"Facebook ist nicht Google, es hat nicht die gleiche Qualität der Mitarbeiter", sagt Andreas Weigend
Das schreibt die ZEIT. Sie fährt fort, der Apple-Chef Tim Cook habe gesagt, "Ich wäre nicht in dieser Situation" und lege damit nahe, "dass Apple zu klug war, um den Nutzer selbst samt seiner Daten zum Produkt zu machen". (ZEIT online 4.4.18)
Ich fühle mich in meiner jahrelangen Ablehnung von Facebook bestätigt.
Zwar halte ich auch Googles Umgang mit den Daten seiner Nutzer für fragwürdig, und ich versuche, seine Marktmacht möglichst wenig zu fördern. Aber da, wo Google das beste Instrument liefert, scheue ich nicht davor zurück, es einzusetzen, auch wenn ich versuche, es zu umgehen. In der ZEIT heißt es auch: "Entsteht aus dem Facebook-Skandal ein gesundes Verhältnis zu Daten? Unmöglich ist das nicht." In diesem Fall hoffe ich mit, auch wenn die Hoffnung nicht sonderlich gut begründet ist.
Ich wäre schon froh, wenn ein gesunderes Verhältnis zu Daten herauskäme.
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25.12.15
Steffen Martus' mediengeschulter Blick auf die Aufklärung
Wenn Steffen Martus in "Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert" die Politik der deutschen absolutistischen Fürsten am Anfang des 18. Jahrhunderts beschreibt, wirkt es wie aus dem Handbuch der großen Internetfirmen Google, Facebook, Amazon oder ihrer literarischen Repräsentation "Der Circle". Man muss nur die Stichwörter Aufklärung, Fürst etc. durch die passenden Wörter der Internetwelt ersetzen:
"Attraktivität war für die neue Politik auf dem Weg zur" Marktbeherrschung "überhaupt entscheidend, denn der Posten des" Datenlieferanten "sollte reizvoll erscheinen und nicht nur" aufgrund von Ausspähung "eingenommen werden. Wie also versah man" einen Internetdienst "mit so viel Anziehungskraft, dass sich die Menschen gern der Regierung" durch einen Dienstanbieter "unterstellten? Hochschulen" und Schulen "wurden von den" angehenden Monopolisten gern als Instrumente für "solche Fragen begriffen." (Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert, S.110/111)*
Wie führt man den Wandel herbei? Internetfirmen müssen dafür sorgen, dass Schulen und Hochschulen möglichst durchgängig mit Computern versorgt sind und mit Computern arbeiten (auch wenn das für die Grundschulen weitgehend sinnwidrig erscheint), Wenn erst einmal genügend Computer angeschafft sind und sich Kinder an den Umgang damit gewöhnt haben, kann man Computer auch im Privatbereich durchsetzen. Mit den Smartphones ist nun endlich auch schon für Dreijährige der Zugang zum Internet eröffnet und Kinder sind - weil noch arglos - ideal geeignet als Datenlieferanten und - um nun das Wort der absolutistischen Fürsten zu gebrauchen - in ihre Rolle als Untertanen eingeführt zu werden.
*Auf die Zeit des 18. Jahrhunderts bezogen formuliert Martus wie folgt:
"Attraktivität war für die neue Politik auf dem Weg zur Aufklärung überhaupt entscheidend, denn der Posten des Untertanen sollte reizvoll erscheinen und nicht nur auf Befehl eingenommen werden. Wie also versah man ein Herrschaftsgebiet mit so viel Anziehungskraft, dass sich die Menschen gern der Regierung eines Fürsten unterstellten? Hochschulen wurden von den Obrigkeiten der Frühen Neuzeit und vor allem in der Aufklärung als eine Antwort auf solche "Fragen begriffen." (Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert, S.110/111 - Hervorhebungen von mir)
Es geht um eine Neuerrichtung eines Systems von Obrigkeit und Untertanen in ihren Herrschaftsgebieten. Zwischen denen werden die Kämpfe ausgefochten und wir folgen der Attraktivität unserer Herrscher. Wenn Martus das nicht als Kennzeichen unserer Zeit erkannt hätte, hätte er das 18. Jahrhundert nicht so treffsicher als strukturgleich mit dem Internetzeitalter beschreiben können.
"Attraktivität war für die neue Politik auf dem Weg zur" Marktbeherrschung "überhaupt entscheidend, denn der Posten des" Datenlieferanten "sollte reizvoll erscheinen und nicht nur" aufgrund von Ausspähung "eingenommen werden. Wie also versah man" einen Internetdienst "mit so viel Anziehungskraft, dass sich die Menschen gern der Regierung" durch einen Dienstanbieter "unterstellten? Hochschulen" und Schulen "wurden von den" angehenden Monopolisten gern als Instrumente für "solche Fragen begriffen." (Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert, S.110/111)*
Wie führt man den Wandel herbei? Internetfirmen müssen dafür sorgen, dass Schulen und Hochschulen möglichst durchgängig mit Computern versorgt sind und mit Computern arbeiten (auch wenn das für die Grundschulen weitgehend sinnwidrig erscheint), Wenn erst einmal genügend Computer angeschafft sind und sich Kinder an den Umgang damit gewöhnt haben, kann man Computer auch im Privatbereich durchsetzen. Mit den Smartphones ist nun endlich auch schon für Dreijährige der Zugang zum Internet eröffnet und Kinder sind - weil noch arglos - ideal geeignet als Datenlieferanten und - um nun das Wort der absolutistischen Fürsten zu gebrauchen - in ihre Rolle als Untertanen eingeführt zu werden.
