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7.9.19

Harari: Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen - Eine Geschichtssicht, die den Klimawandel als irrelevante Episode außer Acht lässt

Harari: Homo Deus ist anregend. 

Kapitel 1: Die neue menschliche Agenda
Hunger, Krankheiten und Seuchen, ja sogar Kriege sind weitgehend eingedämmt. (dazu vgl. Rosling: Factfulnes) Als nächstes Ziel "werden die Menschen vermutlich ernsthaft nach der Unsterblichkeit greifen". (S.39) - 
Harari geht davon aus, dass es keine ethischen und politischen Hemmnisse dagegen geben wird, Reichen auf Kosten der Armen die "Unsterblichkeit" zu verschaffen (er präzisiert: die natürliche Lebensbegrenzung abzuschaffen). (S.51)
Entsprechend werde das "biochemische Streben nach Glück [...] auch Politik, Gesellschaft und Wirtschaft verändern" (S.69)
In diesen Passagen klingt Harari wie weiland der Zukunftsforscher Herman Kahn, der 1967 durch reine Trendverlängerung die Zukunft für das Jahr 2000 voraussagte, mit grotesken Fehleinschätzungen. Die Einschränkungen durch das bevorstehende Ende des Einsatzes fossiler Energiequellen erwähnt Harari zwar, aber was das für eine Veränderung von Forschungs- und Industrieaktivitäten bedeuten könnte, übergeht er.
Im Folgenden schwankt Harari zwischen Prognose und Freiheitsversprechen.
"Weil niemand mehr das System versteht, kann niemand es stoppen.
Wenn es uns [...] doch gelingen sollte, auf die Bremse zu treten, wird unsere Wirtschaft samt unserer Gesellschaft zusammenbrechen. [...] die moderne Wirtschaft [braucht], um zu überleben, fortwährendes und grenzenloses Wachstum." (S.86)
"Gerade weil wir, was den Einsatz neuer Technologien angeht, über gewisse Entscheidungsfreiheiten verfügen, sollten wir darüber Bescheid wissen, was passiert." (S.92)
"Je mehr wir wissen, desto weniger können wir vorhersagen." (S.94)
Und das begründet er damit, dass neues Wissen genutzt werde, "um auf neuartige Weise zu agieren [...] Denn wozu dient neues Wissen, wenn es keine neuen Verhaltensweisen nach sich zieht? Sobald die Menschen aber ihr Verhalten ändern, werden die ökonomischen Theorien obsolet." (S.94)
Dabei klammert er das Wissen über den Klimawandel aus. Denn so logisch es gewesen wäre, aufgrund dieses Wissens, das Verhalten entscheidend zu verändern, ist seit der Klimakonferenz 1992 nichts Einschneidendes passiert. 
Andererseits, Harari selbst hält an der These fest, die moderne Wirtschaft brauche, "um zu überleben, fortwährendes und grenzenloses Wachstum." und das, obwohl gerade grenzenloses Wachstum mit mathematischer Sicherheit zum Zusammenbruch führt. Er führt also an sich selbst vor, dass neues Wissen mitnichten zu neuen Verhaltensweisen führen muss. 
Doch wie kategorisch er auch manches behauptet, um seine Prognose zu begründen, schreibt er dann doch zu Recht:
"Die wirkliche Zukunft - also die Zukunft, die aus den neuen Ideen und Hoffnungen des 21. Jahrhunderts erwächst - könnte eine völlig andere sein." (S.108)
Mit dieser Ankündigung zur Glaubwürdigkeit seiner Hypothese beginnt er dann seine Darstellung.

Teil I: Homo sapiens erobert die Welt 

Dass politische Einheiten Fiktionen bzw. nur intersubjektive Wirklichkeit sind, scheint zwar ein alter Hut. Aber die Wirksamkeit von Fake News lässt sich durch  die Tatsache, dass belegte Tatbestände und Fake News beide intersubjektive Wahrheiten sind, besser erklären. Dasselbe gilt für das Aufkommen vielfältiger Geschlechtsidentitäten, für den raschen Wandel von bestimmten Sexualverhalten als strafwürdig oder als akzeptierte Varianz (und umgekehrt). 
Dennoch reibe ich mich an manchem. 

Teil II: Homo sapiens gibt der Welt einen Sinn
Kapitel 4: Die Geschichtenerzähler
Harari schreibt über die Kongokonferenz 1884/85, die Europäer bemerkten in Afrika, dass die "Grenzen der geographischen [...] Wirklichkeit nicht gerecht wurden." (S.263/64) und fährt fort: "Als die schriftlichen Fantasien europäischer Bürokratien auf die afrikanische Wirklichkeit trafen, hatte sich die Wirklichkeit zu fügen." (S.265)

Nicht die geographische Wirklichkeit veränderte sich, sondern die intersubjektive Wirklichkeit erwies sich mittelfristig für die gesellschaftliche Wirklichkeit wichtiger als die objektiven geographischen Gegebenheiten. Doch selbst so intersubjektive Phänomen wie die Sprachgemeinschaften veränderten sich sich in über 100 Jahren so wenig, dass in vielen Staaten noch immer keine gemeinsame Sprache existiert und die Amtssprache nur sehr beschränkt Verständigung ermöglicht. Von objektiven Wirklichkeiten ganz zu schweigen.

