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4.2.25

Lernempfehlungen (Lernen lernen)

Lernempfehlungen v. Ulrich Heinersdorff (https://www.gutefrage.net/nutzer/Littlethought)

In dieser Zusammenfassung sind Erkenntnisse aus Physiologie, Psychologie und Lerntheorie enthalten.

Meide Computerspiele und Drogen wie der Teufel das Weihwasser ! Führe einen regelmäßigen Lebenswandel ! (Aber nicht nach dem Motto: „Täglich besoffen ist auch regelmäßig gelebt.“) Sorge dafür, dass du mindestens 8 h von 24 h schläfst.

Für Mathematik gilt:  Das „Kleine Einmaleins“ sollte sicher beherrscht werden. Das muß man lernen !
Im übrigen sollte man Mathematik vor allem verstehen, am besten so, dass man die auswendig zu lernenden Formeln herleiten kann. Ab und zu Übungsaufgaben machen. Bei Fehlerkontrolle zwischen Leichtsinnsfehler (Übertragungsfehler, Rechenfehler) und Fehler im Ansatz unterscheiden. Den Kontext zu verstehen suchen, in den die Formeln eingebettet sind. Im Unterricht vorausdenken.
Aufgaben mit Lösungen findest du unter http://www.raschweb.de/

Physik Unterschied zu Mathematik: Die Formeln ergeben sich meist aus Versuchen und sind deshalb nicht so ohne weiteres herleitbar. Den Zusammenhang zwischen den Versuchen und den Formeln sollte man kennen. Falls nicht verlangt: Keine physikalischen Konstanten auswendig lernen !

Ausnahmen: Fallbeschleunigung g = 9,81 m / s^2; Lichtgeschwindigkeit c = 3*10^8 m / s; Dichte(Wasser) = 1 g/cm^3 .  Aber die Einheiten lernen und die Zusammenhänge zwischen den Einheiten!
Aufgaben mit Lösungen findest du unter http://www.raschweb.de/

Erklärungen findest du unter https://www.leifiphysik.de/

Bei Fremdsprachen keine einzelnen Vokabeln sondern ganze Sätze lernen.

Für das Fach Deutsch hilft das Lesen möglichst unterschiedlicher Literatur (von Bildzeitung über Gedichte von Goethe bis Ulysses von James Joyce oder andere).

Nicht mehr als durchschnittlich etwa 2 h Zeit pro Tag für Hausaufgaben aufwenden ! Sehr gute Schüler haben selbst das nicht nötig. Nicht zu lange an einer Art von Hausaufgabe sitzen bleiben, besser häufiger das Fach oder Thema wechseln! Nicht zu viele gleichartige Aufgaben machen! Lieber effektiv als lang arbeiten!

Falls nicht schon geschehen:
Treibe eine etwas artistische Sportart (z.B. Jonglieren, Einradfahren, Tanzen,...) ! Lerne ein Musikinstrument zu spielen (aber nicht unbedingt Blockflöte) ! Gib Nachhilfestunden oder unterhalte dich mit anderen über das zu Lernende ! Erklärt euch gegenseitig, was ihr gelernt und verstanden habt !

Lernen vor Prüfungen
Die Vorbereitung auf eine Prüfung in der Schule sollte 15 Tage vor der Prüfung beginnen. Bei 9 Stunden geplanter Lernzeit diese wie folgt aufteilen: 3 Stunden in den ersten 4 Tagen ; 3 Stunden in den Tagen 6 bis 9 und 3 Stunden in den Tagen 11 bis 14. Der 14. Tag sollte dabei 2 Tage vor der Prüfung liegen. Auf diese Weise lernst du mehr, als wenn du an den letzten 2 Tagen vor der Prüfung 12 Stunden lernen würdest und das Gelernte wird länger im Gedächtnis behalten. Dabei nicht vergessen: Nach der Prüfung ist vor der nächsten Prüfung.

Es ist empfehlenswert vor jedem Lernabschnitt das bisherige Wissen durch einen kleinen Test zu überprüfen. Dadurch wird das neu zu Lernende besser in das schon Vorhandene eingebaut.

Meine Unterrichtskonzepte und noch einiges mehr findest du unterhttps://www.dropbox.com/sh/x56zbd1s9h9s199/AACTraaBO6hPukv2PMkjFB-_a?dl=0

mehr zu Lernen:

https://fontanefansschnipsel.blogspot.com/search/label/Lernen

Das eine ist es, zu leiden. Das andere, Professor darin zu sein, dass einer litt.

