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30.5.15

Keine Stellenstreichung an Hessischen Schulen!

Die Landesschülervertretung von Hessen hat die folgende Petition an die Landesregierung gerichtet. Diese Petition habe ich unterschrieben, ich möchte aber noch für weitere Unterstützung werben. Deshalb hier der Link auf die Petitionsseite.

"Wir, die Landesschülervertretung, fordern von der Landesregierung stellvertretend für alle hessischen Schülerinnen und Schüler, die Stellenstreichung von Lehrkräften im Bereich der Oberstufe und der Grundschule zurückzunehmen. Die Landesregierung plant eine massive Kürzung bereits im nächsten Schuljahr!

Weniger Lehrer in der Oberstufe bedeuten für uns, dass wir nur noch wenige Leistungskurse wählen können und angenehme Kursgrößen dort bald der Vergangenheit angehören werden. Bildungsqualität stellen wir uns anders vor!

Die Landesregierung will mit diesen Lehrern das Ganztagsangebot in den Grundschulen ausbauen, die Inklusion in den Grundschulen fördern und Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten. Wir fordern das schon seit Jahren und begrüßen es sehr, dass die Landesregierung hier endlich tätig wird. 

Aber gerade im Grundschulbereich nimmt die Landesregierung das was sie vorne gibt, hinten wieder weg. Das ist ein Taschenspielertrick. Die Grundschulen müssen letztendlich mit der gleichen Anzahl an Lehrern mehr Aufgaben bewältigen. Das wird und kann nicht funktionieren.

Wir wollen eine faire Chance auf gute Bildung. Bitte helft uns dabei, Wir sind auf Eure Unterstützung dringend angewiesen! Unterstützt unser Petition!

Diese Petition wird unterstützt von der GEW Hessen und dem Landeselternbeirat."


Keine Stellenstreichung an Hessischen Schulen!

20.12.08

Handlungsorientierung

"Insgesamt wird Interessenten für das gymnasiale Lehramt geraten, [...] auf das Lehramtsstudium ganz zu verzichten."
"Die Ausbildungskapazitäten der deutschen Universitäten sind in diesem Bereich viel zu hoch."
Dass die Zahl der hessischen Lehramtsabsolventen ab 2004 absinken werde sei eine "erfreuliche rückläufige Entwicklung".

Nachzulesen in der Prognose zum Lehrerinnen- und Lehrerbedarf ab 2000, Basis "Stand: Dezember 1999".

Damals waren die Kinder, die heute aufs Gymnasium gehen, bereits geboren, das Lebensalter der Lehrer, die in den vergangenen Jahren pensioniert wurde und in den nächsten Jahren pensioniert werden, war auch bekannt.

Eine solche Fehlprognose lässt sich nicht mit Dummheit der Ministerialbürokrtie erklären. Es muss andere Gründe dafür gegeben haben.
Die Kultusministerin legte sie zum Teil offen, wenn sie ihr Vorwort unter die Frage stellte "Ist das Lehramtsstudium ein Weg in die Arbeitslosigkeit?" und dann hervorhob "Diese Faktoren unterliegen politischen Entscheidungen und sind von finanziellen Rahmenbedingungen abhängig."

26.11.08

Hessen verkauft Abituraufgaben

Hessische Schuldirektoren sind streng gehalten, dafür zu sorgen, dass die Abituraufgaben des vergangenen Abiturs nicht in die Hände der Schüler gelangen, damit diese für das kommende Abitur üben können. Denn das Kultusministerium verkauft die Abituraufgaben an private Verlage.
Soll damit sichergestellt werden, dass in Hessen keine Chancengleichheit entsteht, sondern nur die Schüler üben können, die die entsprechenden Publikationen kaufen?

5.3.08

Schüler verbreiten Hoffnungsschimmer

Zumindest für eine Schule in Hessen ist für einen Teilbereich die funktionsunfähige LUSD, das vom Hessischen Kultusministerium vorgeschriebene Programm, ersetzt worden.
Zwei Schüler haben unterstützt von ihrem Informatiklehrer und in Zusammenarbeit mit dem Studienleiter des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim wenigstens die Kurswahl in der Sekundarstufe II störungsfrei gestaltet. Ihr Programm Kurswahl-online ermöglicht Kurswahlen im Internet ohne die durch die LUSD vom Ministerium vorgeschriebenen Störungen.
Jetzt wird es spannend: Werden die anderen hessischen Schulen sich dies Programm zunutze machen, bevor es in Hessen eine neue Regierung geben wird?
In jedem Fal wird man aber auf die neue Regierung warten müssen, bis auch die Fehler bei Abiturzulassung, Notenberechnung etc. nicht mehr regierungsamtlich verordnet sind.

Wer hätte gedacht, dass die Linke einmal für alle hessischen Schüler zum Hoffnungsträger werden würde? Roland Koch und Karin Wolff ist es zu danken.

