22.10.11

Social Learning Blogparade 3

Wie wird sich Social Learning in den nächsten Jahren entwickeln?

Unabhängig von dem, was Befürworter und Kritiker von Web 2.0 sagen. So lange das Internet besteht, wird es immer die Möglichkeit des gegenseitigen Austauschs behalten und damit die der zeitversetzten Zusammenarbeit, die mit der Schrift in die Welt gekommen ist.
Wie sich die technischen Möglichkeiten entwickeln werden, ist nicht vorauszusehen.
So viel scheint mir sicher: soziale Netzwerke werden bestimmend dafür bleiben, wie sich das Netz organisiert. Ob diese irgendwann im Sinne des Großen Bruders perfekte Überwachungsmaschinen werden, weiß ich nicht. Vermutlich wird es damit laufen wie heute mit Diktatur und Demokratie. Beides wird nebeneinander her bestehen und mehr oder minder freiheitlich sein und die Menschenrechte mehr oder minder respektieren.
Darüber, wie sich Soziales Lernen technisch und lernorganisatorisch entwickeln werden, auch nur mittelfristige Aussagen zu machen, ist es meiner Meinung nach zu früh. Geben wird es neben den sozialen Netzwerken Blogs für die, die Umfänglicheres zu sagen haben, und Wikis für die Zusammenarbeit an größeren Aufgaben (wobei Blogs und Wikis ihrerseits auch Netzwerke begründen, aber nicht so deutlich drauf konzentriert sind).

Deshalb möchte ich von beiden zwei Beispiele nennen, die mir vorbildlich für ihre Aufgabe geeignet scheinen: Zunächst die Romantische Schule , die ich schon einmal genannt habe, die ich diesmal aber von ihren Anfängen her zeigen will, weil ihr Aufbau so weit besser durchschaut werden kann. Ein Blog ist hervorragend für Einzelprojekte geeignet und ermöglicht am besten den thematisch konzentrierten und archivierten Austausch.
Als Zweites das ZUM-Wiki mit der ZUM-Family. Es beherbergt - ähnlich wie die Wikipediagruppe - ganz unterschiedliche Wikis für die verschiedensten Aufgaben: einmal das Lehrerwiki ZUM-Wiki, das theoretisch so weltweit verbreitet sein könnte wie die Wikipedia, dann Schulwikis, ich verweise als Beispiel auf das RMG-Wiki, von denen es theoretisch Tausende geben könnte. Früher oder später wird jede Lernorganisation mindestens ein Wiki haben, um das sich verschiedene weitere Wikis gruppieren.
Schließlich gibt es jetzt schon eine ganze Reihe weiterer Wikis mit Spezialaufgaben. Sofern sie um einen Lernmittelpunkt organisiert sind, erleichtern sie den gegenseitigen Austausch, die zentrale Funktion von Social Learning.

Hier nenne ich mal als Beispiele das DSD-Wiki für Deutsch als Fremdsprache, das Geometrie-Wiki für Studenten, die Geometrie betreiben, das Vielfalt-lernen-Wiki zu Möglichkeiten individueller Förderung.
Drei weitere spezialisierte Wikis findet man gegenwärtig auf der Hauptseite des ZUM-Wikis rechts unten.


Bleibt nur noch zu sagen, dass ich gespannt bin, an welchen Punkten ich zuerst widerlegt werde und wie rasch.
Hier der Ort, wo die anderen Beiträge zur Blogparade gefunden werden können.