Hararis Argumentation mit der Wirksamkeit von Abiturzeugnissen (S.268) ist angesichts des Streits über die Validität von Zeugnissen anderer Bundesländer etwas problematisch. Dass ein Promotionsurkunde zum Karrierehindernis werden kann, passt noch weniger in sein Bild. 
Intersubjektive Wirklichkeiten lassen sich eben doch erschreckend schnell verändern, während die objektive Wirklichkeit auch der elegantesten Ableugnung nicht zu folgen pflegt. 

Kapitel 5: Das seltsame Paar
Gott fälschen
Die klare Trennung zwischen moralischem Urteil, Tatsachenfeststellung und praktischer Anweisung [S.299] ist hilfreich. Die deutlichen Aussagen, zu denen er aufgrund dieser Trennung kommt, m.E. ebenfalls. Für mich bemerkenswert seine Bewertung der Zerstörung des jüdischen Tempels 70 n.Chr.: "Das traditionelle Judentum - ein Judentum der Tempel, der Priester und der Köpfe spaltenden Krieger - verschwand. An seine Stelle trat ein neues Judentum der Bücher, der Rabbiner und der Haare spaltenden Gelehrten." (S.304) - Wenn er als deren Hauptleistung die Interpretation (S.305) herausstellt, so stellt er sich als Historiker in ihre Tradition. Doch macht er damit klar, dass er nur selten Tatsachenfeststellungen machen kann und dass seine Hauptarbeit eben Interpretation ist. 
[Freilich ist es recht mutig, zu behaupten, zur Zeit des babylonischen Talmud habe Interpretation und das Haare spalten keine große Rolle gespielt. Die Autoren des Talmud waren m.E. durchaus keine Exekutoren der mosaischen Gesetze, sondern sehr wohl mit umfassender Interpretation beschäftigt.]
"Der Religion geht es vor allem um Ordnung. Ihr Ziel ist es, eine Gesellschaftsstruktur zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Der Wissenschaft geht es in erster Linie um Macht. Sie will Macht erlangen, um Krankheiten zu heilen, Kriege zu führen und Nahrungsmittel zu produzieren. Als Individuen mag Wissenschaftlern und Priestern die Wahrheit ungeheuer wichtig sein; doch als Kollektivinstitutionen stellen Wissenschaft und Religion Ordnung und Macht über die Wahrheit. [...] 
Die moderne Gesellschaft glaubt an humanistische Dogmen und nutzt die Wissenschaft nicht, um diese Dogmen infrage zu stellen, sondern um sie zu implementieren." (S.310)

Kapitel 6: Der moderne Pakt
"Die Moderne ist eine Übereinkunft. [...] Die Menschen stimmen zu, auf Sinn zu verzichten, und erhalten im Gegenzug Macht." (S.311)
"Ja, wir Modernen haben versprochen, im Austausch für Macht auf Sinn zu verzichten, aber es gibt niemanden da draußen, der uns auf unser Versprechen festnageln kann. Wir glauben, wir sind schlau genug, um alle Vorteile des modernen Deals zu genießen, ohne den Preis dafür zu zahlen." (S.315)
In diesem Abschnitt geht die Darstellung in Populärphilosophie über. 
Auf S.332 kommt Harari auf den "ökologischen Kollaps" zu sprechen und schreibt "womöglich bedroht er die menschliche Zivilisation sogar in ihrer Existenz.
Diese Gefahr ließe sich verringern, wenn wir Fortschritt und Wachstum verlangsamen." (S.322) 
Zu recht bemerkt er: "wenn es zur Katastrophe kommt, leiden die Armen fast immer mehr als die Reichen, auch wenn es zuallererst die Reichen waren, die die Tragödie verursacht haben." (S.335) Dass die Politiker nichts Ernsthaftes unternehmen, begründet er hier nicht damit, dass Ingenieure "eine Hightech-Arche für die Oberschicht bauen" könnten. Und den Armen sei die Gegenwart halt wichtiger als die Zukunft. 

