Wie schafft man die ab?
Eine Bildungsforscherin sagt dazu: Es wird zu wenig getan. Wenn ein Neunjähriger sagt: "Die Reichen haben in der Schule ganz gut aufgepasst." Und andere: "Die guten Schüler haben sich einfach angestrengt, und die schlecht in der Schule sind, das sind die Kinder, die Mist machen."
Die Kinder haben nicht über Gerechtigkeit, strukturelle Probleme oder Diskriminierung gesprochen.
Fontanefan: Wieso können viele Schüler dem Unterricht folgen, ohne Hausaugaben zu machen? Lernt mein Musikinstrument nur aus Freude an der Musik? Was unterscheidet Nobelpreisträger von Durchschnittsgelehrten? - Würde es Kindern helfen, wenn man ihnen Schulerfolg damit erklärt, es komme darauf an, aus welchem Elternhaus man kommt? Natürlich ist das sachlich richtig, aber nicht sonderlich motivierend. Natürlich sollte auch über Gerechtigkeit gesprochen werden, aber wenn das das Wichtigste ist, was sie über Lernen lernen und sich merken. Dann wäüre das schlechte Pädagogik.
In den Formulierungen, die ich im vorigen Artikel gesammelt habe, heißt es u.a.:
"Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen."
Fontanefan: Weshalb wohl fördert KI Bildungsungleichheit? Kinder fragen und bekommen Antworten der Eltern. Weshalb wohl "schweigen viele die KI nur an"? Weil sie nicht mehr fragen können. Weil sie sich darauf verlassen, die KI könne - im Unterschied zu ihren Eltern - ohne gute Fragen* gut antworten. Weil sie bei der ersten Weltentdeckung auf Fragen keine oder nur unzureichende Antworten bekamen. * Schließlich hat sie ja Hunderte von Milliarden gekostet.
Fontanefan: Mir hat mein Sohn das Konzept der Elektronenbindung (in der Chemie) beigebracht, als er in der 3. Klasse war (weil er es aus einem Realschulbuch der 9. Klasse gelernt hatte. - Ich war da 40 J. und hatte in Chemie eine 1 gehabt. ) Als er 12 Jahre als war, hat er versucht, mir die neueste Computersprache, die er gelernt hatte, beizubringen. Als ich eine Frage stellte, antwortete er: "Das habe ich vor 5 Schritten erklärt. Ich glaube, ich kann dir die Sprache doch nicht beibringen." Als er mit Hilfe einer "zwei Jahre alten" Mathematik seine Informatik-Dissertation geschrieben hatte, hat er sie mir erklärt. In 20 Minuten. Genau in der Zeit, die er mir angekündigt hatte. Ob ich Zwischenfragen gestellt habe, weiß ich nicht mehr. Aber am Schluss hatte ich keine Fragen mehr.
Offenbar hatte er Erklären gelernt (Schon vorher wollte meine Tochter nur von ihm erklärt bekommen. "Papa, ich warte lieber, bis Martin da ist.") Aber natürlich war klar, dass ich eine Informatik-Dissertation nicht würde verstehen können und dass er also zu enormen Vereinfachungen greifen müsse, um mir einen Eindruck davon zu geben, was er geschrieben hatte.
Als meine Enkelin wissen wollte, was ein Komet ist und mit den Antworten ihrer Eltern unzufrieden war hat er ihr u. a. erklärt, dass der Schweif aus zwei unterschiedlichen Stoffen bestehe. Dazu die Wikipedia:
"Die Bestandteile der Koma werden durch Strahlungsdruck und Sonnenwind „weggeblasen“, so dass sich etwa innerhalb der Marsbahn ein Schweif ausbildet, oder exakter zwei Schweife:
- Ein schmaler, lang gestreckter Schweif (Typ-I-Schweif), der im Wesentlichen aus Molekülionen besteht und auch Plasmaschweif genannt wird. Für diese Teilchen reicht der Strahlungsdruck als Erklärung nicht aus, sodass Ludwig Biermann 1951 eine von der Sonne ausgehende Partikelstrahlung, die heute Sonnenwind genannt wird, als Erklärung hierfür postulierte. Heute geht man davon aus, dass die kometaren Ionen durch eine Wechselwirkung mit dem solaren Magnetfeld angetrieben werden, das von den geladenen Teilchen des Sonnenwinds mitgeführt wird.
- Ein diffuser, gekrümmter Schweif (Typ-II-Schweif), der auch Staubschweif genannt wird. Die kleinen Staubteilchen, die diesen Schweif bilden, werden durch den Strahlungsdruck der Sonne beeinflusst, dessen Wirkung durch eine Aufspaltung in zwei Komponenten erklärt werden kann:
- Eine radiale Komponente, die der Gravitationskraft entgegengerichtet ist und wie diese quadratisch mit der Entfernung zur Sonne abnimmt. Dies wirkt wie eine effektive Abnahme der solaren Gravitationskraft, die Staubteilchen bewegen sich deshalb auf „Pseudo-Keplerbahnen“, die sich für Staubteilchen verschiedener Größe unterscheiden, da die Kraft durch den Strahlungsdruck von der Teilchengröße abhängig ist. Dies führt zu einer relativ starken Auffächerung des Staubschweifs im Vergleich zum Plasmaschweif.
- Die andere wirksame Komponente des Strahlungsdruckes ist der Bewegungsrichtung der Staubteilchen entgegengerichtet und führt zu einer Abbremsung der Teilchen, die größer als die Wellenlänge des Lichtes sind, das heißt, größer als etwa 0,5 µm. Diese Teilchen bewegen sich langfristig genauso wie der sonstige interplanetare Staub auf Spiralbahnen Richtung Sonne (Poynting-Robertson-Effekt).[16]
- Sehr selten, bei besonderen Bahnkonstellationen, ist ein Gegenschweif (Typ-III Schweif, Antischweif) sichtbar. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen eigenständigen Schweif, sondern nur um einen geometrischen Projektionseffekt: Wenn die Erde die Kometenbahnebene kreuzt, kann ein Teil des Staubschweifs, bedingt durch seine Krümmung, scheinbar über den Kometenkopf hinausragen und zeigt dann scheinbar in Richtung Sonne. [...]" (Wikipedia)
Zitate aus dem vorigen Blogartikel:
https://www.zeit.de/2026/22/bildung-deutschland-krise-pisa-ki/komplettansicht
"Ja, man kann alles online nachschlagen, sich alle Antworten zu liefern lassen. Aber dafür muss man ja wissen, was man wissen will. Und ob die Antwort zufriedenstellend ist. Wenn wir das nicht mehr können, verstummen wir. Und dann schweigen wir auch die KI nur noch an."
"Nach Bildung zu streben – als Mensch und als Gesellschaft – heißt, sich Dinge zuzumuten, die nicht nur einen selbst betreffen. Zu wissen: mein Horizont ist nur der Anfang."
"Die KI kann viel, will aber nichts. Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen. Nur wer fragen kann, ist frei."
Fontanefan: Dass KI nichts will, wird vermutlich nicht lange dauern. Kinder können fragen. Sind Kinder frei?