*Auf die Zeit des 18. Jahrhunderts bezogen formuliert Martus wie folgt:
"Attraktivität war für die neue Politik auf dem Weg zur Aufklärung überhaupt entscheidend, denn der Posten des Untertanen sollte reizvoll erscheinen und nicht nur auf Befehl eingenommen werden. Wie also versah man ein Herrschaftsgebiet mit so viel Anziehungskraft, dass sich die Menschen gern der Regierung eines Fürsten unterstellten? Hochschulen wurden von den Obrigkeiten der Frühen Neuzeit und vor allem in der Aufklärung als eine Antwort auf solche "Fragen begriffen." (Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert, S.110/111 - Hervorhebungen von mir)
Es geht um eine Neuerrichtung eines Systems von Obrigkeit und Untertanen in ihren Herrschaftsgebieten. Zwischen denen werden die Kämpfe ausgefochten und wir folgen der Attraktivität unserer Herrscher. Wenn Martus das nicht als Kennzeichen unserer Zeit erkannt hätte, hätte er das 18. Jahrhundert nicht so treffsicher als strukturgleich mit dem Internetzeitalter beschreiben können.
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24.8.15
Über Googles Unarten und den Segen der künstlichen Intelligenz
Google kennt meinen Bloggernamen Fontanefan und meinen Klarnamen und entscheidet selbständig darüber, wann es welchen Namen verwendet.
Nun der Segen der künstlichen Intelligenz: Google schreibt mir "Fontane, hier sind Beiträge von Google+, die Ihnen gefallen könnten."
Ich danke für das Kompliment.
Wer eine Erklärung sucht, wird rasch fündig. Google trennt die Begriffe und sieht im ersten Namen das Individuum, im zweiten nur den Beinamen (second name). So bin ich von einem Fan von vielen für Google zu meinem eigenen Idol geworden. Danke!
Nun der Segen der künstlichen Intelligenz: Google schreibt mir "Fontane, hier sind Beiträge von Google+, die Ihnen gefallen könnten."
Ich danke für das Kompliment.
Wer eine Erklärung sucht, wird rasch fündig. Google trennt die Begriffe und sieht im ersten Namen das Individuum, im zweiten nur den Beinamen (second name). So bin ich von einem Fan von vielen für Google zu meinem eigenen Idol geworden. Danke!
17.5.15
Weshalb ich mit duckduckgo suche, aber ...
Man weiß, dass die Selektion von Google den Blickwinkel auf die spezifisch persönliche Sicht auf das Internet verengt und damit droht, einen zum Internetidioten zu machen (dazu: Welzer ... - kommt später). Besonders deutlich wurde mir das, als ich in einem Miniartikel auf einen Bericht in der ZEIT zu Identitätsdiebstahl verlinkt habe und Sekunden später weitere Informationen zu diesem Stichwort bei Google gesucht habe.
Als erstes erschien nicht der ZEIT-Artikel, sondern mein eigener Hinweis auf ihn. Bei duckduckgo finde ich meinen Artikel unter den ersten 50 Suchresultaten nicht.
Dann habe ich bei duckduckgo nach "Karl-May-Festtage" gesucht und erhielt als erste Resultate die Facebookseite der Veranstalter. Bei Berücksichtigung der url der Suchresultate kam ich zwar auf eine Originalseite der Veranstalter, aber auf die von 2014.
Bei der Googlesuche erhalte ich die Originalseite der Veranstalter zwar nicht an erster Stelle, aber immerhin an zweiter. Google weiß, dass ich Facebook nicht mag, steht außerdem in Konkurrenz zu Facebook und liefert mir an der ersten Stelle den PENDELVERKEHR IN DEN LÖSSNITZGRUND, offenbar bezahlt der etwas dafür, zu meinen bevorzugten Internetseiten gehörte er bisher nicht.
Facebook kommt erst an 4. Stelle (mit vielen bunten Bildern und die Informationen, die ich suche, so lange verbergend, bis ich mich dort angemeldet habe). Deshalb benutze ich des öfteren Google.
Auf Harald Welzer: "Autonomie - Eine Verteidigung" komme ich auch noch, muss aber erst noch etwas ins wirkliche Leben zurück.
Alternativen zu Amazon beim Buchkauf:
bei neuen Büchern:
ab 20 € frei Haus, darunter rund 3 € für den Versand
www.fairbuch.de 50% des Gewinns für Kindernothilfe
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www.ecobookstore.de 70% des Gewinns für Schutz des Regenwaldes
für antiquarische Bücher:
www.das-freie-buch.de
www.zvab.de
(Empfehlung von Publik-Forum)
Als erstes erschien nicht der ZEIT-Artikel, sondern mein eigener Hinweis auf ihn. Bei duckduckgo finde ich meinen Artikel unter den ersten 50 Suchresultaten nicht.
Dann habe ich bei duckduckgo nach "Karl-May-Festtage" gesucht und erhielt als erste Resultate die Facebookseite der Veranstalter. Bei Berücksichtigung der url der Suchresultate kam ich zwar auf eine Originalseite der Veranstalter, aber auf die von 2014.
Bei der Googlesuche erhalte ich die Originalseite der Veranstalter zwar nicht an erster Stelle, aber immerhin an zweiter. Google weiß, dass ich Facebook nicht mag, steht außerdem in Konkurrenz zu Facebook und liefert mir an der ersten Stelle den PENDELVERKEHR IN DEN LÖSSNITZGRUND, offenbar bezahlt der etwas dafür, zu meinen bevorzugten Internetseiten gehörte er bisher nicht.
