26.12.07

Russische Geschichte

Man kennt vielleicht den Witz aus den Zeiten der Sowjetunion: "Nichts ist schwieriger, als die Vergangenheit vorauszusagen."
Mit dem Ende der Sowjetunion war das vorbei. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis aus Stalin einer der größten Führer der russischen Geschichte würde. Jetzt ist es so weit.
In einem russischen Schulbuch kann man jetzt den Hinweis finden, Stalin sei der "fähigste Führer der Sowjetunion".

Typisch Weihnachten?

Aus der Mail eines Bekannten:
Die Andacht zum Krippenspiel ließ etwas von der Hektik des Pfarrers spüren, der diese Predigt am laufenden Band in mindestens 4 Gemeinden halten mußte. Sie war wenig besinnlich aber dafür sehr laut gesprochen.

Man lese das Wort Andacht zweimal.

Mir ist erst in diesen Tagen aufgegangen, welche Zwänge das Konzil von Chalcedon über die Jahrhunderte auf alle Konfessionen ausgeübt hat. Und doch macht es den gemeinsamen Ursprung der Kirchen von den Zielsetzungen Jesu deutlich. Und das obwohl es meilenweit von diesem Ursprung abgewichen ist. Denn wie sollte ein Jude, der die Auffassung vertritt, die Menschen seien Gottes Kinder, sich selbst Göttlichkeit zuschreiben, weil er sich als "Sohn" sah.

25.12.07

Lehrer überfordert, Schüler unterfordert - Ist das der deutsche Normalfall?

Jean-Pol Martin führte dazu eine Internetdiskussion.
In der Tat scheint mir durch das Bemühen, es allen Schülern recht zu machen, ohne einen erheblichen Anteil eigenverantwortlichen Lernens, der von Schülern wirklich angenommen wird, ein solches Ergebnis bei der gegenwärtig üblichen Unterrichtsorganisation unvermeidlich.

20.12.07

G 8

Die Erhöhung der Zahl der Unterrichtsstunden in der Sekundarstufe I, die bei der Einführung von G 8 entgegen pädagogischem Rat durchgesetzt wurde, hat dramatische Folgen für die Bewegungsgewohnheiten der Schüler. Inzwischen treiben Schüler der Sekundarstufe II mehr Sport als die in die in der Pubertät, die ihn doch in dieser psychisch stark belasteten Phase zum Ausgleich dringend brauchten.
Diese Forschungsergebnisse erzielten der 14jährige Philipp und die 12jährige Hannah Neumann. (vgl. FR vom 20.12.) Frau Wolff, die hessische Kultusministerin, wird daraus vermutlich den Schluss ziehen, dass die Schüler in diesem Alter noch weit mehr für die Schule tun könnten, man müsse sie nur mehr fordern.
Dass es ein Schlag ins Gesicht für ein Ministerium ist, dass nun Eltern und Schüler der Sekundarstufe I die Evaluation ihrer Reform vornehmen müssen, die das Ministerium unterlassen hat, weiß Frau Wolff natürlich auch; doch im Wahlkampf wird sie es nicht zugeben können. Das Schlimme ist aber nicht, dass sie es nicht zugibt, sondern dass sie immer erst viertel nach 12 die ersten Konsequenzen zieht.

18.12.07

Militärische Auslandseinsätze der USA

Die Liste der Auslandsinterventionen der USA erweckt fast den Eindruck, als bestehe seit dem 20. Jahrhundert der Grundsatz, alle zwei Jahre eine Intervention durchzuführen. Denn wenn einmal Interventionspausen von zwei oder drei Jahren vorkommen, so folgen darauf gewiss Perioden, wo jährlich eine Intervention stattfindet.

Nachtflugverbot?

Die hessische Landesregierung hatte angekündigt, mit der neuen Landebahn für den Flughafen Frankfurt werde ein Nachtflugverbot kommen. Jetzt heißt es in ihrer Pressemitteilung:
Bis zuletzt hatten die Vertreter der Grünen und auch der SPD immer wieder angezweifelt, dass ein Nachtflugverbot zu realisieren sei. Um dieses Nachtflugverbot rechtssicher zu machen, musste im Planfeststellungsbeschluss eine Abwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses Interkontinentalflughafens Frankfurt am Main erfolgen. Diese einzigartige Rolle Frankfurts als Verkehrsdrehscheibe für Deutschland, auf die zuletzt nochmals der Bundesverkehrsminister hingewiesen hatte, macht die im Planfeststellungsbeschluss enthaltenen Ausnahmen auf dem bisherigen Bahnsystem erforderlich. Auf der neuen Landebahn hingegen herrscht ein komplettes Flugverbot.

Spiegel-online teilt dazu mit:
Im Schnitt dürfen bis zu 17 planmäßige Maschinen pro Nacht starten oder landen. Noch im September hatte Ministerpräsident Koch verkündet, er werde wie ein "Hessen-Löwe" um das Nachtflugverbot kämpfen.

Dazu ist festzuhalten: Auch bei einem Nachtflugverbot ist das Landen von verspäteten Maschinen nicht ganz auszuschalten, weil es sonst zu sehr erheblichen Zumutungen für die Passagiere kommen könnte und weil unter Umständen der Treibstoffvorrat gar nicht für eine Umleitung zu einem anderen Flughafen reicht.
Wie ein Löwe gekämpft und 17 planmäßige Flüge erreicht, sieht denn freilich arg wenig nach einer Punktlandung aus.
Der SPD in der Presseerklärung "Rechtswidrigkeit" zu unterstellen, weil sie am Nachtflugverbot festhalten will, ist da schon stark.
Vielmehr geht aus der Presseerklärung der CDU klar hervor, dass Ministerpräsident Koch, als er den Kampf für ein "Nachtflugverbot" ankündigte, die ahnungslosen Bürger getäuscht hat. Er wusste nicht nur, dass auf jeden Fall immer wieder Flugzeuge landen müssten, sondern er wusste, dass sein "Nachtflugverbot" stündlich mehrere planmäßige Landungen vorsehen würde. Das versteht Koch offenbar als "brutalstmögliche" Aufklärung der Bürger über seine Zielsetzung.
Aufklärung oder "eklatanter Wortbruch", wie die SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti den Vorgang einschätzt. Man darf auswählen, wie man den Vorgang einordnet.
Jedenfalls haben eine ganze Reihe von Nachbargemeinden Klagen gegen die heute vom CDU-Wirtschaftsminister unterzeichnete Regelung angekündigt.

Microsofts Fehler

Während sich ein Start-up-Unternehmen gar keine Fehler leisten darf, kann sich ein Mittelständler schon einmal vertun, ohne dass es für das Unternehmen das Aus bedeutet. Die Großunternehmen können sich noch weit mehr leisten: Bekannt ist das von Daimler, das sich mit Chrysler einen Milliardenverlust einkaufte, ihn dann aber relativ gut wegsteckte, weil es den Staat kräftig an seinen Verlusten beteiligte.
Die Flops von Microsoft sind weitgehend vergessen. Spiegel-online hat sie mal wieder ans Tageslicht gezogen: Bob, die intelligente Computersteuerung, Spot, die Uhr, die abhängig von der Uhrzeit dem Besitzer Informationen liefern sollte, die seinen persönlichen Vorlieben entsprechen, Barney, der Comiocsaurier für Lernsoftware, Mira, das Display, mit dem man, statt ein Notebook herumzutragen, seinen Computer aus der Entfernung bedienen können sollte, der MSX-PC, der UMPC Kleinstcomputer und die Tablet PC Edition, alles Flops.

17.12.07

Wirtschaftswachstum ohne Ende?

Erstaunlich war, dass ein führender Wirtschaftsmanager auf der Tagung in Arnoldshain damit zu punkten können glaubte, dass er darauf hinwies, dass der Hauptteil des Benzinpreises im Steueranteil besteht. Offenbar darf er mit informierten Bügern rechnen, die selbst beim Thema Nachhaltigkeit den Benzinpreis nicht für zu niedrig, sondern als zu hoch ansehen.

Dagegen ist die Implikation, die darin liegt, dass die Weltbevölkerung immer noch zunimmt und dass die Bevölkerung in den Schwellenländern mehr soziale Gerechtigkeit und damit mehr Konsummöglichkeiten und Umweltverbrauch einfordert, nicht so offensichtlich.
Müller, Vorstandschef der Commerzbank benutzte den Hinweis, um damit zu rechtfertigen, dass weiterhin Wachstum nötig sei.
Was er aber nicht mit aussprach, war, dass diese Tatsachen im Blick auf globale Nachhaltigkeit ein Schrumpfen nicht nur unseres CO2-Verbrauchs, sondern unseres Umweltverbrauchs insgesamt erforderlich macht.

16.12.07

Unbegrenztes Wachstum?

Klaus-Peter Müller, Commerzbankvorstandssprecher, und Sven Giegold, im November 07 noch Mitglied im attac-Koordinierungskreis, in Arnoldshain im "Gespräch". Verbindlich, aber nur oberflächlich den grundsätzlichen Dissenz abschwächend. Müller: Solange die Bevölkerung wächst und die Ansprüche der Armen - verständlicherweise - auch, brauchen wir Wachstum. Giegold: Selbst bei 27-facher Effizienzsteigerung ist es nicht durchzuhalten. Es muss Schrumpfen in den Industrieländern - nicht nur bei den Armen und Schwachen - geben, damit das überlebensnotwendige Wachstum gesichert werden kann. - Ansich waren die Positionen unvermittelbar.

15.12.07

Konkurrenz für Wikipedia?

Google will eine Art Internetlexikon entwickeln, bei dem im Prinzip jeder Interessierte mitwirken kann, aber unter Herausstellung seines Namens.
Spiegel-online betont, es sei aber sicher kein Parallelunternehmen zu Wikipedia, sondern eher zu Fachzeitschriften.
Welche Einschätzung auch richtig ist, eine Frage, die Spiegel-online stellt, ist in der Tat zentral: "Wird es Google gelingen, die nötige kritische Masse zu erreichen?"

Such is life?

Ist die Tatsache, dass Chatbesucher mit weiblichen Namen öfter angesprochen werden als welche mit neutralen oder männlichen Namen wie im wirklichen Leben? Ist, dass ihre Computer häufiger mit Viren angegeiffen werden, nur Widerspiegelung des normalen Lebens?
Wie steht es mit geschlechtsspezifischer Aggression, wie mit Hemmschwellen?