Kapitel 7 Die humanistische Revolution
Hier beginnt aus meiner Sicht Hararis Darstellung in Boulevardjournalismus zu verflachen. Treffend noch seine Beobachtung, moderne Menschen, die dem folgen, was er Humanismus nennt (also eine Anschauung, wonach nicht eine übermenschliche Autorität regiert, sondern die Menschen selbst sich als oberste Autorität verstehen).  rechtfertigen Entscheidungen "im Namen menschlicher Gefühle und nicht im Namen heiliger Schriften und göttlicher Gebote." (S.350)

Wenn er dann aber drei "Sekten" (S.382), später spricht er von "Splittergruppen" (S.405) des Humanismus unterscheidet, den liberalen, den sozialistischen und den evolutionären Humanismus, dann fällt es mir schwer, das noch ernst zu nehmen. Seine historischen Kenntnisse lässt er hier offenkundig beiseite, um Pappkameraden aufzubauen. 

"Religion und Technologie tanzen immer einen grazilen Tango. [...] sie hängen aneinander und können sich nicht zu weit von einander lösen. [...]Ohne religiöse Überzeugungen können die Lokomotiven nicht entscheiden, wohin die Reise geht." (S.414)
Vgl. dazu Böckenförde-Theorem: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ (Böckenförde: Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation. in: Recht, Staat, Freiheit. Studien zur Rechtsphilosophie, Staatstheorie und Verfassungsgeschichte, st Wissenschaft 914. 1991,S. 92–114)

"[...] traditionelle Religionen [stellen] keine wirkliche Alternative zum Liberalismus 

dar. In ihren Schriften findet man nichts über Gentechnologie [... sie ] sie begreifen 
die jüngsten Errungenschaften in der Biologie [...] nicht." (S.425)

Teil III Homo sapiens verliert die Kontrolle (S.429 ff)
Kapitel 8 Die Zeitbombe im Labor
"Im Jahr 2016 wird die Welt vom liberalen Pakt aus Individualismus, Menschenrechten, Demokratie und freiem Markt beherrscht. Doch die Wissenschaft untergräbt die Grundfesten der liberalen Ordnung." (S.431)

Wer ist Ich? (S.445 ff)
Ausführlich referiert Harari Ergebnisse der Gehirnforschung, die gezeigt haben, dass Handlungsimpulse entstehen, bevor sie bewusst werden (was bei Reflexhandlungen oder bei gut eingeübten komplizierten Handlungen - etwa beim Klavierspielen - auch ohne Gehirnforschung zu studieren war) und erläutert, dass bei einer Trennung der beiden Gehirnhälften diese zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, um nachzuweisen, dass es keine
"einzige klare und authentische / Stimme [gibt] die mein wahres Selbst ist und die Quelle allen Sinns und jeglicher Autorität im Universum darstellt". (S.445/46)
Außerdem führt er den Unterschied vom "erlebenden Selbst" und dem "erinnernden Selbst" (S.450-58) an. So als ob nicht schon Paulus davon gesprochen hätte, dass er tut, was er nicht will (Römerbrief 7,15) und Goethes Faust nicht über die zwei Seelen in seiner Brust geklagt hätte. (Er selbst verweist darauf, dass das erinnernde Selbst Pläne schmiede, die vom erlebenden Selbst durchkreuzt werden.)
Die Manipulierbarkeit der Gehirnströme gilt ihm als Beweis, dass nur naturwissenschaftlich messbare Vorgänge ernst zu nehmen sind und kulturelle Einflüsse reine Ideologie. (S.433)

Kapitel 9 Die große Entkoppelung
"Es ist bezeichnend, dass schon heute die Mehrheit der Bürger in vielen asymetrischen Konflikten darauf reduziert wird, als menschliche Schutzschilde gegen hoch entwickelte Waffen zu fungieren." (S.475)

Die nutzlose Klasse (S.488ff)
"Die aktuelle wissenschaftliche Antwort [...] lässt sich in drei einfachen Prinzipien [offenbar gemeint: Aussagen] zusammenfassen:
1. Organismen sind Algorithmen. Jedes Tier - darunter auch Homo sapiens - ist eine Ansammlung organischer Algorithmen [...]
3. Deshalb gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass organische Algorithmen Dinge tun können, die nicht-organische Algorithmen niemals besser könnten." (S.490)
Harari lässt im Unklaren, ob er einen Unterschied zwischen "Bescheid wissen" (S.504, 506) über eine Person und sie "verstehen" (S.505) sieht. So als ob die genauere Kenntnis über "Medikamentenkonsum" und "Größe ihrer sozialen Netzwerke" eine Software dazu führen könnten, eine Person besser zu verstehen als sie sich selbst. (S.522)

