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5.9.15

Übersetzungsprobleme in Myanmar

Es sind nicht so sehr die Wörter als die Konzepte, als die gesellschaftlichen Phänomene, die fehlen. Nicht nur Sprache prägt Denken und gesellschaftliche Wirklichkeit, sondern gesellschaftliche Wirklichkeit verändert das mit Sprache Aussagbare. Was hilft politische Korrektheit, wo die gesellschaftliche Wirklichkeit ihr den Boden entzieht. 

Failing words in Myanmar
It’s the dawn of democracy in Myanmar. If only the Burmese had their own word for it.  As this former dictatorship opens to the world, language is a stumbling block.  
For half a century, Myanmar was so cut off from the outside world that people were jailed for owning an unauthorized fax machine. As the rest of the world was hurtling into the information age, the strict censorship of publications, limited access to global media and creaking connections to the Internet stunted the evolution of the Burmese language, leaving it without many words that are elsewhere deemed essential parts of the modern political and technical vocabulary.
For example, there's democracy:
The English word democracy was subsumed into the Burmese language decades ago — it is pronounced dee-mock-rah-SEE — but for many Burmese it remains a foreign and somewhat abstract concept.

Of course, English borrowed democracy around 1500 from Middle French democracie, and the French borrowed it in their turn from post-classical Latin democratia, which in turn borrowed it from ancient Greek δημοκρατία. And Myanmar is far from the only place in the world where democracy "remains a foreign and somewhat abstract concept".

Those Who Would Remake Myanmar Find That Words Fail Them

[...] When foreign experts recommended that the government pass a computer privacy law, Burmese translators scratched their heads because there is no precise translation for privacy in Burmese. The very idea may not exist, possibly because there is little privacy in a society in which people traditionally lived and slept in common areas. [...] 
Rule of law “is not an attractive concept,” said U Pe Myint, a commentator and columnist. “We do not usually equate the rule of law with justice. It has connotations of pacifying, subjugating people. I think most people don’t really understand what it means.” [...] 

Younger Burmese are growing up exposed to modern technology and foreign concepts, creating a gulf of vocabulary between generations.
A 21-year-old developer who creates apps for Android phones, Daw Ei Myat Noe Khin, says her job is bewildering for some members of her family.
“When I talk about my work to my mother and her friends, I can’t explain it in Burmese,” she said.
“There is no word in Burmese for developer, so I used the English word programmer,” she said. “If they don’t understand programmer, I say, ‘It’s what is inside your phone and makes it work.’ ”
“They say, ‘Oh, it’s something to do with computers!’ 
” And they say it using the English word. There is no Burmese word for computer. Or phone, for that matter.

Failing words in Myanmar (Fortsetzung)
Younger Burmese are growing up exposed to modern technology and foreign concepts, creating a gulf of vocabulary between generations.
A 21-year-old developer who creates apps for Android phones, Daw Ei Myat Noe Khin, says her job is bewildering for some members of her family.
“When I talk about my work to my mother and her friends, I can’t explain it in Burmese,” she said.
“There is no word in Burmese for developer, so I used the English word programmer,” she said. “If they don’t understand programmer, I say, ‘It’s what is inside your phone and makes it work.’ ” [...]
As this example illustrates, the whole discussion is not about vocabulary items, but about concepts. Ryan Weller, who sent in a link to the article, observed that
It's a classic "no word for X" article, asserting that one of the challenges in reforming Burma is that there are no "native" Burmese words for things like "computer" or "democracy." In my experience working with Burmese refugees, they understand perfectly well what a "computer" is despite the word's foreign origin.
Indeed, the Japanese seem to have managed the modern world pretty well, despite having borrowed the English word コンピューター (konpyuutaa = "computer") and made up a word for telephone out of Chinese parts (電話 denwa = diàn huà), which the Chinese took back in their turn. Not that computer and telephone are anglo-saxon words to start with…
All in all, a worthy addition to our "'No word for X' archive".


