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25.9.15

Hattie für gestresste Lehrer u.a.

2015 ist Hattie für gestresste Lehrer herausgekommen,ein kurzes Buch mit Kernbotschaften und Handlungsempfehlungen aus John Hatties "Visible Learning"

Klaus Zierer, Schneider Verlag (2015), 130 Seiten, ISBN: 9783834014009

Vgl. auch: Die Pädagogik des John Hattie

Hier findet sich die
Rezension von Klaus Dautel

Meine bisherigen Beiträge zu Hattie finden sich hier.


Aus dem Kommentar von Michael Mausbach zu folgendem kritischen Artikel zur Hattie-Studie möchte ich Folgendes zitieren:

Hattie ist für mich als Seminarausbilder sehr nützlich. Er schreibt zum Beispiel zum Feedback, dass er beide Richtungen, vom Lehrer zum Schüler und von den Schülern zum Lehrer zusammenfasst. Ihm dies als methodischen Fehler auszulegen ist etwas gewagt. Zumal man bei näherer Studie des Kapitels Unterscheidungen zwischen den Richtungen findet. Hattie kann hier auch nur als Ausgangspunkt für tiefere Recherchen genutzt werden. Das bedeutet natürlich viel Arbeit. Nach meiner Erfahrung als Seminarausbilder und Lehrer lohnt dies aber ungemein. Allein Kleinigkeiten zum Feedback verändern den Unterricht dramatisch. 
Auch zum effektiven Einsatz von Aufgaben findet man sehr gute Hinweise, um ihren Einsatz zu verbessern. Aber auch hier muss man eigene Arbeit hineinstecken. Hattie ist für mich ein Wegweiser zu lohnenden Veränderungen zum Unterricht. Allerdings muss man leider selber den mühsamen Weg gehen ;-)


Hat sich also was mit "für gestresste Lehrer"?
Die Tipps zu Feedback (*S. 47 f, S. 64ff) sind allerdings leicht zu verstehen. Man kann sie ja mit Maßen testen und dann nach trial and error verwerfen oder nicht.

*Klaus Zierer, Schneider Verlag (2015), 130 Seiten, ISBN: 9783834014009

15.5.15

Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts

Wir lernen: nichts, SPON, 13.5.15
"Ich war naturwissenschaftlich, künstlerisch und musikalisch ebenso unbegabt wie desinteressiert, jedoch im Besitz von rund 200 Büchern. Also: Deutsch im Hauptfach. Zweitfach: Politische Bildung. Zu Beginn wusste ich über das Studium nicht viel, außer: Lehrer brauchen eine pädagogische Ausbildung und didaktisches Handwerkszeug. Und das lernt man in einem praxisorientierten Studium oder zumindest im Pflichtfach Erziehungswissenschaften, oder?
Ich hatte ja keine Ahnung. [...]
Ich möchte mir nicht anmaßen zu behaupten, jeder Dozent, der selbst nicht an einer Schule gearbeitet hat, sei inkompetent und könne kein Wissen vermitteln. Doch: Wir Studenten brauchen Leute, die uns sagen können, wie man für ein positives Klassenklima sorgt, welche Methoden sich bei ihnen im Unterricht bewährt haben und wie man verdammt noch mal an dem Job nicht kaputtgeht. Nie wurde uns erklärt, in welchem Rahmen man Schüler reglementieren darf und soll oder wie ich Klassen in unterschiedlichen Situationen am besten motivieren kann." (Wir lernen: nichts)
Meine Reaktion darauf ist: Offenbar gibt es bei der Lehrerausbildung auch heute noch erhebliche Schwachstellen. 
Aber: Wer mit solcher Schülermentalität verspricht, "ich werde als Lehrerin mein Bestes geben", hat im Referendariat noch viel dazu zu lernen. Ob das mit Modulen geht?

Aber auch für Internetlernen sehe ich bei solchen Voraussetzungen nicht viel Land. Im MOOC lernt man jedenfalls gewiss nicht "wie man für ein positives Klassenklima sorgt [...] und wie man verdammt noch mal an dem Job nicht kaputtgeht". Dazu gehört konkrete Erfahrung und persönliche Begegnung. 


Doch vielleicht liegt meine Reaktion auch nur an der plakativen Darstellungsweise der Studentin, und im Wirklichkeit hat sie schon längst Praxiserfahrung gesammelt oder einen der MOOCs zu Lernen und Lehren mitgemacht: LdL MOOC 1, LdL MOOC 2. 