14.12.07

Keine Vernunft im hessischen Kultusministerium

Hessen hat Lehrermangel, größerer bundesweiter Lehrermangel steht ins Haus. Die GEW fordert Einstellung von mehr Lehrern, statt dessen werden unqualizierte U+-Kräfte eingesetzt, obwohl die nur betreuen, nicht ernsthaft unterrichten können. Das Ausfallenlassen von Randstunden wird untersagt.

Als die Eltern darauf aufmerksam machen, wie groß die Überlastung für die Schüler durch G8 wird, unternimmt Hessen einen Vorstoß bei der KMK die Stundenverpflichtung für G8 herabzusetzen, um den Regelunterricht zu kürzen. Dabei könnte man die Schüler ganz einfach entlasten, indem man überflüssige Vertretungsstunden einsparte.

Das heißt allerdings nicht, dass der hessische Vorstoß ganz falsch wäre, denn die Mehrbelastung von Schülern in der Pubertät führt nur in den seltensten Fällen zu besseren Lernergebnissen. Das haben ungezählte leidgeprüfte Eltern erfahren.

Das heißt freilich nicht, dass Schüler in dem Alter nicht mehr Angebote, sich ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen, brauchten.

Vernunft bei Kultusministern?

In einer Presseerklärung des hessischen Kultusministeriums heißt es, die Kultusministerkonferenz wolle ihre ihre Festlegungen zu G8 überprüfen.
Dabei sollen die Vorgaben der KMK zu G8 – unter anderem die Festlegung auf 265 Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 5 bis 12 – und deren unterrichtsorganisatorische Umsetzung in den Ländern besonders berücksichtigt werden. Der KMK-Ausschuss soll aufzeigen, welche Möglichkeiten der Flexibilisierung unter Wahrung der Qualitätsanforderungen von Bildungsstandards bestehen.

Vernunft bei Kultusministern? - Ich befürchte, hier geht es nur um Augenwischerei bis zum Wahltermin.
Gern würde ich widerlegt.

10.12.07

Wirkung von Wahlterminen

Was die Verbände mit ihren Warnungen nicht bewirken konnten, scheint der Wahltermin in Hessen zu leisten: Frau Wolff merkt, dass es irgendwie nicht ideal ist, Kinder ohne Mittagspause in der Schule festzuhalten, statt ihnen Zeit zu geben, Lernstoff zu verarbeiten. Jedenfalls heißt es in der neusten Presseerklärung des hessischen Kultusministeriums
Die Hessische Kultusministerin Karin Wolff wird am Donnerstag in die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder einen Antrag einbringen, der zu einer länderübergreifenden Entlastung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen der gymnasialen Schulverkürzung (G8) führen soll.

Lehrer alter Schule hätten gesagt: "Erst denken, dann handeln!"

Heute sagt man: "Nach erfolgreicher Evaluation hat das HKM mit einer revolutionären Innovation aus G8 das neue G8++ gemacht."

Was nach den Wahlen daraus wird??

9.12.07

Im Haushalt meiner Großmutter


(Bild aus dem Artikel Ringelblume (Calendula) der Wikipedia)

Und die Speisekammer daneben mit ihrem roten Ziegelpflaster verlockte zu malerischem Aufbau der Kohlköpfe Rosenkohlstangen und farbigen Tonschüsseln voller Pfifferlinge, Blaubeeren oder Erbsen und Bohnen. Es gab immer etwas hübsch hinzustellen. Mutter hatte immer irgendwo Blumen. Da wurde dann mit viel Liebe die passende Vase ausgesucht, das Tonkrüglein oder die Schüssel, wenn es um Himmelschlüsselchen oder Kalendula ging.

Wikipedia wiederholt in den Nachrichten

Da gegenwärtig anders beschäftigt, verweise ich auf Sternartikel mit Wikipedialob und auf Wikipediakritik über ein Link zu Dapete: Wikipedia in aller Munde.
Die Darstellung zum c't-Test und die schöne Zusammenfassung zum Sternbericht möchte ich aber doch noch direkt verlinken.

5.12.07

Perspektiven von Wikipedia und Wikia.com

In einem Interview gibt Jimmy Wales seine Einschätzung der Entwicklung der Wikipedia und der neu entwickelten Suchmaschine Search Wikia wieder.
Mir klingt es recht optimistisch; aber ich habe auch keine fundierten Gegenargumente.

Heiratshindernis

Die Zahl der Ehen in Deutschland nimmt wieder zu, hört man. Das ist unverständlich, wenn man hört, was für bürokratische Hürden dazu überwunden werden müssen.
Es genügt nicht je eine Abstammungsurkunde der zukünftigen Ehepartner, je eine Heiratsurkunde der Eltern der zukünftigen Ehepartner, Nachweis über Staatsangehörigkeit, Wohnort, polizeiliche Anmeldung, es darf schon etwas mehr sein:
Da die erforderlichen Unterlagen von Ihrer persönlichen Lebenssituation abhängig sind, wie z. B. Staatsangehörigkeit, Familienstand, Wohnort u. a. m. können hierüber keine pauschalen Angaben gemacht werden. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, damit wir uns an einem Termin nach Ihren Wünschen Zeit für Sie nehmen können.

Bei diesem Gespräch erfährt man also: "Sie brauchen auch für jeden der zukünftigen Ehepartner einen beglaubigten Auszug aus dem Familienbuch." Wenn man den vorlegt, ist es der falsche. Das kennt man. Jetzt bekommt man aber erklärt, welcher gemeint ist und dass er höchstens sechs Monate alt sein darf. Man braucht sich auch nur an Wohnort und dem Heiratsort seiner Eltern zu erkundigen, irgendwo ist das Familienbuch bestimmt.
Nun hat man herausgefunden, wo das Familienbuch ist, wieviel man zu zahlen hat, kennt Kontonummer etc., aber damit ist es nicht getan: Der Antrag muss schriftlich gestellt werden, der Quittungsbeleg für die erfolgte Überweisung muss schriftlich vorgelegt werden.
Dass Informationen ungenau sind und dass Daten nicht elektronisch zwischen den Standesämtern ausgetauscht werden, nun ja. Warum aber die Schriftform des Antrags?

Da werden alle Noten aller hessischen Schüler zentral beim Kultusministerium gesammelt. Ergebnis: Der Jahrgangsbeste kann nicht zugelassen werden. Dass es dann doch funktionierte, dafür haben Hunderte von Lehrern und Sekretärinnen gesorgt.

Im vorliegenden Fall ging es nachher doch elektronisch. Ob dass zur Ausspähung der Heiratswilligkeit von zwei Deutschen unterschiedlichen Geschlechts durch Terroristen oder andere Interessenten führen kann?
Name und Amtssitz der Person, die einen elektronischen Antrag zuließ und der ich hiermit öffentlich danke, bleiben geheim, denn als Angestellte/Beamte der öffentlichen Verwaltung genießt sie keine Immunität.

4.12.07

PISA-Studie - Verbesserung Deutschlands

Nach der neusten PISA-Studie haben sich die deutschen Schüler auf Rang 13 verbessert. Da man an sich etwa 15 Jahre von der Einführung von Maßnahmen bis zur durchgreifenden Wirksamkeit im Bildungsbereich rechnet, scheinen mir die Veränderungen mehr darauf zurückzuführen, dass jetzt Kultusbürokraten, Lehrer und Schüler besser mit den Tests, die sie erwarten, vertraut sind. Schließlich gibt es mancherlei Möglichkeiten, Testergebnisse zu beeinflussen, ohne den Teilnehmern Geld zu bezahlen.
Ein Teilnehmer an der ersten Studie sagte mir: "Das waren so simple Fragen, das hatte nichts mit dem Stoff zu tun, den wir behandeln mussten." Das wird sich inzwischen geändert haben. (Bei den Multiple-choice-Aufgaben des ersten Tests hatte ich mich zwischen zwei richtigen Lösungen für eine entschieden und dann festgestellt, dass ich damit einen niedrigeren Verständnisgrad bewiesen hatte.)
Leider ist die Vermehrung bürokratischer Hektik allerdings nicht eben förderlich für die Lernatmosphäre. Ob sich das in PISA-Tests niederschlagen wird, wird sich jeder Messmöglichkeit entziehen.

2.12.07

Adventskalender

Adventskalender, Adventskranz ...

Wer über ihre Geschichte mehr erfahren will oder wer mit dem Bild, das ihm das Türchen seines Adventskalenders gezeigt hat, nicht zufrieden ist, kann auch einen elektronischen aufsuchen.
Das jeweilige Türchen findet man, indem man das aktuelle Datum in die url einsetzt. Für heute also 2.

23.11.07

Erwin Moser

Zeit, von Erwin Moser zu reden. Nach Beendigung der Lektüre von Der Mond hinter den Scheunen weinte meine Tochter und meinte: "Nie wieder werde ich so ein gutes Buch lesen." Da half auch nicht die Versicherung, dass er auch anderes geschrieben habe.

22.11.07

Zulu love letter

Eindrucksvoll die Emotionalität, die für den Film weit wichtiger ist als nachvollziehbare Handlung.

21.11.07

Neuere Diskussionen zu Leitmedien und Netzsensibilität

Bei Leitmedien zeichnet sich m.E. durchaus ein Wandel ab.
Deshalb ist nicht mehr nur "Fernsehkompetenz", sondern Netzsensibilität vor allem bei mittelmäßigen und schwächeren Schülern zu entwickeln. Die mit dem entsprechenden häuslichen Hintergrund wachsen sowieso hinein.

20.11.07

Komet von Sonnengröße

Ein Komet in unserem Sonnensystem ist zurächst 500 000 mal so hell geworden, jetzt hat er sich auf Sonnengröße ausgedehnt. Die Astronomie hat außer den allgemeinen Fragen wie Wie ist die Welt entstanden? Was sind Raum und Zeit? Gibt es Parallelwelten? auch interessante Einzelerscheinungen zu bieten.

11.11.07

Verantwortung übernehmen - Selbstwirksamkeit erfahren

Zu Recht hat von Hentig gefordert, Kinder sollten schon im Vorschulalter die Erfahrung machen, dass sie gebraucht werden. Das geht dadurch, dass sie Verantwortung übernehmen: durch Hausarbeit, für die sie allein zuständig sind (ein 13jähriger, der den gesamten Familieneinkauf organisiert, ist möglich), oder durch die Betreuung eines Tieres.

"Schule macht Kinder unglücklich" titelt heute die Welt am Sonntag.
"Ich gehe in die Schule, ich hab mir die schönste Schule ausgesucht", soll mein großer Bruder am ersten Schultag gesungen und schon am Ende der Woche ganz anders darüber gedacht haben.
Erfolgserlebnisse, wichtig sein, anerkannt werden, all das ist in der Familie leichter zu vermitteln als in einer großen Schulklasse. Aber Schule ließe sich so organisieren.