Fontanefan:
Es geht also nicht einmal so sehr um Übersetzungs- als um Gesellschaftsprobleme.

29.12.11

Von den Möglichkeiten des Internets

Diktaturen werden gestürzt, demokratische Netzwerke aufgebaut, jede künstlerische Idee - ob in der bildenden Kunst, in Musik oder Literatur - kann rasch erprobt und ihr Ergebnis sofort verbreitet werden. Unternehmer finden Kapitalgeber "in  Sekundenbruchteilen", so weit Frank Schmiechen in der WELT in dem Artikel "Die Digitalen kommen".
Zu den Gefahren des Internets meint er:
Aber stellen Sie sich vor, jemand hätte Thomas Alva Edison nach der Erfindung der Glühlampe mit erhobenem Zeigefinger gesagt: "Toll, Mr Edison. Sie haben uns das wundervolle Licht in die Dunkelheit gebracht. Aber man kann sich ja so leicht die Finger an der heißen Glühbirne verbrennen."

Ich bin da skeptischer, wie mein voriger Blogbetrag zeigt. Aber Schmiechen verweist zu Recht auf die positiven Möglichkeiten, ausführlich und ein bisschen blauäugig.
Edison konnte nichts über den Zusammenhang zwischen seiner Erfindung und dem Klimawandel wissen. Wir sollten heute als Gesellschaft die Möglichkeiten wie die Gefahren in den Blick nehmen und uns weder auf den Tunnelblick der Begeisterten noch auf den der Verächter einschränken lassen.

9.10.11

Abschied von den Menschenrechten?

DEM STAAT IST ERLAUBT, COMPUTER ZU ÜBERWACHEN UND AUSZUSPÄHEN.

Das ist - in engen Grenzen - vom Bundesverfassungsgericht abgesichertes staatliches Recht.
Die Würde des Menschen ist durch staatlich produzierte Programme zu beseitigen. Das ist nach Analyse des Chaos Computer Clubs das Ergebnis einer Untersuchung der bundesdeutschen Überwachungssoftware.

Denn jeder - das besagt das Untersuchungsergebnis -, der das dafür notwendige Know-how  hat, kann auf den Computer eines gesetzestreuen Bürgers Beweismaterial laden, das ihn schwerster Straftaten überführt.
Damit besteht für einen verantwortungsvollen Richter nur noch die Alternative, jedes per Computerüberwachung festgestellte Beweismaterial unabhängig von der Glaubwürdigkeit des Angeklagten zu akzeptieren oder gar keines mehr. Die Ergebnisse solcher Überwachung werden somit entweder vollständig gerichtsuntauglich oder sie können jedes Opfer eines solchen Computerangriffs zum öffentlichen Verbrecher machen, ohne jede Chance auf Rehabilitation.
Was Strauss-Khan passiert ist, droht künftig also jedem von uns. Die Unsicherheit der Öffentlichkeit, ob es sich um Verbrecher oder Opfer handelt, ist für den Rest seines Lebens nicht mehr auszuräumen.

Wird es dem Staat nach dieser Analyse noch möglich sein, das Vertrauen in ihn wieder herzustellen?

Die Hintergründe und Zusammenhänge werden bald ausführlich behandelt werden, daher zunächst nur zwei Links.: 1 und 2

Nachtrag vom 10.10.:

Der Staatstrojaner wurde vom LKA Bayern verwendet. Von wem sonst ist noch unklar.
Zur Analyse des Trojaners (pdf)

Linkhinweise von Antonie:


