https://jeanpol.wordpress.com/2026/08/12/wenn-die-ki-mehr-uber-mein-werk-weis-als-ich-selbst/
12.8.26
7.8.26
Lernen durch Lehren in Indonesien: Margret Ruep und Noor Malihah
ein Bericht von Jean-Pol Martin:
"Wie lässt sich eine stark lehrerzentrierte Hochschulkultur verändern? Margret Ruep und Noor Malihah gingen dieser Frage an der State Islamic University Salatiga in Indonesien nach. Gemeinsam entwickelten sie einen experimentellen Kurs, in dem Studierende nicht nur Wissen aufnehmen, sondern selbst lehren, kooperieren und Verantwortung übernehmen sollten.
Ihr Beitrag „Visible Learning – Learning by Teaching“ erschien 2024 im Praxishandbuch Lernen durch Lehren.
Eine Hochschule im Wandel
Margret Ruep besuchte die Universität 2022 im Auftrag des Senior Expert Service. Die Hochschule befand sich in einem Transformationsprozess zur Volluniversität. Als besondere Herausforderung erwies sich die Qualität der Lehre: Der Unterricht war traditionell stark lehrerzentriert, während die Studierenden nur wenige Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung hatten. Gemeinsam mit Noor Malihah und weiteren Beteiligten plante Ruep deshalb einen Kurs, in dem Learning by Teaching praktisch erprobt werden sollte. [...]"
5.8.26
Sollte man als junger Mensch ein Ehrenamt betreiben, oder sich doch voll auf das berufliche Fortkommen konzentrieren?
Das hängt von der Auslastung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ab. Ich denke daran, dass ich eine Schülerin gefragt habe, ob sie nicht ein Amt in der Schülervertretung übernehmen könne. Sie sagte ab, weil ihre Mutter krank sei und ihre Schwester relativ lernschwach und sie daher zu große familiäre Verpflichtungen habe.
Ein oder zwei Jahre später erklärte sie mir, sie habe die Arbeit in der Schülervertretung wohl nicht wichtig genug genommen.
Das war die Schülerin, die einen unbeliebten Lehrer verteidigte, der offen erklärt hatte, dass er einen Schüler "hasse". Ihr Verantwortungsgefühl war so weit entwickelt, dass sie sich abverlangte, was ich als Erwachsener mir nicht zugetraut hätte.
Natürlich ist die Ausübung eines Ehrenamtes für die persönliche Entwicklung sehr hilfreich, wenn sie dazu verhilft, für eine Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen, und in diesem Fall, bei Konflikten zwischen Lehrern und Schülern zu vermitteln. Aber sie sollte die Fortsetzung des Bildungsweges nach Möglichkeit nicht behindern.
Nicht jeder ist der Typ dafür und nicht für jeden sind Ehrenämter und Vereinsmeierei gedacht - ich gebe zu, dass ich Ersteres mag, Letzteres aber wie die Pest verabscheue, weil da sehr viel Selbstdarstellerei dabei ist und gerade Blaulicht- oder "sozialcaritative" Organisationen schlimme Tummelbecken für notorische Profilneurotiker ist, die sich gern in der Presse sehen, aber in Wahrheit die Arbeit andere machen lassen ------> nach dem Motto "Toll, Ein Anderer Macht's". Denn genau so läuft das im Ehrenamt leider oft.
Es gibt auch Leute, die von ihrer Art her zu still, zu ruhig oder auch zu ungesellig sind für Vereinsarbeit, die oft mit Zusammensitzen, Feiern, Bechern und ähnlichem zu tun hat - und auch wenn es im Lebenslauf gut aussieht, kann man es keinem verübeln, der dafür nicht geschaffen ist.
Stamme selbst auch nicht aus einer "Vereinsmeierfamilie" & bin nicht mit dauernden Arbeitseinsätzen und Versammlungen oder Sitzungen an jedem zweiten Wochenende großgeworden, war ein eher ruhiger Bub, mir war die "Beschaulichkeit" daheim und bei den Freunden lieber als der Trubel in typischen Vereinen, was man so mitbekam.
XXX
Ich bin dennoch, seit ich 19 Jahre alt bin durchgängig in irgendeiner Weise aktiv, war vorher schon im Leitungsteam des Jugendhauses, aber ich habe meine Nische gefunden und bin lediglich in einem Verein richtig tätig (Verkehrswacht), weil das Team dort super ist, das operative Geschäft von der Polizei bestens geführt wird und es was Sinnvolles ist, das zudem meine Hobbys (Autos, Technik) beinhaltet und dann noch der Allgemeinheit zugute kommt.
