als etwa 0,5 µm. Diese Teilchen bewegen sich langfristig genauso wie der sonstige interplanetare Staub auf Spiralbahnen Richtung Sonne (Poynting-Robertson-Effekt).[16]
  • Sehr selten, bei besonderen Bahnkonstellationen, ist ein Gegenschweif (Typ-III Schweif, Antischweif) sichtbar. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen eigenständigen Schweif, sondern nur um einen geometrischen Projektionseffekt: Wenn die Erde die Kometenbahnebene kreuzt, kann ein Teil des Staubschweifs, bedingt durch seine Krümmung, scheinbar über den Kometenkopf hinausragen und zeigt dann scheinbar in Richtung Sonne. [...]" (Wikipedia)

Als ich das las, habe ich begriffen, wie viel mein Sohn gelernt hatte, weil er Fragen stellen konnte. Und weil er gelernt hatte, zu erklären: Lernen durch Lehren.

Zitate aus dem vorigen Blogartikel:

https://www.zeit.de/2026/22/bildung-deutschland-krise-pisa-ki/komplettansicht

"Ja, man kann alles online nachschlagen, sich alle Antworten zu liefern lassen. Aber dafür muss man ja wissen, was man wissen will. Und ob die Antwort zufriedenstellend ist. Wenn wir das nicht mehr können, verstummen wir. Und dann schweigen wir auch die KI nur noch an."

"Nach Bildung zu streben – als Mensch und als Gesellschaft – heißt, sich Dinge zuzumuten, die nicht nur einen selbst betreffen. Zu wissen: mein Horizont ist nur der Anfang."

"Die KI kann viel, will aber nichts. Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen. Nur wer fragen kann, ist frei."

Fontanefan: Dass KI nichts will, wird vermutlich nicht lange dauern. Kinder können fragen. Sind Kinder frei?

https://www.zeit.de/bildung/2026-05/gebildete-menschen-eigenschaften-cem-oezdemir-linda-zervakis-reinhard-mey

13.5.26

Bildung

 Wikipedia: Bildung Allgemeinbildung

Weltwissen Allgemeinbildung https://www.weltwissen.online/

Meine bisherigen 40 Artikel zu Bildung auf diesem Blog (nicht aktuell, sondern nur nostalgisch?)

Meine Frage: Sind Kompetenzen, die auf die falschen Gegenstände und für die falschen Ziele verwendet werden gefährlich (bildungsfeindlich) ? Dazu vgl.: Kant und Sekundärtugenden

Links zu Artikeln der ZEIT vom 13.5.26

https://www.zeit.de/2026/22/bildung-deutschland-krise-pisa-ki/komplettansicht

"Ja, man kann alles online nachschlagen, sich alle Antworten zu liefern lassen. Aber dafür muss man ja wissen, was man wissen will. Und ob die Antwort zufrieden stellend ist. Wenn wir das nicht mehr können, verstummen wir. Und dann schweigen wir auch die KI nur noch an."

"Nach Bildung zu streben – als Mensch und als Gesellschaft – heißt, sich Dinge zuzumuten, die nicht nur einen selbst betreffen. Zu wissen: mein Horizont ist nur der Anfang."

"Die KI kann viel, will aber nichts. Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen. Nur wer fragen kann, ist frei."

Fontanefan: Dass KI nichts will, wird vermutlich nicht lange dauern. Kinder können fragen. Sind Kinder frei?

https://www.zeit.de/bildung/2026-05/gebildete-menschen-eigenschaften-cem-oezdemir-linda-zervakis-reinhard-mey

https://www.zeit.de/bildung/2026-05/bildungstest-allgemeinwissen-quiz-deutsche-quizmeisterschaften

https://www.zeit.de/2026/22/afd-sachsen-anhalt-hochschulen-hans-thomas-tillschneider

https://www.zeit.de/2026/22/wolf-sasa-stanisic-mobbing-ausgrenzung-schule

https://www.zeit.de/2026/22/mobbing-schule-praevention-lehrkraefte (Mobbing-Prävention)

https://www.zeit.de/2026/22/arbeitslosigkeit-geisteswissenschaftler-akademiker-jobsuche (Tellerwäscher)

https://www.zeit.de/bildung/2026-05/warnung-schulsterben-sven-schulze-afd-schulpflicht-faq

https://www.zeit.de/bildung/2026-04/musikschule-instrumente-musiklehrer-bildung

https://www.zeit.de/wissen/2026-04/soziologin-harvard-eirliani-abdul-rahman-klage-usa

https://www.zeit.de/2026/14/schulsystem-alberta-kanada-schulen-calgary-daten (Datensammeln, Datenschutz)

https://www.zeit.de/2026/12/exzellenzinitiative-universitaeten-deutschland-spitzenforschung-geld

(Kommentar)


Eltern - Kinder

https://www.zeit.de/2025/41/sabine-walper-familie-forschung-erziehung-eltern  Eltern sollten sich nicht zu viel an Ratschlägen orientieren (Gefahr: Eltern-Burnout)

https://www.zeit.de/2025/54/cordula-stratmann-komikerin-familientherapeutin-koeln-fernsehen



24.4.26

Zum Umgang mit KI

 

Im Umgang mit KI hilft ein einfacher Prüfmechanismus: 

Erstens: Ist die Aussage allgemein oder konkret? Allgemeine Erklärungen sind oft brauchbar. Konkrete Daten, Orte und Zahlen müssen genau überprüft werden. 