Ständige Gruppenarbeit allein braucht das nicht zu bringen, da man da die Verantwortung für den eigenen Lernprozess (anders, aber ähnlich erfolgreich wie beim reinen Frontalunterricht) auf andere abschieben kann. Lernen durch Lehren ist dafür besser, ist aber für die Leistungsschwachen nur durch besondere Arrangements erreichbar, z.B. im Gruppenpuzzle (kurz gesagt: "Ausbildung" von Experten in der ersten Arbeitsgruppe, Vortragen durch Experten in der themen- und damit expertengemischten zweiten Arbeitsgruppe). Mit dem, was man heute "fördern und fordern" nennt (u.a. mit dem intensiven Leistungsvergleich in der 3. Grundschulklasse) , geht es freilich kaum.

10.11.07

Schülerkenntnisse über DDR und BRD

Wenn man erschreckt werden will, braucht man nur zu fragen. Honnecker als Bundeskanzler, Adenauer als SED-Chef. Andererseits brachte die Befragung von Schülern ind West und Ost relativ ähnliche Ergebnisse.

8.11.07

Dunia

Der Film (2005) hat auf mich eine ambivalente Wirkung 1. Befreiung als Voraussetzung für Begegnung überzeugend 2. die melodramatische Darstellung wie nicht gekonntes Dirty Dancing eher abschreckend. - Aber: die Nähe zur europäischen Sicht erleichtert und m.E. (wenn wir uns durch die Melodramatik nicht abstoßen lassen) die Einfühlung, die eine weniger westlich beeinflusste ägyptische Darstellung vielleicht nicht erlauben würde.

Gastland bei der Buchmesse

Die katalanische Literatur ist umfangreich genug, dass das Gastland ohne ihren anerkanntesten Vertreter eine Reihe prominenter Vertreter bei der Buchmesse "vorzuweisen" hatte.
Der deutschen Öffentlichkeit tut es gewiss gut, dass auf die Rolle von Minderheitensprachen in der EU hingewiesen wird. Ich selbst habe erst vor kurzem registriert, dass das Lombardische nicht als italienischer Dialekt gilt (mit Romansch und Provencalisch ist es enger verwandt, Expertenmeinungen nach sogar enger mit dem Französischen als mit dem Italienischen). Dass die Lombardische Wikipedia hinsichtlich ihrer Artikelzahl einen guten Mittelplatz einnimmt (sie liegt vor der tschechischen, der slowakischen, der dänischen und der ungarischen, um nur einige zu nennen), hat mich verwundert. Freilich, wenn man bedenkt, wie die Wikipedia auf Volapük zu ihren Artikeln kommt und dass die lombardische zum Teil mit ähnlichen Methoden arbeitet...
Freilich, von den kommenden Gastländern der Buchmesse, Türkei 2008 und China 2009, verspreche ich mir von meinem Interessenhorizont mehr.

6.11.07

Lehrerausbildung

Eigenverantwortlicher Unterricht zur Deckung des Lehrermangels, Module zur Zersplitterung der Ausbildung und Ausweitung des Wiegens statt Fütterns. Man könnte meinen, Lehrerausbildung sei in einem dekadenten Zustand.
Beruhigend, dass Lehrerausbildung auch an offiziellen Kanälen vorbei laufen kann. Nützlich finde ich immer wieder, was ich bei Hokey und in Herrn Raus Lehrerzimmer zu lesen bekomme.

3.11.07

Schule oder Betrug?

Thom auf Weltreise ist sich unsicher. Hat man ihn angeführt oder liegt ein Experiment vor, das seine und unsere Unterstützung verdient?
Mein Eindruck ist, hier gibt es kein "Entweder - Oder".
So viele Kinder bekommt man nicht zusammen, ohne etwas Ähnliches zu tun wie das, was er behauptet.
Aber, braucht er dafür Geld? Vermutlich nicht. Denn wer hätte ihm das Experiment am Anfang finanziert?
Viermehr ist es vermutlich ein Unternehmen zur Gewinnung von Risikokapital. Dies Kapital wäre an das Unterrichtsprojekt freilich verschwendet. Wohl aber könnte es für einen findigen jungen Unternehmer ein wichtiges Startkapital sein. (Da braucht man sich nur die kleinen Kredite anzusehen, die die Grameen Bank ausgibt und wie hoch der Prozentsatz derer ist, die den Kredit zurückzahlen können, also irgendwie von ihm profitiert haben.)
Freilich sind die paar Euro Startkapital wenig gegenüber den 500 000, die Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, als Ausgangskapital bekommen haben soll und die ihm halfen, das Unternehmen so auszubauen, dass er ein Angebot von 1 Milliarde Dollar ausschlagen konnte und nach einer Beteiligung von Google jetzt von 15 Milliarden geschätzten Börsenwert gesprochen werden kann. Dafür ist er auch in Kambodscha und nicht in den USA.
In 9 von 10 Fällen, in die man Risikokapital steckt, geht die Firma pleite. Risikokapital rentiert sich wegen der profitablen 10 Prozent.
Die Überlegung lässt sich freilich auch auf den Unterricht, den er organisiert, beziehen. Wahrscheinlich ist alles nur Schein, es verpufft ohne Wirkung. Vielleicht sind aber auch ein oder zwei sehr begabte Kinder unter den Scheinschülern, vielleicht sind sie sehr motiviert und geschäftstüchtig. Vielleicht wird eine oder einer durch das Lernen und durch das Vorbild seines Lehrers zu einem eigenen Projekt angeregt. Vielleicht ist das sinnvoll. Vielleicht lernt sie aus den Fehlern ihres Lehrers. Vielleicht hilft die Tatsache, dass sie erfahren hat, motiviert zu sein, ihr auf einem anderen Felde weiter.
In 9 von 10 Fällen geht es schief. Risikokapital setzt auf die unwahrscheinlichen 10 Prozent.

28.10.07

Ökologie und Wirtschaft

Seit Jahren ist in den hessischen CDU-Lehrplänen für die 11. Jahrgangsstufe der Zusammenhang von Ökologie und Wirtschaft ein Thema (Ökologie und Marktwirtschaft Thema des 2. Halbjahrs in Politik und Wirtschaft). Nun besteht die Chance, dass mit Hermann Scheer ein Minister diese beiden Ressorts gemeinsam vertritt.
Das ist so vernünftig, dass man fast fragen muss: "Ist das wirklich ernst gemeint?"
Vernünftige Zielsetzungen leisten sich Politiker nicht selten dann, wenn sie nicht befürchten müssen, sie auch wirklich verfolgen zu können.

23.10.07

Wikis

Ein Angebot, ein kostenloses Wiki anzulegen, findet sich hier. Das halte ich auch für mich fest, um es bei Gelegenheit daraufhin zu prüfen, ob es sinnvoll ist.

22.10.07

Mekka

Massenpanik mit Hunderten von Toten ist in Mekka zum Höhepunkt der Hadsch der Normalfall. 2006 gelang es, eine solche Massenpanik zu vermeiden, mit Hilfe von Panikforschern, die auf Videos erste Ansätze der kommenden Panik schon 20 Minuten vor ihrem Auftreten erkennen können.

21.10.07

Lehrerraum statt Klassenraum

So ungewöhnlich, wie es in dem Bericht erscheint, ist es in Deutschland nicht, dass Lehrer ihren eigenen Raum haben. Auch ich sehe - wie der das Experiment begleitende Wissenschaftler - mehr Vorzüge als Nachteile bei dem Konzept. Bisher scheitert es meist am Raummangel.

20.10.07

Interpretationsprobleme

"Dumbledore ist schwul" titelt Spiegel-online, weil J.K. Rowling bei einer Lesung aus dem letzten Band meinte, sie habe "immer gedacht, dass Dumbledore schwul ist".

Dass ein Autor außerhalb des Textes seines Werkes keine Deutungshoheit für seinen Text hat, ist also noch längst nicht Allgemeingut, obwohl Cornelia Funke (die oft als Rowling-Epigonin gesehen wird) mit ihrer Gestalt des Autors Fenoglio über zwei Bände ihrer Tintenwelt-Trilogie hin schon ihren kindlichen Lesern klarmacht, wie wenig Einfluss ein Autor auf die Gestalten eines Buches hat, wenn er es einmal aus der Hand gegeben hat.
Dabei hat Rowling doch ganz vorsichtig formuliert, sie habe "immer gedacht, dass ..." und damit keine Deutungshoheit beansprucht. Freilich, entgegen aller Interpretationsregeln, von jetzt ab ist Dumbledore zumindest für alle Nicht-Harry-Potter-Leser schwul. (Dass sie das so gesehen hat, macht mir Rowling beinah noch sympathischer.)

16.10.07

Zeitgeschichte

Was der Spiegel zur Zeitgeschichte ins Internet stellt, macht sich recht gut. Eine Ergänzung zu Lemo.

Grass 80 Jahre

In seiner Würdigung schreibt der Autor der taz, Grass sei von Hybris befallen. Doch am Schluss schreibt er dann:

"Wir sind Günter Grass - keine Genies und mit deutlichen Grenzen, mit guten Gaben und kräftigen Gesten, mit viel Glück und einigem Gelungenen, mit erkämpftem Glanz ohne Großartigkeit."

Mit dieser Selbstironie versöhnt der Autor wieder mit sich.

Wir sind Papst, Weltmeister und Grass. Und das ist Ausdruck unserer Bescheidenheit.

Grass dagegen ...

Ich bin stolz auf meine Bescheidenheit! Da freilich Goethes Satz "Nur die Lumpe sind bescheiden" weiter gilt, bin ich nur so bescheiden, mich nicht über Grass zu stellen.
Freilich, der überschätzt sich. Ich mich nicht.

Schön gesagt. ?

10.10.07

Physiknobelpreis

Dass ein Deutscher den Physiknobelpreis bekommt, ist so erstaunlich nicht. Aber dass er ihn für eine Forschungsergebnis bekommt, das er in Deutschland erreicht hat, ist höchst erstaunlich und erfreulich.
Dass man von der Anwendbarkeit seiner Forschungsergebnisse bei der Herstellung von Festplatten mit mehreren Gigabyte gehört hatte und sich insofern sogar irgendetwas darunter vorstellen kann, macht die Nachricht noch reizvoller.

