https://jeanpol.wordpress.com/2026/08/12/wenn-die-ki-mehr-uber-mein-werk-weis-als-ich-selbst/
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12.8.26
25.6.25
14.8.17
Jean-Pol Martin: Wir brauchen neue Menschenrechte!
Ich möchte hier einige zentrale Aussagen von Jean-Pol Martin über die Notwendigkeit einer Neuformulierung der Menschenrechte im Lichte gesellschaftlicher Veränderungen und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse vorstellen. Das vollständige Manifest findet sich in seinem Blogartikel: Wir brauchen neue Menschenrechte!
"[...] Gestützt auf diese Erkenntnis und auf die Tatsache, dass Planen und Reflektieren zu den Dispositionen und Bedürfnissen des Menschen gehören, sollten bei der Auflistung von Grundrechten neue Prioritäten gesetzt werden. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entstand entsprechend dem historischen Entstehungskontext in der Tradition der Aufklärung auf philosophischer, idealistischer Basis. Sie stützte sich nicht auf ein wissenschaftlich abgesichertes, kohärentes Menschenbild, aus dem sich logisch ableitbare Handlungsempfehlungen aussprechen lassen. Die Artikel scheinen ihre Reihenfolge und ihre Unterteilung vielfach dem Zufall zu verdanken. Die zentralen Begriffe, allen voran „die Menschenwürde“, oder „die Freiheit“ sind unscharf und lassen großen Spielraum für philosophisch oder theologisch geprägte Interpretationen.
"[...] Gestützt auf diese Erkenntnis und auf die Tatsache, dass Planen und Reflektieren zu den Dispositionen und Bedürfnissen des Menschen gehören, sollten bei der Auflistung von Grundrechten neue Prioritäten gesetzt werden. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entstand entsprechend dem historischen Entstehungskontext in der Tradition der Aufklärung auf philosophischer, idealistischer Basis. Sie stützte sich nicht auf ein wissenschaftlich abgesichertes, kohärentes Menschenbild, aus dem sich logisch ableitbare Handlungsempfehlungen aussprechen lassen. Die Artikel scheinen ihre Reihenfolge und ihre Unterteilung vielfach dem Zufall zu verdanken. Die zentralen Begriffe, allen voran „die Menschenwürde“, oder „die Freiheit“ sind unscharf und lassen großen Spielraum für philosophisch oder theologisch geprägte Interpretationen.
Daher sollte bei der Auflistung von Menschenrechten direkt an die Konstitution des Menschen und an seine Bedürfnisse angeknüpft werden.
Es werden Forderungen an die politischen Verantwortlichen gestellt. Diese verändern radikal den Blick auf die Welt.
Unter den einzelnen Artikeln stehen die Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die sich zur entsprechenden Thematik einordnen lassen.
Präambel:GlückZiel aller Maßnahmen weltweit ist die Schaffung von Strukturen (wirtschaftlichen, politischen, ethischen), die für ein Mehr an Entfaltung für die Natur und an Glück* für alle Lebewesen sorgen. Die nachfolgenden Artikel bilden dazu Voraussetzungen.
Allg. Erklärung: Fehlanzeige
Artikel 1: Denken
Zentrales Grundbedürfnis des Menschen ist das Denken (Informationsverarbeitung und Konzeptualisierung).
Es müssen alle Bedingungen geschaffen werden, damit alle Menschen Zugang zu Informationen und zur Möglichkeit der Konzeptualisierung erhalten. Optimales Denken setzt die optimale Realisierung der Artikel 2 bis 6 voraus.
Es müssen alle Bedingungen geschaffen werden, damit alle Menschen Zugang zu Informationen und zur Möglichkeit der Konzeptualisierung erhalten. Optimales Denken setzt die optimale Realisierung der Artikel 2 bis 6 voraus.
Allg. Erklärung: Artikel 18, 19, 26, 27
Artikel 2: Gesundheit
Alle Maßnahmen werden weltweit getroffen, damit Lebewesen ihre physiologischen Bedürfnisse befriedigen können. Dies schließt auch das Bedürfnis nach Sexualität ein. Mit der Natur als Reservoir wird sorgfältig und schonend umgegangen.
Allg. Erklärung: Artikel 24, 25
Artikel 3: Sicherheit
Es wird weltweit angestrebt, Strukturen zu schaffen, die ein Maximum an Sicherheit für alle Lebewesen sorgen. Mit der Natur wird in diesem Zusammenhang schonend umgegangen.