Zweitens: Woher könnte die Information stammen? Wenn keine Quelle angegeben ist ist, sollte man sehr vorsichtig sein. 

Drittens: Ist der Text zu glatt? Wirklichkeit ist oft widersprüchlicher als KI-Prosa. 

Viertens: Füllt die KI vielleicht eine denkbare Lücke?
Ursprünge, Übergänge, Endpunkte und aktuelle Entwicklungen (!) sind typische Halluzinationszonen. 

Diese vier Fragen reichen oft, um problematische Stellen schnell zu erkennen.


Mehr dazu unter: Wenn eine KI mich für tot erklärt

20.4.26

Zum Verständnis von KI und ihrer Steuerung

 Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren und Neue Menschenrechte 19.4.2026

"[...] KI kann Begriffe in Beziehung setzen, Texte rekonstruieren, Varianten erzeugen, Muster sichtbar machen und in iterativen Schleifen zu immer stimmigeren Ergebnissen beitragen. Besonders stark ist sie dort, wo ein Mensch den Rahmen vorgibt, die Fragestellung präzisiert und die Rückmeldungen prüft. Zugleich sieht Martin klar ihre Grenzen. KI besitzt kein menschliches Langzeitgedächtnis, keine eigene Identität, keine biografische Kontinuität und kein Selbstverhältnis. Sie rekonstruiert, kombiniert und variiert – aber sie erinnert nicht im menschlichen Sinn und sie urteilt nicht aus eigener existenzieller Verankerung. Gerade diese Unterscheidung ist entscheidend. Sie schützt davor, sprachliche Leistungsfähigkeit mit Bewusstsein zu verwechseln. [...]

Jean-Pol Martin versteht KI auf drei Ebenen zugleich. Erstens funktional: Er erkennt, was diese Systeme praktisch leisten können und worin ihre Begrenzungen bestehen. Zweitens systemisch: Er begreift KI nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Rückkopplungsprozesses zwischen Mensch, Technik, Text, Öffentlichkeit und kollektiver Wissensbildung. Drittens normativ: Er fragt immer nach dem Wozu. KI soll nicht nur effizient sein, sondern dem Menschen dienen – seiner Selbststeuerung, seiner Partizipation und seiner Fähigkeit, kohärent zu denken und zu handeln. Gerade diese dritte Ebene fehlt vielen gegenwärtigen KI-Debatten. Dort dominieren oft Technikfaszination oder Risikorhetorik. Martin dagegen verankert KI in einem anthropologischen Rahmen. Er fragt nicht nur, was KI kann, sondern welche Form von Gesellschaft durch ihren Einsatz gefördert wird. [...]

Sein Verständnis ist weniger das eines Programmierers im Maschinenraum als das eines Theoretikers der Lebenserhaltung, der präzise erkennt, was diese Systeme leisten können – und was sie nicht leisten dürfen. Vielleicht ist genau das heute die entscheidende Form des Verstehens. [...]" ( Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren und Neue Menschenrechte 19.4.2026)

2.4.26

Duderstadt / Forytta: Literarisches Lernen (in der Grundschule)

 "Das Werk "Literarisches Lernen", herausgegeben von Matthias Duderstadt und Claus Forytta (erschienen 1999 als Band 107 in der Reihe Beiträge zur Reform der Grundschule des Grundschulverbandes), gilt als ein wichtiger Beitrag zur deutschdidaktischen Diskussion über die Rolle und den Umgang mit Literatur in der Primarstufe.

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über didaktische Konzepte, um Kindern den Zugang zu literarischen Texten zu ermöglichen und sie in ihrer literarischen Kompetenz zu fördern.

Zentrale Ansätze des Bandes

Das Werk verfolgt einen integrativen Ansatz, der das "Literarische Lernen" als einen aktiven Prozess der Weltaneignung begreift. Die Kernideen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Zweigliedrigkeit der Lernprozesse: Das literarische Lernen realisiert sich durch ein Zusammenspiel von Rezeption (das Aufnehmen und Verstehen von Texten) und Produktion (das eigene literarische Schreiben der Kinder). Beide Bereiche werden als wechselseitig befruchtend angesehen.

  • Begegnung mit Literatur: Ein zentraler Punkt ist die Gestaltung der Begegnung zwischen Kindern und literarischen Vorlagen (Texte und Bilder). Ziel ist es, Kindern Wege zur Kinderliteratur zu eröffnen, ohne sie durch zu eng geführte Aufgabenstellungen in ihrer freien Deutung einzuschränken.