Persönliche Erfahrungen ersetzt so ein Kurs nicht. Aber wer darüber klagt, dass er im Studium nichts über Unterrichten gelernt hat, der sollte schleunigst Praktika machen oder solche MOOCs nutzen. Wenn sie/er das nicht will, für den wär's höchste Zeit, das Berufsziel zu wechseln. 

Ergänzung:
So werden aus Studenten später gute Lehrer, SPON 26.5.15

18.3.13

Blogparade: Worauf kommt es beim Lernen an? (3)


 ruft zu einer Blogparade auf, darüber zu schreiben, wie einzelne Kompetenzen erworben wurden.
Prompt meldet sich Odysseus Frau, die neben dem Weben auch noch Tabellenkalkulation gelernt hat.

Horst Sievert schreibt über die Erlernung der Bedienung seines Fernsehers und wendet sich gegen Schitt-für-Schritt-Anleitungen. - Interessant ist auch Diskussion zu seinem Beitrag. Sie läuft sehr ähnlich wie meine Diskussion zu dem anregenden Beitrag von
Jan-Martin Klinge Mathematik ist wie dieses Bild (seit 2010 gab es 245 Kommentare)
Das Entscheidende ist in der Tat, dass man seinen eigenen Weg findet. Und "So musst du es machen!" ist die erfolgreichste Methode, das Verständnis zu verhindern. Darin stimme ich ihm unbedingt zu. Wenn er Zeit und Anstrengung als die besten Lernhilfen bezeichnet, so ist das zwar sehr anregend, aber ...
Weshalb ich es für falsch halte, brauche ich hier nicht zu sagen, das habe ich schon dort getan.
Vielleicht sollte ich hier das Lob versteckter Lernhilfen singen, wie sie im ZUM-Wiki oft eingesetzt werden.

Ganz allgemein fragt
Georg Rückriem: Lernen ohne Pflichtschule – Ist das überhaupt möglich?


Außerdem möchte ich auf zwei Berichte über die Arbeit im Fach Geschichte mit online Unterrichtsmaterialien aufmerksam machen:

Ein kurzer Erfahrungsbericht von Currlin (Geschichtszentrum) über eine Enttäuschung.

Derselbe über die Notwendigkeit der Steuerung der Schüler angesichts des umfassenden Stoffes (unter: Geschichtszentrum 1. Steuerung des Schülers) und den Umfang der Selbststeuerung der Schüler (unter 2. Der selbstständige Schüler und - skeptischer - hier, dort finden sich auch wichtige Hinweise in den Kommentaren.)
Zur Rolle des Lehrers sagt Currlin u.a.:
"aber für das Verständnis historischer Zusammenhänge und für den systematischen Aufbau von Begriffen bedarf der Schüler der Hilfe des Lehrers, der ihn intellektuell anleiten muss, das sage ich in aller Deutlichkeit. Ein Lösungspapier greift da zu kurz. Diese intellektuelle Führung geht auch nicht so, dass man die Sachlage jedem von 25 oder 30 Schülern jedesmal einzeln erklärt, sondern das muss aus Zeit- und Effizienzgründen in einer Plenumsphase geschehen, und die macht oft weniger Spaß, weil hier wirklich konzentriert gearbeitet werden muss, und das ziemlich lange am Stück, oft eine Stunde lang. Je länger die Selbstarbeitsphase des Schülers, desto länger die Plenumsphase."

Historisch denken | Geschichte machen (segu - sieh: segu-Plattform) ist in seiner Positionsbestimmung hinsichtlich der Möglichkeit der Selbtststeuerung der Schüler deutlich optimistischer. Freilich bleibt es bei allgemeineren Überlegungen, es geht nicht um konkrete Einzelerfahrungen.

Zusatz vom 24.3.:
Folgendes parke ich erst einmal hier.
Geschichtszentrum schreibt zur Verwendung von Smartphones im Unterricht (24.3.)
Die neue Generation der Lehrkräfte unterscheidet sich dadurch wenig von der Generation, die nun die Schule verlässt.Das wiederum heißt, dass sich die Verhältnisse in den nächsten 20 oder 30 Jahren höchst zögerlich verändern werden, wenn überhaupt. Natürlich würde ich mich freuen, wenn es anders wäre, aber bis sich Mentalitäten wandeln, braucht es viel Zeit.
3.Andererseits besteht in meiner Abschlussklasse 12, in der ich mich erkundigt habe, eine hundertprozentige Abdeckung mit Smartphones. Das traditionelle Telefon- Handy gibt es auch im Laden kaum noch. Die technischen Möglichkeiten sind also da, aber statt sie zu nutzen, gibt es im Gegenteil wie wohl an fast allen Schulen, so vermute ich, ein Handy- Verbot. Dafür gibt es Gründe, aber im Effekt ist 1:1 Computing mit eigenen Geräten auf diese Weise praktisch nicht möglich. Deshalb wächst die Kluft zwischen technischen Möglichkeiten und schulischem Einsatz dieser Technik weiter."