20.10.11

Lehrersummit beim educamp Bremen 3. Teil

Herr Larbig hat nicht zu viel versprochen: Im dritten Teil des Gesprächs vom Bremer Educamp haben sich die Teilnehmer offenkundig warm gelaufen und es kommt zu einer Vielzahl von Konzepten, wie sich die neue Lernsituation für Schule durch die Einbeziehung von Internetkommunikation verändern könne.
Da wird einmal davon gesprochen, dass der Lehrer nicht immer voran zu laufen brauche (Bild des Klassenausflugs). Dann wird das Bild der Expedition gebraucht, der Expeditionsleiter nutzt die Stärken der einzelnen Mitglieder, um sich im unwegsamen unbekannten Gelände zu orientieren, vertraut darauf, dass sie die Gesamtgruppe voranbringen, wo er es nicht könnte, behält aber die Verantwortung für die Gesamtexpedition.
Dann wird das - vorher eher unglücklich verwendete - Bild vom Boot gebraucht, um zu betonen, dass die gegenwärtige Lehrergeneration, an Land sozialisiert, noch bewusst ins Boot gestiegen seien, während die Schüler sich auf dem Boot finden, ohne die Erfahrungen der Orientierung auf dem Lande mitzubringen (Vor- und Nachteil). Schließlich kommt das Bild der sich ausweitenden Grenzen des Lernraums auf, der sich durch seine Ausweitung ständig verändere.
Ich persönlich würde das Beispiel der Newtonschen Physik, die ausgeweitet wird zur Einsteinschen, vorziehen, weil damit die Metapher Raum kein zu physikalisches Gewicht bekommt. (Nicht zuletzt, weil die Messungen einer Geschwindigkeit über der Lichtgeschwindigkeit jetzt schon wieder die mögliche Vorläufigkeit des Einsteinschen Konzepts andeuten.)

Aber natürlich sind nicht die Bilder das, was diese Diskussion spannend macht, sondern dass nicht allgemein von den neuen Möglichkeiten von Web 2.0, sondern konkret davon gesprochen wird, wie sich Unterrichtswirklichkeit verändert und den Lehrer mit nicht erwarteten Ergebnissen seines Lehrerhandelns konfrontiert.

Social Learning Blogparade 2

Wie sieht meine ideale persönliche Lernumgebung aus? (bezogen auf Tools, Community, Art der Zusammenarbeit)
Zunächst ist schnell gesagt: Blog, Wikipedia, ZUM-Wiki, Twitter. Dass ich die Geschwister der Wikipedia und die Family dem ZUM-Wiki zurechne, sollte noch erwähnt werden. 
Damit sind auch die Communitys angesprochen, aber natürlich nicht die idealen. 
Gern würde ich darauf verzichten, in der Wikipedia abgekanzelt zu werden, in ZUM-Wiki auch beim 5. Verständigungsversuch abgeschmettert zu werden (kommt zum Glück extrem selten vor, genau genommen nur einmal). In der Wikipedia ist's man eher gewohnt und hält sich aus gefährlichen Gebieten wie Islamismus und Nationalsozialismus vorsichtshalber heraus, wenn man nicht ausgesprochen darauf spezialisiert ist oder eine beglückend dicke Haut hat.
Keine ergiebige Frage finde ich. Pflichtpensum.


Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? 
(Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)
Da man von mir keine empirischen Befunde erwarten kann, lasse ich hier meiner Subjektivität die Zügel schießen: Erstaunlich weit im Bereich der Wikipedia, ganz erstaunlich weit bei einzelnen Netzindividuen, die mir begegnen. Hier habe ich vielfach Dank zu sagen, und habe auch gelegentlich ein wenig abstatten können. 
Für die anderen Bereiche mögen andere sprechen. 


Wie sollte sich Social Learning in den nächsten Jahren entwickeln?


Ich wäre dankbar, wenn die Experimentierbereitschaft weiter so hoch bliebe wie bisher, sie dürfte gern auch zunehmen.
Aber die blauäugige Rede davon, dass Normaljugendliche nur aus dem Klassenzimmer hinausgeschickt und mit möglichst vielen Netzgeräten ausgestattet werden brauchten, um dann selbständig ihren Bildungsgang zu gestalten, wie sie etwa Professor Dueck verbreitet, hilft dem Social Learning nicht weiter. Natürlich wäre es schön, wenn mehr "professionelle Intelligenz" im Umlauf wäre. Seine Methode, im Lehrervortrag dafür zu werben, führt aber gewiss nicht dazu, dass sie plötzlich stark zunimmt.
Auch die Behauptung, es gäbe keine Probleme im Netz, lässt sie nicht verschwinden. So, wenn eine erfahrene Netzpädagogin argumentiert: "Mein Sohn hat im Internet bei einem Kriegsspiel Demokratie gelernt. Weil der Führer seiner Gruppe so autoritär war, hat er sich von ihm gelöst und seine Gruppe mit ganz demokratischen Regeln aufgebaut. Er war erst 14 und hat das nicht so wahrgenommen. ("Ich hab doch nur gespielt.") Aber er hat Demokratie gelernt."
Das ist gut für ihn. Aber was haben die gelernt, die bei dem autoritären Führer geblieben sind? Ballern und Gehorchen. - Dem gegenüber sind die viel gescholtenen Sekundärtugenden 'Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit' geradezu zentrale, hoch erstrebenswerte Lernziele. 


