Horst Afheldt hat in "Wirtschaft, die arm macht" schon 2004 darauf hingewiesen, dass Volkswirtschaften mittelfristig nicht exponentiell, sondern nur linear wachsen und dass das auch in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders galt und darauf, dass Rohstoffe immer knapper werden, Arbeit aber immer reichlicher angeboten wird.
Weil die wirtschaftliche Situation Deutschlands und Europas mittelfristig so prekär ist, kommt m.E. alles darauf an, die Umstellung auf hohe Preise für fossile Energie und Rohstoffe und andererseits kostengünstige Arbeit so schnell wie möglich gelingt. Das kann sozialverträglich nur geschehen, wenn die höheren Energiepreise benutzt werden, um Arbeit zu subventionieren. Wenn wir das rasch genug tun, sind wir der Entwicklung voraus. Wenn wir es nicht tun, hecheln wir hinterher.
Was tun wir mit unseren Retungsschirmen?
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6.11.11
1.8.11
Von der Umwelt über die Mitwelt zur Natur
1. Umkehr von der Mitte der Welt zur kosmischen Integration. Oder: von der Hybris der Weltherrschaft zur kosmischen Demut.
Der Mensch darf wegen seines gestiegenen Einflusses nicht mehr gegen die Natur kämpfen. Er muss lernen, sich anzupassen, wie es jedes Lebewesen tut. Aber nicht biologisch, sondern durch die Wahl seiner Technik.
2. Von der Umwelt zur Mitwelt. Von der Mitwelt zur Natur.
"Naturkatastrophen" sind völlig normale Vorgänge. Katastrophen sind sie nur für die Menschen, die sich unzureichend an die Natur anpassen. - Dabei soll nicht gesagt sein, dass Menschen sich so gut an die Natur anpassen könnten, dass nie Menschen umkommen.
Nicht Umweltschutz, sondern Anpassung an die Natur sollte im Grundgesetz verankert werden.
3. Vom Fortschrittsdenken zum Kreislaufdenken.
Anders als das Betonen des Kreislaufes es tut, halte ich am gerichteten Verlauf der Geschichte fest. Wobei Geschichtsfortschritt nicht oft zu erkennbaren Lebensverbesserungen führt.
Aber menschliches Wirtschaften muss berücksichtigen, dass es auf Funktionieren der natürlichen Kreisläufe als die einzige Lebensgrundlage der Menschheit angewiesen ist.
4. Schöpfungsethik ist Sabbatethik. Und Sabbatethik ist Ethik der Erneuerung des Lebens.
So wie menschliches Leben auf die Erholung im Schlaf angewiesen ist, so ist die Fruchtbarkeit der Natur auf die Vollendung von Zyklen angewiesen. Dauerhafte Ausbeutung unterbricht die Zyklen. Am deutlichsten ist es bei den fossilen Energien. Was in vielen Jahrmillionen entstand, wurde von Menschen in zwei Jahrhunderten abgebaut, vernichtet.
Die schräggedruckten Passagen sind wörtliches Zitat der Thesen Jürgen Moltmanns im Aufsatz "Von der Hybris zur Demut", in: Publik Forum Nr.14 2011, S.31-32
Die Ergänzungen lehnen sich z.T. an Moltmann an, z.T. formulieren sie bewusst etwas abweichende Positionen. In den Hauptgedanken stimme ich völlig mit Moltmann überein, auch wenn ich sie nicht so theologisch formulieren würde.
Der Text ist als Hinweis auf Moltmanns Gedanken gedacht.
Der Mensch darf wegen seines gestiegenen Einflusses nicht mehr gegen die Natur kämpfen. Er muss lernen, sich anzupassen, wie es jedes Lebewesen tut. Aber nicht biologisch, sondern durch die Wahl seiner Technik.
2. Von der Umwelt zur Mitwelt. Von der Mitwelt zur Natur.
"Naturkatastrophen" sind völlig normale Vorgänge. Katastrophen sind sie nur für die Menschen, die sich unzureichend an die Natur anpassen. - Dabei soll nicht gesagt sein, dass Menschen sich so gut an die Natur anpassen könnten, dass nie Menschen umkommen.
Nicht Umweltschutz, sondern Anpassung an die Natur sollte im Grundgesetz verankert werden.
3. Vom Fortschrittsdenken zum Kreislaufdenken.
Anders als das Betonen des Kreislaufes es tut, halte ich am gerichteten Verlauf der Geschichte fest. Wobei Geschichtsfortschritt nicht oft zu erkennbaren Lebensverbesserungen führt.