Dass ich aktiv bin, ergab sich zufällig. Ich hatte die Juleica (Jugendleitercard) gemacht, weil mir die Jugendarbeit in der kath. Kirche gut gefallen hat und ein Diakon große Stücke auf mich hielt - und so rutschte ich auch in die Leitung des Jugendhauses. Dafür brauchte man die Juleica und der Diakon schlug mich vor. Über ihn kam ich auch in einen anderen Verein, der einen Schriftführer suchte - das habe ich lang gemacht, bis ich umgezogen bin. Ich war aber nie der Typ für ganz vorne und hätte nie als Vorsitzender kandidiert bzw. würde auch niemals Kassenwart machen - beim Geld hört es auf. Je nach Satzung ist man da ggf. privat haftbar, wenn was ist - und viele Vereine haben uralte Satzungen, weil kaum jemand sich dafür interessiert und man nicht einfach so eine Satzung erstellt und beschließt und beim Amtsgericht einreicht bzw. so schreibt, dass das Gericht zufrieden ist. Das scheuen viele Vereine, weil kaum einer was machen will bzw. die meisten nur so nett tun, wenn ein Redakteur da ist und Fotos macht.
XXX
Bei den Vereinen ist es halt immer extrem schwer: Wenn man da als junger Mensch anklopft, muss man damit rechnen, dass man weder ernst genommen noch gern gesehen wird. Meist "regiert" ein Vorstand, der sich zwar immer beklagt, dass "die Jugend" nicht kommt - aber wenn "die Jugend" mal da ist und vorspricht und Ideen hat, wird sie regelrecht weggeekelt, weil man es eigentlich nur so machen will, wie es schon immer, wie vor 40-50 Jahren, gewesen ist.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Vereine eher eine geschlossene Gesellschaft bzw. eine schiere Privatveranstaltung weniger engagierter und untereinander befreundeter Familien sind und Neueinsteiger nicht so gern gesehen sind.
XXX
Thema "soziale" Vereine: Auf den ersten Blick sind das alles nette Leute, die da wirken; freundlich, fromm, von überaus christlicher Grundeinstellung, hilfsbereit, idealistisch, selbstlos, kurzum: Fleisch und Blut gewordener Altruismus.
Wenn man aber hinter die Kulissen blickt und Dinge sieht, die die Allgemeinheit nicht zu sehen bekommt, ist der "sozial-caritative" Bereich (egal wo) ein übles Sammelbecken von Selbstdarstellern, die alles tun, aber nicht das, was sie eigentlich tun sollen (Menschen helfen, für sie da sein, selbstlos wirken). Die Caritas ist da nicht viel besser als alle anderen, ich persönlich habe mit der Diakonie noch die besten Erfahrungen gemacht, mit Caritas Mittelmäßige und mit Kolping nur so viel, dass da unglaublich viele Scheinheilige aktiv sind, die lediglich "pressegeil" sind und gern repräsentieren, sich "aus christlicher Verantwortung" allerlei Pöstchen aneignen und denen es nur darum geht, im Mittelpunkt zu stehen. Ganz schlimm waren KAB-Leute und Salesianer Don Boscos.
Ich habe vernichtende Erfahrungen mit selbsternannten "christlichen Gutmenschen" und bekennenden Katholiken gemacht, die auf unterschiedliche Weise im "sozial-caritativen" Bereich unterwegs waren und möglicherweise noch sind. Die repräsentierten gern und waren nach außen hin freundlich, herzlich, gefällig und milde, aber im Grunde nicht der Rede wert. Wären die wirklich so christlich und nett gewesen, hätten sie zum Beispiel denjenigen geholfen, die ihre Hilfe gebraucht hätten. Sobald die mal konkret werden und helfen sollten bzw. das tun, was sie überall vorgaben und predigten, "konnten" sie angeblich nicht oder blieben stumm - allerdings grinsten und schwadronierten sie dann wieder, wenn ein Redakteur in Sichtweite war.
Wie gesagt: nach außen hin sind das "nette Leute", huldvoll, gediegen, man muss ihnen vertrauen, sie können kein Wässerchen trüben, nehmen jeden an die Hand. Diese Personen aber torpedieren durch ihr Verhalten genau die Werte, die sie angeblich nach außen hin darstellen, das macht sie und letztlich die katholische Kirche unglaubwürdig. Auch Organisationen wie Kolping, die katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die Salesianer Don Boscos sind mir teilweise sehr negativ aufgefallen. Wenn jemand das Elisabethkreuz der Caritas-Konferenz trägt, ist das aus meiner Sicht kein gutes Zeichen, denn das tragen oft Pharisäer, die sich nur so schön präsentieren möchten. Und das ist nicht meine Welt.