Allg. Erklärung: Artikel 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 17, 22, 28
Artikel 4: Soziale Einbindung
Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen sich in einem sozial stützenden Umfeld bewegen. Es sollen Strukturen geschaffen werden, die Selbstverwirklichung sozial unterstützen.
Allg. Erklärung: Artikel 1, 16, 20, 22, 25, 26, 27
Artikel 5: Selbstverwirklichung und Partizipation
Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen alle ihre Potenziale zur Entfaltung bringen. Dabei wird schonend mit der Natur umgegangen. Da die Entfaltung des Einzelnen nur im Rahmen der ihn umgebenden Strukturen erfolgen kann, muss die Möglichkeit bestehen, Einfluss auf diese Strukturen zu nehmen, also zu partizipieren. Die Gesellschaft ist zur Optimierung darauf angewiesen, dass möglichst viele ihre intellektuellen, emotionalen und materiellen Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.
Allg. Erklärung: Artikel 12, 13, 17, 18, 19, 20, 21, 23, 24, 25, 26, 27
Artikel 6: Sinn
Es wird weltweit dafür gesorgt, dass Lebewesen ihr Leben als sinnvoll und befriedigend empfinden.
Allg. Erklärung: Fehlanzeige
Einen Vorteil dieser Neuformulierung der Menschenrechte sehe ich in ihrer Operationalisierbarkeit.
Während „die Menschenwürde“ oder die „Freiheit“ wegen ihrer Abstraktheit schwer direkt einklagbar sind, lässt sich das „Recht auf gute Denkbedingungen“ leichter konkretisieren [...] (Jean-Pol Martin: Wir brauchen neue Menschenrechte!)
4.8.15
Bildung: Wilhelm von Humboldt, Lernen durch Lehren, Internet
Was Humboldt und Internet als Lehrmeister unterscheidet, ist gar nicht so neu.
Es ist schon in dem gegensätzlichen Ansatz von Platon und Aristoteles vorgebildet: Platon, der den Lehrer für so wichtig hält, dass er seine gesamte Philosophie seinem Lehrer Sokrates in den Mund legt, so dass wir die Mühe haben, zu unterscheiden: wo spricht Platon und wo spricht Sokrates?
Und andererseits Aristoteles, der die Erfahrungswelt betrachtet und sie zu ordnen und verstehen sucht.
Platon kommt zum Ergebnis, dass Philosophen die Könige sein sollten (vgl. dazu Poppers Kritik, der Platon totalitäre Züge unterstellt), und Aristoteles schließt, dass Sklaven keine Menschen sind, weil ihnen die Freiheit nicht über alles geht.
Ein ähnlich unterschiedliches Paar finden wir an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Wilhelm von Humboldt und Georg Forster. Wilhelm kennt schon als Kind keine größere Freude, als die alten Griechen zu studieren, Georg, den sein Vater erst nach Russland und dann nach England mitnimmt, übersetzt als Dreizehnjähriger Lomonossows Kurze Russische Geschichte vom Russischen ins Englische, was "in wissenschaftlichen Kreisen lobende Anerkennung fand" (Wikipedia), und segelt als Siebzehnjähriger mit James Cook um die Welt und begründet bei dieser Gelegenheit die deutsche Ethnologie. Ja, er "verirrt" sich als revolutionärer deutscher Jakobiner so weit in die Praxis, dass er in der Zeit des beginnenden Terreur in Paris stirbt (freilich nicht unter der Guillotine, sondern an Lungenentzündung).
Alexander von Humboldt nimmt sich nicht seinen großen Bruder Wilhelm zum Vorbild, sondern Georg Forster, den er auf seiner Reise an den Niederrhein, Frankreich und England begleitet und dann seinen großen Lehrer nennt. Wilhelm vertieft sich in die Sprachwissenschaft als die Grundlage des Denkens, Alexander studiert Geographie durch Reisen.
Wilhelm von Humboldt betont die Einheit von Forschung und Lehre, Jean-Pol Martin meint man lerne nur recht durch Lehren und lässt sich deshalb in New York von seinen Schülern sagen, was er dort tun soll. Möglich wird das erst durch Telekommunikation, wie überhaupt das Erfahrungslernen im Team, das Martin propagiert, wesentlich von den Möglichkeiten des Internets profitiert.
