21.1.24

Verteidigung der Demokratie

Wenn heute Parallelen zwischen den zwanziger Jahren des 20. und des 21. Jahrhunderts gezogen werden, weil auch heute unsere Demokratie verteidigt werden muss, ist das in mehrfacher Weise gerechtfertigt.
Die Weimarer Republik war eine sehr junge Demokratie, die sich schon früh gleichzeitig gegen Linke und Rechte zu verteidigen hatte. Der sogenannte Spartakusaufstand ging aus Meinungsunterschiede innerhalb des sozialdemokratischen Rates der Volksbeauftragten zurück (und zwar zwischen Mitgliedern der MSPD und der USPD), und zwar für welche Zwecke während der Dezemberphase der Novemberrevolution Gewalt eingesetzt werden dürfe. Verkürzt gesagt führte er dazu, dass nach der gewaltsamen Niederschlagung sich die MSPD gegen die USPD durchsetzte, wobei Rechtsradikale die Gelegenheit nutzten, die Linksradikalen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu ermorden.
Es folgte 1920 der Kapp-Putsch von rechts, der an einem Generalstreik scheiterte, dann die Morde an Erzberger und Rathenau und 1923 die Niederwerfung der kommunistischen Aufstände in Thüringen durch die Reichswehr und die Abwehr der Hitler-Putschs durch die militärische Macht der konservativen bayerischen Regierung.
Mit dem Ende der Inflation hatte die Weimarer Republik diese Existenzkrise der Demokratie überwunden. 
Doch gegen Ende der 20er Jahre begann dann der Kampf, der wieder nach links und rechts geführt wurde, aber nach der Weltwirtschaftskrise 1929 zum Ende der demokratischen Phase der Republik und dem Beginn der Präsidialkabinette ab 1930 und die schließlich 1933 zur Machtübergabe durch den Reichspräsidenten Hindenburg an Hitler führten. 

In der allgemeinen Erinnerung ist vornehmlich der Beginn des Terrorregimes der NSDAP geblieben. Deshalb hat man vor allem über die Fehler, die in dieser Phase gemacht wurden, nachgedacht und durch Instrumente zur Sicherung der Demokratie zur Vermeidung eines ähnlichen Vorgangs beizutragen versucht. 

Wenn heute zur Verteidigung der Demokratie gegen rechtsradikale Kräfte in der AfD aufgerufen wird, denkt man wieder vor allem an diese Phase, wo mit Hilfe des Wahlrechtes die Demokratie destabilisiert wurde.

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