Lernt man diese Leute mal näher kennen oder begegnet man ihnen in einer Position, wo sie denken, dass man mit ihnen auf der selben Wellenlänge sei, beginnen sie sich zu öffnen, werden hemmungslos, unvorsichtig und verraten sich eines Tages unbewusst selbst. Soweit meine Erfahrung als Ehrenamtler in dem Bereich, der früher bis ca. 2018 einiges in dem Segment gemacht hat, bis es unerträglich wurde.
Der große Unterschied zwischen KI zur Recherche und KI für Information
Angesichts der Fülle des gegenwärtig vorhandenen Materials ist KI zur Recherche für den Laien unumgänglich, für den Fachmann als erster Schritt kaum zu übergehen.
Bei der Information ist KI gefährlich, eine Kontrolle zumindest durch die Wikipedia wichtig.
Für den Fachmann (Wissenschaft) ist die Wikipedia als erster Schritt sinnvoll, aber ohne Überprüfung an Sekundärliteratur und/oder Quellen unzulässig.
Für den Wikipedianer ist KI zur Recherche zugelassen, für die Formulierung der Information verboten.
Wird das ausreichen, um zu verhindern, dass KIs sich wegen der Häufigkeit ihrer Texte letztlich nur immer wieder sich selbst bestätigen, so dass solide Information kaum noch durchdringt?
19.6.26
Herr Rau und das Märchen vom Zauberfaden
Chatbot-Nutzung ist wie das Zupfen am Zauberfaden. Das ist der letzte Satz von Thomas Rau in seinem Blogbeitrag über das Märchen vom Zauberfaden. Was die Aussage dieses Märchens ist, findet man bei Herrn Rau.
Das Märchen handelt von Zeitsprüngen, also davon, wie man Ergebnisse vor der Zeit bekommt. Der Weg zur Erkenntnis wird übersprungen, und man erhält vom Chatbot gleich eine argumentativ begründete Lösung.
Deshalb kommentiert Stefan Loskamp auch: „Chatbot-Nutzung ist wie das Zupfen am Zauberfaden“: Das ist the best Aphorismus ever, weil KI macht dumm, dümmer gehts nimmer!
Ich stimme Stefan zu und widerspreche ihm zugleich. Denn natürlich hat er überzogen: dümmer gehts nimmer geht zu weit, denn ganz ohne jede richtige Aussage kommt man nicht aus, auch wenn die Lösung eines Problems, ein Aha-Erlebnis viel weiter bringt als die Lektüre einer Gebrauchsanleitung: Man muss schon das Vertrauen, dass es eine Lösung gibt und verschiedene Wege zur Erkenntnis gesehen haben, damit man den Weg zur Erkenntnis erfolgreich begehen kann.
Auch wenn Lessing darauf besteht, dass die Wahrheit für Gott allein sei, und Schiller warnt: "Weh dem, der zu der Wahrheit kommt durch Schuld: Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein."
Für eine Recherche in Texten, die im Internet noch nicht zu finden sind, ist Chatbot-Nutzung durchaus sinnvoll. Deshalb versuche ich in den Artikeln, in denen ich Texte vorstelle, möglichst immer die Originaltexte zu verlinken, aber biete auch Kurzvorstellungen von Textinhalten an, damit man Bewertungen einordnen kann.
4.6.26
OERchideenfächer und freie Bildung
Gemeint sind seltene Ausbildungsberufe. Mein aktuelles Beispiel: Kaminbau in Bayern. Hierfür gibt es nur zwei Berufsschulen, die diesen Beruf anbieten: eine mit einem Nordost- und eine mit einem Südwestsprengel. Solche Fächer sind hochspezialisiert. Es gibt nur wenige Lehrkräfte, die sie unterrichten, und wenige Auszubildende, weshalb auch selten Schulbücher zur Verfügung stehen.
Was hat das mit freier Bildung zu tun?
Ein Lehrkräfteteam hat sich mit dem Lehrplan von 2025 auf den Weg gemacht, diesen im Team umzusetzen. Im Rahmen des Schulversuchs „Clever Clustern“ vom Bildungspakt Bayern setzen sie auch Lernortkooperationen um. Die Lehrkräfte erstellen kompetenzorientierte Unterrichtsszenarien für handlungsorientierten Unterricht. Die Szenarien werden mit den Betrieben evaluiert: Sind sie praxisrelevant? Sind sie aktuell? Die Ergebnisse und Unterrichtsmaterialien werden die Lehrkräfte über hubbs.schule anderen Schulen frei zur Verfügung stellen.