Freilich - und hier hebt sich der Gegensatz Lernen vom Lehrer und Erfahrungslernen wieder ein Stück auf - er organisiert als Lehrer die Lehrsituationen, an denen die Schüler lernen sollen.*
Eine lange Einleitung für die Vorstellung des Circle, in dem das Leben in der Community der vom Rousseauschen Bildungsideal geprägten Selbstfindung gegenübergestellt wird.
Worauf ich hinaus will, ist, dass es einseitig wäre, Allgemeinbildung unter Berufung auf Bildung zu verdammen oder der Reformpädagogik abzuschwören, weil wir das Internet haben, oder auf digitale Medien zu verzichten, weil wir ohne Lehrer nicht auskommen. Doch dazu mehr bei anderer Gelegenheit.
Hier nur eine Andeutung.
Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt schreiben in ZEIT online unter der Überschrift Humboldt gegen Orwell
"Die Digitalisierung verändert die Bildung so stark wie zuvor nur der Buchdruck und die Schulpflicht. [...]
Humboldt hätte an der Digitalisierung Gefallen gefunden. Der große Reformer des 19. Jahrhunderts wollte "Bildung für alle" als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und schuf in Deutschland das allgemeine Schulwesen. Sein lange unerfülltes Ideal: Wer gut ist, kommt weiter, egal, wo er herkommt. Diese Demokratisierung wird jetzt möglich. Dank digitaler Hilfsmittel erhalten bisher Abgehängte Zugang zu günstiger und personalisierter Bildung, Können wird wichtiger als Herkunft oder Titel. [...]
Jeder hier brauchte eigentlich seinen auf ihn persönlich zugeschnittenen Unterricht. Seit vier Jahren bekommen alle Schüler genau das. New Classrooms heißt das Konzept, das auf digitalisierte Lerneinheiten statt Frontalunterricht setzt, um jeden bei seinem Wissensniveau abzuholen. In einem riesigen Raum, der sich über ein ganzes Stockwerk erstreckt, lernen etwa neunzig Schüler Mathe an wechselnden Stationen: Die einen schauen Videos, die anderen nutzen Lernsoftware, andere arbeiten in Gruppen oder sprechen mit dem Lehrer. Das Besondere ist allerdings nicht, wie vielfältig die Lernmethoden sind, sondern die automatisierte Personalisierung: Am Ende eines Tages legt jeder Schüler einen kurzen Onlinetest ab. So kann ein Zentralcomputer in Manhattan über Nacht errechnen, welcher Schüler noch nacharbeiten muss und welche Methode die beste dafür ist. Daraus entsteht ein individueller Lernplan für den nächsten Tag, den die Schüler morgens über große Monitore an den Wänden erfahren. Die Technik macht den Lehrer hier nicht überflüssig, sie verändert aber seine Rolle: vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter."
Ich zweifle daran, ob die Verfasser jemals einen MOOC und im Vergleich dazu einen cMOOC mitgemacht, dass sie ein Barcamp mitgestaltet haben. Zu Recht?
*Georg Forsters Vater hat (ähnlich wie und anders als Martin) für seinen Sohn ungewöhnlich anregende Lernsituationen geschaffen. Nur weil Georg schon als Vierzehnjähriger sich intensiv in die deutsche, die russische und die englische Kultur eingelebt hatte, konnte er als Siebzehnjähriger die Weltreise dafür nutzen, Ethnologe zu werden. - Freilich James Cook war dabei als Lehrmeister unersetzlich. Denn einerseits schuf er als erfolgreicher Weltumsegler auf seiner zweiten Weltreise Lernsituationen, wie sie damals kein anderer bieten konnte, andererseits ist kaum vorstellbar, dass Georg (und sei es auch nur durch Vermittlung seines Vaters) nicht vom Wissen Cooks profitiert hat. Sein Aufsatz über Cook zeugt jedenfalls davon, dass er sich bewusst war, mit welcher Ausnahmepersönlichkeit er da unterwegs war.
vergleiche auch:
Es ist schon in dem gegensätzlichen Ansatz von Platon und Aristoteles vorgebildet: Platon, der den Lehrer für so wichtig hält, dass er seine gesamte Philosophie seinem Lehrer Sokrates in den Mund legt, so dass wir die Mühe haben, zu unterscheiden: wo spricht Platon und wo spricht Sokrates?