Es sollte mehr betreute Hinführung zur Arbeit mit dem Netz geben, das Geld dürfte nicht in immer neuere Versionen von  The Call of Duty und seinen Nachfolgern gesteckt werden, sondern in Unterrichtsprojekte, die eine Verbindung von offline- und online-Unterricht erproben und verbessern.

Meine eigene Netzbiographie ist ein deutliches Beispiel dafür, wie sehr ich Anleitung gebrauchen konnte und noch brauche und erhalte. 
Mittelmaß wie ich braucht Anleitung, so wie sie die Schüler auf diesem Blog erfahren haben und sie zum Glück von mehr und mehr Pädagogen, die Arbeit vor Ort mit Arbeit im virtuellen Klassenraum verbinden, geleistet wird. 


Kritik am Hype des Web2.0-Lernens ist nicht schon deshalb falsch, weil sie trocken akademisch daher kommt. 
Natürlich darf man sich seinen pädagogischen Optimismus durch Nörgler nicht nehmen lassen. Aber wer in der Öffentlichkeit ein Bild vom problemlosen Social Learning malt, tut seiner Sache nichts Gutes.



Hier der Ort, wo die anderen Beiträge zur Blogparade gefunden werden können.

19.10.11

Social Learning Blogparade 1

Ich greife die Anregung von Cornelie Picht und Julian Grandke auf, an einer Social Learning Blogparade teilzunehmen, und beginne mit den ersten beiden Fragen:

Was verstehe ich unter Social Learning? 
(Die 3 wichtigsten Kennzeichen)

Meine erste Reaktion, wenn ich diese Frage lese, ist, in der Wikipedia oder bei einem der Blogs, die über Social Learning schreiben, also bei "Experten" nachzusehen. Dabei weiß ich, dass in der Wikipedia meist keine Experten schreiben und die, die Experten sind, immer, was andere schreiben, wiedergeben sollen, nicht, was sie selbst wissen. Und auch, dass für diese Blogparade die Devise ausgegeben worden ist, es gäbe keine Experten für Social Learning.
Also schnell mein erstes Kennzeichen: Zusammenarbeit
Bei meinen ersten Schritten mit der Wikipedia hatte ich meinen Inhalt vollständig eingegeben, nur wusste ich nicht, wie ich ihn speichern sollte. Ich habe meinen Sohn angerufen, der hat mir gesagt, worauf ich klicken sollte und woran ich die Speicherung erkennen würde.
Dann wurde ich gefragt, ich arbeitete in der mittelalterlichen Geschichte, ob ich nicht auch ...
Als ich mit Wikipediamethoden (ein anderes Kapitel) dazu gebracht worden war, eine Nacht lang einen Artikel völlig umzubauen, fand sich bald jemand, der das begleitete. Alle weiteren größeren Änderungen haben wir nur in gegenseitigem Einvernehmen unternommen.
Nun ist, sich helfen lassen, und mit anderen zusammen zu arbeiten zwar Lernen im sozialen Kontext, aber nicht das, was der englische Fachausdruck mir an Assoziationen weckt.
Daher mein zweites Kennzeichen: Lernen im Internet
Zusammenarbeit bestimmt den größten Teil unseres Lebens, aber nur im Internet ist es möglich, ohne größeren Aufwand Arbeitspartner zu finden.
Als ich ein deutsches Wort vom Anfang des 19. Jahrhunderts, das damals noch keine Suchmaschine kannte, ins Wiktionary einfügte und nicht recht damit zurechtkam, flugs hals mir ein Zwölfjähriger auf die Sprünge.
Die Entzifferung eines Manuskripts aus dem frühen 19. Jahrhundert hatte ich lange betrieben, erst Bekannte von der Wikipedia machten es möglich, dass eine Edition bei Wikisource daraus wurde. Dabei haben sie mir so viel beigebracht, dass ich glaube, die Hauptarbeit daran selbst getan zu haben. In der Tat, was gelernt.
Als drittes Kennzeichen wähle ich: Lernen in lockerer Gemeinschaft 
Wenn ich von meiner Frau, meinen Kindern, meinem Freund, von meinen Arbeitskollegen etwas lerne, so tue ich das in einer dauerhaften Verbindung. Im Internet findet man sich zu einer Zusammenarbeit oder an einer Lernaufgabe und verlässt sich, wenn diese abgeschlossen ist. Es bleiben freilich mehr oder minder lockere Verbindungen (manche können sich sogar zu dauerhaften auswachsen), die man reaktivieren kann, wenn es um eine neue Aufgabe geht.