15.2.08

Eine Ministerin wird man leichter los als ein funktionsunfähiges Computerprogramm

Ein Lob auf die Demokratie! Zwar hat Frau Wolff durchgesetzt, dass das erwiesenermaßen funktionsunfähige Programm LUSD weiter benutzt werden muss, aber immerhin sie selbst geht. Sie hat vieles gut gemeint, aber ihr Weggang ist ein großer Gewinn.

18.12.07

Nachtflugverbot?

Die hessische Landesregierung hatte angekündigt, mit der neuen Landebahn für den Flughafen Frankfurt werde ein Nachtflugverbot kommen. Jetzt heißt es in ihrer Pressemitteilung:
Bis zuletzt hatten die Vertreter der Grünen und auch der SPD immer wieder angezweifelt, dass ein Nachtflugverbot zu realisieren sei. Um dieses Nachtflugverbot rechtssicher zu machen, musste im Planfeststellungsbeschluss eine Abwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses Interkontinentalflughafens Frankfurt am Main erfolgen. Diese einzigartige Rolle Frankfurts als Verkehrsdrehscheibe für Deutschland, auf die zuletzt nochmals der Bundesverkehrsminister hingewiesen hatte, macht die im Planfeststellungsbeschluss enthaltenen Ausnahmen auf dem bisherigen Bahnsystem erforderlich. Auf der neuen Landebahn hingegen herrscht ein komplettes Flugverbot.

Spiegel-online teilt dazu mit:
Im Schnitt dürfen bis zu 17 planmäßige Maschinen pro Nacht starten oder landen. Noch im September hatte Ministerpräsident Koch verkündet, er werde wie ein "Hessen-Löwe" um das Nachtflugverbot kämpfen.

Dazu ist festzuhalten: Auch bei einem Nachtflugverbot ist das Landen von verspäteten Maschinen nicht ganz auszuschalten, weil es sonst zu sehr erheblichen Zumutungen für die Passagiere kommen könnte und weil unter Umständen der Treibstoffvorrat gar nicht für eine Umleitung zu einem anderen Flughafen reicht.
Wie ein Löwe gekämpft und 17 planmäßige Flüge erreicht, sieht denn freilich arg wenig nach einer Punktlandung aus.
Der SPD in der Presseerklärung "Rechtswidrigkeit" zu unterstellen, weil sie am Nachtflugverbot festhalten will, ist da schon stark.
Vielmehr geht aus der Presseerklärung der CDU klar hervor, dass Ministerpräsident Koch, als er den Kampf für ein "Nachtflugverbot" ankündigte, die ahnungslosen Bürger getäuscht hat. Er wusste nicht nur, dass auf jeden Fall immer wieder Flugzeuge landen müssten, sondern er wusste, dass sein "Nachtflugverbot" stündlich mehrere planmäßige Landungen vorsehen würde. Das versteht Koch offenbar als "brutalstmögliche" Aufklärung der Bürger über seine Zielsetzung.
Aufklärung oder "eklatanter Wortbruch", wie die SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti den Vorgang einschätzt. Man darf auswählen, wie man den Vorgang einordnet.
Jedenfalls haben eine ganze Reihe von Nachbargemeinden Klagen gegen die heute vom CDU-Wirtschaftsminister unterzeichnete Regelung angekündigt.

8.9.07

300 Sekretärinnen protestieren gegen LUSD

Gegen die Vergeudung ihrer Arbeitskraft haben dreihundert Schulsekretärinnen durch nahezu gleichzeitig abgesandte E-Mails ans Kultusministerium protestiert.
Was die Direktoren nicht schafften, den Sekretärinnen ist es gelungen.
Jetzt spricht man davon, dass das Programm einer Privatfirma der LUSD die Arbeit abnehmen soll. (Es soll eine Schnittstelle geschaffen werden, über die das Programm die Schülerdaten aus der LUSD übernehmen und nach Planungsabschluss die Ergebnisse wieder in die LUSD einspeisen kann.) Dann gäbe es klare Arbeitsteilung: Das private Programm leistet die Arbeit für die Schulen, das staatliche Programm kontrolliert die Schulen im Sinne des Kultusministeriums. Dann wären wenigstens klare Verhältnisse geschaffen, und die Schulleitungen könnten sich wieder auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren.

Es sei denn, Frau Wolff fällt wieder etwas Neues ein, was sie dagegen tun kann.