Aber menschliches Wirtschaften muss berücksichtigen, dass es auf Funktionieren der natürlichen Kreisläufe als die einzige Lebensgrundlage der Menschheit angewiesen ist.
4. Schöpfungsethik ist Sabbatethik. Und Sabbatethik ist Ethik der Erneuerung des Lebens.
So wie menschliches Leben auf die Erholung im Schlaf angewiesen ist, so ist die Fruchtbarkeit der Natur auf die Vollendung von Zyklen angewiesen. Dauerhafte Ausbeutung unterbricht die Zyklen. Am deutlichsten ist es bei den fossilen Energien. Was in vielen Jahrmillionen entstand, wurde von Menschen in zwei Jahrhunderten abgebaut, vernichtet.
Die schräggedruckten Passagen sind wörtliches Zitat der Thesen Jürgen Moltmanns im Aufsatz "Von der Hybris zur Demut", in: Publik Forum Nr.14 2011, S.31-32
Die Ergänzungen lehnen sich z.T. an Moltmann an, z.T. formulieren sie bewusst etwas abweichende Positionen. In den Hauptgedanken stimme ich völlig mit Moltmann überein, auch wenn ich sie nicht so theologisch formulieren würde.
Der Text ist als Hinweis auf Moltmanns Gedanken gedacht.
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Moltmann,
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Wirtschaftswachstum
22.6.11
Hätte es jeder wissen können?
Vielleicht hätte jeder es wissen können. Aber nicht jeder konnte es wissen.
Friedrich Kellner, von dessen geheimem Tagebuch Markus Roth in der ZEIT vom 22.6. unter der Überschrift "Jeder konnte es wissen" berichtet, hatte den Mut, in sein Tagebuch zu schreiben "Die 'Heil- und Pflegeanstalten' sind zu Mordzentralen geworden." und "Es gibt keine Strafe, die hart genug wäre, bei diesen Nazi-Bestien angewendet zu werden." Und er war geschickt genug, seine Meinung nicht so deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass die NSDAP-Kreisleitung in fassen konnte.
Nicht jeder hätte es ausgehalten, sich solch eine Einsicht zuzugeben, wenn er damit rechnen musste, sie 99 Prozent seiner Mitbürger lebenslang verschweigen zu müssen. Nicht jeder war so mutig, solch eine Ansicht auch noch niederzuschreiben.
Auch wenn die Entdeckung eines solch wichtigen Dokuments überschwänglich macht, sollte man die historische Wirklichkeit nicht außer Acht lassen. So ein Mensch war eben nicht "ein ganz normaler Deutscher". Das sollte 50 Jahre nach dem Milgram-Experiment jedem klar geworden sein. Aber es kennt eben nicht jeder das Milgram-Experiment, auch wenn theoretisch jeder es kennen könnte.
Jeder Deutsche könnte sich klarmachen, dass dauerhaftes Wachstum ein unendliches wäre und zu unendlichem Ressourcenverbrauch führen müsste und deshalb unmöglich ist. Aber weil das bedeutete, dass es unverantwortlich ist, eine Wachstumspolitik zu verfolgen und noch unverantwortlicher sie sogar auch Griechenland vorzuschreiben und gleichzeitig zu fordern, dass die Bürger auf nahezu alle wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften der letzten 10 Jahre verzichten. Weil das so ist, deshalb kann sich das nicht jeder klarmachen.
Denn von den Griechen können wir verlangen, dass sie die harten wirtschaftlichen Realitäten anerkennen. Aber wir selbst können sie nicht anerkennen?
Links (geben nicht die Meinung des Verlinkenden wieder):
Helmut Schmidt zu Griechenland
Griechenland: Trutzburg des Selbtmitleids
Griechischer Mittelstand abgebrannt
Samaras Buhmann Europas
Friedrich Kellner, von dessen geheimem Tagebuch Markus Roth in der ZEIT vom 22.6. unter der Überschrift "Jeder konnte es wissen" berichtet, hatte den Mut, in sein Tagebuch zu schreiben "Die 'Heil- und Pflegeanstalten' sind zu Mordzentralen geworden." und "Es gibt keine Strafe, die hart genug wäre, bei diesen Nazi-Bestien angewendet zu werden." Und er war geschickt genug, seine Meinung nicht so deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass die NSDAP-Kreisleitung in fassen konnte.