Welche Tools und Methoden haben mich begeistert? 
(Beim Lernen, in der Lehre, im Training)


Keine.


Begeistert hat mich von Anfang an, die Möglichkeit, anderen etwas anzubieten, was sie nutzen können oder auch nicht. Dass ich niemanden zu motivieren brauche, Material, das ich ins Internet einstelle, zu verwenden.
Wenn ich also doch ein Instrument nennen soll, so wäre es das Internet. Ich glaube aber nicht, dass man im Kontext des Social Learnings das Internet als Tool versteht.
Dann natürlich die Wikipedia. Auch kein Tool, sondern ein großartiges Gemeinschaftsunternehmen, an dem mich fasziniert hat, dass man mit sehr schwachen Kraften etwas sehr Großartiges, was über die Leistungsfähigkeit eines Genies hinausgeht, noch verbessern kann.
Dann habe ich einen Blog angefangen. Hat er mich begeistert? Natürlich erlaubte er mir sehr viel einfacher als meine Homepage, Inhalte ins Netz zu stellen. Aber das war für mich lange kein großer Unterschied.
Erst als ich durch cspannagel in den Hype um Lernen durch Lehren von Jean-Pol Martin gezogen wurde (den und LdL schätzte ich schon länger), merkte ich, dass sie nicht nur Rückmeldungen und das Knüpfen von Kontakten erlaubten, sondern dass man dabei ausführlichen Diskussionen folgen und in diese neue Aspekte einbringen konnte.  Also Blogsoftware und die Kommentarfunktion sind mir wichtig, ja.
Gegenüber Twitter war ich misstrauisch, habe meinen Account dort auch einige Zeit ruhen lassen, doch inzwischen habe ich mehrere Accounts aufgemacht, die ich zwar fast durchweg sehr vernachlässige, aber auf Twitter verzichten würde ich ungern.
Facebook lehne ich ab. Die Beseitigung von Privatheit (dazu jetzt auch Computerbild), die Facebook aggressiv betreibt, widerspricht m.E. eindeutig dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.  Und die ist mir wichtiger als die vielen schönen Instrumente, mit denen das Internet soziales Lernen erleichtert. Wenn Social Learning nur in einer Gesellschaft möglich wäre, in der die Regeln von Facebook gelten, würde ich darauf verzichten.
Ich weiß etwas über die Möglichkeiten, auch bei Facebook eine gewisse Datenautonomie zu erhalten, ohne mich darin wirklich auszukennen. Wer Experte ist, wird vermutlich auch bei Facebook noch seine informationelle Selbstbestimmung erhalten können, zumal wenn er aus bewusster Entscheidung seine Privatsphäre energisch beschränkt oder auch ganz aufgibt.
Weil Facebook aber so leicht zugänglich ist, dass es auch dem in Datenschutz ganz Unbefangenen den Zugang erlaubt, hat es für mich dieselbe moralische Integrität wie die Stasi. Die war (als Organisation, nicht alle Mitglieder) auch davon überzeugt, dass ihr System richtig sei.

Weitere Tools? Natürlich braucht man viele, manche weniger als andere. Doch das führte mir zu weit.

Hier der Ort, wo die anderen Beiträge zur Blogparade gefunden werden können.