Vom Orakel zum Souverän, S.524
Harari nimmt eine Entwicklung in den Blick, wo Cortana von einer Informationsquelle zum Berater und dann sogar zum Entscheider wird. (S.525ff)
[Auf mich wirkt dieser Gedanke besonders futuristisch, da ich mir zwar manchmal Empfehlungen von Amazon, die während eines Buchkaufs ansehe, während ich mich jedes - zum Glück seltene - Mal, wo ich bei einer Suche im Computer versehentlich auf Cortana einschalte, ärgere, weil sie meine Suchanfragen fast nie versteht und wenn, dann nur völlig banal beantwortet.]
"Die neuen Technologien des 21. Jahrhunderts könnten somit die humanistische Revolution rückgängig machen, indem sie die Menschen ihrer Macht berauben und stattdessen nicht-menschliche Algorithmen damit betrauen. Wenn diese Entwicklung Sie erschreckt, dürfen Sie die Schuld daran nicht den Computerfreaks geben. Die wirkliche Verantwortung liegt bei den Biologen. Denn diese gesamte Entwicklung wird von biologischen Erkenntnissen deutlich stärker vorangetrieben als von der Computerwissenschaft. Es sind die Biowissenschaften, die zum Schluss gekommen sind, dass Organismen Algorithmen sind. [...]  Doch weil die Biologen zu dem Schluss kamen, dass Organismen Algorithmen sind, rissen sie die Mauer zwischen dem Organischen und dem Anorganischen ein, sie verwandelten die Computerevolution, die zunächst eine rein mechanische Angelegenheit war in eine biologische Umwälzung und verschoben die Macht von einzelnen Menschen auf vernetzte Algorithmen. (S.529/30) [...] 
"Im 21. Jahrhundert ist es viel wahrscheinlicher, dass sich das Individuum still und leise von innen heraus auflöst und nicht von einem äußeren Big Brother brutal zugeschlagen wird." (Seite 530)
Dies ist eine der wenigen Passagen, wo Harari als Gesellschaftswissenschaftler eine Interpretation menschlichen Denkens aus Computeranalogie für problematisch hält und das, was er weithin als gültige Beschreibung der Wirklichkeit vorträgt, für ethisch fragwürdig hält.

Ein Blick auf Hararis weitere Überlegungen anhand des Wortlauts der Wikipedia: 
"Schließlich können die neuen Technologien des 21. Jahrhunderts das Individuum seiner Macht berauben und stattdessen nicht-menschliche Algorithmen damit betrauen. Die Folge wäre eine Masse nutzloser Menschen und eine kleine Elite optimierter Übermenschen.
[...] Die menschliche Vorstellungskraft ist lediglich das Produkt biochemischer Algorithmen. Das homozentrische Weltbild des Humanismus wird durch eine datazentrische Weltsicht ersetzt. Bewusste Intelligenz wird durch überlegene nicht-bewusste Algorithmen ersetzt."
(Harari: Homo Deus (Wikipedia)

Interessante Passagen:
 Kurzfassung der Geschichte aus der Sicht der Datenverarbeitung (S.579f.)

"Wie der Kapitalismus begann auch der Dataismus als neutrale wissenschaftliche Theorie, doch nun mutiert er zu einer Religion, die für sich in Anspruch nimmt, über Richtig und Falsch zu bestimmen. (S.584)
"Eine wachsende Zahl künstlerischer und wissenschaftlicher Schöpfungen wird heute allerdings durch / die fortwährende Zusammenarbeit von allen produziert. Wer verfasst Wikipedia? Wir alle.
Das Individuum wird zu einem winzigen Chip in einem riesigen System, das niemand wirklich versteht." (S.590/91)
"So wie die Kapitalisten an die unsichtbare Hand des Marktes glauben, glauben Dataisten an die unsichtbare Hand des Datenflusses." (S.591)
"Die Menschen wollen im Datenfluss aufgehen, denn wenn sie Teil des Datenflusses sind, dann sind sie auch Teil von etwas Größerem als sie selbst. Traditionelle Religionen haben mir erklärt, jedes meiner Worte und jede meiner Taten sei Teil irgendeines großen kosmischen Plans und Gott beobachte mich jede Minute und kümmere sich um all meine Gedanken und Gefühle. Die Datenreligion sagt heute, dass jedes meiner Worte und jede meiner Handlungen Teil des großen Datenflusses ist, dass mich die Algorithmen ständig im Auge haben und dass sie sich um alles kümmern, was ich tue und empfinde. Die meisten Menschen sind darüber ausgesprochen glücklich." (S.591/92) 
"Vielleicht finden wir aber auch heraus, dass Organismen gar keine lgorithmen sind." (S.603)

Harari beansprucht für sich freilich nicht, dass er Prognosen vorlege, sondern er zeige nur Möglichkeiten auf. (S.606)
Es geht ihm nicht um die Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten, sondern um die Entwicklung des Lebens "im Großen und Ganzen". (S.608)