Und andererseits Aristoteles, der die Erfahrungswelt betrachtet und sie zu ordnen und verstehen sucht.
Platon kommt zum Ergebnis, dass Philosophen die Könige sein sollten (vgl. dazu Poppers Kritik, der Platon totalitäre Züge unterstellt), und Aristoteles schließt, dass Sklaven keine Menschen sind, weil ihnen die Freiheit nicht über alles geht.
Ein ähnlich unterschiedliches Paar finden wir an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Wilhelm von Humboldt und Georg Forster. Wilhelm kennt schon als Kind keine größere Freude, als die alten Griechen zu studieren, Georg, den sein Vater erst nach Russland und dann nach England mitnimmt, übersetzt als Dreizehnjähriger Lomonossows Kurze Russische Geschichte vom Russischen ins Englische, was "in wissenschaftlichen Kreisen lobende Anerkennung fand" (Wikipedia), und segelt als Siebzehnjähriger mit James Cook um die Welt und begründet bei dieser Gelegenheit die deutsche Ethnologie. Ja, er "verirrt" sich als revolutionärer deutscher Jakobiner so weit in die Praxis, dass er in der Zeit des beginnenden Terreur in Paris stirbt (freilich nicht unter der Guillotine, sondern an Lungenentzündung).
Alexander von Humboldt nimmt sich nicht seinen großen Bruder Wilhelm zum Vorbild, sondern Georg Forster, den er auf seiner Reise an den Niederrhein, Frankreich und England begleitet und dann seinen großen Lehrer nennt. Wilhelm vertieft sich in die Sprachwissenschaft als die Grundlage des Denkens, Alexander studiert Geographie durch Reisen.
Wilhelm von Humboldt betont die Einheit von Forschung und Lehre, Jean-Pol Martin meint man lerne nur recht durch Lehren und lässt sich deshalb in New York von seinen Schülern sagen, was er dort tun soll. Möglich wird das erst durch Telekommunikation, wie überhaupt das Erfahrungslernen im Team, das Martin propagiert, wesentlich von den Möglichkeiten des Internets profitiert.
Freilich - und hier hebt sich der Gegensatz Lernen vom Lehrer und Erfahrungslernen wieder ein Stück auf - er organisiert als Lehrer die Lehrsituationen, an denen die Schüler lernen sollen.*
Eine lange Einleitung für die Vorstellung des Circle, in dem das Leben in der Community der vom Rousseauschen Bildungsideal geprägten Selbstfindung gegenübergestellt wird.
Worauf ich hinaus will, ist, dass es einseitig wäre, Allgemeinbildung unter Berufung auf Bildung zu verdammen oder der Reformpädagogik abzuschwören, weil wir das Internet haben, oder auf digitale Medien zu verzichten, weil wir ohne Lehrer nicht auskommen. Doch dazu mehr bei anderer Gelegenheit.
Hier nur eine Andeutung.
Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt schreiben in ZEIT online unter der Überschrift Humboldt gegen Orwell
"Die Digitalisierung verändert die Bildung so stark wie zuvor nur der Buchdruck und die Schulpflicht. [...]
Humboldt hätte an der Digitalisierung Gefallen gefunden. Der große Reformer des 19. Jahrhunderts wollte "Bildung für alle" als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und schuf in Deutschland das allgemeine Schulwesen. Sein lange unerfülltes Ideal: Wer gut ist, kommt weiter, egal, wo er herkommt. Diese Demokratisierung wird jetzt möglich. Dank digitaler Hilfsmittel erhalten bisher Abgehängte Zugang zu günstiger und personalisierter Bildung, Können wird wichtiger als Herkunft oder Titel. [...]
Jeder hier brauchte eigentlich seinen auf ihn persönlich zugeschnittenen Unterricht. Seit vier Jahren bekommen alle Schüler genau das. New Classrooms heißt das Konzept, das auf digitalisierte Lerneinheiten statt Frontalunterricht setzt, um jeden bei seinem Wissensniveau abzuholen. In einem riesigen Raum, der sich über ein ganzes Stockwerk erstreckt, lernen etwa neunzig Schüler Mathe an wechselnden Stationen: Die einen schauen Videos, die anderen nutzen Lernsoftware, andere arbeiten in Gruppen oder sprechen mit dem Lehrer. Das Besondere ist allerdings nicht, wie vielfältig die Lernmethoden sind, sondern die automatisierte Personalisierung: Am Ende eines Tages legt jeder Schüler einen kurzen Onlinetest ab. So kann ein Zentralcomputer in Manhattan über Nacht errechnen, welcher Schüler noch nacharbeiten muss und welche Methode die beste dafür ist. Daraus entsteht ein individueller Lernplan für den nächsten Tag, den die Schüler morgens über große Monitore an den Wänden erfahren. Die Technik macht den Lehrer hier nicht überflüssig, sie verändert aber seine Rolle: vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter."