4.2.13

Zur Rolle des Lehrers im Lernprozess

In meinem vorigen Post "Worauf kommt es beim Lernen an?" habe ich auf Rosa Lisas Blogartikel Lernen 2.0   Didaktik der Autodidaktik hingewiesen. Sie weist dem Lehrer im Lernprozess eine andere Rolle zu als im traditionellen Unterricht.
In den Kommentaren zu ihrem Artikel kommt es zu einem aufschlussreichen Austausch darüber, wie weit der Lehrer im Lernprozess zurücktreten sollte. Bevor ich meine eigenen Lernerfahrungen darstelle, möchte ich daher zunächst dies Gespräch dokumentieren:

apanat: "Ohne auf den gesamten Dialog zum Artikel eingehen zu können, möchte ich zu einer Passage des Artikels nachfragen: Heißt “Mit einer solchen Persönlichen Lernumgebung (PLE) [...] lässt es sich lebenslang selbststeuernd lernen und arbeiten. Das PLN ist dabei unter ständiger Rekonstruktion. Eine solche Lernumgebung ist die heute mögliche Lösung des Problems, dass jeder Mensch individuell und zugleich kollaborativ lernen muss, wenn er zu kreativen Leistungen fähig sein soll.”, dass man kollaborativ arbeitet, wenn man autodidaktisch Marx studiert. Kann es also tote Lernpartner geben?"
kmesch: "Die Frage erledigt sich doch durch genauere Lektüre des Artikels von selbst:

“Lernen ist Dialog, Kommunikation mit anderen Menschen und mit den Artefakten (Produkten) Anderer. Diese Anderen können also auch schon Verstorbene sein, wie Kant, Goethe oder Hegel und Marx. Sie antworten nur leider nicht mehr.”
Lisa Rosa: "Um es mal philosophisch zu sagen: Die Artefakte (also die Produkte der Menschen, und natürlich auch Bücher von Marx z.B.) sind historisch vergegenständlichte Tätigkeit (Arbeit) und Wissen. Gewissermaßen die versteinerten kulturellen Lebensäußerungen. Natürlich ist es eine reduzierte Sicht, wenn wir sie bloß als “Lernmittel” sehen würden (typisch für Lehrer), anstatt als vergegenständlichte lebendige Kultur, die zu uns “spricht”. Wenn wir das nicht hätten, wären wir keine Menschen, und wir sind Menschen, indem wir uns diese Artekfakte aneignen und weiterentwickeln. Insofern ist alles (menschliche) Lernen gesellschaftlich."
apanat : "Anders gefragt: Sind Lernpartner immer Partner in einem symmetrischen Dialog oder gibt es asymmetrische Dialoge? Wenn ja, haben in asymmetrischen Dialogen die Partner nicht stark unterschiedliche Rollen, so dass ich u.U. Geld dafür bezahlen oder fremde Hilfe (vielleicht auch staatliche) in Anspruch nehmen muss, um die Dialogpartner zu finden, die ich brauche?
Kann man dann noch sinnvoll von Persönlicher Lernumgebung und Persönlichem Lernnetzwerk sprechen oder kann ich für solch ein Lernnetzwerk, wenn ich das nötige Geld nicht habe, auf Institutionen angewiesen sein?"
kmesch: "In einem PLN können ganz unterschiedliche “Lernpartner” auftreten, von eher unbekannten Content-Anbietern bis hin zu hochangesehenen Institutionen wie MIT, Stanford, Harvard etc. Bei den Institutionen gibt es häufig eine Wahlfreiheit zwischen kostenfrei und kostenpflichtig, z.B. bei MOOCs, die einfach lernerisch verfolgt werden können oder kostenpflichtig zu einem Zertifikatserwerb genutzt werden können. Für die Kollaboration spielt dies grundsätzlich keine Rolle."
Lisa Rosa: Ja. Und dazu noch – und das ist ja das Interessanteste im Gegensatz zu den qua System festliegenden Rollen in der Schule: Die Rollen können wechseln. Nicht per Dekret oder Gnade oder Vereinbarung („jetzt machen wir mal LdL, haha, da sind die Schüler mal die Lehrer“). Sondern ganz automatisch der jeweiligen Situation und Funktion im Lernprozess folgend. Mal gibt einer was Orientierendes rein (in dem Moment ist er „Lehrer“), mal ein anderer. Es wechselt so häufig, und alle sind sowohl gebende („Lehrer“) als auch nehmende („Schüler“), dass es gar nicht mehr bemerkt oder gar benannt werden muss.
Auch in einem guten Lernprojekt in der Schule, wo ein Projektleiter die Vorausplanung gemacht hat und strukturelle Vorentscheidungen getroffen hat, wechseln die Lernenden- und Lehrendenrollen in allen Phasen und ständig.
Dies ist auch ein Grund dafür, warum die Schule sich so schwer tut, Projektlernen im Dewey- und Nachfolger-Sinn mehr als „ausnahmsweise“ und „randständig“ zum Normalinstruktionsunterricht einzubauen: Es untergräbt die Lehrerautorität als Besserwisser und Befehlsgewalt. Das verträgt das System nicht – jedenfalls nicht in der bisherigen Form.
Lisa Rosa: Mal nur zur letzten Frage: Wieso Geld? Das PLN in Zeiten der Digitalität ist potenziell unendlich groß und “kostet” nur Netzzugang und Zugangsgerät. Alles, was in meiner möglichen erreichbaren Umwelt an Menschen und Artekfakten vorhanden ist, kann Teil meines PLN werden. Ein PLN in Zentralafrika ist demnach ganz anders kulturhistorisch begrenzt als meins. Das PLN gibt es doch auch nicht-digital, nur dass man es früher nicht so nannte. Begrenzungen zu erweitern gehört auch zu den Herausforderungen des digitalen Zeitalters.
Und derzeit kann man PLNs neben den Bildungsinstitutionen bauen und pflegen. Was wohl passieren wird, wenn die Schule das PLN-bauen als Aufgabe erkennt und die PLNs ihrer Schüler in ihre Institution einbindet (anstatt sie zu ignorieren, zu missachten oder zu bekämpfen)?
apanat: @Lisa Rosa Wenn alles ” in meiner möglichen erreichbaren Umwelt an Menschen und Artekfakten [...] zu meinem PLN” dazu gehören kann, sind also Lehrer, sofern ein PLN besteht, nicht mehr erforderlich. Oder habe ich etwas missverstanden?
Lisa Rosa: Ja @apanat : Da hast Du missverstanden. Denn meine Lehrer (z.B. meine derzeitige Yogalehrerin, die ich mir selbst gewählt habe, oder ein Professor aus meinem Studium, der mir immer noch sehr wichtige Lernimpulse und -Hilfen gibt Lehrer ) gehören zu meinem PLN. (auch wenn sie nicht zum digitalen gehören, wie die Yogalehrerin!)
Vielleicht hängst du sehr am “Lehrer”, wie er in der Schule systemdefiniert ist und wie du ihn selbst in der Praxis “gibst”? Ich meine mit Lehrer in unserem Diskussionszusammenhang einfach alle Menschen, von denen ich etwas lerne. Wir müssen also immer dazusagen, welchen “Lehrer”-Begriff wir grad verwenden.
Aber warum reitest du so auf der Frage herum, dass ich meinen sollte (deiner Meinung) nach, die Lehrer würden verschwinden, nicht mehr gebraucht, gar abgeschafft? – ich habe niemals soetwas gesagt, und es ergibt sich auch nicht indirekt aus meinen Äußerungen!. Natürlich braucht es Lehrer! Aber wir könnten und müssten sie anders definieren und sie müssen andere Rollen als in der Schule bislang gewohnt, einnehmen, und sie müssen eine Menge andere und neue Kompetenzen haben.
apanat: 
Du schreibst:
“Wir müssen also immer dazusagen, welchen “Lehrer”-Begriff wir grad verwenden.
[...]. Natürlich braucht es Lehrer! Aber wir könnten und müssten sie anders definieren und sie müssen andere Rollen als in der Schule bislang gewohnt, einnehmen, und sie müssen eine Menge andere und neue Kompetenzen haben.”
Jetzt sind wir auf der richtigen Spur: Wenn ich ein PLN habe und mir meine Lernpartner aussuche, wobei wir uns gegenseitig mal als Lehrer und mal als Lerner gegenübertreten, dann ist der Lehrer ein Lernermöglicher, der Lernanregungen gibt, die ich nutzen kann oder nicht. Das ist eine neue Lehrerrolle, nicht mehr die des Lehrers, der von dem, was er weitergibt, so überzeugt ist, dass er dafür begeistert, auch wenn man dabei etwas lernt, was zunächst fremd und überflüssig erscheint, weil er Verständnishilfen gibt, dass einem die Augen geöffnet werden.
Ob man die Erfahrung gemacht hat, dass es solche Lehrer gibt und dass sie eine wichtige Funktion haben, die durch ein Persönliches Lernnetz nicht erfüllt werden, macht den Unterschied aus, welche Rolle man einem Lehrer zuschreibt.
Adorno – mir persönlich nicht gerade sympathisch – hat in den 50er Jahren des 20. Jh. die Rolle eines solchen Lehrers gespielt, der lange vor der Studentenrevolte einen maßgeblichen Teil der jungen Sozialwissenschaftler einen kritischen Blick gelehrt hat, den sie im Nachkriegsdeutschland im reinen peer-to-peer-Verhältnis ohne Lehrer seines Kalibers sehr viel schwerer hätten erwerben können.
Zwar propagiere ich ein solches Schüler-Lehrer-Verhältnis nicht als das (!) richtige, aber ich gehe doch wohl recht in der Annahme, dass du es jedenfalls nicht propagierst? Oder habe ich dich jetzt immer noch falsch verstanden?
Lisa Rosa: Haha, du hast offenbar bisher ganz schön um den heißen Brei herumgeredet bzw dich an ihn herangeschlichen, scheint mir.
Warum sollte ich denn etwas gegen mitreißende Lehrer haben? Die sind leider selten. Und sie reißen ja auch nicht alle Schüler mit, denn manche lassen sich nicht gerne mitreißen, sondern suchen ihre Gegenstände und Wege lieber selbst.
Wie auch immer, Dein Diskussionsgegenstand ist das leidige “Lerne freiwillig und mit Begeisterung, was die Schule von dir zu lernen verlangt”. Das diskutieren wir so häufig, und hier, gerade in diesem Blogpost, passt es eigentlich meiner Ansicht nach gar nicht. Es geht hier mal um etwas anderes -eingangs hatte ich ja genau darauf Bezug genommen …