Trojanererläuterungen von faz.net

100x eingesetzt


Staatstrojaner in 3 Minuten-Video erklärt...
aus Caschys-Blog

und Hintergrundartikel aus Spiegel-Online

Artikel und Video aus WDR

sowie einen Artikel von Schieb

5.3.10

Pädagogik und Twitter

Ein Unterschied zur Talkshow war: wenn sich die Teilnehmer ins Wort fielen, so niemals aggressiv, mitnichten, sie wussten nur nicht, dass der andere noch sprach. Und wenn es Pausen gab, so nicht, weil sie nichts zu sagen gewusst hätten, sondern sie blieben eifrig am Twittern. Es wusste nur niemand, dass sein Mikrophon freigegeben war. So war die Diskussionsrunde am Abschluss des Twitter-Voodoo-Tages. Beachtenswert für mich besonders, wie auf Benjamin Jörissens Bemerkung, er werde einen Link zu Mike Wesch heraussuchen, wenn er nicht mehr rede und deshalb an anderes denken müsse, in einem Tweet der Link erschien, während er noch sprach, und er sich kurz bedankte sowie Weschs eigene Seite hinzufügte.
Was die Bildungsreporter sonst noch zusammengetragen haben, kann man in Spannagels Blogbeitrag erlinken. Seine Moderation der Diskussionsrunde war wieder sehr gelungen. Nur die Technik funktionierte mal wieder nicht, wie ich es von Internetveranstaltungen nun sattsam gewohnt bin. So viele Internetfreaks sind beisammen, und es läuft nicht. Als wollten alle warnen, dass man ja keine Computer im Unterricht einsetzen sollte, weil man dann 50% der Energie und 50% der Unterrichtszeit an die Technik verlöre. Dabei sind es im Schnitt meiner Erfahrung nach nur 15%. (Es sei denn, man hat Profis angeheuert, die die Netzwerkbetreuung übernehmen. Dann fängt man sich Viren ein, die den Betrieb wochenlang lahmlegen, weil die Fachkollegen neben dem laufenden Unterricht jeden einzelnen Computer virenfrei bekommen müssen. So geschehen in ... - wird nicht verraten; denn die LUSD ist noch viel schlimmer als diese professionelle Netzwerkbetreuung.)

7.2.10

Die Fortschrittsbilanz wird meist verspätet gezogen

Chancen für den papierlosen Schreibtisch? Die Hilfsmittel werden zwar besser, aber ich sehe noch nicht, wie sie wirklich Papier sinnvoll ersetzen können. Bisher stehen sie immer daneben.

'Erziehung das bedeutet im digitalen Zeitalter vor allem Medienkompetenz, denn in der digitalen und der realen Welt kann nur bestehen, wer Informationen bewerten und mit ihnen umgehen kann.' (leicht verkürztes Zitat aus digital natives in 3sat vom 4.2.10) - Weder geht es bei Erziehung um Informationsbewertung, noch wird Informationsbewertung mit Hilfe des Mediums gelernt. Gedankliche Unschärfe nimmt zu, wenn weniger mit schriftlichen Texten als mit Bildern und gesprochener Sprache gearbeitet wird. Dabei bestreite ich nicht, dass gerade diese Unschärfe zu schnellerer Bildung von Modellen und Konzeptionen führen kann.
Verluste treten auf, die Gewinne werden auf manchen Bereichen größer sein. Die Gewinn-Verlust-Rechnung wird erst aufgemacht, wenn die Verluste nur noch beschrankt rückgängig gemacht werden können. Da es schon immer so war, haben wir Menschen aber die Fähigkeit entwickelt, uns damit zu beruhigen, dass die Gewinne größer seien.
Eine Ausnahme: Wirtschaftswachstum. Da kommt mehr und mehr zur Sprache, dass immer öfter eine Negativbilanz für die Gesellschaft entsteht.