Facebook kommt erst an 4. Stelle (mit vielen bunten Bildern und die Informationen, die ich suche, so lange verbergend, bis ich mich dort angemeldet habe). Deshalb benutze ich des öfteren Google.
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7.3.15
Besteht die Gefahr eines Meinungsmonopols?
Albig: Ungefilterte Meinungsbildung im Google-Zeitalter bewahren, heise.de 4.3.15
Albig träumt vom öffentlich-rechtlichen Internet, Internet-Law 7.3.15
Torsten Albigs absurder Vorschlag gegen die Pressefreiheit, shz.de 5.3.15
Albigs Gastbeitrag in der ZEIT Nr. 10 vom 05.03.2015, S. 29
Kurzfassung seines Beitrags bei ZEIT online 4.3.15
Mein erster Kommentar:
Alle Informationen, die wir aufnehmen, sind gefiltert. Ungefilterte Informationen bekommen zu wollen, ist kindisch.
Das Problem ist aber, dass Google sehr nah daran ist, Monopolist zu werden.
Mehrere etwa gleich gute Suchmaschinen als Alternativen sicherzustellen, wäre sehr schwer. Wenn es die aber nicht gibt, sind wir bald vollständig von Googles Entscheidungen abhängig.
Albigs Lösungsvorschlag überzeugt mich nicht; aber Albig zeigt ein reales Problem auf.
Die Kritiker Albigs liefern meines Erachtens keine besseren Lösungsvorschläge.
Übrigens: Sobald die Wikipedia Monopolist würde, stünden wir vor einem ähnlichen Problem. Das sage ich, obwohl ich stolz bin, einige Jahre aktiver Wikipedianer gewesen zu sein und dort weiterhin nach Kräften mitarbeite.
Albig träumt vom öffentlich-rechtlichen Internet, Internet-Law 7.3.15
Torsten Albigs absurder Vorschlag gegen die Pressefreiheit, shz.de 5.3.15
Albigs Gastbeitrag in der ZEIT Nr. 10 vom 05.03.2015, S. 29
Kurzfassung seines Beitrags bei ZEIT online 4.3.15
Mein erster Kommentar:
Alle Informationen, die wir aufnehmen, sind gefiltert. Ungefilterte Informationen bekommen zu wollen, ist kindisch.
Das Problem ist aber, dass Google sehr nah daran ist, Monopolist zu werden.
Mehrere etwa gleich gute Suchmaschinen als Alternativen sicherzustellen, wäre sehr schwer. Wenn es die aber nicht gibt, sind wir bald vollständig von Googles Entscheidungen abhängig.
Albigs Lösungsvorschlag überzeugt mich nicht; aber Albig zeigt ein reales Problem auf.
Die Kritiker Albigs liefern meines Erachtens keine besseren Lösungsvorschläge.
Übrigens: Sobald die Wikipedia Monopolist würde, stünden wir vor einem ähnlichen Problem. Das sage ich, obwohl ich stolz bin, einige Jahre aktiver Wikipedianer gewesen zu sein und dort weiterhin nach Kräften mitarbeite.
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9.11.12
Ist Google mächtiger als China?
In der ersten Kollegstunde des Funkkollegs "Medien - Wirklichkeit 2.0" wird Claus Leggewie mit einer provozierenden Aussage zitiert: "Ich glaube, dass Google mächtiger ist als China".
Wenn man Macht als die Fähigkeit versteht, "Ziele zu erreichen, ohne sich äußeren Ansprüchen unterwerfen zu müssen" (Wikipedia), liegt er in seinem Glauben sicher falsch. Denn Google hat gegenüber China nachgegeben, gegenüber den USA und sogar gegenüber Bettina Wulff.
Doch wenn man Macht als "Macht über" (im Sinne von E.O. Czempiel als "kluge Macht") versteht, nämlich als die Fähigkeit, "auf das Verhalten und Denken von Personen und sozialen Gruppen einzuwirken" (ebenfalls Wikipedia), dann hat Google diese Fähigkeit wohl in einem größeren Umfang als die chinesische Regierung, weil es schon mehrere Milliarden fortwährend beeinflusst.
Die erste Machtdefinition hat man auch als die Fähigkeit, nicht lernen zu müssen, und insofern als "dumme Macht" bezeichnet. Von dieser Macht hat der angeblich mächtigste Mann der Welt, Obama, unsäglich wenig (während G.W. Bush davon erstaunlich viel hatte). Wenn Obama nur direkt auf seine Ziele losgesteuert wäre und sich dabei auf einen engen Beraterkreis von Leuten seines Meinungspektrums verlassen hätte, wäre er gewiss gescheitert. So ist es ihm immerhin gelungen, als erster schwarzer Präsident der USA seine Wiederwahl zu erreichen und einen - kleinen - Teil seiner Ziele.
Bush war erfolgreicher im Zerstören, Obama erfolgreicher darin, trotz schwindender harter Macht ("Macht zu") der USA, andere Personen dazu zu bringen, das zu tun, was in seinem Sinne ist. Nicht Bush hat die Demokratisierungsversuche des arabischen Frühlings ausgelöst.
