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5.3.08

Schüler verbreiten Hoffnungsschimmer

Zumindest für eine Schule in Hessen ist für einen Teilbereich die funktionsunfähige LUSD, das vom Hessischen Kultusministerium vorgeschriebene Programm, ersetzt worden.
Zwei Schüler haben unterstützt von ihrem Informatiklehrer und in Zusammenarbeit mit dem Studienleiter des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim wenigstens die Kurswahl in der Sekundarstufe II störungsfrei gestaltet. Ihr Programm Kurswahl-online ermöglicht Kurswahlen im Internet ohne die durch die LUSD vom Ministerium vorgeschriebenen Störungen.
Jetzt wird es spannend: Werden die anderen hessischen Schulen sich dies Programm zunutze machen, bevor es in Hessen eine neue Regierung geben wird?
In jedem Fal wird man aber auf die neue Regierung warten müssen, bis auch die Fehler bei Abiturzulassung, Notenberechnung etc. nicht mehr regierungsamtlich verordnet sind.

Wer hätte gedacht, dass die Linke einmal für alle hessischen Schüler zum Hoffnungsträger werden würde? Roland Koch und Karin Wolff ist es zu danken.

15.1.08

Erschreckendes Beispiel von Lernunfähigkeit

Zur Extrembelastung von Lehrern und Schulverwaltung durch das funktionsunfähige Computerprogramm LUSD (Lehrer- und Schülerdatenbanksystem) fügte die Hessische Kultusministerin Wolff noch die Überbelastung der Schüler der Sekundarstufe I hinzu durch Einführung von „Unterrichtsgarantie plus“ und Nachmittagsunterricht für Schüler ab der 5. Klasse im Zuge der Schulzeitverkürzung G 8.

Doch das ist nicht das Schlimmste. Erschreckend ist vor allem, dass sie, nachdem alle Experten ihr bescheinigt hatten, dass das Programm LUSD nichts taugt (so ließ der hessische Zentralcomputer den Jahrgangsbesten nicht zum Abitur zu) , daran festhielt, es müsse mindestens bis zum Schuljahresende 2008 weiter benutzt werden, obwohl funktionsfähige Programme am Markt sind. Und wirklich beängstigend ist, dass sie zwar eingestand, dass ihre Einführung von G 8 zu einer übermäßigen Belastung der Schüler führt, aber nicht bereit war, wenigstens für diese Schüler die Belastung durch Verzicht auf „Unterrichtsgarantie plus“ herabzusetzen. Statt selbst zu handeln, schiebt sie die Verantwortung auf Kultusministerkonferenz und die Einzelschulen ab, denen sie zuvor die Einführung der Ganztagsschule reihenweise abgelehnt hat.

20.9.07

Vergabeverfahren von LUSD

Jetzt ist auch das Vergabeverfahren von LUSD im Landtag kritisiert worden.
Für mich ist nicht das Schlimme, dass bei der Erstellung eines Computerprogramms Fehler aufgetreten sind und die - korrekt oder nicht korrekt - beauftragte Firma sie nicht beheben konnte. Was wirklich ein schwerer politischer Fehler war, war dies: Es war bekannt, dass die LUSD nicht funktionierte. Trotzdem hat man sie als landesweit verbindliches Instrument den Schulen vorgeschrieben und die Schulorganisation bis hin zur Zulassung zum Abitur von diesem fehlerhaften Instrument abhängig gemacht. Und schließlich hat man die Firma an der Korrektur dieser fatalen Fehler gehindert, indem man sie beauftragt hat, immer neue Instrumente zur Überwachung der Schulen einzubauen, statt rechtzeitig der Unzahl von Fehlermeldungen aus den Schulen nachzugehen.

13.9.07

Hohn vom Kultusministerium

Nachdem das HKM zugegeben hat, dass die Datenbank LUSD den Schulen ganz erhebliche Mehrarbeit verschafft hat, fährt es in seiner neusten Mitteilung fort:
Mit der web-basierten LUSD entsteht ein innovatives System, das einen gemeinsamen, stets aktuellen Datenbestand schafft. So wird die Verwaltungsarbeit der Schulen erleichtert

Das kann man doch wohl nur als Hohn betrachten oder als Versuch, uninformierten Wählern Sand in die Augen zu streuen??

11.9.07

Ein einsichtiges Ministerium?

Hat der Protest der Sekretärinnen es gebracht?

Jedenfalls ging unter dem Datum 10.9.07 ein Brief des Hessischen Kultusministeriums ein Brief an die Schulen heraus, in dem die folgenden Sätze stehen:

"Sie erfahren es täglich, dass die Leistungsfähigkeit der neuen LUSD auch im neuen Schuljahr noch nicht Ihren und unseren Anforderungen genügt. Das von der Entwicklerfirma CSC gelieferte System entspricht leider noch nicht dem, was Sie und wir an Funktionalität und Performance erwarten dürfen. Wir können Ihre Enttäuschung nachvollziehen, insbesondere auch deshalb, weil Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Entwicklungs- und Testprozess sehr konstruktiv begleitet haben. Ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, und die Mängel des Systems belasten Sie erheblich."

Die Einsicht des HKM ging nicht so weit, dass es zugegeben hätte, dass man bis zur Erstellung der für Sommer 2008 versprochenen brauchbaren Version auf die Verwendung der unbrauchbaren LUSD verzichten dürfte. Vielmehr sollen die Lehrer weiter "Geduld" (man könnte sagen: Schafsgeduld) zeigen und Tipps für Verbesserungen geben, damit das alte Programm (notdürftig verbessert) weiterhin verwendet werden kann.

