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10.7.10

Lernen in der Schule und Lernen in Web 2.0

Lernen in der Schule ist auf die Ausweitung individueller Kenntnisse und Fähigkeiten ausgerichtet. Das Web 2.0 legt den Schwerpunkt auf gemeinsame Reflexion und Infragestellung. Das Ziel ist weniger die Absicherung der individuellen als die Ausweitung der gemeinsamen Fähigkeiten.
So meine Kurzzusammenfassung des Blogbeitrags Web 2.0 vs. Bildungssystem: Ein Widerspruch? von Anne-Katrin Gaußer und Lisa Peters, auf den ich hier hinweisen möchte. (Dieser Beitrag referiert seinerseits den von Nina Dohn im International Journal of Computer-Supported Collaborative Learning.)

Ich verzichte darauf, meinerseits diese beiden Artikel zu referieren, sondern möchte von ihnen ausgehend kurz ein paar Thesen aufstellen:

  1. Die westlichen Gesellschaften sind stark individualistisch orientiert. 
  2. Das gilt besonders für die globalisierte Marktwirtschaft.
  3. In den Betrieben wird zwar Teamfähigkeit und Teamarbeit verlangt, die Anpassungsleistung wird aber vom Individuum erwartet, das Arbeitsplatzrisiko bleibt individuell.
  4. Solange das so ist, bleibt es Aufgabe des Bildungssystems, dem Einzelnen zur möglichst weitreichenden Entfaltung seiner Fähigkeiten zu helfen.
  5. Die Gesellschaft ist aber auf Kooperation angewiesen. (So haben die Finanzkrise seit 2007 und mehr noch der Klimawandel gezeigt, dass sogar alle Staaten zusammenarbeiten müssen, um die Risiken der globalisierten Wirtschaft auf ein erträgliches Maß zu beschränken.)
  6. Deshalb ist neben einem an individuellen Fähigkeiten orientierten Lernen (vgl. Bildungsstandards) auch kooperatives Lernen erforderlich.

17.9.09

Bildungspolitik

Angela Merkel hat Bildungspolitik angeblich zur Chefsache gemacht. Wenn ja, dann hat sie dabei eine Kombination von Schröders Politik der ruhigen Hand mit Kohls Aussitzen gezeigt. Nur dass Aussitzen bei dem Thema nicht viel bringt. Die Methode wenden schon zu vile Schüler an, weil sie sich von dem Angebot der Schule nicht angesprochen fühlen - warum auch immer.
Die ZEIT beklagt, dass die Parteien keine kompetenten Kandidaten für das Bildungsministerium hätten, und das bei einem solch zentralen Thema. Dabei müsste es doch eigentlich 16 kompetente Kandidatinnen und Kandidaten geben, in Gestalt der Kultusminister. Oder sollte auch da der eine oder die andere nicht voll qualifiziert für den Job sein?