Hier können wir mit nochmaliger Erinnerung an Lisa Rosas Artikel Lernen 2.0   Didaktik der Autodidaktik das Gespräch verlassen. (Meine Kommentare werden auf Blogs, die bei wordpress gehostet werden, immer unter apanat geführt. Ich wehre mich inzwischen nicht mehr dagegen.)

Nach der Blogparade über Motivation kam es hier also noch zu einem Austausch über die Lehrerrolle. Es wäre mir recht, wenn der in Kommentaren oder - möglichst hier verlinkten - Blogartikeln hier weiterginge.

Offenbar bedarf es einiger Klärungen, wenn man Lernerfahrungen einordnen will. Dass meine nicht auf “Lerne freiwillig und mit Begeisterung, was die Schule von dir zu lernen verlangt” konzentriert sein werden, wird sich zeigen.

Nachtrag vom 20.3.13:
Lisa Rosa: "Natürlich sind die Niveaus der Modellvorstellungen verschieden. abhängig von der (Denk-) Lebenserfahrung. Diese Conceptions seiner Schüler muss der Lehrer aber genau kennen und darum nachfragen, sonst kann er nicht dran ansetzen, um sie mit dem Schüler auf ein höheres Komplexitätsniveau zu bringen. darum geht es aber immer." (in dieser Google+-Diskussion)
apanat/Fontanefan dazu: Und deshalb, weil man nur auf dem passenden Lernniveau erfolgreich weiter lernen kann, ist die Rede von der "Didaktik der Autodidaktik" so missverständdlich.
Mehr dazu in Spannagels Aufsatz vom 10.3. und den im Netz verstreuten Diskussionen dazu, unter anderen auch in meinem Beitrag auf diesem Blog (vom 13.3.).

24.5.11

Näher am Schulalltag ...

als der Schulfremde denken würde:

Good Morning Mr. Schmid!

(Dank an CSpannagel, der den Link seinerseits Silvi verdankt. Man sehe sich auch die dortigen Kommentare an.)