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21.2.11

Interessantes über das Lernen von Sprachen

Der Aquarmas Verlag bietet einen Lesekreis und einen Lesestift an und schreibt dazu:
Der sprechende "Sprachlehrer" begleitet den Kindern zu Hause und unterwegs.
Wir achten sehr darauf, dass die modernen Mediengeräten altersgemäß beim Erlernen von Fremdsprachen eingesetzt werden sollen.
Wir appellieren die Medienkompetenz!
Sie wollen mit Ihren Kindern die Fremdsprachen lernen: mit Spaß und Effizienz ohne vor dem Computer zu hocken.
Man benutzt den Digitalstift wie eine PC-Maus und klickt im Buch an die entsprechenden Stellen an.

Es ist sehr reizvoll, so Chinesisch zu lernen. Bloß - wird man so Chinesisch lernen?

29.1.11

Wie kann die deutsche Sprache erhalten bleiben? (2)

Die deutsche Sprache verliert die Verlässlichkeit ihrer Bildungsregeln (ihres Codes), weil diese in zunehmendem Umfang durch Bildungsregeln der englischen Sprache ersetzt werden (Codesprung). Dadurch wird der Hörer immer mehr zum Raten gezwungen, welche Bildungsregeln gerade verwendet werden. Es geht Verständlichkeit verloren und dadurch auch die Möglichkeit, etwas differenziert und schön zu sagen.

Um das Deutsche lebendig zu erhalten, brauchte weder die Aufnahme von Fremdwörtern gestoppt zu werden noch müssten alle energisch eingedeutscht zu werden.
Es müßte in den von der Anglisierung betroffenen gemeinsprachlichen Bereichen  nur die Menge der Codesprünge vermindert werden, so daß insgesamt der deutsche Code gefestigt würde. Hier eine Übersetzung, dort eine lautliche oder orthographische Anpassung, mit dem Ziel, die zugereisten Wörter in sämtlichen grammatischen Zusammenhängen frei gebrauchen zu können - schon das würde viel bewirken.
(Zimmer: Deutsch und anders, S.85)
Zimmer glaubt freilich nicht recht daran, dass dies gelingen kann, denn das setze ja "den gemeinsamen Willen voraus, das Deutsche an der deutschen Sprache zu erhalten". Dieser Wille aber sei "nicht vorhanden" und wo er vorhanden sei, würde er "sofort als Deutschtümelei ausgepfiffen".

Das schrieb er, bevor die Debatte um die deutsche Leitkultur ausgebrochen war und bevor Angela ein Ende von Multikulti ansagte, wobei beide Male die deutsche Sprache nicht mit in den Blick kam. Dennoch scheint mir seine Skepsis angebracht, wenn auch nicht totale Resignation.

Wer hat schon die sprachliche Sensibilität, die 10 Veränderungen der deutschen Sprache, die er anführt,  zu erkennen (das tun relativ viele) und die Gefährdung, die dem Deutschen aus diesen Veränderungen erwächst zu erkennen.

Welche Veränderungen mögen das wohl sein? Nicht die massenhafte Einreise von Wörtern, auch nicht die Übernahme idiomatischer Redeweisen wie "das macht Sinn", sondern ...
Hier mag man nachdenken, bei Zimmer nachschlagen oder auf meinen nächsten Beitrag warten.

Nachsatz:
Angela Merkel hat schon früh betont, dass Ausländer Deutsch lernen müssten. Insofern war Deutsch im Zusammenhang von Leitkultur und Multikulti sehr wohl im Gespräch. Aber dass den Deutschen in ihrer Gesamtheit die Fähigkeit verloren gehen könne, sich der Bildungsregeln des Deutschen sicher zu sein, das kam in diesen Diskussionen nicht zur Sprache.

27.1.11

Wie kann die deutsche Sprache erhalten bleiben?