30.8.09

Wie man eine Elite einkauft

In den USA gibt es wie in Europa Akademikerarbeitslosigkeit. Besonders schlimm ist es aber mit dem akademischen Nachwuchs. Wem früher die Habilitation offen stand, für den ist es heute schwer, ein Promotionsstipendium zu bekommen. Glücklicherweise gibt es nun aber in den USA eine Stiftung, die großzügige Promotionsstipendien vergibt, richtige Gehälter, von umgerechnet $ 10 000 im Jahr. Und außerdem arbeitet sie mit einem Institut zusammen, das hervorragende Arbeitsbedingungen bietet: großzügig ausgestattete Labors, die leistungsfähigsten Computer. Natürlich fördert sie nur die begabtesten Studenten, Leute, die in einer normalen Studienzeit zwei bis drei verschiedene Studien abschließen und nebenher noch Zeit zur Einarbeitung in Spezialgebiete finden. Aber auch für den Begabtesten der Begabten sind solche Stipendien natürlich hochattraktiv. So auch für D., mit 23 Jahren bereits Absolvent zweier naturwissenschaftlicher Studiengebiete, außerdem Spezialist für Computer und Laser. Befreundet mit der Studentin E., mit der ihn das politische Engagement gegen die atomare Rüstung verbindet. - Das neue Institut, an dem er arbeitet, steht etwas abseits. Man kann sagen in der Wüste. Seine Freundin kann er nur noch an Wochenenden sehen, wenn überhaupt. Was er ihr vom Computer vorschwärmt, dem leistungsfähigsten, den er, der Computerexperte, je gesehen hat, kann sie nicht verstehen.
Ihre Frage: "Wofür arbeitest du denn?" kann er nicht verstehen, wo doch die Arbeit so hochinteressant und faszinierend ist. Doch antwortet er ihr und versucht ihr die Faszination des Computerprogramms, das er entwirft, klarzumachen. Sie versteht das Programm nicht, aber sie sieht, dass er fasziniert ist. Ihn interessiert ihre politische Arbeit nicht mehr so, das Programm, sein Programm, hat ihn gepackt. Wie Hunderte hochbegabter junger Wissenschaftler (meist unter 30) in diesem Institut lebt er ganz der Arbeit. Nur noch zum Essen verlässt er kurz den Computer. Schnell zum Kühlschrank, ein Brot mit Erdnussbutter bestrichen und weiter. Seine Freundin wird eifersüchtig - auf das Programm. Sie stellt fest, was er inzwischen auch weiß, dass das Institut ganz auf militärische Forschung ausgerichtet ist. Er arbeitet am Star-Wars-Programm (Strategig Defence Initiative - DSI). Sie stellt ihn zur Rede, erinnert ihn an ihre gemeinsamen politischen Überzeugungen - von früher. Er spricht von der Faszination des Programms. Sie hadert mit ihm. Da gelingt ihm der Durchbruch. Der Superlaser, der Laser, der feindlichen Raketen vernichten kann! Er hat ihn erfunden. Präsident Reagan kann seine berühmte Star-Wars-Rede halten. Und er - noch nicht dreißig - erhält höchste wissenschaftliche Anerkennung. Wäre seine Erfindung nicht für das Star-Wars-Programm, er erhielte sicher den Nobelpreis dafür. Die Geschichte - ein modernes Märchen - ist wirklich geschehen. Die E., seine Freundin, hat sie erzählt. Natürlich ist die Freundschaft jetzt zerbrochen. Doch nicht nur das ist es, was sie bekümmert: Die Höchstbegabten des ganzen Landes werden eingekauft, für £ 30.000 pro Stück, eigentlich ganz preiswert. Sie werden geködert mit dem faszinierenden Supercomputer. Und benutzt für die Rüstungsindustrie.

Um die Arbeitslosigkeit, um den Umweltschutz, um die Dritte Welt mögen sich die Zweitklassigen kümmern. Unsere Elite gehört dem Computer und der Rüstung. Sie meinen, so leicht sei es nicht, Menschen einzukaufen? Sind Sie so sicher? Sind Sie jung, intelligent und computerbegeistert, mit Geld etwas verwöhnt, aber im Augenblick noch ohne Stellung? Etwa ein Viertel aller Wissenschaftler der Welt (manche Schätzungen liegen bei einem Drittel) arbeitet direkt oder indirekt an Rüstungsprojekten mit.