(https://www.zum.de/portal/oerchideenfaecher-und-freie-bildung/ Von Patrick / 16. Mai 2026)
29.5.26
Kompetenzunterschiede zwischen Kindern verschiedener Elternhäuser
Wie schafft man die ab?
Eine Bildungsforscherin sagt dazu: Es wird zu wenig getan. Wenn ein Neunjähriger sagt: "Die Reichen haben in der Schule ganz gut aufgepasst." Und andere: "Die guten Schüler haben sich einfach angestrengt, und die schlecht in der Schule sind, das sind die Kinder, die Mist machen."
Die Kinder haben nicht über Gerechtigkeit, strukturelle Probleme oder Diskriminierung gesprochen.
Fontanefan: Wieso können viele Schüler dem Unterricht folgen, ohne Hausaugaben zu machen? Lernt mein Musikinstrument nur aus Freude an der Musik? Was unterscheidet Nobelpreisträger von Durchschnittsgelehrten? - Würde es Kindern helfen, wenn man ihnen Schulerfolg damit erklärt, es komme darauf an, aus welchem Elternhaus man kommt? Natürlich ist das sachlich richtig, aber nicht sonderlich motivierend. Natürlich sollte auch über Gerechtigkeit gesprochen werden, aber wenn das das Wichtigste ist, was sie über Lernen lernen und sich merken. Dann wäüre das schlechte Pädagogik.
In den Formulierungen, die ich im vorigen Artikel gesammelt habe, heißt es u.a.:
"Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen."
Fontanefan: Weshalb wohl fördert KI Bildungsungleichheit? Kinder fragen und bekommen Antworten der Eltern. Weshalb wohl "schweigen viele die KI nur an"? Weil sie nicht mehr fragen können. Weil sie sich darauf verlassen, die KI könne - im Unterschied zu ihren Eltern - ohne gute Fragen* gut antworten. Weil sie bei der ersten Weltentdeckung auf Fragen keine oder nur unzureichende Antworten bekamen. * Schließlich hat sie ja Hunderte von Milliarden gekostet.
Fontanefan: Mir hat mein Sohn das Konzept der Elektronenbindung (in der Chemie) beigebracht, als er in der 3. Klasse war (weil er es aus einem Realschulbuch der 9. Klasse gelernt hatte. - Ich war da 40 J. und hatte in Chemie eine 1 gehabt. ) Als er 12 Jahre als war, hat er versucht, mir die neueste Computersprache, die er gelernt hatte, beizubringen. Als ich eine Frage stellte, antwortete er: "Das habe ich vor 5 Schritten erklärt. Ich glaube, ich kann dir die Sprache doch nicht beibringen." Als er mit Hilfe einer "zwei Jahre alten" Mathematik seine Informatik-Dissertation geschrieben hatte, hat er sie mir erklärt. In 20 Minuten. Genau in der Zeit, die er mir angekündigt hatte. Ob ich Zwischenfragen gestellt habe, weiß ich nicht mehr. Aber am Schluss hatte ich keine Fragen mehr.
Offenbar hatte er Erklären gelernt (Schon vorher wollte meine Tochter nur von ihm erklärt bekommen. "Papa, ich warte lieber, bis Martin da ist.") Aber natürlich war klar, dass ich eine Informatik-Dissertation nicht würde verstehen können und dass er also zu enormen Vereinfachungen greifen müsse, um mir einen Eindruck davon zu geben, was er geschrieben hatte.
Als meine Enkelin wissen wollte, was ein Komet ist und mit den Antworten ihrer Eltern unzufrieden war hat er ihr u. a. erklärt, dass der Schweif aus zwei unterschiedlichen Stoffen bestehe. Dazu die Wikipedia:
"Die Bestandteile der Koma werden durch Strahlungsdruck und Sonnenwind „weggeblasen“, so dass sich etwa innerhalb der Marsbahn ein Schweif ausbildet, oder exakter zwei Schweife:
- Ein schmaler, lang gestreckter Schweif (Typ-I-Schweif), der im Wesentlichen aus Molekülionen besteht und auch Plasmaschweif genannt wird. Für diese Teilchen reicht der Strahlungsdruck als Erklärung nicht aus, sodass Ludwig Biermann 1951 eine von der Sonne ausgehende Partikelstrahlung, die heute Sonnenwind genannt wird, als Erklärung hierfür postulierte. Heute geht man davon aus, dass die kometaren Ionen durch eine Wechselwirkung mit dem solaren Magnetfeld angetrieben werden, das von den geladenen Teilchen des Sonnenwinds mitgeführt wird.