9.10.07

Bibliothek und Suchmaschine

Die meiner Kenntnis nach größte deutsche online-Bibliothek samt einer Suchmaschine in dieser Bibliothek bietet seit neuestem zeno.org.
Ich bin beeindruckt, weil die Ergebnisse meist für mich relevanter sind als die von Google, gerade weil sie nicht in die Millionen gehen.

8.10.07

Tag des Lehrers

Alles, was benachteiligt oder gefährdet ist, bekommt seinen Tag. Für die Lehrer ist es der 5. Oktober. Man vermutet - wohl nicht ganz zu Unrecht, dass sie Ermutigung gebrauchen können.
Mehr dazu bei Herrn Rau im "Lehrerzimmer".
Hedgefonds brauchen gegenwärtig keinen Tag. Sie sind erfolgreich genug. Nur wenn die Blase erst einmal platzt, wird sie kein Hedgefondstag nicht mehr vor der Pleite retten können, sondern allenfalls Hunderte von Milliarden, vielleicht sogar über Billion Dollar der Zentralbanken der Welt.

30.9.07

Geschichte Europas ab 1945

Tony Judts: Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart liest sich gut und bietet insbesondere zur unmittelbaren Nachkriegszeit einige Hinweise, die heute gängigen Klischeevorstellungen widersprechen.
So weist er daraufhin, dass die amerikanischen Wirtschaftsabkommen vor dem Marshall-Plan sehr rigide waren und die Währungsbasis dieser Staaten daher gefährdet war. Auch die Darstellung zur Situation der Displaced Persons und die Weigerung der meisten europäischen Staaten, Juden bei sich einwandern zu lassen, die dazu führte, dass bis zur Gründung des Staates Israel die Juden fast durchweg Deutschland nicht verlassen konnten, schildert er recht deutlich. Bemerkenswert dabei auch der Hinweis, dass sie zunächst mit deutschen Nationalsozialisten gemeinsam interniert wurden, bis im August 1945 Truman forderte, für jüdische DPs separate Einrichtungen zu schaffen. (S.49)

29.9.07

Ende der deutschen Hochsprache?

Jürgen Trabant (FAZ vom 29.9.07) meint einen deutschen Sonderweg von der "Sprachscham" über die "gebellte Sprache" der NS-Zeit zur Ersetzung der deutschen Hochsprache durch Englisch wahrgenommen zu haben.

Sie [die Immigranten] suchen eine Arbeitssprache. Aber da, wo sie hinwollen, zu einer Arbeitssprache nämlich, ist in der deutschen Schule zunehmend die große weite Welt, no man's land. Deutschland ist da jedenfalls nicht mehr.' Die deutsche Schul﷓Sprachpolitik' verhindert die Ankunft der Immigranten in diesem Land. (J. Trabant)

27.9.07

Ganztagsschule

Überflüssig zu sagen, dass Bauer in seinem "Lob der Schule" ein glühendes Plädoyer für die Ganztagsschule hält?
Ich bin angesichts der Möglichkeit, eine gute Idee zu pervertieren, skeptischer. Aber dass Stundenausweitung ohne Ergänzung durch Musik, Sport, Theater, Spiel in einer Ganztagsschule völlig kontraproduktiv ist, das führt er erfreulich deutlich vor.

Notizzettel

Richard Münch: Die akademische Elite. Zur sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz, 2007
Der aktuelle Artikel, der mich auf das Buch aufmerksam macht: Akademischer Kapitalismus, ZEIT 27.9.07, S.67f.
Polemisch, aber es gibt viel zu wenige Stimmen, die in den öffentlichen Meinung dieselben Grundpositionen vertreten. Bezeichnenderweise stellt die ZEIT nicht diesen Artikel, sondern den über die Lobby für die Technik heraus.

Bernd Greiner: Krieg ohne Fronten. Die USA und Vietnam, 2007
40 Jahre bis zu diesem Buch. "Wann werden wir erfahren, was im Irak geschieht?" So fragt der Autor. Die Wahrheit hören wir nie. (Lessing) Einiges wird seit Jahren fortlaufend berichtet.
Gut, wenn wir immer wieder einmal auch das hören, was nicht durch unsere Interessenlage vorgefiltert ist. 40, 60 Jahre danach ist für vieles zu spät, kann aber die Bereitschaft stärken, auch in der Gegenwart den Filter nicht zu engporig werden zu lassen.

26.9.07

Volapük und Wikipedia

Die 1880 von einem Deutschen erfundenePlansprache Volapük hat nach dem Erfolg des 1887 erfundenen Esperanto nur noch etwa 25 Sprecher, aber eine Wikipedia mit über 100 000 Artikeln.
Da gegenwärtig nur eine Person regelmäßig dort aktiv ist, war das nur möglich, indem er mit Hilfe eines Roboters systematisch Artikel anderer Wikipedias übersetzt.
Dadurch hat er erfolgreich andere Wikipedianer - auch mich - in diese Wikipedia gelockt und die Wikipedianer stehen jetzt vor der Frage, ob sie für eine solch künstlich vergrößerte Wikipedia Ressourcen opfern sollen.
Bemerkenswert übrigens ist die Diskussion, ob auch das relativ leicht zu lernende Esperanto doch noch so schwierig sei, dass es reformiert werden müsse, wie es selbst bei lebenden Sprachen geschehen sei.
So erklärte Barrry Crown 1992 in einem Internetforum zu Esperanto:
Language reform projects are by no means uncommon in relation to living languages. However, most of these occur in the third world, which is perhaps why most Esperantists are unaware of them and assume that a living language can only change by evolution." Barry cited examples of deliberate, conscious changes being made (almost overnight) in the vocabulary of Modern Hebrew, and an effort currently underway in Singapore to change the pronunciation of the Malay-Indonesian language.

25.9.07

Lob der Schule

Eben habe ich das Buch "Lob der Schule" von Joachim Bauer in die Hand bekommen, das neurobiologische Erkenntnisse den Praktikern nicht besserwisserisch um die Ohren haut, sondern sehr pragmatisch Verbesserungen des Schullebens mit neurobiologischen Erkenntnissen untermauert.
Der Rezensionsdienst von Socialnet, auf den der obige Link verweist, bietet übrigens eine gute Auswahl von Titeln zu sozialpädagogischen Themen in weitesten Sinn mit Rezensionen auf beachtlichem Niveau.
Zwei Zitate mögen belegen, dass vieles, was Bauer schreibt, für einen Lehrer nicht originell wirkt, dass es aber eine entscheidend andere Klangfarbe bekommt, wenn es von einem Mediziner ausgesprochen wird:
Was als pädagogisches Prinzip seine vollständige Unbrauchbarkeit erwiesen hat, nämlich das auf Druck basierende hydraulische Prinzip, hat sich in den letzten Jahren zu einem gern benutzten Instrument der Kultusbürokatien entwickelt.

In einem Land, in dem man - um einer umsatzträchtigen Industrie nicht in die Quere zu kommen - zulässt, dass mehrere hunterttausend Kinder und Jugendliche, anstatt angeleitet, gefördert und gefordert zu werden, am Computer Folter und Mord "spielen", ...

Ja das war's, was ich schon immer zur Schulpolitik der Kultusministerien sagen wollte. Es ist fast egal, wie man den Satz fortführt.

24.9.07

Mittagspause

Inzwischen kommt man im Kultusministerium auf die Idee, bei der Einführung von G8 könnte einiges falsch gelaufen sein: Überlastung der Schüler in der Mittelstufe, keine Voraussetzungen für den Nachmittagsunterricht, fehlende Schulbücher.
Die freudige Nachricht: die Schulträger sollen "im Rahmen eines neuen hessischen Investitionsprogramms für den Ausbau der Mittagsverpflegung an G8-Schulen zusätzliche Mittel" erhalten. Bei den Schulbüchern weiß man wenigstens, dass man 25 Millionen einzusetzen bereit ist. Warum verschweigt man in diesem Kontext die Zahlen?
Vermutlich, weil sonst zu deutlich würde, dass man nicht bereit ist, das Geld auszugeben, was man für den Übergang zur Ganztagsschule brauchte.

20.9.07

Vergabeverfahren von LUSD

Jetzt ist auch das Vergabeverfahren von LUSD im Landtag kritisiert worden.
Für mich ist nicht das Schlimme, dass bei der Erstellung eines Computerprogramms Fehler aufgetreten sind und die - korrekt oder nicht korrekt - beauftragte Firma sie nicht beheben konnte. Was wirklich ein schwerer politischer Fehler war, war dies: Es war bekannt, dass die LUSD nicht funktionierte. Trotzdem hat man sie als landesweit verbindliches Instrument den Schulen vorgeschrieben und die Schulorganisation bis hin zur Zulassung zum Abitur von diesem fehlerhaften Instrument abhängig gemacht. Und schließlich hat man die Firma an der Korrektur dieser fatalen Fehler gehindert, indem man sie beauftragt hat, immer neue Instrumente zur Überwachung der Schulen einzubauen, statt rechtzeitig der Unzahl von Fehlermeldungen aus den Schulen nachzugehen.

Bildungsreform? Rechtschreibreform

Nach dem Hurrikan über New Orleans wurden 119 staatliche Schulen geschlossen und 3 700 Lehrer entlassen. Statt dessen wurden Bildungsgutscheine ausgegeben, die bei Privatschulen eingelöst werden können.
Schocksituationen für große Veränderungen auszunutzen, scheint eine Strategie der radikalen Neoliberalen zu sein. Dies versucht jedenfalls Naomi Klein in ihrem Buch Schockstrategie nachzuweisen.

Das Mittel als solches ist so ungewöhnlich nicht in der Politik. In den Niederlanden hat man nach dem 2. Weltkrieg eine viel weitgehendere Rechtschreibreform (die sogar wirklich in den Sprachbestand eingriff) als die deutsche von 1996 relativ problemlos durchgesetzt, weil nach dem Krieg für den einzelnen Wichtigeres zu tun war, als sich über Rechtschreibung zu ereifern.
Dagegen hat die weit weniger weitreichende Rechtschreibreform von 2005/06 in den Niederlanden zu einer Rechtschreibspaltung geführt, nach der jetzt viele Zeitungen nicht mehr dem offiziellen grünen Buch, sondern einem weißen Buch als Rechtschreibstandard folgen.
Dass die Reform der Rechtschreibung in anderen Ländern eine weit größere Bedeutung hat (etwa in China) und in Norwegen jetzt vier Rechtschreibregelungen nebeneinander existieren, wurde in unserer nationalen Diskussion der Reform relativ wenig beachtet.

