An den Schulen, bei denen ich das beobachten konnte, hat sich mit der Einführung des Punktesystems für die Spitzenschüler der Notenschnitt verbessert. Das ist nahe liegend, weil man mit 15 Punkten die deutlich schwächeren 11 Punkte (eine ehemalige 2) zu 13 Punkten (also 1) "ausgleichen" kann.
Entsprechend verbesserte sich mit Einführung des Zentralabiturs wiederum der Notenschnitt der landesweit besten Schüler. Da Lehrer für den Leistungsvergleich nur die Leistungen innerhalb der Lerngruppe (also höchstens die der eigenen Schule, nie die innerhalb des gesamten Bundeslandes) zur Verfügung haben, werden sie in besonders guten Lerngruppen daher eher weniger Spitzennoten vergeben als in schwächeren. Für die in solchen Gruppen als "nur" gut eingeschätzten Schüler führt das dazu, dass sie im Landesdurchschnitt zur Gruppe mit sehr gut gehören.
Wie weit dieser allgemein geltende Effekt noch durch weitere Veränderungen begünstigt wurde, vermag man als einzelner Lehrer nicht zu beurteilen. Dazu muss eine größere Gruppe als er beobachten kann, untersucht werden.
Der Faktencheck des Spiegel (Faktencheck: Bekommen Schüler wirklich immer bessere Noten?, 12.12.16) scheint meine allgemeinen Vorüberlegungen zu bestätigen. Was die weiteren Veränderungen (Stichwort: Kompetenzorientierung) betrifft, liegen offenbar noch keine Untersuchungen vor, die belastbare Aussagen für das gesamte Bundesgebiet ermöglichen. Da die Testergebnisse deutscher Schüler sich aber im internationalen Vergleich seit der ersten PISA-Untersuchung verbessert haben, wäre von daher eine Verbesserung des Notendurchschnitts durchaus gerechtfertigt. - Das besagt freilich noch nicht, dass die Entwicklung des Notendurchschnitts in allen Bundesländern genau der Entwicklung des Leistungsstandes entspricht.
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2.9.15
Über Schule und Lehrer, Bildung und Erzieherinnen
Wann Flüchtlingskinder zur Schule müssen
Erfurts Oberbürgermeister wollte die Schulpflicht für Flüchtlingskinder einschränken. Doch wo gilt sie überhaupt? Nicht überall sofort und auch nicht für jedes Kind.
„Die Lehrerpersönlichkeit kann man nicht lernen“
Schüler sollen von ihren Lehrern was lernen, heißt die einfache Botschaft. Der Pädagoge Dirk Stötzer über Führungskräfte, Sonnyboys, Wracks – und den besten Beruf der Welt.Bildungsumfrage: Deutsche wollen Zentralabitur
Mehr Geld für Kitas und Schulen, klare Leistungsanforderungen bei Abschlussprüfungen - solche Forderungen finden bei den meisten Deutschen Unterstützung. Zum zweiten Mal hat das Münchner "ifo Zentrum für Bildungsökonomik" am Dienstag sein Bildungsbarometer veröffentlicht. [...]
- 79 Prozent der Deutschen befürworten höhere Gehälter für Erzieherinnen. Fast genauso groß ist die Mehrheit für einen gebührenfreien Kita-Besuch (77 Prozent). Und 86 Prozent fordern bundesweit einheitliche Qualitätsstandards bei Gruppengrößen und Ausbildung der Erzieherinnen - wobei gut die Hälfte (55 Prozent) dagegen ist, dass Erzieherinnen studieren sollten.
- Für den Ausbau der Ganztagsschule bis 15 Uhr sprechen sich drei von fünf Deutschen (61 Prozent) aus; Unterricht bis 16 Uhr am Nachmittag finden noch 51 Prozent richtig, bis 17 Uhr wollen 47 Prozent die Kinder in der Schule lassen.
- Schulabschlüsse sollen, unabhängig von den Bundesländern, mit deutschlandweit einheitlichen Prüfungen verbunden sein: 86 Prozent wünschen sich ein Zentralabitur, 85 Prozent fordern Einheitlichkeit für den Realschulabschluss und 82 Prozent auch für den Hauptschulabschluss.
Diese Internetschnipsel habe ich vorher schon nach und nach bei Fontanefans Schnipsel veröffentlicht.
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