Inzwischen glaube ich, dass die Schule tatsächlich eine einzigartige Kommunikationssituation erzeugt, mit der einfach nicht jeder klarkommt, die aber nur begrenzte Schlüsse auf das Verhalten in späteren Berufssituationen zulässt. Deshalb finde ich es hervorragend, wenn Schüler primär nach Äußerungsformen beurteilt werden, mit denen sie sich wohl fühlen. Sie durch Abwertung in Bereichen, die sie nicht mögen, auf das “wahre Leben” vorzubereiten, zeugt vielleicht von einer Überschätzung des Modellcharakters der schulischen Situation.So Johannes Wiele in einer Diskussion über mündliche Noten und introvertierte Schüler bei Jochen Englisch.
Ich sehe es ähnlich wie Johannes Wiele und habe seit einiger Zeit stets zwischen Klassenarbeitsnoten und Noten für alles andere unterschieden. Wer nichts sagt, kann nach den schriftlichen Leistungen außerhalb der Klassenarbeiten beurteilt werden, wer viel und Gutes im laufenden Unterricht leistet, dessen Hausaufgaben braucht man nicht zu korrigieren, um zu einer begründeten Note zu kommen.