Drei Schlüsselfragen stellt Hariri an den Schluss:
"1. Sind Organismen wirklich nur Algorithmen, und ist Leben wirklich nur Datenverarbeitung? 
2. Was ist wertvoller – Intelligenz oder Bewusstsein?
3. Was wird aus unserer Gesellschaft, unserer Politik und unserem Alltagsleben, wenn nicht-bewusste, aber hoch intelligente Algorithmen uns besser kennen als wir uns selbst?" 
(S.608)

Fazit: Wenn Harari eine Kritik an der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ohne Technikfolgenabschätzung schreiben wollte, ohne die Befürworter künstlicher Intelligenz zu verärgern, dann ist es ihm gut gelungen.
Er schreibt so, als käme die KI über uns, wie der Klimawandel (an dem wir freilich auch mitgewirkt haben). 
Ich denke, spätestens die Erfahrung mit der Atomkraft sollte uns gelehrt haben, dass Verzicht auf Technikfolgenabschätzung unverantwortlich ist.  Freilich, wenn der Homo Sapiens so instinktgeleitet sein sollte, dass er auf der Suche nach Glück in einer Kombination von notwendig und zufällig so oder so seine baldmöglichste Selbstvernichtung betreibt, dann wäre Hararis Darstellung ein sehr süffig und unterhaltsam zu lesender Kassandraruf. 

Beachtenswert, dass die Behandlung des Themas künstliche Intelligenz schon 2010 Staatsexamensthema war, Schüler von 2019 aber die Vernachlässigung des Themas Klimawandel beklagen.

23.11.14

Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt

Bisher habe ich auf Fontanefans Schnipsel vor allem Zitate aus Osterhammels "Verwandlung der Welt", einem "Meilenstein der deutschsprachigen Geschichtsschreibung" (Andreas Eckert) gesammelt und werde es dort auch weiter tun. Nachdem ich inzwischen einen Eindruck von den ersten fünf Abschnitten des Werks gewonnen habe, möchte ich die vorliegenden Rezensionen (z.B. bei Perlentaucher) durch meine eigenen Eindrücke ergänzen.

Osterhammel setzt mit seinem Beispiel für weltgeschichtliche Betrachtung (wie vor ihm Bayly in "Die Geburt der modernen Welt", 2006) zu einem Zeitpunkt an, wo die Globalisierung schon so weit voran geschritten ist, dass die Menschheitsgeschichte schon starke und mehr und mehr weltweite Wirkungszusammenhänge erkennen lässt.
Dabei vermeidet er es sorgfältig, die Geschichte des 19. Jahrhunderts zu erzählen. Vielmehr geht er sie unter der Überschrift Annäherungen bewusst unter streng ausgewählten Aspekten an: zunächst unter dem des Selbstbildes der Zeit, dann unter dem der Kategorien Zeit und Raum.

Bei der Betrachtung des Selbstbildes und unter dem Zeitaspekt sieht er das 19. Jahrhundert immer in Bezug auf seine charakteristischen Unterschiede zu den früheren Jahrhunderten und auf die Wandlungen, die die Strukturen des 20. Jahrhunderts herbeiführten. Dafür kann der Satz "Vor dem 20. Jahrhundert kann kein einziges Jahr als epochal für die gesamte Menschheit betrachtet werden" als beispielhaft gelten. Das 19. Jahrhundert wird in die Kontinuität der vorhergehenden Jahrhunderte  gestellt und andererseits deutlich von dem Globalisierungsgrad des 20. abgehoben. 

Das gilt auch für seine Aussagen über den Raum. Sorgfältig achtet er darauf, dass uns geläufige Termini nicht ungeprüft als schon im 19. Jahrhundert gültig verwendet werden:
"Die Sammelbezeichnung 'Südostasien' entstand während des Ersten Weltkriegs in Japan." (S.137)"Die Kategorie des 'Westens' etwa [...] findet sich als dominante Denkfigur nicht vor den 1890er Jahren." (S.143)"Im langen 19. Jahrhundert war viel häufiger als vom 'Westen' von der 'zivilisierten Welt' die Rede. [...] In Japan wurde es sogar zum Ziel nationaler Politik, als zivilisiertes Land akzeptiert zu werden." (S.144)

Danach gibt Osterhammel unter der Überschrift Panoramen ohne Vollständigkeitsanspruch einen Überblick über acht große Wirklichkeitsbereiche, die wesentliche Elemente der Gesamtgeschichte des 19. Jahrhunderts erfassen sollen:
Sesshafte und Mobile
Lebensstandards
Städte
Frontiers
Imperien und Nationalstaaten
Mächtesysteme, Kriege, Internationalismen
Revolutionen
Staat

Die Panoramen durchaus nicht so klar gegliedert und ähnlich gleichwertig wie die Annäherungen. Vielmehr gibt es große Überschneidungen zwischen Lebensstandards  und Mobilität; denn während der Sklavenexport die Betroffenen in Lebensstandard und Lebensqualität meist auf Generationen zurückwarf, wurde die freiwillige Migration meist von Personen der Unterschicht gewählt, die hoffen durften, mittelfristig ihren Lebensstandard zu verbessern, auch wenn sie im Falle der Indentur zwischenzeitlich zu Arbeit ohne (oder zu nur sehr geringem) Lohn verpflichtet waren. 

(Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2009)

Zitate aus Jürgen Osterhammel "Verwandlung der Welt"

12.10.14

Wie hilft man sich, wenn Wikipedia Artikel löscht, die stark nachgefragt sind?

Auf gutefrage.net fragt jemand: 
Wieso lernt man im Geschichtsunterricht NUR etwas über westliche Kulturen? [...] Ist/war das bei euch an der Schule auch so? Lernen die Geschichtslehrer im Studium überhaupt etwas in die "andere" Richtung?

Meine Antwort:
"Zunächst: In den meisten Geschichtsbüchern steht eine ganze Menge über den Nahen Osten, ein bisschen über das mittelalterliche China und etwas über die Mongolen. Andere enthalten noch ein wenig mehr.Das ist natürlich viel zu wenig. Aber das ist darauf zurückzuführen, dass die Zusammenhänge zwischen den Kulturen nicht ganz einfach darzustellen sind. Zum Glück gibt es aber im Internet vielfältige Möglichkeiten, sich über die Geschichte Asiens, Afrikas usw. zu informieren. Einen kurzen Überblick gibt der folgende Artikel:http://de.pluspedia.org/wiki/Menschheitsgeschichte. Über die roten Links, die ins Leere führen, brauchst du dich nicht zu ärgern. Denn all die Artikel, auf die dort verwiesen wird, stehen in der Wikipedia. Sobald du in der Kommandozeile pluspedia durch wikipedia ersetzt, wird der passende Artikel aufgerufen.
Außerdem findest du in dem genannten Artikel viele Literaturhinweise. Besonders empfehlenswert ist: Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck Verlag, München 2008.
Aber das Buch ist nicht billig und auch nicht ganz leicht zu lesen. Deshalb versuch es erst einmal mit den Artikeln im Internet."

Ich hätte natürlich auch darauf verweisen können, dass in der Tat die Universitäten heute meist noch die außerwestlichen Kulturen primär den archäologischen und den sprachwissenschaftlichen Lehrstühlen zuweisen und die Prüfungsordnungen sie ausklammern. Aber geklagt wird über diese Situation ohnehin. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass auf Ansätze zur Veränderung hingewiesen wird. 
Ich hätte natürlich auch darauf hinweisen können, weshalb die Wikipedia ihren früheren Artikel gelöscht hat; aber das gehört nicht zum Thema Geschichtsunterricht und ich habe anderswo darüber berichtet.

2.2.14

Ab wann zählt ein Ereignis zur Weltgeschichte?

So wird auf gutefrage.net gefragt. Dort findet man auch verschiedene Antworten.

Meine findet sich auch hier:
Wenn ein Ereignis für längere Zeit auf eine große Zahl von Personen Einfluss hat.
z.B. 9.11.1989; 11.9.2001. Andererseits hängt es natürlich vom Zeitabstand ab (wie lange bleibt es als Ereignis bewusst, ab wann kennt man nur noch die Folgen).

Beispiele: Mord von Sarajewo 1914, Prager Fenstersturz 1618, Luthers 95 Thesen, ob sie an der Kirchentür angeschlagen waren oder nicht.

Die Erfindung des Rades war wichtiger; aber sie erfolgte auch mehrmals.* Doch ist uns nicht genau bekannt, wann und wo sie geschah. (Immerhin gibt es aber Anhaltspunkte.)
Interessant, dass in der Neuen Welt das Rad zwar erfunden wurde, aber nicht für Transportaufgaben, wo es doch seine größte welthistorische Auswirkung zu haben scheint.