Computer und Arbeitslosigkeit

Tausende von Problemen werden mit dem Computer wie spielerisch gelöst; aber die Arbeitslosigkeit zu verhindern, die er schafft, weil er viele Menschen als Problemlöser arbeitslos (redundant, d.h. scheinbar überflüssig) macht, diese Arbeitslosigkeit zu verhindern gelingt ihm nicht. Genauer gesagt: sie ist ein Problem, mit dem die Menschen nicht fertig werden, nicht trotz der Computerhilfe, sondern wegen ihr. Weil sie mit dem Computer nicht fertig werden.

Umweltschutz und Computer

Als der Mensch die Erde zu seiner Sklavin machte, zerstörte der Mensch auch immer mehr ihre Fähigkeit, für sich selbst Vorsorge zu treffen. Er übernahm die Verantwortung, die Natur zu lenken, eine Verantwortung, von der wir heute wissen, dass er sie nicht tragen kann. Umweltschutz ist der Versuch, die Selbststeuerung der Natur wiederzugewinnen. Wir wissen nicht, ob die Tatsache, dass er so wenig Fortschritte macht, nicht vielleicht bedeutet, dass es schon zu spät ist. Die Rohstoffe sind nahezu erschöpft, und das Gleichgewicht der Natur ist erheblich gestört. Da kommt mit den Mikroprozessoren, mit dem Chip, mit dem Computer plötzlich die Chance, Produktivität zu erhöhen, ohne vermehrt Rohstoffe zu verheizen. Die Möglichkeit, Vorgänge berechenbar und damit beherrschbar zu machen, die vordem zu kompliziert dafür erschienen. Die Rettung.

3.8.09

Was Computer leisten

"Die Lehrerinnen und Lehrer haben mehr Zeit, sich erzieherisch mit einzelnen Kindern zu befassen, manchmal eine ganze Viertelstunde lang, ohne daß die anderen von ihren Aufgaben abgelenkt werden. Und trotzdem leidet die unterrichtliche Kommunikation nicht. [...] Lisa und Julian lernen ganzheitlich zu denken und zu handeln. Sie lernen Folgen zu bedenken und ausgewogen zu handeln. [...] Tatsächlich können seit der Jahrtausendwende alleine wegen der Finanzierungsprobleme in Deutschland nicht mehr alle frei werdenden Stellen in der Lehre besetzt werden. Aber die meisten Beteiligten anerkennen, daß diese Einschränkung nicht automatisch zu einem Qualitätsverlust oder einer spürbaren Einschränkung der Studienqualität führte. Im Gegenteil, nach einer angemessenen Zeit der Einstellung auf die neuen Möglichkeiten und Methoden wurde überwiegend ein Zugewinn an Lernqualität anerkannt."
So weit ein Bericht vom 25. Mai 2004.

Abgedruckt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem Bericht über die Cebit von 1995. Darüber, was Computer den Lehrern seit 1995 so alles beschert haben, kann man in diesem Blog z.B. unter dem Schlagwort LUSD nachlesen.
Dabei blogge ich viel zu lange und arbeite ich viel zu gern mit Wikis, als dass ich leugnen wollte, dass mit Hilfe von Computer und Internet viele neue Unterrichtsmöglichkeiten hinzugekommen sind. (Web 2.0)
Aber den Prognosen, dass Computer im Bildungsbereich Personal einzusparen helfen würden oder gar Erziehungsprobleme lösen könnten, sollte man besser misstrauen. Nicht zuletzt mein letzter Blogeintrag zu den Folgen der Verbreitung der SMS als Kommunikationsmittel weist in eine andere Richtung.

Ergänzend darf ich auf die Erfahrungen hinweisen, die Microsoft mit neuen Computerprogrammen gemacht hat:
Bob, die intelligente Computersteuerung, Spot, die Uhr, die abhängig von der Uhrzeit dem Besitzer Informationen liefern sollte, die seinen persönlichen Vorlieben entsprechen, Barney, der Comiocsaurier für Lernsoftware, Mira, das Display, mit dem man, statt ein Notebook herumzutragen, seinen Computer aus der Entfernung bedienen können sollte, der MSX-PC, der UMPC Kleinstcomputer und die Tablet PC Edition, alles Flops.

