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17.12.21

Lernen in der Schule (Überlegungen anhand eines Unterrichtsprojekts von Lisa Rosa)

Rosa, Lisa: Der Untergang. Unterricht über ein schwieriges Thema Neue Sammlung 45 (2005) 2, S. 173-197 

Schüler machen der Lehrerin den Vorschlag, die gesamte Klasse solle sich den Film  "Der Untergang" ansehen, und dann wollten sie darüber sprechen. Es solle aber kein Unterricht dazu stattfinden.  

Was soll diese widersprüchliche Forderung? Unterricht ist doch immer wieder: Zu einem Unterrichtsgegenstand gemeinsame Vorkenntnisse schaffen und dann darüber sprechen.

Was soll das also: Unterricht, der kein Unterricht ist?

Der Grund: Schüler wollen offenbar Antworten auf ihre eigenen Fragen und die miteinander vergleichen, nicht ein vom Lehrer vorgegebenes Lernkonzept.

Was kommt dabei heraus? Das steht in Lisa Rosas Bericht. (sieh oben)

19.11.13

Paul von Hindenburg - Fluch oder Segen für die Entwicklung Deutschlands?

War Hindenburg ein Segen für Deutschland? Diese Frage wurde auf der Plattform gutefrage.net gestellt. Die Antwort versteht sich von selbst. Doch die Begründung kann - wie ich dort gesehen habe -  sehr unterschiedlich ausfallen. Es folgt mein Versuch einer etwas differenzierteren Begründung.

Man braucht nicht unbedingt moralische Kategorien zur Beantwortung der Frage.
Er stand für Monarchismus und Militarismus. Beide waren schon 1914 ein Hemmschuh für Deutschlands Weiterentwicklung.

Wenn es ihm als Reichspräsidenten gelungen wäre, zu verhindern, dass Hitler Reichskanzler wurde (wie es seine Absicht war, dem "böhmischen Gefreiten" hielt er für durchaus ungeeignet), dann wäre es vielleicht nicht zum Zweiten Weltkrieg und nicht zum Holocaust gekommen.

Es ist ihm nicht gelungen. Mit dieser Aufgabe war er überfordert. Dabei hatte er genau die Position inne, die vom politischen System her, bestens geeignet war, Reichskanzler zu machen oder zu verhindern.

Aber aufgrund seiner Herkunft und seinen persönlichen Überzeugungen war er unfähig, mit den Kräften zusammenzuarbeiten, die noch am ehesten die Demokratie hätten bewahren können.

Freilich, gerade die hatten - um Hitler zu verhindern - sich für Hindenburgs Wiederwahl eingesetzt.
Ein wichtiger Grund dafür, anzunehmen, dass Hindenburgs Person für die Entwicklung der Geschichte seit 1933 gar nicht so wichtig war.

27.10.13

Erinnerungskultur im Kontext von Holocaust und NS-Herrschaft

Da ich heute veranlasst worden bin, mich ein wenig mit dem Thema Erinnerungskultur zu beschäftigen, ist mir aufgefallen, wie wenig ich auf dem Höhepunkt der gegenwärtigen Diskussion bin und wie wenig die verschiedenen Diskussionen aufeinander Bezug nehmen. Das eine ist mein Problem, das andere werde ich nicht ändern.
Aber vielleicht gibt es Interessierte, die ein paar Hinweise auf Diskussionszusammenhänge interessant finden.

Deshalb hier ganz kurz:
Erinnerungskultur (vgl. auch: Gegen das Vergessen) ist ein Konzept, das sich deutlich von den Konzepten Geschichtskultur (vgl. Hinweise zur Abgrenzung von Erinnerungskultur), Geschichtsbewusstsein  und Globales Geschichtsbewusstsein unterscheidet.

In Deutschland wird mit Erinnerungskultur meist das Gedenken an Holocaust und NS-Zeit assoziiert, z.B. Mahnmale, die an die Deportation von Juden aus Deutschland erinnern.
Aber es gibt auch andere institutionalisierte Erinnerungen daran wie
Zur Erinnerung an den Holocaust ein paar eigene Texte:
Ein Geheimnis (Vorstellung einer Erzählung)

Zur Erinnerung an Widerstand in der NS-Zeit:
Friedrich: Wer wir sind (Umfassende Darstellung zu Personen des Widerstands) 
Zum Diskussionszusammenhang Erinnerungskultur nenne ich noch:
Geschichtspolitik Geschichtsperspektive  Historisierung
Geschichtlichkeit  Identitätsbewusstsein