19.9.07

Bildungsanstrengungen

Wenn Deutschland zum einen unterdurchschnittlich viele Studenten hat, zum anderen unterdurchschnittlich viel Geld pro Studenten für Bildung ausgibt, dann helfen alle Entschuldigungen nicht mehr, dann wird in Deutschland zu wenig für die Bildung getan.
Der OECD-Bericht mag manches etwas verzeichnen. So ist das deutsche duale Ausbildungssystem trotz mancher Aufweichung immer noch hervorragend geeignet für die Ausbildung von Facharbeitern. Und Wirtschaftsleistung hängt an guten Facharbeitern nicht weniger als an Ingenieuren. Aber wenn Deutschland im Unterschied zu anderen OECD-Staaten seinen Fachkräftemangel nicht mehr aus dem eigenen Nachwuchs decken kann, dann ist etwas nicht in Ordnung.
Dabei sind die Probleme seit langem bekannt.

Systematischer Schlafentzug

Fahrschüler, die einen weiten Weg zur Schule haben, leiden in Deutschland unter Schlafentzug. Dem früheren Schulbeginn entspricht nämlich nicht eine frühere Bettgehzeit.
Auch von daher gesehen muss die Ganztagsschule ernsthaft vorangetrieben werden.

17.9.07

Stiefkind Bildung

Mit ihrer Entscheidung für G8 hat die hessische Landesregierung Raubbau an der wichtigsten Produktivkraft des Landes betrieben.
Darauf hat jetzt Klaus Hurrelmann noch einmal eindrücklich hingewiesen: "Schulen, die von acht bis 15 Uhr durchmachen, dürfen sich nicht wundern, wenn ab zwölf Uhr nichts mehr geht."
Man darf sich für eine verkürzte Schulzeit für eine Erhöhung der Stundenzahl entscheiden. Aber eine erhöhte Stundenzahl ist für die Schüler sinnvoll nur in einer Ganztagsschule. Sieben und acht Stunden pro Tag ohne Mittagspause sind Raubbau an den Kräften der Schüler und können nur zu Leistungsabfall führen. An diesen medizinischen Tatbestand hat Hurrelmann zu recht erinnert.
Wenn man unbedingt die Schulzeit verkürzen wollte, bevor man die Voraussetzungen für eine Ganztagsschule geschafft hatte, hätte man auf eine Erhöhung der Stundenzahl verzichten müssen. Bekanntlich ist in den neun Jahren, als Schüler wegen der Kurzschuljahre bis zum Schulabschluss wesentlich weniger Unterricht hatten, der Gesamtleistungsstandard nicht wesentlich gesunken.
Wer aber behauptet, die Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern könne nach pausenlosem Unterricht in der achten Stunde noch genauso hoch sein wie in der zweiten und dritten, der hat offenkundig seine eigene Schulzeit verschlafen.

13.9.07

Hohn vom Kultusministerium

Nachdem das HKM zugegeben hat, dass die Datenbank LUSD den Schulen ganz erhebliche Mehrarbeit verschafft hat, fährt es in seiner neusten Mitteilung fort:
Mit der web-basierten LUSD entsteht ein innovatives System, das einen gemeinsamen, stets aktuellen Datenbestand schafft. So wird die Verwaltungsarbeit der Schulen erleichtert

Das kann man doch wohl nur als Hohn betrachten oder als Versuch, uninformierten Wählern Sand in die Augen zu streuen??

Heilige Sünderin

Mutter Theresa lebte, wenn man ihren Tagebüchern glauben darf, nach der Schaffung ihres Ordens fast dauerhaft in Gottesferne: »Unser Herr meinte, es sei besser für mich, im Tunnel zu sein – so ist Er also wieder gegangen – und hat mich allein gelassen.« (zitiert nach ZEIT vom 13.9.07, S.57). Wenn man Sünde, wie es weithin verstanden wird, als Gottesferne auffasst, war diese Heilige also Sünderin.
Anders als Maria Magdalena oder Gregorius (der Erwählte von Thomas Mann), die von Sündern zu Heiligen werden, also ein umgekehrter Weg. Aber eben nicht der zu Sündern im populären Verstande.
Mit der Veröffentlichung der Tagebücher will der Postulator im Heiligsprechungsprozess - m.E. zu Recht - ihren besonderen Anspruch auf Heiligkeit beweisen. Freilich lässt er damit der Spekulation Raum, dass auch andere Heilige - oder eben auch Funktionäre der Kirche - subjektiv in Gottesferne leben. Dies freilich wäre eine Hilfe für am Glauben Zweifelnde.
Nach der Intensität des Glaubenserlebens, das ihr die Begründung des Ordens gegen Widerstände ermöglichte, scheint ihr Gefühl der Gottesferne für jemanden wie mich, der andere theologische Vorstellungen hat, als sie sie vertreten hat, freilich nur zu verständlich.

Kifi

Kifi das Wort der Haussa für Fisch steht bei ihnen auch für Liebe zwischen Gleichberechtigten, sei es zwischen Frauen (für diese gibt es kein anderes Wort für lesbische Liebe) oder Männern. (vgl. Robert Aldrich (Hrsg.): Gleich und anders. Eine globale Geschichte der Homosexualität, Hamburg 2007) Wilhelm Trapp folgert daraus in der ZEIT vom 13.9.07, S.56 "Sofern denn die Übersetzung erlaubt ist, könnte man also sagen: Echte schwule Liebe nennen die Haussa lesbisch."
In 14 Aufsätzen scheint ein sehr differenziertes Werk über menschliche Sexualität entstanden zu sein.

Internet und soziale Systeme - Web.2.0

Interessante Überlegungen gibt es dazu bei Steff Huber und Marius Baumann.

12.9.07

Glück

Glück bzw. Lebensbewältigung als Schulfach

11.9.07

Ein einsichtiges Ministerium?

Hat der Protest der Sekretärinnen es gebracht?

Jedenfalls ging unter dem Datum 10.9.07 ein Brief des Hessischen Kultusministeriums ein Brief an die Schulen heraus, in dem die folgenden Sätze stehen:

"Sie erfahren es täglich, dass die Leistungsfähigkeit der neuen LUSD auch im neuen Schuljahr noch nicht Ihren und unseren Anforderungen genügt. Das von der Entwicklerfirma CSC gelieferte System entspricht leider noch nicht dem, was Sie und wir an Funktionalität und Performance erwarten dürfen. Wir können Ihre Enttäuschung nachvollziehen, insbesondere auch deshalb, weil Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Entwicklungs- und Testprozess sehr konstruktiv begleitet haben. Ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, und die Mängel des Systems belasten Sie erheblich."

Die Einsicht des HKM ging nicht so weit, dass es zugegeben hätte, dass man bis zur Erstellung der für Sommer 2008 versprochenen brauchbaren Version auf die Verwendung der unbrauchbaren LUSD verzichten dürfte. Vielmehr sollen die Lehrer weiter "Geduld" (man könnte sagen: Schafsgeduld) zeigen und Tipps für Verbesserungen geben, damit das alte Programm (notdürftig verbessert) weiterhin verwendet werden kann.

8.9.07

300 Sekretärinnen protestieren gegen LUSD

Gegen die Vergeudung ihrer Arbeitskraft haben dreihundert Schulsekretärinnen durch nahezu gleichzeitig abgesandte E-Mails ans Kultusministerium protestiert.
Was die Direktoren nicht schafften, den Sekretärinnen ist es gelungen.
Jetzt spricht man davon, dass das Programm einer Privatfirma der LUSD die Arbeit abnehmen soll. (Es soll eine Schnittstelle geschaffen werden, über die das Programm die Schülerdaten aud er LUSD übernehmen und nach Planungsabschluss die Ergebnisse wieder in die LUSD einspeisen kann.) Dann gäbe es klare Arbeitsteilung: Das private Programm leistet die Arbeit für die Schulen, das staatliche Programm kontrolliert die Schulen im Sinne des Kultusministeriums. Dann wären wenigstens klare Verhältnisse geschaffen, und die Schulleitungen könnten sich wieder auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren.

Es sei denn, Frau Wolff fällt wieder etwas Neues ein, was sie dagegen tun kann.

7.9.07

Affen die besseren Mathematiker?

Beim Vergleich von zweieinhalb Jahre alten Kindern und Affen, ergab sich, dass die Kinder besser von anderen lernen konnten, die Affen aber besser selbständig mit einem Stock sich etwas heranholen und auch besser rechnen konnten.

Dass die Forscher dennoch an der Vermutung festhalten, dass Menschen offenbar trotzdem langfristig besser lernen, ermutigt. Dass die Untersuchung mit eineinhalb Jahre alten Kindern eindeutig zugunsten der Affen ausgegangen wäre, ist meine unbewiesene These.

Mir schwebt eine Versuchsreihe vor, bei der sämtliche Affenarten mit Menschen zwischen zweieinhalb und drei Jahren verglichen werden. So ließe sich leicht eine PISA-Studie erstellen, aus der hervorgeht, welche deutschen Bundesländer in welchem Alter in welcher Fähigkeit den Bonobos unterlegen sind. - Etwas Ähnliches hat man schon vor.

4.9.07

Schulreform

Es klingt wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Nachdem die Kultusminister reihenweise in das PISA-Vorbildland Finnland gefahren sind und dann das Gegenteil dessen, was sie dort gesehen haben, als Programm angepriesen haben, soll jetzt Rainer Domisch, ein deutscher Schulexperte aus Finnland die Reform in Hessen vorantreiben. Und er will dabei die Schulen nicht in ein Korsett stecken, sondern ihnen Angebote machen.
Märchen?
Weder dass Nelson Mandela Staatspräsident von Südafrika werden würde noch die deutsche Wiedervereinigung erschien möglich, bevor es in Gang kam.

1.9.07

Moderne Kommunikation: Web 2.0

Interessante Themen wurden auf dem zweiten Kölner Barcamp behandelt.
Solche Treffen sind freilich nur für Leute, die etwas beizutragen haben. (Manche Kommentare klingen freilich etwas anders.)
Was das bei mir wohl für ein Thema sein könnte???
Sicher nicht Social Web, über das sich hier ein hübscher Beitrag findet.

Hängebrücken

Ein Kollege ist mit seiner Freundin unterwegs, und sie berichtet vom Überschreiten einer Hängebrücke. Das erinnert mich gleich an die schöne Inkabrücke, über die es heißt: "These bridges spread in length across the 220 feet (67 m) canyon and are 118 feet (36 m) above the river."
Was ist von mir zu halten, wenn ich in solchen Augenblicken Weltreisende nicht beneide?

