https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-schule-brennt-mit-bob-blume/12197843/
12.2.24
24.1.23
Droht eine Überakademisierung?
Das Problem liegt wohl eher darin, dass immer mehr Personen eines Jahrgangs gar keine Ausbildung abschließen.
Dazu:
"[...] Die Union warnt regelmäßig vor einer »Überakademisierung«, sprechen vom »Akademisierungswahn«. [...]
»Von einer mangelnden Attraktivität der Berufsausbildung für Abiturientinnen und Abiturienten kann keine Rede sein«, teilt Dieter Dohmen, FiBS-Direktor und Autor der Studie, mit, »und auch nicht davon, dass sich Abiturientinnen und Abiturienten zu wenig für berufliche Ausbildungen interessieren würden.« Inzwischen strebe knapp die Hälfte eines Abiturjahrgangs eine berufliche Ausbildung an.
Jugendliche mit geringer Schulbildung haben immer geringere Chancen Der Ausbildungsmonitor zeigt allerdings auch, dass die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge deutlich gesunken ist. Wurden im Jahr 2007, dem letzten Höchststand, noch 844.000 Ausbildungsverhältnisse neu begründet, so waren es den Angaben zufolge im Jahr 2021 nur noch 706.000; ein Rückgang von über zehn Prozent.
Der Rückgang erklärt sich der Studie zufolge jedoch nicht damit, dass zu viele junge Menschen mit Abitur an Hochschulen streben. Sondern: Trotz Fachkräftemangel und zahlreicher unbesetzter Ausbildungsplätze haben Jugendliche mit einer geringen Schulbildung immer schlechtere Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Diese Gruppe gerate »mehr und mehr ins Abseits«, mahnt Clemens Wieland, Bildungsexperte der Bertelsmann Stiftung.
Der Studie zufolge ist die Zahl der Hauptschulabsolventinnen und -absolventen insgesamt gesunken, aber auch der Anteil derjenigen, die eine Ausbildung machen. Zwischen 2011 und 2021 habe sich der Anteil der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss, die eine Berufsausbildung beginnen, um ein Fünftel verringert.
Bei Schulabgängerinnen und -abgängern mit mittlerem Schulabschluss sind die Übergangsquoten in die Berufsausbildung in den vergangenen 15 Jahren bei etwa 80 Prozent relativ stabil geblieben.# Die niedrigsten Übergangsquoten hatten Jugendliche ohne Schulabschluss. Zuletzt, im Jahr 2021, konnte nicht mal ein Drittel von ihnen einen Ausbildungsplatz ergattern. [...]"
21.2.15
Kompetenz und Wissen nicht mehr zwei Seiten einer Medaille?
Dass Kompetenz und Wissen als in Konkurrenz stehend gesehen werden, scheint mir allerdings erschreckend.
Leider bin ich mir aber nicht sicher, dass der Artikel Der Kompetenz-Fetisch in der FAZ, 18.2.15, die Verhältnisse verzerrt darstellt, wenn es dort heißt:
"So kreisen am Ende Goethe, Kafka und das Periodensystem der Elemente um den Schüler statt der Schüler um sie. Wiechmann graut es davor: „Von einer Sache, die so zum bloßen Material, zur Verfügungsmasse degeneriert ist, kann dann keine Motivation mehr ausgehen, und es ist nur konsequent, wenn das Kompetenzkonzept Kompetenzen der Selbstmotivation dann eigens in den Katalog mit aufnimmt.“ Auch eint die Kritiker die Furcht, dass nicht wie erwartet reifere Persönlichkeiten die neuen Schulen verlassen werden."Was ich dem hinzuzufügen hätte, hat Klaus Dautel im ZUM-Blog schon beredter ausgesprochen.
Jetzt dazu auch: Warum Allgemeinbildung eine wichtige Grundlage bleibt, 25.2.15
19.1.14
An einen Lehrer in Ausbildung
Brecht [Es war Arfried Astel - sieh Kommentare] hat einmal gesagt: "Ich hatte schlechte Lehrer. Das war eine gute Schule."
Das kann man umformulieren in: "Ich hatte schlechte Ausbilder. Das zwang mich, meine eigene (auf mich zugeschneiderte) Konzeption zu entwickeln."
Dabei kann man heute als Lehrer in Ausbildung ja nicht behaupten, man hätte keine Vorbilder. Selbst wenn man in der gesamten Ausbildungsphase nie ein Vorbild entdecken können sollte, auch nicht unter den ebenfalls in Ausbildung befindlichen Kollegen, so kann man über Blogs die unterschiedlichsten Typen in den unterschiedlichen Entwicklungsstufen ihrer pädagogischen Karriere kennen lernen und sich an ihnen zu orientieren versuchen.
Hier könnte ich viele Beispiele nennen, nenne aber zunächst nur einen Beitrag von Lisa Rosa*: Lernen auf individuellen Königswegen. Ich selbst finde vieles falsch, was sie schreibt, und vieles goldrichtig. (Das scheint anderen* auch so zu gehen.)
Jean-Pol Martin* hat das Problem für sich - und andere - so gelöst, dass er gar nicht mehr unterrichtet hat, sondern die Schüler unterrichten lässt. Das hat Schule gemacht.
Liegt dabei nicht aber auch eine Gefahr? Richtig, aber ...
Das beste Vorbild ist vielleicht das, das einen dazu anregt, alles anders zu machen als das Vorbild.
Es gibt dafür ein historisches Beispiel, das das so deutlich exemplifiziert, dass es erfunden zu sein scheint:
Sokrates, der Lehrer Platos, sagte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Sein Schüler Plato war davon überzeugt, so viel zu wissen, dass er der glaubte, der bestmögliche Politiker zu sein ("die Philosophen Könige"). Platos Schüler Aristoteles fand dessen Ideenlehre so falsch, dass er sich ganz der Realität zuwandte. Kaum hatte er das getan, hielten sich seine Schüler nur noch an seine Lehren und nicht mehr an die Realität.
Irgendwo in dieser Reihe hat die Methode freilich nicht funktioniert. Deshalb: Das beste Vorbild ist vielleicht das, das einen dazu anregt, alles anders zu machen als das Vorbild.
*Für die, die sich mit Twitter nicht auskennen: Bei der Twitterseite einer Person ist meist der Blog verlinkt, auf dem man die Person anders (besser?) kennen lernt als aus ihren Tweets.
Wer statt einzelnen Vorbildern gleich ein ganzes Kollektiv als Vorbild haben will, kann sich ans #EdchatDE halten. Ich würde freilich sagen: Vorsicht: In solche Diskussionen steigt man besser erst ein, wenn man sich schon eine Meinung gebildet hat und sie weiter entwickeln will.
21.5.11
Kosten fehlender Bildung
Oder ist es fehlende Ausbildung, wovon er spricht?
Fehlende Bildung ist auch teuer: Bildung
Dennoch lohnt sich der Vortrag auch.