Wenn die Könige bauen, haben die Kärrner zu tun.

Wer baute das siebentorige Theben? ...

Hatte er nicht wenigstens einen Koch dabei?

Wer schrieb Brechts Werke? Wer wurde ausgenutzt?

Er wusste sich nicht zu zähmen, und so zerrann ihm sein Leben und sein Dichten.

Einmal lebt' ich wie Götter und mehr bedarf's nicht. 

Jetzt sitze ich auf dem tavastländischen Boden, von dem es in der Schulbüchern heißt, er macht Müh, aber er lohnt auch die Müh. ...

Wem macht er Mühe und wem nutzt er?

Gerechtigkeit?

Eine 99-jährige Frau wurde zu einer Jugendstrafe verurteilt, weil sie mit 18 bis 20 Jahren Beihilfe geleistet hat zu vieltausendfachem Mord und vielfacher Folter. 

Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen.

Gottes Mühlen mahlen langsam, aber trefflich fein. 

Mein ist die Rache, redet Gott.


15.5.18

Anleitung zu Betrug und Selbstbetrug als Bestseller

In der Vorankündigung hieß es, er habe ein Abitur mit Durchschnitt 1,3 geschafft, im Text, es sei 1,7 gewesen. Im Buchtitel heißt es "1er-Durchschnitt". Bei mir ist der Durchschnitt von 1 und 2 nicht 1.  Was ist korrekt?

Sein Buch: Tobias Brandt: Der entspannte Weg zum 1er-Durchschnitt

Im Buch empfiehlt er er, nur einen Teil der Aufgaben zu erledigen, "um sich dann im Unterricht gleich am Anfang zu melden und mit der korrekten Antwort zu glänzen." 
Im Interview sagt er dazu: "Klar ist das Schummelei, aber eine, die sich lohnt. Ich finde das deshalb okay, besonders wenn sich Aufgaben wiederholen. Der Schüler spart Zeit und hinterlässt ohne großen Aufwand einen guten Eindruck beim Lehrer. Da wären wir wieder bei der 80/20-Regel."

Für Perfektionisten ist das Buch unbedingt zu empfehlen, ebenso für intelligente Schüler, die sich im Unterricht so langweilen, dass sie ganz die Lust am Lernen verlieren. 
Gefährlich ist es für Schüler, die nicht überdurchschnittlich begabt sind; denn sie können so leicht Lerndefizite ansammeln, die nicht auffallen, aber später zu einem Lern-Einbruch führen können, weil sie nie wirklich Lernen gelernt haben. 

Auch Hochbegabte müssen Lernen lernen (und gerade die!), aber das können sie nicht beim normalen Schulstoff oder in einem auf den Klassendurchschnitt hin orientierten Frontalunterricht.
Eine Nobelpreisträgerin in Biologie sagte (dem Sinne nach): "Meine Eltern haben nie erwartet, dass ich etwas für die Schule tue, und haben mich ganz meinem Hobby nachgehen lassen. Ich brauchte nur gute Noten heimzubringen. Und so habe ich mich immer nur mit Biologie beschäftigt, das aber intensiv."

Für schülerzentrierten Unterricht nach dem "Flipped Classroom"-Prinzip sind Brandts Empfehlungen freilich tödlich.  Denn diese Arbeitsmethode würde dadurch zum Scheitern verdammt. 
Auch dafür gibt es freilich Ausnahmen. Ein kleiner Gauß könnte bei diesem Unterricht lernen, wie er dem Lehrer zu besserem mathematischen Verständnis verhilft. Nur der Rest der Lerngruppe stünde dann so lange auf dem Schlauch, bis der kleine Gauß gelernt hätte, wann er im Unterricht besser still ist.

Ich hatte einen Schüler, der nur kurzfristig gleichmäßig im Unterricht mitarbeitete, bis er sicher war, dass ich verstanden hatte, dass er wirklich schon in den ersten Minuten des Unterrichts das Lernziel erreicht hatte und sich darauf beschränken konnte, am Schluss der Stunde weiterführende Fragen einzubringen. Der war bei seinen Mitschülern nicht als "Streber" verhasst. 
Wenn ich Jean-Pol Martins Unterrichtsprinzip "Lernen durch Lehren" schon damals gekannt hätte, hätte ich ihm auch dabei weiterhelfen können. So habe ich mich mit dem begnügt, was er schon intuitiv verstanden hatte. 

