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22.6.11

Bildungsstandards für Medienkunde bei opco11

  • Gruppe 1 bei Spannagels Konzerten: Etherpad
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • zielgerichteter, reflektierter, kritischer Umgang (Produktion und Rezeption) mit Medien.
  • mögliche Gefahren in weltweiten Netzen erkennen können (aber bitte auch zunächst mal die Chancen sehen)
  • inhalte bewerten können, Auswählen der relevanten Information
  • aktives zuhören, aktives adressatengerechtes partizipieren
  • Umgang mit der ständigen Vernetzung (Computer, Smartphones, Ipads) und dem leben in den vielen Netzen- Sich strukturieren und abgrenzen können
  • fähigkeit, als mündiger bürger zu handeln
  • offen für andere Meinungen, Toleranzbereitschaft, die Fähigkeit, mit divergierenden Meinungen umgehen zu können, Persönlichkeitsrechte beachten
  • Ungewissheiten aushalten statt nur nach allgemeingültigen Aussagen zu schauen
  • Mit Zurückweisung oder nicht-Beachtung adäquat umgehen können, nicht ständig Rückmeldung brauchen
  • Trennen zwischen Privat und Öffentlich
Anmerkung:
Schulung der Medienkompetenz für Lehrende

7.10.09

Lehrerbildung - Bildungsstandards

Herr Larbig versteht es, interessante Diskussionen anzustoßen. So äußert bei ihm Lisa Rosa:
Die Bildungsstandards Geschichte bspw. widersprechen schon im Ansatz dem Kompetenzmodell “Historisches Denken” von Schreiber/Körber/v. Borries”. Letztere werden darum auch nicht von den Bildungsplanmachern aufgenommen. Wie widersprüchlich die Praxis derzeit aussehen kann: Ich arbeite mit Körber zusammen und biete Lehrerfortbildungen auf der Grundlage des Kompetenzmodells an – und neben mir und über den Hof rüber sitzen die Lehrplangestalter und passen die Lehrpläne an die Bildungsstandards Geschichte an.

Irgendwie verständlich, dass es Lehrer gibt, die weder von Bildungsstandards noch von Kompetenzmodellen etwas hören wollen, obwohl beide intellektuell anregend sind.
Freilich, es gehört schon sehr viel dazu, Franz E. Weinerts Definition von Kompetenz (die ich auch Lisa Rosa verdanke) "evaluierbar" zu machen. Kompentenz sind nach Weinert nämlich „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“

Wie stelle ich nun fest, wer diese Kompetenzen für "bestimmte Probleme" hat? Es ist ein ernsthaftes Problem. Nicht zufällig sind alle Pädagogen der Welt nicht mit dem Problem fertig geworden, wie man die verschiedensten Lehrer mit einem einheitlichen System dazu befähigt, die verschiedensten Schüler zu den jeweils von Politikern gesetzten Zielen zu führen.
Ich bitte mir, spät am Abend ein wenig Unernst zu verzeihen:
George W. Bush ist mit dem Problem fertig geworden, wie man über vier Jahre lang die Interessen einer sehr kleinen Gruppe bedient und der Bevölkerungsmehrheit vormacht, es geschähe in ihrem Interesse.
Obama scheint es nicht zu gelingen, die Bevölkerungsmehrheit dazu zu bringen, eine Gesundheitsreform zu akzeptieren, deren Inhalte von über 60% der Bevölkerung gewünscht werden.
Der nahe liegende Schluss: Das zweite Problem ist definitionsgemäß höchst einfach. Wenn Obama damit nicht fertig wird, ist er unfähig. (Deshalb sacken die Zustimmungszahlen für ihn bereits dramatisch ab.)
Oder soll ich jetzt eine saubere Problemschwierigkeitsskala aufstellen, mit deren Hilfe saubere Kompetenzstandards evaluierbar wären?
Wie sagte v. Hentig: "Die Menschen stärken, die Sachen klären" (und zwar in der Reihenfolge). Ich habe nicht den Eindruck, dass das gegenwärtig für die Mehrheit der deutschen Schüler geleistet wird, aber genauso wenig, dass es für die Mehrheut der deutschen Lehrer geleistet wird.
Es soll freilich DirektorInnen geben, die es verstehen, LehrerInnen zu stärken, indem sie universitäre und ministeriale Empfehlungen und Weisungen deutlich tiefer hängen, als es von seiten dieser Institutionen gewünscht wird.
Kein Wunder, dass Ministerien nachher deren Schulen den anderen als Vorbild vorhalten: "Ihr seht doch, es geht!"
Freilich, einfach ist es nie.