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19.12.10

Nachtrag zur von Knabe vorgetragenen Wahrheit

Am meisten freuen dürften sich die über das Buch, die im Wahlkampf noch nach Munition gegen die Linke suchen, also vor allem die bürgerlichen Parteien. Knabe liefert dazu in seinem Nachschlagewerk jedes nur erdenkliche Argument gegen die Linke und dazu noch jede Menge Argumentationshilfen gegen die SPD.

Das Problem ist nicht, dass Knabe immer wieder an das Unrechtssystem DDR erinnert. Auch nicht, dass er die Fakten über das skandalöse Finanzgebaren der PDS als Rechtsnachfolgerin der SED zusammenträgt. Das Problem ist, dass er den Parteigängern der Linken auch 20 Jahre nach der Wende noch pauschal abspricht, sich möglicherweise demokratisiert zu haben.
(aus der Besprechung der Süddeutschen Zeitung vom 19.3.2009)

Das hat Thomas Denkler drastisch formuliert. Aber für die Seiten 242-249 trifft die Charakterisierung durchaus. Da propagiert Knabe Wertvorstellungen, die nur von Schwarz-Gelb und allenfalls rechts davon vertreten werden.
Er mag diese Vorstellungen gern haben, als Grund eine Partei, die anderes vertritt, für undemokratisch zu halten, gelten sie mir nicht.

5.12.10

Knabe über die Strategie der PDS

Hubertus Knabe stellt in seinem Buch "Die Wahrheit über die Linke" (S.195) fest:
Die Strategie, sich als Ostpartei zu profilieren, war für die PDS ein voller Erfolg. Dabei kam ihr zugute, dass sich die Öffentlichkeit immer wieder mit den Problemen des Einigungsprozesses beschäftigte, während Fragen der Außenpolitik oder der inneren Sicherheit damals eine eher untergeordnete Rolle spielten. Nur wenige Jahre nach dem Ende des SED-Regimes konnte die PDS im Osten Deutschlands jedenfalls erstaunliche Wahlerfolge einheimsen. Diese hingen eng damit zusammen, dass sich dort das DDR-Bild in den i99oer Jahren zunehmend positiv färbte. Während im Jahr der Wiedervereinigung knapp drei Viertel der Ostdeutschen die Verhältnisse in der DDR für unerträglich hielten, waren es 1994 nur noch 56 Prozent und 2001 sogar nur noch 44 Prozent. Demgegenüber stieg der Anteil derjenigen, die die Lebensverhältnisse in der DDR für erträglich hielten, im selben Zeitraum von 19 auf 42 Prozent.
Was Hubertus Knabe als geschickte Strategie der PDS hinstellt, ergab sich einigermaßen zwangsläufig aus der Situation, dass die PDS praktisch nur in den neuen Bundesländern Mitglieder hatte und dass sich im Laufe des Einigungsprozesses einige Härten für ihre Bewohner ergaben, u.a. ein niedrigeres Lohnniveau als im Weten, eine steigende Arbeitslosigkeit und der Schock eines neuen Rechtssystems.

Verharmloser und Verteidiger von Verbrechen der SED-Diktatur?

Hubertus Knabe sieht gefährliche Geschichtsverfälschungen und Organisationen zur Verdunklung von Verbrechen aus der SED-Diktatur bei dem Insiderkomitee zur Förderung der kritischen Aneignung der Geschichte des MfS, bei der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung (GRH), bei der ISOR und vielen anderen Organisationen, die er in seinen Büchern Die Täter sind unter uns und Die Wahrheit über die Linke anführt. (zu Die unterwanderte Republik und weiteren Rezensionen von Publikationen von Knabe)
Diese Versuche einer Geschichtspolitik zur Verhharmlosung der DDR-Geschichte lassen die Entwicklung eines Curriculums zur Geschichte der DDR besonders wichtig erscheinen. 

Als Notiz dazu hier ein Link zum DDR-Alltag und zum DDR-Lexikon.