Ein anderes eindrucksvolles Beispiel für Fehlleistungen von Computerprogrammen bieten die Kfz-Zulassungsstellen. Seit dort ein Bearbeitungsprogramm des staatlichen Rechenzentrums eingeführt worden ist, erhöhten sich die Bearbeitungszeiten pro Fall um über 100 Prozent (statt ca. Minuten im Juli 2009 auf ca. 55 Minuten). Im Kreis Darmstadt-Dieburg wurden kurz nach Einführung des Programms "Kfz 21" des Tochterunternehmens des staatlichen Rechenzentrums Ekom 21 200 Kennzeichen-Nummern doppelt vergeben, weil sie fehlerhaft ins Archiv verschoben worden waren. Bei der Umstellung auf ein besseres Programm muss freilich mit Umstellungsschwierigkeiten gerechnet werden, die zwischenzeitlich eine noch höhere Bearbeitungszeit zur Folge haben werden.

9.1.09

Ersatz für abwesende Väter

Ersatz für abwesende Väter hat die US-Army in Auftrag gegeben. Dann zählt der Spruch "Samstag gehört Papi mir" nicht mehr. Das Kind hat ja seinen virtuellen Ersatzpapa, und die Wirtschaft kann endlich die 7-Tage-Woche für alle Nicht-Arbeitslosen einführen.

5.12.08

Computernostalgie

Auch wenn die Bilder nicht lange über diesen Link erreichbar sein werden, ein wenig Nostalgie mit "good old Microsoft" leiste ich mir mit diesem Link auf die SZ.

25.10.08

Vokabelkasten im Computer

Das Prinzip des Vokabelkastens setzt ein polnischer Informatiker in einem erfolgreichen Computerlernprogramm ein. So wie es beschrieben ist, fagt man sich, warum es das noch nicht schon länger gibt. Denn das, was an Programmen oft am längsten braucht, die Bedienerführung, ist offenbar bei diesem Programm noch in den Kinderschuhen.

18.12.07

Microsofts Fehler

Während sich ein Start-up-Unternehmen gar keine Fehler leisten darf, kann sich ein Mittelständler schon einmal vertun, ohne dass es für das Unternehmen das Aus bedeutet. Die Großunternehmen können sich noch weit mehr leisten: Bekannt ist das von Daimler, das sich mit Chrysler einen Milliardenverlust einkaufte, ihn dann aber relativ gut wegsteckte, weil es den Staat kräftig an seinen Verlusten beteiligte.
Die Flops von Microsoft sind weitgehend vergessen. Spiegel-online hat sie mal wieder ans Tageslicht gezogen: Bob, die intelligente Computersteuerung, Spot, die Uhr, die abhängig von der Uhrzeit dem Besitzer Informationen liefern sollte, die seinen persönlichen Vorlieben entsprechen, Barney, der Comiocsaurier für Lernsoftware, Mira, das Display, mit dem man, statt ein Notebook herumzutragen, seinen Computer aus der Entfernung bedienen können sollte, der MSX-PC, der UMPC Kleinstcomputer und die Tablet PC Edition, alles Flops.

10.10.07

Physiknobelpreis

Dass ein Deutscher den Physiknobelpreis bekommt, ist so erstaunlich nicht. Aber dass er ihn für eine Forschungsergebnis bekommt, das er in Deutschland erreicht hat, ist höchst erstaunlich und erfreulich.
Dass man von der Anwendbarkeit seiner Forschungsergebnisse bei der Herstellung von Festplatten mit mehreren Gigabyte gehört hatte und sich insofern sogar irgendetwas darunter vorstellen kann, macht die Nachricht noch reizvoller.