24.6.07

Wie dank Tricks auch der beste Abiturient ein Zeugnis erhält

Am 21.6. habe ich berichtet, dass die neue hessische Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) den besten Abiturienten seines Jahrgangs nicht zulassen und deshalb ihm auch kein Zeugnis drucken konnte. Ein Zeugnis musste aber sein. Da die neue LUSD aber selbst in den Fällen, wo sie Zeugnisse druckte, des öfteren falsch berechnete druckte, und da die alte LUSD unter den neuen Bedingungen zwar das Zeugnisformular, aber nur ohne Noten druckte, war wieder Not am Mann.
Der beste Abiturient hat jetzt sein Zeugnis, und das wurde mit der alten LUSD gedruckt. Wie es dazu kam, weiß ich noch nicht. Es spricht aber alles dafür, dass nicht die Programmierer der neuen LUSD helfen konnten. Die haben nämlich, wie man inzwischen weiß, deswegen keine Zeit, die Fehler ihrer neuen Version zu beheben, weil sie neue Funktionen zur Überwachung des Schulbetriebs jeder einzelnen Schule durch das Kultusministerium einzubauen haben.
Es scheint aber einen Programmentwickler der alten Version zu geben, der inzwischen aus dem Dienst geschieden ist und - weil er vom Ministerium nicht gezwungen wird, etwas anderes zu tun - aus Gefälligkeit den Schulen aushilft, wenn wieder einmal gar nichts funktioniert.
So macht er vielleicht nachträglich die alte Version funktionstüchtig (was sie während ihres offiziellen Betriebes nie gewesen ist).
Ob diese meine Vermutung stimmt oder ob ein anderer Trick gefunden wurde, muss ich erst noch recherchieren.

21.6.07

Bester Abiturient nicht zum Abitur zugelassen

Ein Schnitt von 1,0 und Jahrgangsbester im Abitur zu sein sind unzureichende Voraussetzungen dafür, von der neuen Lehrer- und Schüler-Datenbank Hessen zum Abitur zugelassen zu werden.
Dass dieser Schüler überhaupt sein Abitur machen durfte, verdankt er einer List. Der zuständige Kollege hat einfach die alte Software benutzt, um ihn zuzulassen. Jetzt aber, wo das glänzende Abiturzeugnis gedruckt werden soll, braucht er die neue "LUSD". Die aber verweigert dem Schüler die Zulassung. Daher kann er auch kein Abiturzeugnis erhalten.
"Das Projekt LUSD ist ein Programm der Zukunft für die Schulverwaltungen und befindet sich im Rollout seit Oktober 2006." heißt es auf der Website des Kultusministeriums.
Etwas verschämt heißt es im nächsten Satz: "Bitte helfen Sie mit, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Wir haben uns viel vorgenommen. Für Anregungen, aber auch für konstruktive Kritik sind wir stets dankbar."
Seit Monaten machen Studienleiter in ganz Hessen Überstunden, weil sie das Programm das nicht rechnen kann und gespeicherte Daten vertauscht, benutzen sollen.
Ein Wunder, dass der Rechnungshof sich noch nicht eingeschaltet hat.
Noch gibt es einige Optimisten, die glauben, noch vor ihrer Pensionierung eine funktionsfähige LUSD zu erleben. Schließlich gibt es auch schon ganz junge Studienleiter.

20.6.07

Neues von der LUSD

Die Hessische "Lehrer- und Schüler- Datenbank" (LUSD) leistet Erstaunliches. Sie bringt es fertig, den Computer Zeugnisnoten so zusammenzählen zu lassen, dass immer 1 zuviel herauskommt. Das muss man schon können: Den Computer dazu bringen, das einzige, was er kann, zu verlernen.
Dagegen sind die anderen Fehler zwar zahlreich, aber längst nicht so spektakulär.
Immerhin ermöglichen sie es spielend, qualifizierte Lehrer an der Unterrichtsvorbereitung zu hindern und das Ausdrucken eines Zeugnisses länger dauern zu lassen als das handschriftliche Schreiben.

12.2.07

Hessens LUSD Chaos pur

Man musste schon zu den Eingeweihten im hessischen Schulbetrieb gehören, um zu wissen, wie viel Ärger das den Schulen verordnete Schulverwaltungsprogramm LUSD den Schulleitungen bereitete.
Die neue LUSD macht es endlich öffentlich: Schulzeugnisse können nicht gedruckt werden, weil Hessens Zentralrechner die Fächer der Schüler vertauscht, weil er bei Fehlstundenstundenangaben plötzlich negative Zahlen produziert (waren die Schüler doppelt in der Schule?), weil Schülerkurse verdoppelt werden usw..
Doch um das zu steigern fordert Hessens Kultusministerin gleich nach diesem Chaos, die Schulen sollten mit demselben unfertigen Programm am Zentralcomputer auch die Zulassung zum Abitur prüfen lassen. Eingabezeiten für einen Satz Daten, die früher bei wenigen Sekunden lagen, schwanken jetzt zwischen fünf und zwanzig Minuten. Schüler, die alle Bedingungen für die Zulassung erfüllt haben, werden vom Computer nicht zugelassen. Ein Kurs, der von einer Schülerin mit 14 Punkten absolviert wurde, wird vom Computer unterdrückt, die Schülerin daher nicht zugelassen. Studienleiter laufen mit Eieruhr durch die Schule, weil sie nur alle sieben Minuten eine neue Eingabe in den Computer vornehmen können.
Die Kultusministerin lässt ihre Sprecher dazu verlauten, die Studienleiter hätten die notwendigen Schulungen nicht besucht und deshalb den Computer falsch bedient.