  • Literarische Kompetenzentwicklung: Der Band betrachtet das Literarische Lernen nicht als starres Ziel, sondern als einen fortlaufenden Prozess. Dabei wird betont, dass Kinder bereits vor Schuleintritt basale literarische Erfahrungen mitbringen, an die der Unterricht anknüpfen muss.

  • Produktionsorientierung: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kreativen Schreiben. Hier wird reflektiert, wie die literarische Qualität von Kindertexten gefördert werden kann, indem Kinder sich an literarischen Vorbildern orientieren und ihre eigenen Geschichten als einen Prozess begreifen, der Ähnlichkeiten zum "Träumen" oder zur individuellen Sinnstiftung hat.

Einordnung in die Fachdidaktik

Das Buch ist in einer Zeit entstanden, in der die Deutschdidaktik verstärkt nach Wegen suchte, Literatur als ästhetisches Medium zu begreifen und nicht nur als Gegenstand für rein kognitive Sachtextanalysen. Duderstadt und Forytta betonen die Bedeutung des "literarischen Modus" – Literatur als ein Medium, das die Fantasie nährt, Fremdheit aushaltbar macht und Reflexionsräume über das eigene Selbst und die Welt bietet.

Relevanz heute

Obwohl das Werk von 1999 stammt, sind die darin diskutierten Grundsatzfragen nach wie vor hochaktuell. Die moderne Forschung zur literarischen Bildung knüpft direkt an diese Ansätze an, etwa bei der Frage, wie durch das literarische Gespräch (z. B. nach dem Heidelberger Modell) auch komplexe Texte für Grundschulkinder zugänglich gemacht werden können, ohne die kindliche Souveränität im Umgang mit Literatur zu untergraben." (KI: Gemini)




13.2.26

Anja Besands Notfall- oder Katastrophencurriculum

  Anja Besand ist Professorin für Didaktik der politischen Bildung an der Technischen Universität Dresden. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich stark darauf, wie Schulen und Lehrkräfte mit aktuellen gesellschaftlichen Krisen sowie antidemokratischen und rechtspopulistischen Herausforderungen umgehen können.

Ein zentrales aktuelles Projekt ihrer Professur ist das sogenannte „Katastrophen-Curriculum“ (oft auch als Notfallcurriculum für Schulen bezeichnet).

Das Katastrophen-Curriculum

Dieses Curriculum wurde als Reaktion auf die Beobachtung entwickelt, dass Schulen in Krisenzeiten (wie etwa der Pandemie oder bei anderen Großereignissen) dazu neigen, sich auf Kernfächer und Prüfungsrelevanz zu verengen, während die politische und soziale Bildung oft in den Hintergrund rückt.

  • Ziel: Es bietet ein alternatives Bildungsangebot für den „Notbetrieb“. Ziel ist es, Schule in Ausnahmesituationen handlungsfähig zu halten, die Gemeinschaft zu stärken und Schülern dabei zu helfen, Krisenlagen solidarisch zu verstehen und zu verarbeiten.

  • Struktur: Das Material besteht aus drei Hauptkomponenten:

    1. Einem speziellen Lehrplanteil.

    2. Einer pädagogischen Handreichung für Lehrkräfte.

    3. Einem Notfallschulheft, das sich direkt an die Schüler richtet.

  • Entstehung: Das Projekt wurde partizipativ entwickelt. Beteiligt waren neben Lehramtsstudierenden auch der Landesschülerrat Sachsen, Eltern sowie Schulleitungen verschiedener Schulformen.

Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. Besand

Neben diesem speziellen Curriculum ist Anja Besand für folgende Themen bekannt:

  • Umgang mit Rechtsextremismus: Sie erforscht, wie Lehrkräfte auf extremistische Vorfälle und Einschüchterungsversuche (z. B. durch politische Meldeplattformen) reagieren können, ohne in eine indifferente Haltung zu verfallen.

  • Inklusive politische Bildung: Ein Fokus liegt darauf, politische Bildung für alle Zielgruppen zugänglich zu machen, unter anderem auch im Kontext beruflicher Schulen oder durch Projekte wie „Lernort Stadion“.

  • Medien und Politik: Sie befasst sich mit der Rolle neuer Medien und populärkultureller Formate (z. B. Fernsehserien) für die politische Vermittlung.


Soll ich Ihnen Details zu den 32 Fallsituationen aus ihrem Praxishandbuch für den Umgang mit antidemokratischen Vorfällen heraussuchen?

In diesem Video erläutert Prof. Dr. Anja Besand, warum sich Schulen gegenüber ihrer Umwelt öffnen sollten und wie echte demokratische Partizipation für Schüler aussehen kann. Öffnung von Schule: Warum Schule mit ihrer Umwelt interagieren sollte