Doch in der Fähigkeit "neue Strukturen [zu] schaffen, die den eigenen Interessen besser dienen" (kluge Macht) bleibt Obama weit hinter Google zurück. Das liegt freilich daran, dass Google sich weitgehend auf die Strukturen beschränkt, auf die es unbeschränkten Einfluss hat, während Obama mehr "Macht zu" brauchte, um die Ziele zu erreichen, die er sich während seiner Feldarbeit in Chicago gesetzt hatte. Weit mehr "Macht zu", als sie ein intelligenter Präsident der USA je haben wird.
Die Tragik eines wohlmeinenden Präsdenten der USA liegt darin, dass er für - nahezu - unendlich viel Verantwortung übernehmen muss, was er nicht will, wenn er auch nur einen kleinen Teil dessen erreichen will, was seine eigentlichen Ziele sind.
Das ist freilich die Situation jedes verantwortlichen Politikers, für den das Erreichen seiner Ziele oberste Priorität hat.
Gustav Heinemann ist einen anderen Weg gegangen und hatte als oberste Priorität, auch als Politiker nichts verantworten zu müssen, was er für absolut unverantwortlich hielt. Das bedeutete freilich für lange Zeit eine Abstinenz von zentralen politischen Positionen. Und Bundeskanzler hätte er bei dieser Einstellung gewiss nicht werden (oder zumindest nicht länger als 100 Tage bleiben) können.
Heinemanns Einstellung ist vorbildlich, aber für einen heutigen US-Präsidenten kann sie es kaum sein.
Ich glaube, dass Obama in seiner ersten Amtszeit schwere Schuld auf sich geladen hat, aber dass kein anderer Mensch, von dem wir wissen, von den USA und von unserer Welt so viel Unheil abgehalten hat, wie es ihm schon in seiner ersten Amtszeit gelungen und für die zweite Amtszeit zu hoffen ist. (Dazu vgl. FR vom 9.11.12 und 8.11.12)
Wenn man Macht als die Fähigkeit versteht, "Ziele zu erreichen, ohne sich äußeren Ansprüchen unterwerfen zu müssen" (Wikipedia), liegt er in seinem Glauben sicher falsch. Denn Google hat gegenüber China nachgegeben, gegenüber den USA und sogar gegenüber Bettina Wulff.
Doch wenn man Macht als "Macht über" (im Sinne von E.O. Czempiel als "kluge Macht") versteht, nämlich als die Fähigkeit, "auf das Verhalten und Denken von Personen und sozialen Gruppen einzuwirken" (ebenfalls Wikipedia), dann hat Google diese Fähigkeit wohl in einem größeren Umfang als die chinesische Regierung, weil es schon mehrere Milliarden fortwährend beeinflusst.
Die erste Machtdefinition hat man auch als die Fähigkeit, nicht lernen zu müssen, und insofern als "dumme Macht" bezeichnet. Von dieser Macht hat der angeblich mächtigste Mann der Welt, Obama, unsäglich wenig (während G.W. Bush davon erstaunlich viel hatte). Wenn Obama nur direkt auf seine Ziele losgesteuert wäre und sich dabei auf einen engen Beraterkreis von Leuten seines Meinungspektrums verlassen hätte, wäre er gewiss gescheitert. So ist es ihm immerhin gelungen, als erster schwarzer Präsident der USA seine Wiederwahl zu erreichen und einen - kleinen - Teil seiner Ziele.
Bush war erfolgreicher im Zerstören, Obama erfolgreicher darin, trotz schwindender harter Macht ("Macht zu") der USA, andere Personen dazu zu bringen, das zu tun, was in seinem Sinne ist. Nicht Bush hat die Demokratisierungsversuche des arabischen Frühlings ausgelöst.
Doch in der Fähigkeit "neue Strukturen [zu] schaffen, die den eigenen Interessen besser dienen" (kluge Macht) bleibt Obama weit hinter Google zurück. Das liegt freilich daran, dass Google sich weitgehend auf die Strukturen beschränkt, auf die es unbeschränkten Einfluss hat, während Obama mehr "Macht zu" brauchte, um die Ziele zu erreichen, die er sich während seiner Feldarbeit in Chicago gesetzt hatte. Weit mehr "Macht zu", als sie ein intelligenter Präsident der USA je haben wird.
Die Tragik eines wohlmeinenden Präsdenten der USA liegt darin, dass er für - nahezu - unendlich viel Verantwortung übernehmen muss, was er nicht will, wenn er auch nur einen kleinen Teil dessen erreichen will, was seine eigentlichen Ziele sind.
Das ist freilich die Situation jedes verantwortlichen Politikers, für den das Erreichen seiner Ziele oberste Priorität hat.
Gustav Heinemann ist einen anderen Weg gegangen und hatte als oberste Priorität, auch als Politiker nichts verantworten zu müssen, was er für absolut unverantwortlich hielt. Das bedeutete freilich für lange Zeit eine Abstinenz von zentralen politischen Positionen. Und Bundeskanzler hätte er bei dieser Einstellung gewiss nicht werden (oder zumindest nicht länger als 100 Tage bleiben) können.
Heinemanns Einstellung ist vorbildlich, aber für einen heutigen US-Präsidenten kann sie es kaum sein.
Ich glaube, dass Obama in seiner ersten Amtszeit schwere Schuld auf sich geladen hat, aber dass kein anderer Mensch, von dem wir wissen, von den USA und von unserer Welt so viel Unheil abgehalten hat, wie es ihm schon in seiner ersten Amtszeit gelungen und für die zweite Amtszeit zu hoffen ist. (Dazu vgl. FR vom 9.11.12 und 8.11.12)
10.3.12
Google-Warnstreik
Google bietet einen guten Service. Jetzt ist es mit seinen bisherigen Einnahmen aus Werbung unzufrieden und will wie Facebook alle privaten Daten seiner Benutzer aussagen und nach Belieben zur Verfügung stellen. So verstehe ich die höchst allgemeinen Formeln seiner neuen Datenschutzerklärung.