Was Brandt empfiehlt, ist extrinsisches Lernen. Lernen für eine äußere Belohnung, das heißt, für eine Bestechung. 
Dauerhaft Lernen lernen kann man aber nur mit  intrinsischem Lernen, wo das Lernen selbst die Belohnung darstellt. 

[Einschub:
Das Prinzip Selbstverantwortung als Grundlage von Motivation]

Ein erwachsener Gauß würde bei Lob von außen misstrauisch: War das, was ich getan habe, so unter meinem Niveau, dass sie es begriffen haben? Nur außerhalb seines Spezialgebietes könnte Lob ihn motivieren. (Der Anekdote nach hat freilich selbst das Liebesspiel mit seiner Frau ihn nicht von seinen mathematischen Reflexionen ablenken können.)

31.12.15

David Weinberger: Wissen ist kein Produkt mehr, sondern ein Prozess

Ich bin nicht der Meinung, dass Lernen im 21. Jahrhundert allgemein in persönlichen Lernnetzwerken*  vonstatten gehen kann, wie Lisa Rosa es meiner - sehr beschränkten - Kenntnis nach noch vertritt. Viel zu sehr sind Lerner immer wieder darauf angewiesen, dass ihnen auf die Sprünge geholfen wird. Viel zu wenige können ein Lernnetzwerk aufbauen, das weiten Horizont und Serendipity ermöglicht, zugleich aber für die ihnen jeweils nötigen Lernschritte trägt. Lernen Lernen zu lernen, wie es Rosa in ihrem bedenkenswerten Vortrag für die re:publica 13 für das 21. Jahrhundert gefordert hat, wird - in dem dafür notwendigen Ausmaß - auf absehbare Zeit zu wenigen gelingen, als dass man das gesamte Bildungssystem sinnvoll darauf umstellen könnte. So sehr ich für Barcamps (Tweets), wo das praktiziert wird, schwärme. 
Da ich aber ihre Überlegungen längst noch nicht genügend interiorisiert habe, möchte ich sie hier  ein wenig exteriorisieren, um sie so im Gespräch zu halten, wie sie es m.E. verdienen. 
Daher zitiere ich aus Rosas Vortrag einen kurzen Abschnitt, muss aber empfehlen, sich zumindest die Graphiken in ihrem Blogartikel anzusehen, damit ihr Grundverständnis vom Lernen des Lernen Lernens, parat hat, damit man die folgenden Ausführungen würdigen kann:
"Ich brauche Austausch für die Tiefe meines Wissens, dazu brauche ich Gleiche in meinen Netzen. Menschen mit Übereinstimmungen in grundlegenden Positionen, an denen ich mich nicht nur reibe, mit denen ich nicht immer bei Adam und Eva anfangen muss, wenn es um einen gemeinsam geteiltes Verständnis geht.Ich brauche aber auch Austausch für den weiten Horizont, denn sonst schmore ich im eigenen Saft. Filterbubble und Echo chamber sind Warnbegriffe dafür. Staunen, Verblüffung, aber auch Offenheit für Serendipity (also etwas zufällig zu finden) sind Haltungen, die wir trainieren, wenn wir uns eher Fremde und sogar vermeintlich “Verrückte” als Teilnehmer in unsere Netze holen. Und wir können uns daran gewöhnen, unser Wissen nicht für objektiv und allgemein gültig zu halten.Lokal und global müssen wir uns vernetzen, und „immer und überall in Verbindung zu bleiben” ist wörtlich zu nehmen." (Rosa: Lernen Lernen lernen ...)
*Zu PLN konkret vgl. vorläufig folgenden Entwurf eines Artikels

Um etwas von dem Gespräch bereitzustellen, in dem ich Lisa Rosas Konzept zu verstehen begonnen habe, verlinke ich hier meinen Artikel Zur Rolle des Lehrers im Lernprozess, in dem ich einen Teil meines Gesprächs mit ihr zitiert habe, dann Rosas Aufsatz Die Zukunft des Lernens: Sinnbildung im 21. Jahrhundert. (pdf)
Außerdem noch ein Interview mit Andreas Schleicher.
Aktuell: Gefährden Social Media politisches Engagement? von Philippe Wampfler zur Frage, ob ein stark im Netzt verortetes PLN die Aufmerksamkeit für konkrete Lernsituationen gefährdet