Nicht jeder hätte es ausgehalten, sich solch eine Einsicht zuzugeben, wenn er damit rechnen musste, sie 99 Prozent seiner Mitbürger lebenslang verschweigen zu müssen. Nicht jeder war so mutig, solch eine Ansicht auch noch niederzuschreiben.
Auch wenn die Entdeckung eines solch wichtigen Dokuments überschwänglich macht, sollte man die historische Wirklichkeit nicht außer Acht lassen. So ein Mensch war eben nicht "ein ganz normaler Deutscher". Das sollte 50 Jahre nach dem Milgram-Experiment jedem klar geworden sein. Aber es kennt eben nicht jeder das Milgram-Experiment, auch wenn theoretisch jeder es kennen könnte.
Jeder Deutsche könnte sich klarmachen, dass dauerhaftes Wachstum ein unendliches wäre und zu unendlichem Ressourcenverbrauch führen müsste und deshalb unmöglich ist. Aber weil das bedeutete, dass es unverantwortlich ist, eine Wachstumspolitik zu verfolgen und noch unverantwortlicher sie sogar auch Griechenland vorzuschreiben und gleichzeitig zu fordern, dass die Bürger auf nahezu alle wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften der letzten 10 Jahre verzichten. Weil das so ist, deshalb kann sich das nicht jeder klarmachen.
Denn von den Griechen können wir verlangen, dass sie die harten wirtschaftlichen Realitäten anerkennen. Aber wir selbst können sie nicht anerkennen?
Links (geben nicht die Meinung des Verlinkenden wieder):
Helmut Schmidt zu Griechenland
Griechenland: Trutzburg des Selbtmitleids
Griechischer Mittelstand abgebrannt
Samaras Buhmann Europas
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Wirtschaftswachstum
7.2.10
Die Fortschrittsbilanz wird meist verspätet gezogen
Chancen für den papierlosen Schreibtisch? Die Hilfsmittel werden zwar besser, aber ich sehe noch nicht, wie sie wirklich Papier sinnvoll ersetzen können. Bisher stehen sie immer daneben.
'Erziehung das bedeutet im digitalen Zeitalter vor allem Medienkompetenz, denn in der digitalen und der realen Welt kann nur bestehen, wer Informationen bewerten und mit ihnen umgehen kann.' (leicht verkürztes Zitat aus digital natives in 3sat vom 4.2.10) - Weder geht es bei Erziehung um Informationsbewertung, noch wird Informationsbewertung mit Hilfe des Mediums gelernt. Gedankliche Unschärfe nimmt zu, wenn weniger mit schriftlichen Texten als mit Bildern und gesprochener Sprache gearbeitet wird. Dabei bestreite ich nicht, dass gerade diese Unschärfe zu schnellerer Bildung von Modellen und Konzeptionen führen kann.
Verluste treten auf, die Gewinne werden auf manchen Bereichen größer sein. Die Gewinn-Verlust-Rechnung wird erst aufgemacht, wenn die Verluste nur noch beschrankt rückgängig gemacht werden können. Da es schon immer so war, haben wir Menschen aber die Fähigkeit entwickelt, uns damit zu beruhigen, dass die Gewinne größer seien.
Eine Ausnahme: Wirtschaftswachstum. Da kommt mehr und mehr zur Sprache, dass immer öfter eine Negativbilanz für die Gesellschaft entsteht.
'Erziehung das bedeutet im digitalen Zeitalter vor allem Medienkompetenz, denn in der digitalen und der realen Welt kann nur bestehen, wer Informationen bewerten und mit ihnen umgehen kann.' (leicht verkürztes Zitat aus digital natives in 3sat vom 4.2.10) - Weder geht es bei Erziehung um Informationsbewertung, noch wird Informationsbewertung mit Hilfe des Mediums gelernt. Gedankliche Unschärfe nimmt zu, wenn weniger mit schriftlichen Texten als mit Bildern und gesprochener Sprache gearbeitet wird. Dabei bestreite ich nicht, dass gerade diese Unschärfe zu schnellerer Bildung von Modellen und Konzeptionen führen kann.
Verluste treten auf, die Gewinne werden auf manchen Bereichen größer sein. Die Gewinn-Verlust-Rechnung wird erst aufgemacht, wenn die Verluste nur noch beschrankt rückgängig gemacht werden können. Da es schon immer so war, haben wir Menschen aber die Fähigkeit entwickelt, uns damit zu beruhigen, dass die Gewinne größer seien.
Eine Ausnahme: Wirtschaftswachstum. Da kommt mehr und mehr zur Sprache, dass immer öfter eine Negativbilanz für die Gesellschaft entsteht.
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