9.4.21

Fernunterricht in Coronazeiten aus Elternsicht

 https://twitter.com/koysino/status/1380043852334108672

gegebenenfalls more replies anklicken


Eine Antwort möchte ich hervorheben:

Läuft, mach ich. Neben Job und Haushalt und die Großeltern im Haus und die Schwiegermutter in Chemo unterstützen. Mach ich alles, denn so kann ich es alles schaffen ohne das Risiko mich und meine Familie durch die #Praesenzpflicht in NRW zwangsweise zu infizieren...

Das spricht nicht für den Fernunterricht, sondern zunächst dafür, dass eine wirklich schwierige Situation besteht.

Außerdem antwortet hier offenbar eine weibliche Person, deren Kinder zuvor noch keine Schulschwierigkeiten hatten, die aber sehr aufpassen sollte, sich nicht in einen burn out hineinzumanövrieren.

19.3.21

Virtueller Klimastreik

 https://www.fr.de/politik/globaler-klimastreik-der-etwas-anderen-art-zr-90248331.html

Hier kannst Du Dich anmelden: https://fffutu.re/Online-streik-19-03

"Die Corona-Themen bestimmen derzeit die Politik und unseren Alltag. Trotzdem ist Klima auch nach einem Jahr Pandemie gesellschaftlich eine zentrale Herausforderung. Das hat man gerade bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gesehen. In den Nachwahl-Umfragen war Klima ganz vorne bei den wichtigen Themen dabei."

7.3.21

Links

 Zunächst nur ein Link, der es aber in sich hat.

Eine gepfefferte Kritik an dem Umgang der Kultusministerien mit Lehrern und Schülern in der Coronazeit.

13.12.20

2020 Rückblick und Vorausschau

 Über dem Ärger wegen Corona haben viele vergessen, dass in Sachen Klimaschutz weltweit eine Veränderung eingetreten ist. Die konsequente Verfolgung eines Gedankens durch eine schwedische Schülerin hat weltweites Umdenken ausgelöst und dass der US-Präsident dagegen war, hat nicht verhindert, dass die EU ein Klimaschutzprogramm in Angriff genommen hat, das ohne Greta vielleicht gar nicht oder zumindest noch bescheidener entstanden wäre.

Die Coronakrise hat meiner Meinung nach manche Fehlentwicklungen aufgezeigt: Die Privatisierung des Gesundheitswesens führt Unterversorgung der Allgemeinheit herbei. Fleischfabriken sind gefährlich. Sie hat aber auch vorhandene Möglichkeiten aufgezeigt: Es geht mit weniger Flugverkehr und weniger Individualverkehr, wenn die Fernkommunikation ausgenutzt (und verbessert) wird.

Schließlich: Der Staat muss die Fähigkeit behalten, Veränderungen für alle zu ermöglichen: Regulierung der Finanzindustrie, Abschöpfung von Monopolgewinnen (Amazons Sondergewinne wegen Geschäftsschließungen), und es reicht nicht, wenn einzelne umdenken; aber auch ganze Gesellschaften können lernen.

Die giftigen Auseinandersetzungen sind schwer erträglich, aber besser, als wenn sie gewalttätig werden. (Die Sklavenbefreiung in den USA erfolgte erst nach dem blutigen Bürgerkrieg.)

Verglichen mit Menschen in Notsituationen wie Naturkatastrophen, Krieg, absoluter Armut, politischer Verfolgung oder auch nur politischer Unfreiheit geht es der deutschen Bevölkerung im Durchschnitt unfassbar gut.

Andererseits: Das, was ich hier stark vereinfachend so positiv geschildert habe, habe ich zunächst alles negativ, als zu wenig gedacht: Ich zweifle sehr, ob die gegenwärtigen Entwicklungen in eine gute Richtung führen, aber ich weigere mich, zu verzweifeln, wenn sie nicht in die Richtung führen, die ich für richtig halte.

Ein Gedanke ist mir im Gedächtnis geblieben (die genaue Formulierung nicht): Hoffnung heißt, zu handeln als wenn eine Lösung möglich wäre. Gerade in der jungen Generation gibt es dafür viele Beispiele.

8.9.20

Über die Ungleichheit der Anstrengungen in Sachen Klimawandel und COVID-19

Wenn der Klimawandel so ernst genommen worden wäre, wie es die vielen Klimakonferenzen erscheinen ließen, dann wären die Medien längst seit Jahren so voll von diesem Thema wie gegenwärtig von Nachrichten zu Corona und COVID-19.

Greta Thunberg hat Recht gehabt: Die große Mehrheit der (von mir beobachteten Medien und Politiker) hat ihn nicht ernst genommen und nimmt ihn nicht ernst.

Sonst würden in den Lokalen Zeitungen nicht täglich die Zahlen von Neuinfizierten mit COVID-19 stehen, sondern es würden die Millionen Tonnen CO2-Ausstoß, die weltweit noch möglich sind, ohne das 2-Grad-Ziel endgültig zu verfehlen, angegeben werden, zusammen mit dem täglichen Verbrauch. 

Wie ernst man eine Krise nehmen kann, wie sehr man jeden Einzelnen dafür in die Pflicht nehmen kann, an einer gesellschaftlichen Aufgabe mitzuwirken, das hat die Coronakrise gezeigt.

Umso erschreckender, dass das nur im Zusammenhang mit einer von vielen gefährlichen Krankheiten geschieht, aber nicht bei den aktuellen Menschheitsproblemen.

Weshalb das so ist, dazu liefert der Vergleich: Coronaepidemie und Klimawandel einiges Material. Man kann nur hoffen, dass es gelingt, sic diesen Problemen mit derselben Intensität zuzuwenden. 

An anderen Stellen habe ich zwar einiges dazu geschrieben, weshalb das nicht gelungen ist.*

Wichtig ist aber vor allem, dass es trotz aller Widrigkeiten möglich gemacht wird.*

*Die Hauptgründe sind vermutlich: Bei Corona werden Erfolge/Misserfolge innerhalb einer Legislaturperiode deutlich. Außerdem eignet sich das Phänomen für nationale Konkurrenz: Statt dem anderen dabei zu helfen, die Seuche möglichst erfolgreich zu bekämpfen, konzentriert man sich allein darauf, selbst als guter Krisenmanager dazustehen. (Geradezu grotesk wird es, wenn innerhalb von Staaten Bundesländer solche "Wettbewerbe" austragen.) Hier müsste etwas strukturell geändert werden. 

*Meine Anregung eines Vergleichs zwischen Coronakrise und Klimakrise erschien vor knapp einem halben Jahr in ZUM-Unterrichten. Mir geht es darum, dass die Coronakrise Schülern hilft, die Bedeutung der Klimakrise einzuschätzen. Das sollte nicht dadurch geschehen, dass der Blick einseitig auf meine Auffassung gelenkt wird. 

Aber ich hielte es doch für unangemessen, wenn der Eindruck entstünde, beide Krisen hätten aus meiner Sicht die gleiche Dimension. Wenn von der Coronakrise als einem Jahrhundertereignis gesprochen wird, ist das nach rund 20 Jahren des Jahrhunderts wohl etwas verfrüht. Der Klimawandel hat dagegen - leider - das Zeug dazu, weit mehr als ein Jahrhundertereignis zu werden. 

Auch das Artensterben hat eine andere Dimension als die Pandemie.