Es gibt Ersatz für Google. Für Suchmaschines ist es zum einen Bing, für mich Ask. Für E-Mails ist es einerseits Outlook, bei mir Web.de. Bei Blogs ist es primär Wordpress, daneben jetzt auch Posterous.
Bei Sozialen Netzwerken breche ich meine Erprobung von Google+ ab und werde mich auf Twitter beschränken.
Als Webbrowser sind ohnehin Firefox und Internet Explorer eher Standard als der von Google.
Ergänzung vom 29.3.2013:
Alternativen im Netz. Ein Leben jenseits von Amazon, Facebook, Google & Co. ist möglich und sinnvoll
und
Das neue Internet (Peer to Peer)
Fortsetzung vom 10.3.12:
Es gibt Gründe, Google vorzuziehen, aber keine Notwendigkeit.
Ich werde mich einüben, auf Google zu verzichten, und am 12. März 2012 einen Warnstreik einlegen, indem ich Google nicht benutze.
Der Streik eines einzelnen ist wirkungslos, wenn er keine Nachahmer findet. Ich bin meinerseits ein Nachahmer. Wenn sich ein Schneeballsystem entwickelt, wird Google aufmerksam.
Sobald Google seine Datenschutzerklärung von den gefährlichen Allgemeinformeln befreit und nachvollziehbare Regelungen schafft, werde ich meinen Auszug aus Google abbrechen.
Nachtrag vom 29.4.12:
Zu Googles Datensammelei anlässlich street view (SZ)
Es gibt Ersatz für Google. Für Suchmaschines ist es zum einen Bing, für mich Ask. Für E-Mails ist es einerseits Outlook, bei mir Web.de. Bei Blogs ist es primär Wordpress, daneben jetzt auch Posterous.
Bei Sozialen Netzwerken breche ich meine Erprobung von Google+ ab und werde mich auf Twitter beschränken.
Als Webbrowser sind ohnehin Firefox und Internet Explorer eher Standard als der von Google.
Ergänzung vom 29.3.2013:
Alternativen im Netz. Ein Leben jenseits von Amazon, Facebook, Google & Co. ist möglich und sinnvoll
und
Das neue Internet (Peer to Peer)
Fortsetzung vom 10.3.12:
Es gibt Gründe, Google vorzuziehen, aber keine Notwendigkeit.
Ich werde mich einüben, auf Google zu verzichten, und am 12. März 2012 einen Warnstreik einlegen, indem ich Google nicht benutze.
Der Streik eines einzelnen ist wirkungslos, wenn er keine Nachahmer findet. Ich bin meinerseits ein Nachahmer. Wenn sich ein Schneeballsystem entwickelt, wird Google aufmerksam.
Sobald Google seine Datenschutzerklärung von den gefährlichen Allgemeinformeln befreit und nachvollziehbare Regelungen schafft, werde ich meinen Auszug aus Google abbrechen.
Nachtrag vom 29.4.12:
Zu Googles Datensammelei anlässlich street view (SZ)
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19.11.11
Googles Angriff auf meine Privatsphäre
Seit Google+ existiert, terrorisiert mich Google: es ordnet meine Dateien neu, schreibt meine E-Mails um (meine Adressaten erhalten einen anderen Text, als ich eingegeben habe).
Mein Experiment mit Google+ ist damit abgeschlossen.
Bevor ich mich abmelde, werde ich freilich erst noch darauf hinweisen, was dabei geschieht. Um Facebook Konkurrenz zu machen, nutzt Google die Google-Programme, die der Benutzer verwendet, um den von Googleprogrammen verwalteten Daten zu schalten, wie es will.
Die Willkür unterscheidet sich kaum noch von Facebook.
Bei dem Versuch, Bilder mit Picasa zu verkleinern, fing dies plötzlich an, alle Gesichter von ihm erreichbaren Fotos einzuscannen. Es war, bis ich das bemerkt hatte, schon bei über 2000 angelangt. Jetzt muss ich wohl auch Picasa deinstallieren. Was nutzt mir, wenn ich die eingescannten Gesichter nicht mit Namen versehe. Das Schlimme ist ja, dass die Googlesoftware unerlaubt mit den ihr erreichbaren Daten arbeitet.
Ich habe es hingenommen, dass Google all meine E-Mails liest, weil ich zum einen nicht in E-Mails schreibe, was dringlich der Vertraulichkeit bedarf, und ich mir angesichts der zu verarbeitenden Datenmengen ausrechnete, Google würde nur statistisch Auswertungen vornehmen und keine anderen als Werbezwecke verfolgen.
Dessen bin ich mir in keiner Weise mehr sicher.
Google ist auf einem Weg, auf dem es gestoppt werden muss (oder sich selbst stoppen muss), wenn verhindert werden soll, dass es die Menschenwürde angreift.
Mein Experiment mit Google+ ist damit abgeschlossen.
Bevor ich mich abmelde, werde ich freilich erst noch darauf hinweisen, was dabei geschieht. Um Facebook Konkurrenz zu machen, nutzt Google die Google-Programme, die der Benutzer verwendet, um den von Googleprogrammen verwalteten Daten zu schalten, wie es will.