- Ein diffuser, gekrümmter Schweif (Typ-II-Schweif), der auch Staubschweif genannt wird. Die kleinen Staubteilchen, die diesen Schweif bilden, werden durch den Strahlungsdruck der Sonne beeinflusst, dessen Wirkung durch eine Aufspaltung in zwei Komponenten erklärt werden kann:
- Eine radiale Komponente, die der Gravitationskraft entgegengerichtet ist und wie diese quadratisch mit der Entfernung zur Sonne abnimmt. Dies wirkt wie eine effektive Abnahme der solaren Gravitationskraft, die Staubteilchen bewegen sich deshalb auf „Pseudo-Keplerbahnen“, die sich für Staubteilchen verschiedener Größe unterscheiden, da die Kraft durch den Strahlungsdruck von der Teilchengröße abhängig ist. Dies führt zu einer relativ starken Auffächerung des Staubschweifs im Vergleich zum Plasmaschweif.
- Die andere wirksame Komponente des Strahlungsdruckes ist der Bewegungsrichtung der Staubteilchen entgegengerichtet und führt zu einer Abbremsung der Teilchen, die größer als die Wellenlänge des Lichtes sind, das heißt, größer als etwa 0,5 µm. Diese Teilchen bewegen sich langfristig genauso wie der sonstige interplanetare Staub auf Spiralbahnen Richtung Sonne (Poynting-Robertson-Effekt).[16]
- Sehr selten, bei besonderen Bahnkonstellationen, ist ein Gegenschweif (Typ-III Schweif, Antischweif) sichtbar. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen eigenständigen Schweif, sondern nur um einen geometrischen Projektionseffekt: Wenn die Erde die Kometenbahnebene kreuzt, kann ein Teil des Staubschweifs, bedingt durch seine Krümmung, scheinbar über den Kometenkopf hinausragen und zeigt dann scheinbar in Richtung Sonne. [...]" (Wikipedia)
Zitate aus dem vorigen Blogartikel:
https://www.zeit.de/2026/22/bildung-deutschland-krise-pisa-ki/komplettansicht
"Ja, man kann alles online nachschlagen, sich alle Antworten zu liefern lassen. Aber dafür muss man ja wissen, was man wissen will. Und ob die Antwort zufriedenstellend ist. Wenn wir das nicht mehr können, verstummen wir. Und dann schweigen wir auch die KI nur noch an."
"Nach Bildung zu streben – als Mensch und als Gesellschaft – heißt, sich Dinge zuzumuten, die nicht nur einen selbst betreffen. Zu wissen: mein Horizont ist nur der Anfang."
"Die KI kann viel, will aber nichts. Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen. Nur wer fragen kann, ist frei."
Fontanefan: Dass KI nichts will, wird vermutlich nicht lange dauern. Kinder können fragen. Sind Kinder frei?
13.5.26
Bildung
Wikipedia: Bildung Allgemeinbildung
Weltwissen Allgemeinbildung https://www.weltwissen.online/
Meine bisherigen 40 Artikel zu Bildung auf diesem Blog (nicht aktuell, sondern nur nostalgisch?)
Meine Frage: Sind Kompetenzen, die auf die falschen Gegenstände und für die falschen Ziele verwendet werden gefährlich (bildungsfeindlich) ? Dazu vgl.: Kant und Sekundärtugenden
Links zu Artikeln der ZEIT vom 13.5.26
https://www.zeit.de/2026/22/bildung-deutschland-krise-pisa-ki/komplettansicht
"Ja, man kann alles online nachschlagen, sich alle Antworten zu liefern lassen. Aber dafür muss man ja wissen, was man wissen will. Und ob die Antwort zufrieden stellend ist. Wenn wir das nicht mehr können, verstummen wir. Und dann schweigen wir auch die KI nur noch an."
"Nach Bildung zu streben – als Mensch und als Gesellschaft – heißt, sich Dinge zuzumuten, die nicht nur einen selbst betreffen. Zu wissen: mein Horizont ist nur der Anfang."
"Die KI kann viel, will aber nichts. Doch Kinder fragen: wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Der Mensch will wissen. Etwas in uns strebt nach Bildung. Denn nur wer viel weiß, kann fragen. Nur wer fragen kann, ist frei."