An der folgenden Passage des Artikels Menschheitsgeschichte kann man für sich erproben, welche Ereignisse man für mittelfristig oder gar langfristig für welthistorisch hält oder nicht:
In den USA ging Barack Obama, der erste schwarze Präsident, 2009 in deutlicher Abkehr von seinem VorgängerGeorge W. Bush zu einer kooperativen Außenpolitik über,[61] und trieb die atomare Abrüstung voran. Innenpolitisch erzielte er 2010 mit seiner Gesundheitsreform einen ersten und mit den Maßnahmen zur Regelung desFinanzmarktes[62] einen zweiten Erfolg.
Neben die G 8 trat als internationales Konsultationsforum die G 20, der neben anderen Schwellenländerninsbesondere China und Indien angehörten. Diese gewannen bei Beratungen über die Finanzkrise ab 2007 verstärkte Bedeutung[63] und machten auch sonst immer häufiger als Großmächte ihre nationalen Interessen geltend, z. B. auch auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, die deshalb und wohl auch aufgrund unzureichenden Engagements der USA scheiterte.[64][65]Ende 2010/Anfang 2011 kam es zu Protesten und Revolutionen in der Arabischen Welt. Diese zeitigten zwar manche Erfolge[66], führten aber in Libyen und Syrien zum Bürgerkrieg. 2013 kam es zu Protesten in der Türkei und in Brasilien. (Seite „Menschheitsgeschichte“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. Januar 2014, 11:44 UTC. URL:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Menschheitsgeschichte&oldid=126385451 (Abgerufen: 2. Februar 2014, 09:04 UTC))
*Für den Historiker zeugt insofern der Spruch, man brauche das Rad nicht zweimal zu erfinden von einem relativ (!) eng begrenzten Horizont. - Besonders häufig geschah eine andere welthistorische Erfindung: die Erfindung der Schrift. Dabei sind freilich die Einflüsse von vorhergehenden Schriften oft so stark, dass man nicht von eigenständigen Erfindungen sprechen darf. Aber die Hieroglyphen, die Keilschrift, die ideographische Schrift der Chinesen und die Schrift der Mayas sind doch verhältnismäßig unabhängige Erfindungen. Aus der Bilderschrift die Buchstabenschrift zu entwickeln, darf man wohl auch als eine eigene Erfindung rechnen, jedenfalls wenn man sie mit Erfindungen, wie heute als patentwürdig gelten, vergleicht.

Eine Übersicht über die Weltgeschichte auf einer Seite.

8.4.13

Weltgeschichte?

Es ist nicht einfach mit dem Geschichtsbegriff. Was soll er umfassen? Die Geschichte allen Seins vom Urknall her? Die Geschichte der Menschheit? Die erinnerte Geschichte der Menschheit, also die durch schriftliche Selbstzeugnisse der Menschen zur Erinnerung festgehaltene Geschichte? (zum Geschichtsbegriff vgl. Geschichte)

"Die Weltgeschichte besteht aus vielen Strängen, die auch nicht immer miteinander verbunden waren. Man kann sie nicht als eine Geschichte erzählen. Sie setzt sich aus vielen Einzelgeschichten zusammen. Man muss immer wieder neu einsetzen. Die Grundeinheiten sind aber nicht – wie das 19. Jahrhundert uns glauben machen wollte – Staaten oder Nationen, sondern Regionen, ganze Weltteile." (meint Jörg Fisch in der FR vom 29.9.2012)

"Ob und wie man etwa Universalgeschichte, Weltgeschichte und Globalgeschichte unterscheiden kann und muss, beschäftigt viele kluge Köpfe. Konkrete Umsetzungen hingegen sind vergleichsweise rar." (stellt Andreas Ecker in der FR vom 8.1.2004 fest)

Dann stellt er gleich zwei Bücher zum Thema vor:
Alexander Demandt: Kleine Weltgeschichte, München 2003 und
Jürgen Osterhammel / Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen - Prozesse - Epochen, München 2003

Johannes Fried unterscheidet, wie folgt:

"Universalgeschichte meint die Weltgeschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart.
Globalgeschichte legt den Akzent weniger auf die Geschichte der Menschheit von Anfang an, als vielmehr auf die wechselnden Formen globaler Kommunikation."

Und trotz der vielen vorliegenden Weltgeschichten meint er, eine Weltgeschichte könne man nicht schreiben. Man brauche dafür eine Meistererzählung. Eine solche Erzählung gebe es aber noch nicht, Ranke habe sie versucht, er sei aber im achten Jahrhundert steckengeblieben.
"Eine Weltgeschichte im Sinne von Globalgeschichte muss heute ganz anders vorgehen Da gibt es nicht mehr die eine Zentralstrecke von Sumer, Ägypten, Griechenland, Rom, Mittelalter, Neuzeit, Moderne bis zu uns, von der aus der Rest der Welt 'entdeckt' wird." (J. Fried in FR vom 8.4. 2013, S.20/21)

Den Versuch eines Einzelnen, dennoch eine solche Geschichte zu schreiben bezeichnet Andreas Ecker als "burschikos":
"Vergleichsweise burschikos geht Alexander Demandt zu Werke. Der Berliner Althistoriker, erfahren im Genre der Synthesen und Verdichtungen, durchschreitet im Eiltempo die Geschichte unserer Welt vom Urknall bis zur unmittelbaren Gegenwart. Ein solches Unterfangen in Zeiten beckmesserischen Spezialistentums verdient selbstverständlich grundsätzlich Respekt. Doch hätte man etwa gerne gewusst, nach welchen Kriterien der Autor die gewaltige Stoffmasse geordnet hat." (Ecker in FR)

In der Wikipedia habe ich eine Menschheitsgeschichte eingestellt, die wie die üblichen Weltgeschichten der Verlage eine Zusammenstellung von vielen Einzeldarstellungen ist, die nur zu Teilen von mir selbst formuliert worden ist.
Hier werde ich nach und nach auf Probleme eingehen, die mir dabei begegnet sind.