Die Willkür unterscheidet sich kaum noch von Facebook.
Bei dem Versuch, Bilder mit Picasa zu verkleinern, fing dies plötzlich an, alle Gesichter von ihm erreichbaren Fotos einzuscannen. Es war, bis ich das bemerkt hatte, schon bei über 2000 angelangt. Jetzt muss ich wohl auch Picasa deinstallieren. Was nutzt mir, wenn ich die eingescannten Gesichter nicht mit Namen versehe. Das Schlimme ist ja, dass die Googlesoftware unerlaubt mit den ihr erreichbaren Daten arbeitet.
Ich habe es hingenommen, dass Google all meine E-Mails liest, weil ich zum einen nicht in E-Mails schreibe, was dringlich der Vertraulichkeit bedarf, und ich mir angesichts der zu verarbeitenden Datenmengen ausrechnete, Google würde nur statistisch Auswertungen vornehmen und keine anderen als Werbezwecke verfolgen.
Dessen bin ich mir in keiner Weise mehr sicher.
Google ist auf einem Weg, auf dem es gestoppt werden muss (oder sich selbst stoppen muss), wenn verhindert werden soll, dass es die Menschenwürde angreift.
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informationelle Selbstbestimmung
19.1.10
Kritik an Google schon nicht mehr erlaubt?
Das web writing Magazin klagt über eine "durchsichtige Medienkampagne gegen Google"
Dazu ganz kurz: Ich mag Google. Ich blogge auf x Googleblogs, habe eine Google-E-Mailadresse und nütze viele Angebote von Google.
Aber:
Monopole sind immer problematisch - selbst das Gewaltmonopol des Staates ist durch das Widerstandsrecht eingeschränkt.
Wenn vor einem unkontrollierbaren Einbruch in die Privatsphäre (Identifikation von Personen über Bildabgleich) und einem Definitionsmonopol (per Handy gelieferte Welterklärung unter Wikipedianiveau) gewarnt wird, so ist das legitim.
Wer daraus schon schließt, dass das ein Angriff gegen das Internet ist, sollte das auch so aussprechen. Googlekritik muss erlaubt bleiben.
Dazu ganz kurz: Ich mag Google. Ich blogge auf x Googleblogs, habe eine Google-E-Mailadresse und nütze viele Angebote von Google.
Aber:
Monopole sind immer problematisch - selbst das Gewaltmonopol des Staates ist durch das Widerstandsrecht eingeschränkt.
Wenn vor einem unkontrollierbaren Einbruch in die Privatsphäre (Identifikation von Personen über Bildabgleich) und einem Definitionsmonopol (per Handy gelieferte Welterklärung unter Wikipedianiveau) gewarnt wird, so ist das legitim.
Wer daraus schon schließt, dass das ein Angriff gegen das Internet ist, sollte das auch so aussprechen. Googlekritik muss erlaubt bleiben.
8.1.10
Technologiekritik
Standardsituationen der Technologiekritik hat Kathrin Passig im Dezember 2009 im Merkur zusammengestellt. Ich danke Herrn Rau für den Hinweis.
Bei Lektüre der ausfühlichen Aufzählung der auf der jeweiligen Stufe üblichen kritischen Argumente habe ich freilich aufgehört, als ich den Eindruck gewann, Frau Passig wolle sich nicht dazu äußern, dass dieselben Argumente auch gegen Technologien vorgebracht werden, die sich nachher nicht durchsetzen.
Natürlich muss eine Technologie einen sinnvollen Zweck erfüllen, für einen zureichenden Teil der Bevölkerung erlernbar und im übrigen auch finanzierbar sein.
Ich hoffe, das Argument der Umweltschädlichkeit wird von ihr nicht unter die "Standardsituationen" gezählt. Denn es ist leider eins, dass gegen extrem viele Technologien einzuwenden ist, die uns das Leben bequemer und oft auch unterhaltsamer machen. Dazu zählt z.B. die Suchmaschine Google, weil sie von sehr wenig energieeffizienten Servern aus betrieben wird.
Leider habe ich mich noch nicht zum Boykott von Google überreden können, geschweige denn andere. Aber man sollte wenigstens auf darauf hinweisen, dass Googles Weste in diesem Bereich alles andere als weiß ist.
Bei Lektüre der ausfühlichen Aufzählung der auf der jeweiligen Stufe üblichen kritischen Argumente habe ich freilich aufgehört, als ich den Eindruck gewann, Frau Passig wolle sich nicht dazu äußern, dass dieselben Argumente auch gegen Technologien vorgebracht werden, die sich nachher nicht durchsetzen.
Natürlich muss eine Technologie einen sinnvollen Zweck erfüllen, für einen zureichenden Teil der Bevölkerung erlernbar und im übrigen auch finanzierbar sein.
Ich hoffe, das Argument der Umweltschädlichkeit wird von ihr nicht unter die "Standardsituationen" gezählt. Denn es ist leider eins, dass gegen extrem viele Technologien einzuwenden ist, die uns das Leben bequemer und oft auch unterhaltsamer machen. Dazu zählt z.B. die Suchmaschine Google, weil sie von sehr wenig energieeffizienten Servern aus betrieben wird.
Leider habe ich mich noch nicht zum Boykott von Google überreden können, geschweige denn andere. Aber man sollte wenigstens auf darauf hinweisen, dass Googles Weste in diesem Bereich alles andere als weiß ist.