Kid Nation

Alternative zu Big Brother oder Weg zur Wiederholung von "Herr der Fliegen"? Auf Kid Nation machte mich dankenswerterweise Herr Rau aufmerksam. Der Voyeurismus, der sich als Experiment gibt, nimmt Formen an. Kein Wunder, dass so viele an die Geschichte vom Wettbewerb um die Spenderniere glaubten.

Wikipedia - lesenswerte Gedanken von Sebastian

Zur Glaubwürdigkeit von Wikipedia sowie Internetquellen und Nachschlagewerken allgemein
hat sich Sebastian lesenswerte Gedanken gemacht.
(Links am 6.11.2014 aktualisiert)

30.8.07

Auf der Burg


Hohenneuffen Ludwigsbastion

Hohenneuffen


Hohenneuffen im Abendlicht

29.8.07

Was ist der Mensch?


und was bringt sein Tun?
Geduldig wartend überdauert ...

Katharinenmausoleum


Auf dem Württemberg oder dem Rotenberg beim Stuttgarter Stadteil Rotenberg findet sich das Mausoleum der russischen Großfürstin Katharina Paulowna, der Gattin König Wilhelms I. von Württemberg.

28.8.07

Güterstein Wasserfälle

Güterstein Wasserfälle


Oberstes Becken

Hohenurach


Brunnen in Kernfestung

Uracher Wasserfall

26.8.07

Dicker Turm


Teil der alten Stadtbefestigung Esslingens

Brunnen


auf der "Burg"

Esslingen


Blick von der "Burg"

Hochzeitstanz


Bild bitte vergrößern, um den "mittelalterlichen Spielleuten" beim Spielen zuzuschauen.

Glockenspiel


Rathausturm

Rathausplatz


Rathausplatz Esslingen

Stadtkirche Esslingen


Westansicht

Stadtkirchentür



Man beachte den Türgriff Jona im Maul des Wals und den Bezug auf die Darstellungen der Heilsgeschichte.

Georgii



Jemand, der mit 22 Jahren im Revolutionsjahr 1848 Vorsitzender des deutschen Turnerbundes wurde und später dann als Rechtsanwalt arbeitet, scheint nicht ohne weiteres als Namenspatron für ein humanistisches Gymnasium geeignet. In Esslingen offenbar aber schon.

Deutscher Turnerbund

Schelztor


Schelztor Esslingen

Kapelle



Kapelle an der Mittelbrücke

25.8.07

24.8.07

Sprachentwicklung

Zeitungsüberschrift: "Sender gedenken Prinzessin Diana"

Ich gedenke dich.
Du gedenkst mich.
So haben wir uns gedacht.

21.8.07

Lernbehinderung durch Prüfung

"Eine Prüfung ist umso wirksamer, je unwichtiger sie ist." (Reinhard Kahl) [vermutlich gemeint: "umso hilfreicher, je unwichtiger sie für eine Schullaufbahnentscheidung ist" Fontanefan]

"Man sollte nie den aktuellen Stoff prüfen.
Dann würde sich Lernen verändern.
Weg vom Üben für den Test, hin zum Lernen der Inhalte, üben der Kompetenzen [...].
[Vernünftige Schulen] haben sich vom Bulimie-Lernen verabschiedet: Nie mehr viel reistopfen und wieder ausspucken." (Reinhard Kahl in: Frankfurter Rundschau vom 18.8.2007)

Recht hat er. Zwar wird in der deutschen Bildungslandschaft seit gut 30 Jahre in die entgegengesetzte Richtung gearbeitet, aber man könnte ja auch einmal aus Fehlern lernen.

17.8.07

Jane Austen

Hübsche Rollenspiele mit Jane Austen, mal als Roman, mal als aktuelles Spiel.

Doch dameben wollen wir die seriöseren Links auch nicht vergessen: immerhin selbst geschriebene Romanfortsetzungen gibt es dort auch.

Morgiane

Verszeilen, die mir durch den Kopf gehen:

"So manche Karawane zieht meiner Heimat zu,
hier stehet Morgiane, sie ist ein Mensch wie du. ..."
(aus einem Stück Ali Baba und die vierzig Räuber)

"Voran nun zieht unsre Schar nach der Heimat
Finnlands nordischen Gestanden wieder zu ..."

Bloggen für den Unterricht

Hier planen zwei amerikanische Lehrerinnen ihre Honours-Kurse mit Hilfe eines Blogs zu organisieren.

14.8.07

Was gibt's heute?

Was zum Lachen?

9.8.07

Hecke von acht Metern Höhe

Urlaub vom Koffer

Eine Flugreise vermittelt manchmal doch ungeahnte Freuden.
Bei einem Flug nach Edinburgh hatten wir eine Zwischenlandung in London-Heathrow. Wegen eines Gewitters - zum Glück kam es in London noch nicht zur Flutkatastrophe - fiel unser Weiterflug fort, auch viele andere waren gestrichen. Die Maschinen, die flogen, hatten gewaltige Verspätung. Nach acht Stunden ging es weiter und das Gepäck war nicht mitgekommen.
Hatten wir gehofft, es am nächsten Tag wiederzusehen, so hatten wir uns getäuscht. Doch nach vier Tagen erschien schon einmal die erste Rate. Waren wir zuvor völlig auf die Aushilfe unserer Gastgeberin und Ersatzeinkäufe angewiesen, so breitete sich jetzt ein - recht bescheidener - Luxus aus. Etwa ein Drittel des Reisebedarf hatte uns erreicht.

Da der Koffer uns wie ein Blitz aus blauem Himmel erreicht hatte und schon bald die Nachricht eintraf, der zweite Koffer sei gefunden, freilich keine Nachricht, wer ihn wann bringen werde, hütete von jetzt ab stets einer das Haus in der Hoffnung auf einen Glückstreffer in der Kofferlotterie.

Als wir über eine Woche wieder zu Hause waren, kam ein Anruf: Welch ein Fortschritt, der Koffer kündigte sich an! Zwei Stunden darauf stand eine junge Frau bei uns vor der Tür, wies eine wurstartiges Gebilde, das auch eine Reisetasche vorstellen konnte und erklärte, das sei unser Koffer. Und in der Tat war dies Gebilde auch durch Namen und Wohnort als unseres identifiziert.
Da die die Fluggesellschaft derartig hilflos im Gepäcknebel navigierte, glaubte ich zwar, dass der Koffer schon einmal geortet worden war, vermutete ihn aber längst im Bermudadreieck verschwunden.
Zwei Stunden später war er da. Übrigens mit einem Anhänger in gleichem Design wie der von der Reisetaschenwurst, mit den gleichen Angaben, die ihn als unsrigen identifizierten.
Offene Frage: Besucht die Reisetasche noch alle anderen Passagiere, deren Koffer noch nicht aufzutreiben war? Ist sie vielleicht extra dafür gepackt worden?

4.8.07

Aktivität

Wer etwas über meine gegenwärtigen täglichen Interessen erfahren will, sieht sich am besten bei Lektüre und Politik um. Könnte etwas mit Ferien zu tun haben. Sicher aber nicht nur damit.

18.7.07

Ist Gott mächtig oder lieb?

Auf diese Alternative will sich Jörns nicht einlassen. Vielmehr sieht er in der neusten Ausgabe von Publikforum Gottes Macht gerade in der Liebe begründet.

13.7.07

Unberechtigte Vorwürfe an Karin Wolff

Man braucht kein Anhänger von Karin Wolffs Schulpolitik zu sein, um befremdet darauf zu reagieren, wie ihre Äußerungen zur Behandlung fachübergreifender Fragestellungen in Biologie- und Religionsunterricht benutzt werden, um ihr zu unterstellen, sie rede Kreationisten das Wort.
Immerhin hat kein Geringerer als Karl Popper von dem Komplementaritätsmodell von Theologie und Naturwissenschaften gesprochen. So wie er auch darauf verwiesen hat, dass wissenschaftliche Ergebnisse nach dem Falsifizierungsprinzip immer nur vorläufige sind. Zudem sind weder Urknalltheorie noch die Evolutionstheorie Darwins falsifizierbar. Deshalb bleibt beiden - bei aller Überzeugungskraft der für sie sprechenden Argumente - ein Gutteil Spekulation Voraussetzung für die Bereitschaft, sie für das einzig angemessene Erklärungsmodell zu halten.

8.7.07

Weltwunder

Von den Weltwundern der Antike sind nur noch die Pyramiden von Gizeh erhalten. In einer Internetabstimmung, die auf der Privatinitiative eines Millionärs zurückging, sind jetzt die Chinesische Mauer, Petra in Jordanien, die Christus-Statue in Rio, die Inkastadt Machu Picchu, die Ruinenstätte Chichen Itza auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, das Kolosseum in Rom und den Taj-Mahal-Tempel in Indien als neue Weltwunder gewählt worden.

Logical

Für Vertretungsstunden oder letzte Stunden vor den Ferien werden Logicals, das heißt Rätsel mit vielen Einzelaussagen, die durch Ergänzung und Ausschließung auf die Antwort auf eine ganz neue Frage, zu der vorher keine Aussage gemacht wurde, schließen lassen, wie zum Beispiel dieses empfohlen. Das Konzept von Unterrichtsgarantie plus in Hessen sieht keinerlei Abweichung vom Lehrplan vor. Nur kein Schritt vom Wege. Alles muss zentral gesteuert sein. Das nennt man Autonomie der Schule.

7.7.07

Blumen


Aus gegebenem Anlass kommt jetzt endlich mal wieder ein Bild in diesen Blog und mein Vorsatz, in nächster Zeit etwas virtuell auf Reisen und physisch auf Wanderungen zu gehen.

2.7.07

Treibhausklimatourismus

Vor Grönland ist aufgrund der globalen Erwärmung unter der Eisdecke an der Küste eine neue Insel, Warming Island, aufgetaucht. Der Amerikaner Dennis Schmitt hat sie im September 2005 entdeckt und Betchart Expeditions of Cupertino organisiert jetzt Reisen dorthin, berichtet der Independent.

Suchmaschinen im analogen Zeitalter

Am 10. und 11. Oktober 2008 soll eine Tagung über Suchstrategien der Vor-Computerzeit in Wien stattfinden. In der Ankündigung wird von Google als der "mächtigsten Marke der Welt" vor Microsoft und Coca Cola gesprochen.
Angesichts dessen erscheint der Versuch von Wikipediamitbegründer, Jimmy Wales, Google mit einem Budget von wenigen Millionen Dollar vom Thron zu stoßen, obwohl es eine an Wikipedia angelehnte Suchstrategie/technologie schon gibt, noch mutiger.