Das ging schon mit der Bezeichnung (Wikipedia: Lemma) los. Der Begriff "Weltgeschichte" war in der deutschen Wikipedia schon vergeben für Weltgeschichtsschreibung. So habe ich mich für das Lemma "Menschheitsgeschichte" entschieden. Was aber unterscheidet das von Globalgeschichte und Universalgeschichte?
Johannes Frieds Position habe ich oben zitiert. Die Wikipedia setzt  Globalgeschichte und Universalgeschichte mit Weltgeschichtsschreibung gleich, insofern sie auf dieses Lemma verlinkt.

Diskussionswürdig finde ich die Ansicht Frieds, man könne keine Weltgeschichte schreiben, weil man dafür eine Meistererzählung brauche. Zwar glaube ich gern, dass die großen Sammelwerke wie Propyläen- und Fischer-Weltgeschichte keine Meistererzählung haben; aber im Mittelalter, der Zeit der vielen Weltchroniken (z.B. Frutolf u. Ekkehard), gab es die schon, und Hegel und Marx haben neue entwickelt, auch wenn wir sie heute nicht mehr als überzeugend ansehen. In der Sowjetunion fanden sich auch die Historikerkollektive, die bereit waren, ihre Geschichtsschreibung an solch einer Meistererzählung auszurichten. Es braucht also nicht mehr die Leistung eines Einzelnen wie Ranke, um das Riesenwerk zu verfassen. Im Zeichen der Kooperation in Wikis und bei der Möglichkeit der Verlinkung könnte sogar eine große Menge von Einzelstudien in einem Gesamttext verlinkt und damit ein Darstellungsnetz erzeugt werden, das zwar keine lineare Erzählung darstellt, sich aber an einer linearen Erzählung orientiert.

Wie seht ihr es? Kommentare würden mich freuen.

6.9.11

Meine heutige Entdeckung: Ash


Ich möchte T.G. Ashs Buch Jahrhundertwende empfehlen. Hier das Inhaltsverzeichnis und eine sachlichere Vorstellung als meine samt Bestellmöglichkeit.

Ich habe profitiert von Aufsätzen über wesentliche Vorgänge der Weltgeschichte des vergangenen Jahrzehnts, hatte meine Freunde am "Nachweis", dass Großbritannien nicht in Europa liegt, enthusiastisch wurde ich aber erst, als ich die Aufsätze zu Orwell, Grass und "Leben der Anderen" gelesen habe: 
So viel fundierte Kritik am Autor und seinem Werk und so viel Begeisterung über das großartige Gelingen desselben Werkes. Einfach eine Freude.
Wenn er dann den globalen Erfolg des Kapitalismus vorstellt und trocken dazu bemerkt: Karl Marx' "Vorhersagen sind eingetroffen". Leider hat der Kapitalismus aber nicht zu Absatzproblemen geführt, denn noch erfolgreicher als im Produzieren von Produkten sei der Kapitalismus "im Produzieren von Bedürfnissen". Was nutzt nachhaltiges Wirtschaften, wenn die Bedürfnisse ins Unendliche wachsen? - Ja, dann ist Bedrückliches unaggressiv formuliert. 
Und die "Mäuse in der Orgel", die das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" um die Welt gehen ließen, nutzt er als Anregung, trotzdem nicht zu verzweifeln. Wenn aus dem eigenen Text nicht gleich ein Weltkulturerbe der UNESCO wird, sei es immerhin ein Text. (Ich befürchte, er sagt es ein bisschen besser. Aber zum überzeugenderen Anpreisen der Aufsätze habe ich weder die Zeit, noch seine Formulierungsgabe.)
Für den Fall, dass ich so bald nicht zu mehr komme, hier wenigstens noch sein Wort über die Qualitäten von Benedikt XVI.: "Atheisten sollten die Wahl von Papst Benedikt XVI. begrüßen, denn dieser alte, gelehrte, konservative und uncharismatische bayerische Theologe wird sicherlich die Entchristianisierung in Europa vorantreiben, auch wenn er genau das Gegenteil beabsichtigt. Am Ende seines Pontifikats wird Europa vielleicht genauso unchristlich sein, wie es schon einmal vor 15 Jahrhunderten war, als St. Benedikt, einer der Schutzheiligen Europas, den Benediktinerorden gründete. Das christliche Europa beginnt mit Benedikt und endet mit Benedikt - Ruhe in Frieden." - zitiert bei Horst Fuhrmann: Die Päpste - Von Petrus zu Benedikt XVI. C:H: Beck München 2005. S. 250 books.google.com