Ich habe an Norbert Lammert gelobt, dass er seine Aufgabe als Parlamentspräsident sehr ernst nimmt und sich nach Kräften darum bemüht, den Bundestagsabgeordneten ihre verfassungsmäßig garantierten Rechte zu erhalten. Ich habe gesagt, er wäre ein würdiger Bundespräsident, ich hätte auch sagen können, ein vertrauenswürdiger.
Gert Heidenreich stellt ebenfalls fest, dass Vertrauenswürdigkeit keineswegs mehr eine Eigenschaft ist, die führenden Vertretern des Staates wie selbstverständlich zukommt.
Er sieht ihre Glaubwürdigkeit durch die "Guttenbergiade" und die "Wulffiade" extrem gefährdet und fragt sich, wie Eltern und Lehrer demokratische Werte vermitteln können, wenn Betrügereien, Parteispendenaffären und Korruptionsskandale nahezu nahtlos ineinander übergehen. (In der Aula des Südwestfunks am 1.4.2012)
Heidenreich warnt eindrucksvoll (Link s.o.) auch vor Gefahren von Internetmacht, auf die auch hr-info unter dem Stichwort "Der Preis des Kostenlosen" aufmerksam macht.
Was Reporter (und auch die Wissenschaftler?) bei dem gemeinsamen Projekt anstreben, erläutern die Reporter in einem Blog. Bemerkenswert ist dabei, dass das Universitätsinstitut sein eigenes Facebookaccount hat und unter seinen Arbeitsgebieten an erster Stelle die "Entwicklung und Stärkung der IKT-Branche im Rhein-Main-Gebiet" genannt wird, an der "gemeinsam von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Hessischen Landesregierung" zusammengearbeitet wird (sieh Internetseite des Instituts).
Ob die Aufklärungsarbeit vornehmlich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrieben wird, die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft aber vornehmlich zur Ausforschung der "Internetgemeinde" im Blick auf bessere Marketingstrategien dienen wird, bleibt abzuwarten.
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1.4.12
6.11.11
Kulturelle Wertewelten und die Auswirkungen des Internets auf die Politik
Peter Kruses Vortrag auf der republica2010 spricht für sich selbst. Ich möchte aber noch etwas hinzufügen.
Der Titel der Youtubevideos und vermutlich auch des Vortrags ist "Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren". Spannend wird es meiner Meinung nach ab Minute 7. Der vorhergehende Teil ist Einstimmung.
Die Hauptaussagen sind:
1. Bei Personen, die das Internet sehr intensiv nutzen, lassen sich altersunabhängig zwei Gruppen unterscheiden:
diejenigen, die die Beweglichkeit, Spontaneität und Kommunikationsgeschwindigkeit des Netzes sehr schätzen, und die, denen Verlässlichkeit und Stabilität wichtiger sind. (Man könnte die Diskussion zwischen Piraten und Administratoren der Wikipedia über Relevanzkriterien als Beispiel dafür nehmen, dass computeraffine männliche Personen derselben Altersgruppe aufgrund ihrer unterschiedlichen Werte nur sehr schlecht verständigen können, obwohl ihre Interessensgebiete sehr ähnlich sind.)
2. Das Internet führt zu Aufschauklungsprozessen, die man nicht verhindern kann, ohne das Netz abzuschalten. Diese Prozesse begünstigen eine Re-Politisierung.
Den Hinweis auf diesen Vortrag verdanke ich Sabine Hubers Blogbeitrag zu Kollaboratiosskripten.
Der Titel der Youtubevideos und vermutlich auch des Vortrags ist "Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren". Spannend wird es meiner Meinung nach ab Minute 7. Der vorhergehende Teil ist Einstimmung.
Die Hauptaussagen sind:
1. Bei Personen, die das Internet sehr intensiv nutzen, lassen sich altersunabhängig zwei Gruppen unterscheiden:
diejenigen, die die Beweglichkeit, Spontaneität und Kommunikationsgeschwindigkeit des Netzes sehr schätzen, und die, denen Verlässlichkeit und Stabilität wichtiger sind. (Man könnte die Diskussion zwischen Piraten und Administratoren der Wikipedia über Relevanzkriterien als Beispiel dafür nehmen, dass computeraffine männliche Personen derselben Altersgruppe aufgrund ihrer unterschiedlichen Werte nur sehr schlecht verständigen können, obwohl ihre Interessensgebiete sehr ähnlich sind.)
2. Das Internet führt zu Aufschauklungsprozessen, die man nicht verhindern kann, ohne das Netz abzuschalten. Diese Prozesse begünstigen eine Re-Politisierung.
Den Hinweis auf diesen Vortrag verdanke ich Sabine Hubers Blogbeitrag zu Kollaboratiosskripten.
16.2.10
Herr Larbig zu Blogs
Schon wieder Herr Larbig mag man sagen. Und das, wo ich doch schon in meiner Blogliste auf seinen Blog (und gegenwärtig speziell auf den Beitrag, um den es mir gegenwärtig geht) hinweise.