Wikipedia

Wollte man die deutsche Wikipedia durchlesen, brauchte man bei 5 Minuten pro DINA4-Seite geschätzte 12 Jahre 8 Monate. Da sie 6,5 Jahre alt ist und gegenwärtig weit schneller wächst als in ihrem Anfangsstadium, ließe sich wohl nur sehr ungenau berechnen, wie viele Personen man brauchte, um sie innerhalb eines Jahres einmal durchzulesen. Kein Wunder, dass das Projekt von 2005, sie in einer Ausgabe von sorgfältig redigierten 100 Bänden herauszubringen, im Januar 2007 so deutlich zurückgestellt wurde, dass man es als beerdigt betrachten kann.

1.7.07

Bewertung von Lehrern im Netz

Bei spickmich.de wird bewertet. Wem bringt's was? Heise.de hat da eine überzeugende Theorie: weder Schülern noch Lehrern.

Sponsering in der Schule begutachtet die SZ.

Lesetechnikempfehlungen für Fremdsprachen bekomme ich von about.com.

Motivsammlungen

Bei Herrn Rau werde ich auf den Aarene-Thompson-Index zu Märchenmotiven hingewiesen. Es ist ja durchaus eindrucksvoll, wie eng verflochten Märchenmotive miteinander sind.

26.6.07

LUSD in Sekundarstufe I

In der Sekundarstufe I kann die LUSD Noten drucken. Hier versagt sie nur bei der Wiedergabe der Fehlzeiten. Ob es daran liegt, dass die Zahlen über die 9 hinausgehen und das die programmierte Rechenkapazität überschreitet?

24.6.07

Tipps für Klassenarbeiten in Englisch

Sehr durchdacht bei JochenEnglisch

Aktuelles von der LUSD

"Für das kommende Schuljahr müssen Sie eine Planungsvariante angelegt haben. Sie können Ihre schulinterne Planung für das nächste Halbjahr innerhalb der UV-Planung vorbereiten. Dazu müssen die jeweiligen Ausgangswerte wie Stundentafel, Lehrerstunden usw. in der Planung angepasst werden. Nach Auswahl der Funktion „UV übernehmen“ bei der Anlage der Planung lassen sich innerhalb der Planung differenziert Daten aus dem aktuellen Halbjahr in die Planung übernehmen (entsprechend dem alten „Hochsetzen“), und es lassen sich über Fachwahl und Kursgenerierung oder UV-Bearbeitung die Kurse erzeugen, über Klassenbildung die Klassen erzeugen und die Schüler den Klassen zuweisen." So kann man auf der Website der LUSD unter LUSD - Aktuelles im Infobrief 10 finden.
Man beachte "müssen Sie eine Planungsvariante angelegt haben". Leider lässt sich - wie nicht anders zu erwarten - mit der neuen LUSD nicht planen. So erlaubt sie nämlich bisher weder das alte „Hochsetzen“ noch das angekündigte „UV übernehmen“.
Bisher behelfen sich die Schulen damit, dass sie kommerzielle Planungssoftware verwenden und nach der Planung ihre Ergebnisse in die LUSD einstellen. Das kostet natürlich. Aber anders sind die Anforderungen des HKM bisher nicht zu erfüllen.
Ob der legendäre ausgeschiedene Programmentwickler da helfen kann?

Wie dank Tricks auch der beste Abiturient ein Zeugnis erhält

Am 21.6. habe ich berichtet, dass die neue hessische Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) den besten Abiturienten seines Jahrgangs nicht zulassen und deshalb ihm auch kein Zeugnis drucken konnte. Ein Zeugnis musste aber sein. Da die neue LUSD aber selbst in den Fällen, wo sie Zeugnisse druckte, des öfteren falsch berechnete druckte, und da die alte LUSD unter den neuen Bedingungen zwar das Zeugnisformular, aber nur ohne Noten druckte, war wieder Not am Mann.
Der beste Abiturient hat jetzt sein Zeugnis, und das wurde mit der alten LUSD gedruckt. Wie es dazu kam, weiß ich noch nicht. Es spricht aber alles dafür, dass nicht die Programmierer der neuen LUSD helfen konnten. Die haben nämlich, wie man inzwischen weiß, deswegen keine Zeit, die Fehler ihrer neuen Version zu beheben, weil sie neue Funktionen zur Überwachung des Schulbetriebs jeder einzelnen Schule durch das Kultusministerium einzubauen haben.
Es scheint aber einen Programmentwickler der alten Version zu geben, der inzwischen aus dem Dienst geschieden ist und - weil er vom Ministerium nicht gezwungen wird, etwas anderes zu tun - aus Gefälligkeit den Schulen aushilft, wenn wieder einmal gar nichts funktioniert.
So macht er vielleicht nachträglich die alte Version funktionstüchtig (was sie während ihres offiziellen Betriebes nie gewesen ist).
Ob diese meine Vermutung stimmt oder ob ein anderer Trick gefunden wurde, muss ich erst noch recherchieren.

21.6.07

Bester Abiturient nicht zum Abitur zugelassen

Ein Schnitt von 1,0 und Jahrgangsbester im Abitur zu sein sind unzureichende Voraussetzungen dafür, von der neuen Lehrer- und Schüler-Datenbank Hessen zum Abitur zugelassen zu werden.
Dass dieser Schüler überhaupt sein Abitur machen durfte, verdankt er einer List. Der zuständige Kollege hat einfach die alte Software benutzt, um ihn zuzulassen. Jetzt aber, wo das glänzende Abiturzeugnis gedruckt werden soll, braucht er die neue "LUSD". Die aber verweigert dem Schüler die Zulassung. Daher kann er auch kein Abiturzeugnis erhalten.
"Das Projekt LUSD ist ein Programm der Zukunft für die Schulverwaltungen und befindet sich im Rollout seit Oktober 2006." heißt es auf der Website des Kultusministeriums.
Etwas verschämt heißt es im nächsten Satz: "Bitte helfen Sie mit, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Wir haben uns viel vorgenommen. Für Anregungen, aber auch für konstruktive Kritik sind wir stets dankbar."
Seit Monaten machen Studienleiter in ganz Hessen Überstunden, weil sie das Programm das nicht rechnen kann und gespeicherte Daten vertauscht, benutzen sollen.
Ein Wunder, dass der Rechnungshof sich noch nicht eingeschaltet hat.
Noch gibt es einige Optimisten, die glauben, noch vor ihrer Pensionierung eine funktionsfähige LUSD zu erleben. Schließlich gibt es auch schon ganz junge Studienleiter.

20.6.07

Neues von der LUSD

Die Hessische "Lehrer- und Schüler- Datenbank" (LUSD) leistet Erstaunliches. Sie bringt es fertig, den Computer Zeugnisnoten so zusammenzählen zu lassen, dass immer 1 zuviel herauskommt. Das muss man schon können: Den Computer dazu bringen, das einzige, was er kann, zu verlernen.
Dagegen sind die anderen Fehler zwar zahlreich, aber längst nicht so spektakulär.
Immerhin ermöglichen sie es spielend, qualifizierte Lehrer an der Unterrichtsvorbereitung zu hindern und das Ausdrucken eines Zeugnisses länger dauern zu lassen als das handschriftliche Schreiben.

2.6.07

Irreführende Fiktion

Das Hörspiel vom Krieg der Welten haben 1938 Tausende ernst genommen. Ebenso die TV-Show vom fingierten Wettbewerb um eine Spenderniere.
War die Irreführung gerechtfertigt? Rechtfertigt der Zweck das Mittel?
Dass das Ungeheuerliche für wahr gehalten wird (auch von mir für wahr gehalten wurde), sagt etwas über die Ängste, die in einer Gesellschaft bestehen. Meiner Meinung nach sind es sehr begründete Ängste. Deshalb kann ich die Irreführung im Nachhinein billigen.
Moralisches Erschrecken kann heilsam sein. Nur darf das Mittel nicht zu viel angewendet werden. Es darf nicht dazu kommen, dass man abgebrüht wird und auf Ungeheuerlichkeiten nur noch reagiert mit "wird schon ein Fake sein".
Die Show war viel zu erfolgreich, als dass ich vom angeblichen Hauptzweck, Hinweis auf das Problem, überzeugt bin.
Wohin treiben die Medien?

26.5.07

Wikipedia - mal wieder

Interessante Informationen zu Wikipedia, zur Arbeit von Schulen mit Wikipedia und zu OTRS gibt es in diesem Interview in diesem Blog.
So gibt es etwa zu lesen, dass über 3000 Bearbeiter der deutschen Wikipedia über 1000 Veränderungen in der Wikipedia vorgenommen haben.

24.5.07

Zeit für ein Lob von Herrn Rau

Immer wieder interessant ist, was "Herr Rau" zu sagen hat. Im Interview oder in seinem "Lehrerzimmer". Und dann regt er seine Schüler zum Schreiben wunderhübscher moderner Sagen oder Schuljahresschlussreden an.

15.5.07

Hausaufgaben

Wenn deutlich unter einer Stunde als erhebliche Einschränkung der Freizeit empfunden wird, wie die Schule von Schwellenpädagogik aus einer Schülerbefragung entnommen hat, dann muss man sich schon fast wundern, wie viele gehaltvolle Texte und Präsentationen entstehen, wie viele Vokabeln gelernt werden.
Meine drei Stunden an einer Mathe-Hausaufgabe aus Oberstufenzeiten, wobei Mathe zu meinen besten Fächern gehörte, wirken in dem Kontext schon ganz schön pervers.

13.5.07

Deutschlands "bester Hauptschullehrer"

Einen Preis hat er gewiss verdient, Reinhard Kostur, der Sieger des Wettbewerbs bester Hauptschullehrer. Meine Bewunderung ist ihm sicher, auch wenn es manche ähnlich engagierte und talentierte geben wird. Und dass er endlich wieder genügend Beratungsstunden für seine Schüler bekommt, wünsche ich ihm. Und Schüler, die seine Leistung zu schätzen wissen.
Die beste Hauptschule kennt man schon länger. Sie liegt im Sauerland.

12.5.07

Summerhill

Der Gegenentwurf zur Regelschule, Summerhill, macht wieder von sich reden. Heute von der Tochter des legendären Alexander S. Neill geleitet. Man kann unterschiedlicher Meinung sein über die Schule, wo sich nur die Schüler Regeln geben, freilich über 200 und mit klar festgesetzten Strafen (Taschengeldentzug).