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29.5.09
McMathe
McDonald bietet allen 1,4 Millionen Sekundarschülern Australiens über MathsOnline kostenlosen Mathematikunterricht über das Internet an. Bei einem schon jetzt vorliegenden Fundus von 15000 Fragen bietet sich der Einsatz in anderen englischsprachigen Ländern an. Microsoft mit seiner Erfahrung im Übersetzen von Windows könnte dann die anderen Sprachversionen entwickeln, so dass bald auch Deutschland an der Einstellung hochbezahlter Mathematiklehrer einsparen könnte.
Vielleicht ist es ja an der Zeit, die Kulturhoheit der Länder durch eine weltweite Kulturhoheit der Firmen zu ersetzen.
Es böte sich an, Google den Sprach- und Literaturunterricht zu übergeben, hat es doch ohnehin die meisten Bücher schon eingescannt. Ein Bankenkonsortium könnte dann den Wirtschaftsunterricht organisieren und wegen der Verwandtschaft der Fächer am besten gleich den Politikunterricht dazu. Dann gäbe es in Zukunft nicht mehr die Abstimmungsprobleme zwischen Wirtschaft und Politik wie bei der gegenwärtigen Finanzkrise. Ich bin sicher, Scientology würde gern beim Religionsunterricht einsteigen, was mittelfristig den ärgerlichen clash of civilisations zwischen den Religionsgemeinschaften zu beseitigen helfen könnte.
Vielleicht ist es ja an der Zeit, die Kulturhoheit der Länder durch eine weltweite Kulturhoheit der Firmen zu ersetzen.
Es böte sich an, Google den Sprach- und Literaturunterricht zu übergeben, hat es doch ohnehin die meisten Bücher schon eingescannt. Ein Bankenkonsortium könnte dann den Wirtschaftsunterricht organisieren und wegen der Verwandtschaft der Fächer am besten gleich den Politikunterricht dazu. Dann gäbe es in Zukunft nicht mehr die Abstimmungsprobleme zwischen Wirtschaft und Politik wie bei der gegenwärtigen Finanzkrise. Ich bin sicher, Scientology würde gern beim Religionsunterricht einsteigen, was mittelfristig den ärgerlichen clash of civilisations zwischen den Religionsgemeinschaften zu beseitigen helfen könnte.
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23.4.09
Wikipedia, Wikisource, Google
Am Tag des Buches sollte man es aussprechen: Der Tag, an dem sich der Autor von seinem Mäzen befreien konnte, weil er mit seinem Schreiben Geld verdienen konnte, war ein guter Tag. (Als Fontanefan denke ich nicht nur an Schiller, der seinem Fürsten in die Freiheit entkam, sondern auch an Fontane, der die Sekretärsstelle aufgeben und sich ganz aufs Romaneschreiben konzentrieren konnte.)
Der Tag, an dem die letzte Schule sich ihren Sponsor suchen muss, weil der Staat Bildung total privatisiert hat, hat mehr als Orwellsche Ausmaße.
Gegenwärtig ist noch ein anderer Vorgang aktueller: die Vergesellschaftung von Wissen. Wikipedia hat - in Nachahmung der Open-Source-Projekte bei der Computersoftware - als erste Institution in großem Umfang mit der Produktion freien Wissens begonnen. Wikisource wurde als Folge"produkt" entwickelt, eine Institution, die Texte über Internet frei zugänglich macht.
Scheinbar auf derselben Linie liegt Google mit seinem Projekt, sämtliche Bücher zu digitalisieren und über das Netz - voläufig in Auszügen - zur Verfügung zu stellen.
Für mich ist es ein ungeheurer Unterschied. Bei Wikipedia entscheiden sich Autoren freiwillig dafür, kostenlos vorhandenes Wissen konzentriert und gut geordnet im Netz zu präsentieren. Wikisource stellt - wegen Auslaufen des Copyrights - gemeinfrei gewordene Werke in seriösen Ausgaben Benutzern im Internet zur Verfügung. Google droht an, alle Autoren gegen eine Entschädigung von 60 Euro pro Werk zu enteignen. (Die angekündigten Tantiemen aus Werbung ließen sich seitens eines Monopolisten auf beliebig niedrige Prozentsätze drücken.)
Wenn wir wieder in die Zeit des Mäzenatentums zurückkehren, wo Ackermann und Zumwinkel entscheiden, ob Günter Grass und Hans Magnus Enzensberger das sorgenfreie Überleben gesichert werden soll oder nicht, so wie Maecenas und Augustus es sich mit Horaz überlegt haben, so sehe ich persönlich nicht ein goldenes Zeitalter der Literatur voraus.
Doch das wäre zu diskutieren. Als Anregungen dazu empfehle ich aus der ZEIT vom 23.4.09 Susanne Gaschkes Beitrag zu "Diebstahl geistigen Eigentums im Internet" auf Seite 1 wie den Heidelberger Appell, der in dieselbe Richtung zielt, und andererseits Jürgen Neffes fast schmerzfreien Abschied vom Gutenbergzeitalter auf Seite 51 sowie den Blogbritrag des Wikipedianers Thomas Schindler, der Googles Vorstoß positiv f´gegenüber steht.
Der Tag, an dem die letzte Schule sich ihren Sponsor suchen muss, weil der Staat Bildung total privatisiert hat, hat mehr als Orwellsche Ausmaße.