Mir geht es hier aber nicht nur darum, meine eigenen Überlegungen mitzuteilen, als darum, auf mir relevant Erscheinendes hinzuweisen. Herr Larbis hat einen Beitrag von Rolf Schulmeister (pdf-Datei) und die Diskussion in Blogs dazu zum Anlass genommen, ein paar grundsätzlichere Überlegungen anzustellen, die mir sehr bedenkenswert erscheinen. Ich deute mit zwei Zitaten auf den Artikelinhalt hin, empehle aber, den Artikel selbst zu lesen und bis zum Schluss zu lesen.
Herr Larbig liefert außerdem Links zu einigen der wichigsten Beiträge der Diskussion.
Mir geht es hier aber nicht nur darum, meine eigenen Überlegungen mitzuteilen, als darum, auf mir relevant Erscheinendes hinzuweisen. Herr Larbis hat einen Beitrag von Rolf Schulmeister (pdf-Datei) und die Diskussion in Blogs dazu zum Anlass genommen, ein paar grundsätzlichere Überlegungen anzustellen, die mir sehr bedenkenswert erscheinen. Ich deute mit zwei Zitaten auf den Artikelinhalt hin, empehle aber, den Artikel selbst zu lesen und bis zum Schluss zu lesen.
Wenn die Frage nach der Kommentarkultur in Blogs gestellt wird, dann ist die Frage nach der Kommunikation vernetzt arbeitender Personen über diese Kommentare hinaus in den Blick zu nehmen, da diese in der Regel wesentlich komplexer ist, als es in Blog-Kommentaren erkennbar wird. Dabei zeigt sich die Nachhaltigkeit gerade dort, wo Kommentatoren regelmäßig in Blogs kommentieren. Das hat nichts mit „Anhängerschaft“ zu tun, sondern ist Zeugnis der Anregungspotentiale solcher Blogs.(Herr Larbig: Vernetzter Diskurs)
[...]
Oft entsteht (bei mir) der Eindruck, dass die Reflexionen auf Lernen und Lehre, wie sie im universitären Bereich stattfindet, vor allem die eigenen Erfahrungen in der universitären Lehre in den Blick nehmen, dann aber überrascht sind, dass Lehrende in schulischen Lehr-Lern-Zusammenhängen diese Reflexionen nicht mit ihren eigenen Erfahrungen und deren Reflexion zusammenbringen können.
Herr Larbig liefert außerdem Links zu einigen der wichigsten Beiträge der Diskussion.
8.1.10
Technologiekritik
Standardsituationen der Technologiekritik hat Kathrin Passig im Dezember 2009 im Merkur zusammengestellt. Ich danke Herrn Rau für den Hinweis.
Bei Lektüre der ausfühlichen Aufzählung der auf der jeweiligen Stufe üblichen kritischen Argumente habe ich freilich aufgehört, als ich den Eindruck gewann, Frau Passig wolle sich nicht dazu äußern, dass dieselben Argumente auch gegen Technologien vorgebracht werden, die sich nachher nicht durchsetzen.
Natürlich muss eine Technologie einen sinnvollen Zweck erfüllen, für einen zureichenden Teil der Bevölkerung erlernbar und im übrigen auch finanzierbar sein.
Ich hoffe, das Argument der Umweltschädlichkeit wird von ihr nicht unter die "Standardsituationen" gezählt. Denn es ist leider eins, dass gegen extrem viele Technologien einzuwenden ist, die uns das Leben bequemer und oft auch unterhaltsamer machen. Dazu zählt z.B. die Suchmaschine Google, weil sie von sehr wenig energieeffizienten Servern aus betrieben wird.
Leider habe ich mich noch nicht zum Boykott von Google überreden können, geschweige denn andere. Aber man sollte wenigstens auf darauf hinweisen, dass Googles Weste in diesem Bereich alles andere als weiß ist.
Bei Lektüre der ausfühlichen Aufzählung der auf der jeweiligen Stufe üblichen kritischen Argumente habe ich freilich aufgehört, als ich den Eindruck gewann, Frau Passig wolle sich nicht dazu äußern, dass dieselben Argumente auch gegen Technologien vorgebracht werden, die sich nachher nicht durchsetzen.
Natürlich muss eine Technologie einen sinnvollen Zweck erfüllen, für einen zureichenden Teil der Bevölkerung erlernbar und im übrigen auch finanzierbar sein.
Ich hoffe, das Argument der Umweltschädlichkeit wird von ihr nicht unter die "Standardsituationen" gezählt. Denn es ist leider eins, dass gegen extrem viele Technologien einzuwenden ist, die uns das Leben bequemer und oft auch unterhaltsamer machen. Dazu zählt z.B. die Suchmaschine Google, weil sie von sehr wenig energieeffizienten Servern aus betrieben wird.
Leider habe ich mich noch nicht zum Boykott von Google überreden können, geschweige denn andere. Aber man sollte wenigstens auf darauf hinweisen, dass Googles Weste in diesem Bereich alles andere als weiß ist.
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