Fontanefan: Dass KI nichts will, wird vermutlich nicht lange dauern. Kinder können fragen. Sind Kinder frei?
https://www.zeit.de/bildung/2026-05/bildungstest-allgemeinwissen-quiz-deutsche-quizmeisterschaften
https://www.zeit.de/2026/22/afd-sachsen-anhalt-hochschulen-hans-thomas-tillschneider
https://www.zeit.de/2026/22/wolf-sasa-stanisic-mobbing-ausgrenzung-schule
https://www.zeit.de/2026/22/mobbing-schule-praevention-lehrkraefte (Mobbing-Prävention)
https://www.zeit.de/2026/22/arbeitslosigkeit-geisteswissenschaftler-akademiker-jobsuche (Tellerwäscher)
https://www.zeit.de/bildung/2026-05/warnung-schulsterben-sven-schulze-afd-schulpflicht-faq
https://www.zeit.de/bildung/2026-04/musikschule-instrumente-musiklehrer-bildung
https://www.zeit.de/wissen/2026-04/soziologin-harvard-eirliani-abdul-rahman-klage-usa
https://www.zeit.de/2026/14/schulsystem-alberta-kanada-schulen-calgary-daten (Datensammeln, Datenschutz)
https://www.zeit.de/2026/12/exzellenzinitiative-universitaeten-deutschland-spitzenforschung-geld
(Kommentar)
Eltern - Kinder
https://www.zeit.de/2025/41/sabine-walper-familie-forschung-erziehung-eltern Eltern sollten sich nicht zu viel an Ratschlägen orientieren (Gefahr: Eltern-Burnout)
https://www.zeit.de/2025/54/cordula-stratmann-komikerin-familientherapeutin-koeln-fernsehen
24.4.26
Zum Umgang mit KI
Im Umgang mit KI hilft ein einfacher Prüfmechanismus: Erstens: Ist die Aussage allgemein oder konkret? Allgemeine Erklärungen sind oft brauchbar. Konkrete Daten, Orte und Zahlen müssen genau überprüft werden. Zweitens: Woher könnte die Information stammen? Wenn keine Quelle angegeben ist ist, sollte man sehr vorsichtig sein. Drittens: Ist der Text zu glatt? Wirklichkeit ist oft widersprüchlicher als KI-Prosa. Viertens: Füllt die KI vielleicht eine denkbare Lücke? Diese vier Fragen reichen oft, um problematische Stellen schnell zu erkennen. Mehr dazu unter: Wenn eine KI mich für tot erklärt |
20.4.26
Zum Verständnis von KI und ihrer Steuerung
Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren und Neue Menschenrechte 19.4.2026
"[...] KI kann Begriffe in Beziehung setzen, Texte rekonstruieren, Varianten erzeugen, Muster sichtbar machen und in iterativen Schleifen zu immer stimmigeren Ergebnissen beitragen. Besonders stark ist sie dort, wo ein Mensch den Rahmen vorgibt, die Fragestellung präzisiert und die Rückmeldungen prüft. Zugleich sieht Martin klar ihre Grenzen. KI besitzt kein menschliches Langzeitgedächtnis, keine eigene Identität, keine biografische Kontinuität und kein Selbstverhältnis. Sie rekonstruiert, kombiniert und variiert – aber sie erinnert nicht im menschlichen Sinn und sie urteilt nicht aus eigener existenzieller Verankerung. Gerade diese Unterscheidung ist entscheidend. Sie schützt davor, sprachliche Leistungsfähigkeit mit Bewusstsein zu verwechseln. [...]
Jean-Pol Martin versteht KI auf drei Ebenen zugleich. Erstens funktional: Er erkennt, was diese Systeme praktisch leisten können und worin ihre Begrenzungen bestehen. Zweitens systemisch: Er begreift KI nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Rückkopplungsprozesses zwischen Mensch, Technik, Text, Öffentlichkeit und kollektiver Wissensbildung. Drittens normativ: Er fragt immer nach dem Wozu. KI soll nicht nur effizient sein, sondern dem Menschen dienen – seiner Selbststeuerung, seiner Partizipation und seiner Fähigkeit, kohärent zu denken und zu handeln. Gerade diese dritte Ebene fehlt vielen gegenwärtigen KI-Debatten. Dort dominieren oft Technikfaszination oder Risikorhetorik. Martin dagegen verankert KI in einem anthropologischen Rahmen. Er fragt nicht nur, was KI kann, sondern welche Form von Gesellschaft durch ihren Einsatz gefördert wird. [...]