Gegenwärtig ist noch ein anderer Vorgang aktueller: die Vergesellschaftung von Wissen. Wikipedia hat - in Nachahmung der Open-Source-Projekte bei der Computersoftware - als erste Institution in großem Umfang mit der Produktion freien Wissens begonnen. Wikisource wurde als Folge"produkt" entwickelt, eine Institution, die Texte über Internet frei zugänglich macht.
Scheinbar auf derselben Linie liegt Google mit seinem Projekt, sämtliche Bücher zu digitalisieren und über das Netz - voläufig in Auszügen - zur Verfügung zu stellen.
Für mich ist es ein ungeheurer Unterschied. Bei Wikipedia entscheiden sich Autoren freiwillig dafür, kostenlos vorhandenes Wissen konzentriert und gut geordnet im Netz zu präsentieren. Wikisource stellt - wegen Auslaufen des Copyrights - gemeinfrei gewordene Werke in seriösen Ausgaben Benutzern im Internet zur Verfügung. Google droht an, alle Autoren gegen eine Entschädigung von 60 Euro pro Werk zu enteignen. (Die angekündigten Tantiemen aus Werbung ließen sich seitens eines Monopolisten auf beliebig niedrige Prozentsätze drücken.)
Wenn wir wieder in die Zeit des Mäzenatentums zurückkehren, wo Ackermann und Zumwinkel entscheiden, ob Günter Grass und Hans Magnus Enzensberger das sorgenfreie Überleben gesichert werden soll oder nicht, so wie Maecenas und Augustus es sich mit Horaz überlegt haben, so sehe ich persönlich nicht ein goldenes Zeitalter der Literatur voraus.
Doch das wäre zu diskutieren. Als Anregungen dazu empfehle ich aus der ZEIT vom 23.4.09 Susanne Gaschkes Beitrag zu "Diebstahl geistigen Eigentums im Internet" auf Seite 1 wie den Heidelberger Appell, der in dieselbe Richtung zielt, und andererseits Jürgen Neffes fast schmerzfreien Abschied vom Gutenbergzeitalter auf Seite 51 sowie den Blogbritrag des Wikipedianers Thomas Schindler, der Googles Vorstoß positiv f´gegenüber steht.
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15.12.07
Konkurrenz für Wikipedia?
Google will eine Art Internetlexikon entwickeln, bei dem im Prinzip jeder Interessierte mitwirken kann, aber unter Herausstellung seines Namens.
Spiegel-online betont, es sei aber sicher kein Parallelunternehmen zu Wikipedia, sondern eher zu Fachzeitschriften.
Welche Einschätzung auch richtig ist, eine Frage, die Spiegel-online stellt, ist in der Tat zentral: "Wird es Google gelingen, die nötige kritische Masse zu erreichen?"
Spiegel-online betont, es sei aber sicher kein Parallelunternehmen zu Wikipedia, sondern eher zu Fachzeitschriften.
Welche Einschätzung auch richtig ist, eine Frage, die Spiegel-online stellt, ist in der Tat zentral: "Wird es Google gelingen, die nötige kritische Masse zu erreichen?"
2.7.07
Suchmaschinen im analogen Zeitalter
Am 10. und 11. Oktober 2008 soll eine Tagung über Suchstrategien der Vor-Computerzeit in Wien stattfinden. In der Ankündigung wird von Google als der "mächtigsten Marke der Welt" vor Microsoft und Coca Cola gesprochen.
Angesichts dessen erscheint der Versuch von Wikipediamitbegründer, Jimmy Wales, Google mit einem Budget von wenigen Millionen Dollar vom Thron zu stoßen, obwohl es eine an Wikipedia angelehnte Suchstrategie/technologie schon gibt, noch mutiger.
Angesichts dessen erscheint der Versuch von Wikipediamitbegründer, Jimmy Wales, Google mit einem Budget von wenigen Millionen Dollar vom Thron zu stoßen, obwohl es eine an Wikipedia angelehnte Suchstrategie/technologie schon gibt, noch mutiger.
25.4.07
Wie Texte im Internet zu neuen Autoren finden
Über die Technik "copy and paste" lässt sich leicht aus einem ergoogelten Text ein eigener machen. Nur selten freilich stellt der angeblich neue Autor freilich seinen Text gleich mit charakteristischem Fehler aus der Vorlage ins Netz.
Kommentar eines Professors dazu: "Ändern, wird es man nicht, im Gegenteil, diese Copy-paste-Technik wird an Bedeutung zunehmen. Als Dozent muss man bewerten, ob das vom Studenten abgeliefert Endprodukt als Synthese aller Einzelbauteile kohärent und originell ist." Jean-Pol Martin (Natürlich ist dies Zitat mit copy and paste hierher übernommen worden.)
Schon im September 2005 wurde in der copy-&-paste-Methode eine gefährliche Tendenz bei wissenschaftlichen Arbeiten von Anfängern gesehen und vor Google und Wikipedia als den unheimlichen Verführern gewarnt.
Kommentar eines Professors dazu: "Ändern, wird es man nicht, im Gegenteil, diese Copy-paste-Technik wird an Bedeutung zunehmen. Als Dozent muss man bewerten, ob das vom Studenten abgeliefert Endprodukt als Synthese aller Einzelbauteile kohärent und originell ist." Jean-Pol Martin (Natürlich ist dies Zitat mit copy and paste hierher übernommen worden.)
Schon im September 2005 wurde in der copy-&-paste-Methode eine gefährliche Tendenz bei wissenschaftlichen Arbeiten von Anfängern gesehen und vor Google und Wikipedia als den unheimlichen Verführern gewarnt.
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