10.5.07

Kontinentalwanderung

Weshalb die Kontinente nach Norden wandern, blieb bisher ungeklärt. Jetzt ist eine elegante Theorie dazu aufgestellt worden.

7.5.07

Lehrerarbeitszimmer

"Bei Lehrern befindet sich der Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Betätigung regelmäßig nicht im häuslichen Arbeitszimmer, weil die berufsprägenden Merkmale eines Lehrers im Unterrichten bestehen und diese Leistungen in der Schule o.ä. erbracht werden" (BFH-Urteil vom 26. Februar 2003, - VI R 125/01 -, BStBl II 2004 S. 72).

Wer's noch nicht wusste, braucht erst jetzt Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen einzustellen. Dank für die Information an den Lehrerfreund.

6.5.07

Gerechtigkeit

"Der Begriff des Neiders füllt dieselbe rhetorische Rolle aus wie in der Adenauer-Zeit das Wort „Kommunist“ oder in der Studentenrevolte der Achtundsechziger das Wort „Faschist“. Es geht mit solchen unüberlegten Schlagworten darum, unerwünschte Kritik zu denunzieren und gründliches Nachdenken zu unterbinden", so lese ich es - von Politikern darf man so präzise Analysen nicht mehr erwarten - unter der Überschrift Option für die Schwachen in einem Wort zum Sonntag.
In der Tat. Gerechtigkeit, Verantwortungsgefühl, Mitgefühl, Werte, die unsere Gesellschaft einmal auszeichneten, versucht man uns systematisch als uncool auszureden und das seit 1989. Eine sehr bedauerliche Folge der deutschen Einigung.
Aber man hätte sonst ja auf den Gedanken kommen können "Unsere Brüder und Schwestern im Osten" wären etwa gleichberechtigt.

4.5.07

Ist in Finnland alles besser?

Sinnvoller als Unterrichtsgarantie plus scheinen die Reformen dort durchaus.
Aber auch bei uns ist nicht alles schlecht: Lehrer geben sich gegenseitig Tipps. Zum Beispiel für Berufsanfänger, die Planung einer Geschichtsstunde und für Zeitmanagement.

29.4.07

Gruppenarbeit

Über das soziale Faulenzen bei Gruppenarbeit, über das Nachlassen der Anstrengung beim Tauziehen in Gruppen hat man gehört. Dass Nachlassen der Anstrengung mit Nachlassen des Stresses auch geringere Fehlerwahrscheinlichkeit bedeutet und dass die mit modernener Gruppenführung, die das soziale Faulenzen bekämpft, auch verloren geht, das steht meist nicht dabei.

25.4.07

Wie Texte im Internet zu neuen Autoren finden

Über die Technik "copy and paste" lässt sich leicht aus einem ergoogelten Text ein eigener machen. Nur selten freilich stellt der angeblich neue Autor freilich seinen Text gleich mit charakteristischem Fehler aus der Vorlage ins Netz.

Kommentar eines Professors dazu: "Ändern, wird es man nicht, im Gegenteil, diese Copy-paste-Technik wird an Bedeutung zunehmen. Als Dozent muss man bewerten, ob das vom Studenten abgeliefert Endprodukt als Synthese aller Einzelbauteile kohärent und originell ist." Jean-Pol Martin (Natürlich ist dies Zitat mit copy and paste hierher übernommen worden.)

Schon im September 2005 wurde in der copy-&-paste-Methode eine gefährliche Tendenz bei wissenschaftlichen Arbeiten von Anfängern gesehen und vor Google und Wikipedia als den unheimlichen Verführern gewarnt.

19.4.07

Ich und Wir

"Im Netz ist viel Ich. Aber es tendiert zum Wir." (Gero von Randow)
Wirklich?

13.4.07

Frühling



Frühling des Lebens: Ganz du selbst und perfekt? Was erwarten Jugendliche von sich, was wird von ihnen erwartet? Wie helfen wir ihnen dabei?

7.4.07

Osterstimmung

17.3.07

Feldpostbriefe 1941 - 1945

Eine Analyse von Feldpostbriefen aus dem Russlandfeldzug 1941-45 und die Briefe mit originalem Schriftbild und Transkription finde ich ganz beachtenswert

Textarbeit

Eine interessante Seite zur Textarbeit und fürs Klausurentraining in Geschichte findet sich bei nahol.

16.3.07

Lehrerbeurteilung in den USA

Den Stein der Weisen für die Verwendung zentral gesammelter Schülernoten glaubt man in den USA im Staat Colorado gefunden zu haben. Wenn man über Jahre hin Schülernoten sammelt und sie dann mit den Lehrern, die die Schüler unterrichtet haben, verknüpft, müsste man doch einhöchst objektives Kriterium für Lehrerleistung haben. Es lassen sich noch weitere einfallsreiche Rechtfertigungen für Datenverknüpfungen ausdenken.
Zentrales Sammeln von Schülernoten ist erst der erste Schritt.

8.3.07

Förderung

„Trotz erheblich schlechterer Einstiegs-Noten haben besonders geförderte Hauptschüler "massiv bessere Ausbildungsplatz-Chancen als deren bisherige Mitschüler in den Regelklassen" teilt das hessische Kultusministerium mit (Presseinformation vom 8.3.07).
Vielleicht erkennt man dort auch einmal, dass Schüler der 3. Grundschulklassen mehr Förderung brauchen und nicht allein höhere Forderungen durch Vergleichsarbeiten, die an Standards, nicht aber an Lernvoraussetzungen orientiert sind. “

3.3.07

Sinnvolle Schulreformen

Nach seinem Bericht über den Tod einer engagierten Lehrerin, die sich offenbar von den Anforderungen der Schulaufsicht überfordert fühlte, schreibt Martin Spiewak jetzt in der ZEIT:
"Kaum jemand in der Schulverwaltung scheint alle Reformen zusammen in den Blick zu nehmen. So muss es misslingen, die Schulzeit zu verkürzen, den Unterricht zu verdichten und gleichzeitig lernschwache Schüler zu fördern."
und fährt dann fort:
"Kein Stopp der Reformen also, aber eine Art Moratorium. Bevor die Bildungspolitik weitere Neuerungen ausprobiert, sollte sie prüfen, welche der bisherigen sich als sinnvoll erweisen. Zehn bis fünfzehn Jahre dauere es, schätzte der ehemalige Pisa-Koordinator Jürgen Baumert einmal, bis Schulreformen Früchte tragen. Diese Zeit sollte man den Schulen geben ..."

Was statt dessen passiert, berichtet eine Lehrerin aus Thüringen:
"Kurz nach der Wende wurde beschlossen, das Abitur um ein Jahr nach vorne zu verlegen. Arbeitspläne wurden umgeschrieben, die Kollegien richteten sich auf die Veränderung ein. “Kommando zurück!”, hieß es dann aber plötzlich: Thüringen lässt sich wieder ein Jahr mehr Zeit. Dieses Jahr bedeutet das eine Doppelbelastung, da sowohl in der 12. als auch in der 13. Klasse Abiturarbeiten geschrieben werden. Nicht wenige Lehrkräfte unterrichten in beiden Klassenstufen."

Beachtenswert ist auch, was Lehrer auf Spiewags Bericht über das Schicksal der Lehrerin zu sagen hatten.

Ich stimme dem Kommentar einer Lehrerin voll zu, die schrieb:
"Kinder nur noch als Hardware zu sehen, in die möglichst effizient möglichst viel Daten einzuspeichern sind, wäre für uns als Studenten zu wilhelminisch gewesen. Wir wollten Kinder nicht als Material benutzen, wir wollten ihnen auf ihrem Weg einen Schritt weiterhelfen. Wir hatten also andere Erfolgkriterien als die, um die es jetzt geht."

Die Zielvorgabe, die Finnland bei den PISA-Tests so erfolgreich gemacht hat, war:
Kein Kind soll zurückbleiben.

Die Zielvorgabe, die Vergleichsarbeiten in den 3. Grundschulklassen haben, sind andere. Hier wird gefordert, dass alle Kinder vorgegebene Mindeststandards erfüllen.
Wenn das unter den gegenwärtigen Bedingungen geschieht, bedeutet das, dass mehr Kinder zurückbleiben müssen.

Hessischer Schulleiterkongress

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat sich beim Schulleiterkongresss am 3.3. laut Presseinformation des hessischen Kultusministeriums folgendermaßen geäußert: "Deshalb setze die hessische Landesregierung auf „ein deutlich höheres Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schulen. [...] Eigenverantwortlichkeit bedeute nicht Beliebigkeit oder Alleingelassensein, sondern mehr Freiheit beim Erfüllen von Zielvorgaben mit Unterstützung durch Schulämter und Schul-TÜV."
Angesichts der Tatsache, dass man den Prüfungsausschüssen der Gymnasien die Zielvorgabe gegeben hat, die Zulassung der Schüler zum Abitur mit einem Programm festzustellen, das Schüler ohne einen einzigen Kurs unter 5 Punkten und mit allen erforderlichen Kursen als nicht zugelassen erklärte, ist der Forderung des Bildungsexperten Professor Dr. Rolf Dubs von der Universität Sankt Gallen zuzustimmen, der bei demselben Kongress (ebenfalls laut Presseinformation des HKM) sagte: "Wichtig ist vor allem eine genauere und praktikable Definition der Autonomie."

25.2.07

Lehrerarbeitsplatz in der Schule

Nachdem der häusliche Arbeitsplatz für Lehrer steuerlich nicht mehr absetzbar und die Ganztagsschule gewaltig im Vormarsch ist, beginnen erste Überlegungen, wie so ein Arbeitsplatz aussehen könnte. Es läuft auf schräge Arbeitsflächen von ca. 60 cm Breite hinaus. In der Industrie müsste ein Arbeitsplatz für Mischarbeit (Korrekturen und Computer) 200 cm Breite haben. So entnehme ich der Diskussion über solche Arbeitsplätze.
Das Kultusministerium in Hessen hat sich das Problem einfach gemacht: Es teilt per Erlass vom 11. Januar 2007 mit:
“Im Allgemeinen finden die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie die Korrektur der schriftlichen Arbeiten im häuslichen Bereich statt. Dabei ist es jedem unbenommen, wo er diese Arbeiten erledigt. Die Arbeit selbst erfordert nicht zwingend ein eigenes Arbeitszimmer“.
Also braucht der Lehrer in der Schule sowieso nicht zu arbeiten und zu Hause - Gleichberechtigung - reichen Küche und Kinderzimmer. Auch das wird diskutiert. Da gibt es sogar Landtagsabgeordnete, die diese Argumentation nicht überzeugend finden.