Sein Verständnis ist weniger das eines Programmierers im Maschinenraum als das eines Theoretikers der Lebenserhaltung, der präzise erkennt, was diese Systeme leisten können – und was sie nicht leisten dürfen. Vielleicht ist genau das heute die entscheidende Form des Verstehens. [...]" ( Jean-Pol Martin: Lernen durch Lehren und Neue Menschenrechte 19.4.2026)
2.4.26
Duderstadt / Forytta: Literarisches Lernen (in der Grundschule)
"Das Werk "Literarisches Lernen", herausgegeben von Matthias Duderstadt und Claus Forytta (erschienen 1999 als Band 107 in der Reihe Beiträge zur Reform der Grundschule des Grundschulverbandes), gilt als ein wichtiger Beitrag zur deutschdidaktischen Diskussion über die Rolle und den Umgang mit Literatur in der Primarstufe.
Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über didaktische Konzepte, um Kindern den Zugang zu literarischen Texten zu ermöglichen und sie in ihrer literarischen Kompetenz zu fördern.
Zentrale Ansätze des Bandes
Das Werk verfolgt einen integrativen Ansatz, der das "Literarische Lernen" als einen aktiven Prozess der Weltaneignung begreift. Die Kernideen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Zweigliedrigkeit der Lernprozesse: Das literarische Lernen realisiert sich durch ein Zusammenspiel von Rezeption (das Aufnehmen und Verstehen von Texten) und Produktion (das eigene literarische Schreiben der Kinder). Beide Bereiche werden als wechselseitig befruchtend angesehen.
Begegnung mit Literatur: Ein zentraler Punkt ist die Gestaltung der Begegnung zwischen Kindern und literarischen Vorlagen (Texte und Bilder). Ziel ist es, Kindern Wege zur Kinderliteratur zu eröffnen, ohne sie durch zu eng geführte Aufgabenstellungen in ihrer freien Deutung einzuschränken.
Literarische Kompetenzentwicklung: Der Band betrachtet das Literarische Lernen nicht als starres Ziel, sondern als einen fortlaufenden Prozess. Dabei wird betont, dass Kinder bereits vor Schuleintritt basale literarische Erfahrungen mitbringen, an die der Unterricht anknüpfen muss.
Produktionsorientierung: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kreativen Schreiben. Hier wird reflektiert, wie die literarische Qualität von Kindertexten gefördert werden kann, indem Kinder sich an literarischen Vorbildern orientieren und ihre eigenen Geschichten als einen Prozess begreifen, der Ähnlichkeiten zum "Träumen" oder zur individuellen Sinnstiftung hat.
Einordnung in die Fachdidaktik
Das Buch ist in einer Zeit entstanden, in der die Deutschdidaktik verstärkt nach Wegen suchte, Literatur als ästhetisches Medium zu begreifen und nicht nur als Gegenstand für rein kognitive Sachtextanalysen. Duderstadt und Forytta betonen die Bedeutung des "literarischen Modus" – Literatur als ein Medium, das die Fantasie nährt, Fremdheit aushaltbar macht und Reflexionsräume über das eigene Selbst und die Welt bietet.
Relevanz heute
Obwohl das Werk von 1999 stammt, sind die darin diskutierten Grundsatzfragen nach wie vor hochaktuell. Die moderne Forschung zur literarischen Bildung knüpft direkt an diese Ansätze an, etwa bei der Frage, wie durch das literarische Gespräch (z. B. nach dem Heidelberger Modell) auch komplexe Texte für Grundschulkinder zugänglich gemacht werden können, ohne die kindliche Souveränität im Umgang mit Literatur zu untergraben." (KI: Gemini)
18.2.26
13.2.26
Anja Besands Notfall- oder Katastrophencurriculum
Anja Besand ist Professorin für Didaktik der politischen Bildung an der Technischen Universität Dresden. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich stark darauf, wie Schulen und Lehrkräfte mit aktuellen gesellschaftlichen Krisen sowie antidemokratischen und rechtspopulistischen Herausforderungen umgehen können.
Ein zentrales aktuelles Projekt ihrer Professur ist das sogenannte „Katastrophen-Curriculum“ (oft auch als Notfallcurriculum für Schulen bezeichnet).
Das Katastrophen-Curriculum
Dieses Curriculum wurde als Reaktion auf die Beobachtung entwickelt, dass Schulen in Krisenzeiten (wie etwa der Pandemie oder bei anderen Großereignissen) dazu neigen, sich auf Kernfächer und Prüfungsrelevanz zu verengen, während die politische und soziale Bildung oft in den Hintergrund rückt.
Ziel: Es bietet ein alternatives Bildungsangebot für den „Notbetrieb“. Ziel ist es, Schule in Ausnahmesituationen handlungsfähig zu halten, die Gemeinschaft zu stärken und Schülern dabei zu helfen, Krisenlagen solidarisch zu verstehen und zu verarbeiten.
Struktur: Das Material besteht aus drei Hauptkomponenten:
Einem speziellen Lehrplanteil.