16.10.11

Das Wort ist wie Wasser, es wird immer einen Weg finden,

"... um zum Meer zu gelangen, wo immer es auch entspringt, und wenn es tausend Jahre dauert, am Ende fließt es ins Meer."
Dieser Satz und die Lebendigkeit, mit der er seine Sätze vorträgt, haben mich so beeindruckt, dass ich auf den diesjährigen Friedenspreisträger, den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal unbedingt hinweisen möchte, auch wenn er sich auch ohne das bei uns bekannt macht. (Hier der Download des Interviews, das mich so beeindruckt hat.)
Für die rasche schriftliche Information der obere Link zur Wikipedia und hier ein weiterer Link.

Social Learning - Web 2.0

Eine Blogparade soll laufen, auf diesem Gebiet gebe es keine Experten, alle seien Lernende.
Soll ich meine Skepsis gegenüber dem In-den-Himmel-heben von Web 2.0 hier äußern?
Dafür müsste ich freilich die bisherigen Beiträge sorgfältig studieren und die Fragen für meine Zwecke nutzen.
Hier die Fragen:
Die Teilnehmer der Blogparade sind aufgefordert ihren persönlichen Zugang zu Social Learning, ihre eigenen Erfahrungen und den persönlichen Stellenwert von Social Learning schildern. Dazu sollen die nachfolgenden fünf Fragen als Gerüst dienen:
  • Was verstehe ich unter Social Learning? (Die 3 wichtigsten Kennzeichen)
  • Welche Tools und Methoden haben mich begeistert? (Beim Lernen, in der Lehre, im Training)
  • Wie sieht meine ideale persönliche Lernumgebung aus? (bezogen auf Tools, Community, Art der Zusammenarbeit)
  • Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? (Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)
  • Wie könnte/sollte sich Social Learning in den nächsten Jahren entwickeln?

Vielleicht regt die Tatsache, dass ich dazu noch eine Zeit lang nichts schreiben werde, jemand anders an?



Voraussetzungen für Social Learning:

Jarche: Those hard soft skills
Lindner: 10 Regeln für Lerncommunities

9.10.11

Abschied von den Menschenrechten?

DEM STAAT IST ERLAUBT, COMPUTER ZU ÜBERWACHEN UND AUSZUSPÄHEN.

Das ist - in engen Grenzen - vom Bundesverfassungsgericht abgesichertes staatliches Recht.
Die Würde des Menschen ist durch staatlich produzierte Programme zu beseitigen. Das ist nach Analyse des Chaos Computer Clubs das Ergebnis einer Untersuchung der bundesdeutschen Überwachungssoftware.

Denn jeder - das besagt das Untersuchungsergebnis -, der das dafür notwendige Know-how  hat, kann auf den Computer eines gesetzestreuen Bürgers Beweismaterial laden, das ihn schwerster Straftaten überführt.
Damit besteht für einen verantwortungsvollen Richter nur noch die Alternative, jedes per Computerüberwachung festgestellte Beweismaterial unabhängig von der Glaubwürdigkeit des Angeklagten zu akzeptieren oder gar keines mehr. Die Ergebnisse solcher Überwachung werden somit entweder vollständig gerichtsuntauglich oder sie können jedes Opfer eines solchen Computerangriffs zum öffentlichen Verbrecher machen, ohne jede Chance auf Rehabilitation.
Was Strauss-Khan passiert ist, droht künftig also jedem von uns. Die Unsicherheit der Öffentlichkeit, ob es sich um Verbrecher oder Opfer handelt, ist für den Rest seines Lebens nicht mehr auszuräumen.

Wird es dem Staat nach dieser Analyse noch möglich sein, das Vertrauen in ihn wieder herzustellen?

Die Hintergründe und Zusammenhänge werden bald ausführlich behandelt werden, daher zunächst nur zwei Links.: 1 und 2

Nachtrag vom 10.10.:

Der Staatstrojaner wurde vom LKA Bayern verwendet. Von wem sonst ist noch unklar.
Zur Analyse des Trojaners (pdf)

Linkhinweise von Antonie:


Trojanererläuterungen von faz.net

100x eingesetzt


Staatstrojaner in 3 Minuten-Video erklärt...
aus Caschys-Blog

und Hintergrundartikel aus Spiegel-Online

Artikel und Video aus WDR

sowie einen Artikel von Schieb