Ich zweifle daran, ob die Verfasser jemals einen MOOC und im Vergleich dazu einen cMOOC mitgemacht, dass sie ein Barcamp mitgestaltet haben. Zu Recht?
*Georg Forsters Vater hat (ähnlich wie und anders als Martin) für seinen Sohn ungewöhnlich anregende Lernsituationen geschaffen. Nur weil Georg schon als Vierzehnjähriger sich intensiv in die deutsche, die russische und die englische Kultur eingelebt hatte, konnte er als Siebzehnjähriger die Weltreise dafür nutzen, Ethnologe zu werden. - Freilich James Cook war dabei als Lehrmeister unersetzlich. Denn einerseits schuf er als erfolgreicher Weltumsegler auf seiner zweiten Weltreise Lernsituationen, wie sie damals kein anderer bieten konnte, andererseits ist kaum vorstellbar, dass Georg (und sei es auch nur durch Vermittlung seines Vaters) nicht vom Wissen Cooks profitiert hat. Sein Aufsatz über Cook zeugt jedenfalls davon, dass er sich bewusst war, mit welcher Ausnahmepersönlichkeit er da unterwegs war.
vergleiche auch:
„Lehrer oder Lernbegleiter: Kontrollverlust als Programm“ #EDchatDE
20.6.09
Fremdspachenunterricht
Jean-Pol Martin hat sein Lernen durch Lehren ursprünglich nicht locker vom Hocker im Internet verbreitet, sondern ganz ordnungsgemäß akademisch.
Zum Nachvollziehen: Vorschlag eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdspachenunterricht
Zum Nachvollziehen: Vorschlag eines anthropologisch begründeten Curriculums für den Fremdspachenunterricht
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Fremdsprachenunterricht,
Jean-Pol Martin
2.11.08
Zum Verhältnis Schüler und Lehrer
Christian Spannagel schildert Jean-Pol Martins Unterrichtsmethode und schließt dann:
So kurz habe ich einen entscheidenden Aspekt von "Lernen durch Lehren" noch nicht formuliert gesehen.
Wenn Schüler diese Kommunikationsregeln verinnerlicht haben, dann - so finde ich - können sie sich und andere richtig ernst nehmen und fühlen sich nicht als die “dummen” Schüler im Vergleich zum “allwissenden” Lehrer. Der betont nämlich immer wieder, dass er selbst auf solche Gedanken nicht gekommen wäre, dass die Schüler toll sind, wenn sie eine geniale Idee kommunizieren usw.
So kurz habe ich einen entscheidenden Aspekt von "Lernen durch Lehren" noch nicht formuliert gesehen.
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Jean-Pol Martin,
Lernen durch Lehren,
Lernmethoden
23.9.08
Netzsensibilität
Um in der virtuellen Welt Mitstreiter für meine Projekte zu gewinnen, beachte ich folgende Regeln:
1. Mach dich transparent: liefere in deinem Profil möglichst viele, für den Benutzer spannende Informationen über dich. Je mehr Informationen du über dich gibst, desto größer die Chance, dass jemand einen Ansatzpunkt zur Zusammenarbeit entdeckt. Angst vor Missbrauch der Angaben ist meistens unbegründet. No risk, no fun!
2. Biete motivierende Projekte an: Was mich persönlich angeht, so stütze ich mich auf die Beschreibung der Grundbedürfnisse von Maslow. Meine Angebote sprechen das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung aber vor allem nach Sinn, weil nur dieses langfristig tragfähig ist: wir wollen die Welt verbessern!
3. Kontaktiere viele Leute: wenn du Mitstreiter suchst, muss du Leute ansprechen, auch wenn du auf manche penetrant wirken kannst. Wenn du dich nicht rührst, wird dich niemand beachten. Wenn jemand dich penetrant findet, wäre er sowieso kein guter Arbeitspartner für dich.