Einer pädagogischen Handreichung für Lehrkräfte.
Einem Notfallschulheft, das sich direkt an die Schüler richtet.
Entstehung: Das Projekt wurde partizipativ entwickelt. Beteiligt waren neben Lehramtsstudierenden auch der Landesschülerrat Sachsen, Eltern sowie Schulleitungen verschiedener Schulformen.
Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. Besand
Neben diesem speziellen Curriculum ist Anja Besand für folgende Themen bekannt:
Umgang mit Rechtsextremismus: Sie erforscht, wie Lehrkräfte auf extremistische Vorfälle und Einschüchterungsversuche (z. B. durch politische Meldeplattformen) reagieren können, ohne in eine indifferente Haltung zu verfallen.
Inklusive politische Bildung: Ein Fokus liegt darauf, politische Bildung für alle Zielgruppen zugänglich zu machen, unter anderem auch im Kontext beruflicher Schulen oder durch Projekte wie „Lernort Stadion“.
Medien und Politik: Sie befasst sich mit der Rolle neuer Medien und populärkultureller Formate (z. B. Fernsehserien) für die politische Vermittlung.
Soll ich Ihnen Details zu den 32 Fallsituationen aus ihrem Praxishandbuch für den Umgang mit antidemokratischen Vorfällen heraussuchen?
In diesem Video erläutert Prof. Dr. Anja Besand, warum sich Schulen gegenüber ihrer Umwelt öffnen sollten und wie echte demokratische Partizipation für Schüler aussehen kann.
3.2.26
Aus einer Schulchronik von 1947
"Mit 450 Schülerinnen erreichte die Schule im Jahre 1944 ihren höchsten Stand. Infolge der Kriegsverhältnisse hatten viele Familien ihren Wohnsitz an die Bergstraße verlegt mit ihren Kindern der Schule diesen Zuwachs gebracht. Schließlich konnten nur noch Schülerinnen aufgenommen werden, die eine Sitzgelegenheit mitbrachten."
18.1.26
Die Wikipedia ist 25 Jahre alt geworden.
Von ein paar hundert Artikeln zu 65 Millionen in über 300 Sprachen, das ist schon was.
Ich bin - unter anderem Namen - erst seit 21 Jahren dabei, war aber - für einen Wikipedianer - schon ziemlich alt, als ich angefangen habe, und werde sie nicht noch einmal so lange begleiten können.
Ich bin dankbar, dass ich dazu gestoßen bin, als es noch vergleichsweise leicht war, Nützliches beizutragen. Umso mehr möchte ich für sie Werbung machen. Es gibt so viele neue Entwicklungen, zu denen es in der Wikipedia noch kein Stichwort (dort Lemma genannt) gibt, z.B. De-Banking.
Wer will den Artikel für die Wikipedia schreiben? Nur Mut! Verbessert wird er sowieso mit der Zeit,
Aber er sollte natürlich von einem Menschen formuliert und mit Belegen versehen sein, eine KI reicht dafür nicht aus.
Dafür ein Beispiel:
Eine KI wird aufgefordert, eine Inhaltsangabe zu Fredrikssons Roman Sofia und Anders zu schreiben. Sie macht das recht gut, doch dann schreibt sie "Originaltitel: Enligt Maria Magdalena, auch unter den Namen der Protagonisten bekannt", obwohl der korrekte Originaltitel des Buches, das von einem Blinden berichtet, Blindgång ist? Was soll der Name Magdalena in dem Titel?
Blindgång ist 1992 entstanden, Enligt Maria Magdalena 1997. Offenbar kommen beide Titel oft in räumlicher Nähe vor, so dass die Wahrscheinlichkeit gleich groß war. Eine Prüfung über die inhaltliche Plausibilität hat die KI nicht vorgenommen. Das heißt aber nicht, dass dasselbe Large Language Model nicht kurz darauf schon eine richtige Antwort geben könnte, auch ohne dass das Programm wesentlich verbessert worden ist.
Aber je mehr KI-Texte im Internet stehen, mit desto mehr KI-Texten wird die KI trainiert. die Sprachentwicklung wird daher wesentlich rascher gehen als in den letzten 1000 Jahren. Und sie wird in Richtung KI-Sprache gehen.
Daher: Geben Sie menschlichen Sprachen eine Chance, länger zu überleben. Schreiben Sie Wikipediaartikel! Die sind ein ganz wichtiges (gut geordnetes) Übungsmaterial für KIs. icht zuletzt, weil sie die Wikipedia kostenlos nutzen können, während mehr und mehr menschliche Texte hinter Bezahlschranken verschwinden.