In zwei grundlegenden Aufsätzen in der ZEIT hat Dieter E. Zimmer 1995 Gefährdungen der deutschen Sprache formuliert. Ich habe die Aufsätze schon damals als bedeutsam erkannt, aber erst die Erfahrungen mit der deutschen Sprache, die ich seitdem gemacht habe, zusammen mit der Möglichkeit der Veröffentlichung im Blog  haben dazu geführt, dass ich ihre Hauptgedanken bewusst weiterverbreiten möchte. Es wird in kleinen Schritten geschehen.
Eine zentrale Erkenntnis hat Zimmer wie folgt formuliert:
Nicht der reichliche Einstrom fremder Wörter ist es, der verschiedene europäische Sprachen bedroht, sondern ihre Unfähigkeit und Unwilligkeit, die eingereisten Fremden zu assimilieren und ihnen damit volle Bewegungsfreiheit in ihrem eigenen Regelsystem zu verschaffen.
Auf den einen der beiden Aufsätze kann ich hier verlinken: Begegnung mit dem Deutsch von morgen (pdf-Datei). Die Gedanken beider Aufsätze sind zusammengefasst und ergänzt in dem Buch Deutsch und anders von 1997. Die Taschenbuchausgabe kam 1998 heraus. Der zitierte Gedanke findet sich auf den Seiten 73/74.
Ich werde in weiteren Beiträgen seine Gedanken vorstellen und erläutern.
Hier zunächst noch der Verweis auf eine Seite, wo er an eine ganze Reihe seiner Aufsätze erinnert.

Im Deutschen müssen Substantive ein Geschlecht haben und Verben konjugiert werden können. Adjektive sollten gesteigert werden können. Wo der Sinn es ausschließt - wie bei "schwanger", ist es nicht erforderlich, dennoch lässt die Sprache es ohne weiteres zu (schwanger, schwangerer, am schwangersten).

An Zimmers Erkenntnis mag befremden, dass Sprachen darin wie handelnde Subjekte auftauchen. Natürlich hält er sie nicht für Subjekte. Seine Redeweise versucht dem komplizierten Sachverhalt gerecht zu werden, dass unsere Sprache Bildungsgesetze (einen Code) hat, die uns nicht bewusst sind, die aber von allen Sprechern der deutschen Sprache im wesentlichen eingehalten werden.
Wenn ein Teil der Wörter, die wir verwenden, diesen Bildungsgesetzen nicht gehorchen kann, mindert das die Verständlichkeit der Sprache insgesamt.
Das gilt es im einzelnen aufzuzeigen.

27.1.10

Bad & Beauty

"Schön und verrucht" oder doch nur "Badezimmerschönheit"? Auf den ersten Blick lässt der Werbespruch es offen. Insofern ist geschickt das & eingesetzt, das die Sprache offen lässt. Ein "und" hätte die Assoziation "verrucht" vielleicht gleich unterdrückt. Der Sprachmix an sich soll Aufmerksamkeit wecken, dass mit der Doppeldeutigkeit von "Bad" gespielt wird, noch mehr.
Solche Sprachspiele bereichern die Sprache, solange das Deutsche die Regeln vorgibt. Sobald ein Mix von englischen und deutschen grammatischen Regeln in die Alltagssprache einwandert, ist die Gefahr zur Entwicklung eines Deutsch-Pidgin gegeben.

10.12.09

Zeigefinger Ursprung der Sprache?

Empfehlung von Habermas: Tomasello: Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation.

In der Tat entwickeln gehörlose Kinder in Gemeinschaft rasch eine Gebärdensprache ...
(vgl. Habermas, ZEIT vom 10.12.09, S.45)

Bei Gelegenheit mehr

10.4.08

Ist doch der Genitiv der Tod des Dativs?

"Ausführlich widmet sich die Süddeutsche Zeitung noch einmal des höchstrichterlichen Urteils", so zu hören in einem Rundfunkkulturprogramm.
Gehobene Stilebene, aber die Kenntnis der Fälle scheint verlorengegangen.

29.9.07

Ende der deutschen Hochsprache?

Jürgen Trabant (FAZ vom 29.9.07) meint einen deutschen Sonderweg von der "Sprachscham" über die "gebellte Sprache" der NS-Zeit zur Ersetzung der deutschen Hochsprache durch Englisch wahrgenommen zu haben.

Sie [die Immigranten] suchen eine Arbeitssprache. Aber da, wo sie hinwollen, zu einer Arbeitssprache nämlich, ist in der deutschen Schule zunehmend die große weite Welt, no man's land. Deutschland ist da jedenfalls nicht mehr.' Die deutsche Schul﷓Sprachpolitik' verhindert die Ankunft der Immigranten in diesem Land. (J. Trabant)

24.8.07

Sprachentwicklung

Zeitungsüberschrift: "Sender gedenken Prinzessin Diana"

Ich gedenke dich.
Du gedenkst mich.
So haben wir uns gedacht.