Discounter wie Aldi und Lidl bieten etwa 15 000 Produkte an, Vollsortimenter etwa 55 000.
Wer nach einer Warenumstellung bei seinem bewährten Supermarkt versucht hat, sich zu orientieren, weiß ein Lied davon zu singen. Nicht überall kennen sich Verkäufer in ihrem Laden aus und immer seltener sind sie bereit, einem wirksam bei der Suche zu helfen.
Spekulative Produkte für Privatanleger gibt es 1,2 Millionen. Da kennt sich der Verkäufer nur noch in dem Spektrum aus, wo er zu verkaufen sucht.
Nicht dass die Verkäufer gierig wären; Aber es fällt sehr schwer, wochenlang "schlechter" zu sein als der Kollege, wenn Umsatzziele gesetzt sind. Da ist die Versuchung, die Kunden nicht zu beraten, sondern zu verraten unheimlich groß, wenn offenbar alle anderen es auch so machen.
Ethik orientiert sich am Umfeld. Nur wenige halten an ethischen Grundsätzen fest, die von allen anderen im Umfeld als völlig deplatziert empfunden werden.
Und das politische System ist - besonders in der EU - so organisiert, dass sich kollektive Beschlüsse immer an dem Partner orientieren, der den geringsten Widerstand gegen seine Lobby leistet. (vgl.
Nina Luttmer: Die Beschützer der Finanz-Zocker, FR 22.5.14)
Dass Politiker immer häufigen nahezu direkt von der Regierung in die Lobby wandern und von dort auch ihre Kollegen bearbeiten, trägt nicht eben dazu bei, deren Widerstandskraft zu stärken. Schließlich hoffen nicht wenige ihrerseits darauf, auch einen solch attraktiven Lobbyposten zu bekommen. (Manchmal tut's auch ein Vorstandsvorsitz.)
Aktuell zum Thema:-
Nina Luttmer: "Die Banker leben in ihrer eigenen Welt" (über Fähigkeiten, die in der Finanzwelt verloren gehen. FR 4./5.10.14)
Aus dem Jahr 1999:
Die Gerechtigkeitsfalle, Spiegel 1999/37 vom 13.9.99
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4.10.14
20.9.10
Buchtipp
Diemal nur ein kleiner Buchtipp mit erläuterndem Link:
Hans Küng: Anständig wirtschaften, September 2010
Hans Küng: Anständig wirtschaften, September 2010
9.7.08
Ethik und Biologismus

"Begreifen wir doch ein für allemal, daß der sittliche Fortschritt der Gesellschaft sich nicht der Nachahmung des kosmischen Prozesses verdankt, auch nicht dem Davonlaufen vor ihm, sondern dem Kampf gegen ihn ..." (Thomas Huxley)
Dies Rassisten und Predigern vom "Egoismus der Gene" ins Stammbuch, die Strategien und Verhaltensweisen als unveränderbar von der Natur vorgegeben betrachten.
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1.9.07
Kid Nation
Alternative zu Big Brother oder Weg zur Wiederholung von "Herr der Fliegen"? Auf Kid Nation machte mich dankenswerterweise Herr Rau aufmerksam. Der Voyeurismus, der sich als Experiment gibt, nimmt Formen an. Kein Wunder, dass so viele an die Geschichte vom Wettbewerb um die Spenderniere glaubten.
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2.6.07
Irreführende Fiktion
Das Hörspiel vom Krieg der Welten haben 1938 Tausende ernst genommen. Ebenso die TV-Show vom fingierten Wettbewerb um eine Spenderniere.
War die Irreführung gerechtfertigt? Rechtfertigt der Zweck das Mittel?
Dass das Ungeheuerliche für wahr gehalten wird (auch von mir für wahr gehalten wurde), sagt etwas über die Ängste, die in einer Gesellschaft bestehen. Meiner Meinung nach sind es sehr begründete Ängste. Deshalb kann ich die Irreführung im Nachhinein billigen.
Moralisches Erschrecken kann heilsam sein. Nur darf das Mittel nicht zu viel angewendet werden. Es darf nicht dazu kommen, dass man abgebrüht wird und auf Ungeheuerlichkeiten nur noch reagiert mit "wird schon ein Fake sein".
Die Show war viel zu erfolgreich, als dass ich vom angeblichen Hauptzweck, Hinweis auf das Problem, überzeugt bin.
Wohin treiben die Medien?
War die Irreführung gerechtfertigt? Rechtfertigt der Zweck das Mittel?
Dass das Ungeheuerliche für wahr gehalten wird (auch von mir für wahr gehalten wurde), sagt etwas über die Ängste, die in einer Gesellschaft bestehen. Meiner Meinung nach sind es sehr begründete Ängste. Deshalb kann ich die Irreführung im Nachhinein billigen.
Moralisches Erschrecken kann heilsam sein. Nur darf das Mittel nicht zu viel angewendet werden. Es darf nicht dazu kommen, dass man abgebrüht wird und auf Ungeheuerlichkeiten nur noch reagiert mit "wird schon ein Fake sein".
Die Show war viel zu erfolgreich, als dass ich vom angeblichen Hauptzweck, Hinweis auf das Problem, überzeugt bin.
Wohin treiben die Medien?
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