4. Wenn jemand auf deine Angebote positiv reagiert, pflege ihn: zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Als möglicher Partner besitzt er bestimmt "Ressourcen", die für die Zusammenarbeit wertvoll sind. Diese Fähigkeiten musst du entdecken.
5. Antworte stets zügig (Reaktionsgeschwindigkeit), sei präsent und zuverlässig: enttäusche die Menschen nicht, die Energie und Zeit für dich investieren. Im Netz sind Menschen und Beziehungen sehr volatil, du aber willst mehr mit den Menschen tun! Du hast was mit den Leuten vor! Das müssen sie spüren!
6. Stelle deine Partner auf eine Bühne und vernetze sie: wenn du mit Leuten langfristig zusammenarbeiten willst, solltest du sie miteinander verbinden. Zeige was sie können, führe ihnen Aufmerksamkeitsströme zu, indem du sie in Sammelmails erwähnst und auf ihre Arbeit hinweist.
7. Überlege dir immer wieder spannende Projektziele und achte darauf, dass diese Ziele auch erreicht werden. Das ist zwar auch im Realleben (RL) wichtig, aber im virtuellen Raum noch viel mehr, weil - wie bereits festgestellt - die Beziehungen im Netz besonders volatil sind. Beteiligunsinitiativen verlangen, dass der Initiator immer wieder Impulse einbringt. Bis zum Schluss.
Diese Verhaltensweisen bilden das, was ich Netzsensibilität nenne. Sie müssen automatisiert werden, wenn man im neuen Paradigma erfolgreich arbeiten will. Wer im traditionellen Wissenschaftssystem sozialisiert wurde, hat dies nicht gelernt.
Begriff und Text stammen von Jean-Pol Martin.
1. Mach dich transparent: liefere in deinem Profil möglichst viele, für den Benutzer spannende Informationen über dich. Je mehr Informationen du über dich gibst, desto größer die Chance, dass jemand einen Ansatzpunkt zur Zusammenarbeit entdeckt. Angst vor Missbrauch der Angaben ist meistens unbegründet. No risk, no fun!
2. Biete motivierende Projekte an: Was mich persönlich angeht, so stütze ich mich auf die Beschreibung der Grundbedürfnisse von Maslow. Meine Angebote sprechen das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung aber vor allem nach Sinn, weil nur dieses langfristig tragfähig ist: wir wollen die Welt verbessern!
3. Kontaktiere viele Leute: wenn du Mitstreiter suchst, muss du Leute ansprechen, auch wenn du auf manche penetrant wirken kannst. Wenn du dich nicht rührst, wird dich niemand beachten. Wenn jemand dich penetrant findet, wäre er sowieso kein guter Arbeitspartner für dich.
4. Wenn jemand auf deine Angebote positiv reagiert, pflege ihn: zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Als möglicher Partner besitzt er bestimmt "Ressourcen", die für die Zusammenarbeit wertvoll sind. Diese Fähigkeiten musst du entdecken.
5. Antworte stets zügig (Reaktionsgeschwindigkeit), sei präsent und zuverlässig: enttäusche die Menschen nicht, die Energie und Zeit für dich investieren. Im Netz sind Menschen und Beziehungen sehr volatil, du aber willst mehr mit den Menschen tun! Du hast was mit den Leuten vor! Das müssen sie spüren!
6. Stelle deine Partner auf eine Bühne und vernetze sie: wenn du mit Leuten langfristig zusammenarbeiten willst, solltest du sie miteinander verbinden. Zeige was sie können, führe ihnen Aufmerksamkeitsströme zu, indem du sie in Sammelmails erwähnst und auf ihre Arbeit hinweist.
7. Überlege dir immer wieder spannende Projektziele und achte darauf, dass diese Ziele auch erreicht werden. Das ist zwar auch im Realleben (RL) wichtig, aber im virtuellen Raum noch viel mehr, weil - wie bereits festgestellt - die Beziehungen im Netz besonders volatil sind. Beteiligunsinitiativen verlangen, dass der Initiator immer wieder Impulse einbringt. Bis zum Schluss.
Diese Verhaltensweisen bilden das, was ich Netzsensibilität nenne. Sie müssen automatisiert werden, wenn man im neuen Paradigma erfolgreich arbeiten will. Wer im traditionellen Wissenschaftssystem sozialisiert wurde, hat dies nicht gelernt.
Begriff und Text stammen von Jean-Pol Martin.
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