8.9.07

300 Sekretärinnen protestieren gegen LUSD

Gegen die Vergeudung ihrer Arbeitskraft haben dreihundert Schulsekretärinnen durch nahezu gleichzeitig abgesandte E-Mails ans Kultusministerium protestiert.
Was die Direktoren nicht schafften, den Sekretärinnen ist es gelungen.
Jetzt spricht man davon, dass das Programm einer Privatfirma der LUSD die Arbeit abnehmen soll. (Es soll eine Schnittstelle geschaffen werden, über die das Programm die Schülerdaten aus der LUSD übernehmen und nach Planungsabschluss die Ergebnisse wieder in die LUSD einspeisen kann.) Dann gäbe es klare Arbeitsteilung: Das private Programm leistet die Arbeit für die Schulen, das staatliche Programm kontrolliert die Schulen im Sinne des Kultusministeriums. Dann wären wenigstens klare Verhältnisse geschaffen, und die Schulleitungen könnten sich wieder auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren.

Es sei denn, Frau Wolff fällt wieder etwas Neues ein, was sie dagegen tun kann.

26.6.07

LUSD in Sekundarstufe I

In der Sekundarstufe I kann die LUSD Noten drucken. Hier versagt sie nur bei der Wiedergabe der Fehlzeiten. Ob es daran liegt, dass die Zahlen über die 9 hinausgehen und das die programmierte Rechenkapazität überschreitet?

24.6.07

Aktuelles von der LUSD

"Für das kommende Schuljahr müssen Sie eine Planungsvariante angelegt haben. Sie können Ihre schulinterne Planung für das nächste Halbjahr innerhalb der UV-Planung vorbereiten. Dazu müssen die jeweiligen Ausgangswerte wie Stundentafel, Lehrerstunden usw. in der Planung angepasst werden. Nach Auswahl der Funktion „UV übernehmen“ bei der Anlage der Planung lassen sich innerhalb der Planung differenziert Daten aus dem aktuellen Halbjahr in die Planung übernehmen (entsprechend dem alten „Hochsetzen“), und es lassen sich über Fachwahl und Kursgenerierung oder UV-Bearbeitung die Kurse erzeugen, über Klassenbildung die Klassen erzeugen und die Schüler den Klassen zuweisen." So kann man auf der Website der LUSD unter LUSD - Aktuelles im Infobrief 10 finden.
Man beachte "müssen Sie eine Planungsvariante angelegt haben". Leider lässt sich - wie nicht anders zu erwarten - mit der neuen LUSD nicht planen. So erlaubt sie nämlich bisher weder das alte „Hochsetzen“ noch das angekündigte „UV übernehmen“.
Bisher behelfen sich die Schulen damit, dass sie kommerzielle Planungssoftware verwenden und nach der Planung ihre Ergebnisse in die LUSD einstellen. Das kostet natürlich. Aber anders sind die Anforderungen des HKM bisher nicht zu erfüllen.
Ob der legendäre ausgeschiedene Programmentwickler da helfen kann?

Wie dank Tricks auch der beste Abiturient ein Zeugnis erhält

Am 21.6. habe ich berichtet, dass die neue hessische Lehrer- und Schüler-Datenbank (LUSD) den besten Abiturienten seines Jahrgangs nicht zulassen und deshalb ihm auch kein Zeugnis drucken konnte. Ein Zeugnis musste aber sein. Da die neue LUSD aber selbst in den Fällen, wo sie Zeugnisse druckte, des öfteren falsch berechnete druckte, und da die alte LUSD unter den neuen Bedingungen zwar das Zeugnisformular, aber nur ohne Noten druckte, war wieder Not am Mann.
Der beste Abiturient hat jetzt sein Zeugnis, und das wurde mit der alten LUSD gedruckt. Wie es dazu kam, weiß ich noch nicht. Es spricht aber alles dafür, dass nicht die Programmierer der neuen LUSD helfen konnten. Die haben nämlich, wie man inzwischen weiß, deswegen keine Zeit, die Fehler ihrer neuen Version zu beheben, weil sie neue Funktionen zur Überwachung des Schulbetriebs jeder einzelnen Schule durch das Kultusministerium einzubauen haben.
Es scheint aber einen Programmentwickler der alten Version zu geben, der inzwischen aus dem Dienst geschieden ist und - weil er vom Ministerium nicht gezwungen wird, etwas anderes zu tun - aus Gefälligkeit den Schulen aushilft, wenn wieder einmal gar nichts funktioniert.
So macht er vielleicht nachträglich die alte Version funktionstüchtig (was sie während ihres offiziellen Betriebes nie gewesen ist).
Ob diese meine Vermutung stimmt oder ob ein anderer Trick gefunden wurde, muss ich erst noch recherchieren.

21.6.07

Bester Abiturient nicht zum Abitur zugelassen

Ein Schnitt von 1,0 und Jahrgangsbester im Abitur zu sein sind unzureichende Voraussetzungen dafür, von der neuen Lehrer- und Schüler-Datenbank Hessen zum Abitur zugelassen zu werden.
Dass dieser Schüler überhaupt sein Abitur machen durfte, verdankt er einer List. Der zuständige Kollege hat einfach die alte Software benutzt, um ihn zuzulassen. Jetzt aber, wo das glänzende Abiturzeugnis gedruckt werden soll, braucht er die neue "LUSD". Die aber verweigert dem Schüler die Zulassung. Daher kann er auch kein Abiturzeugnis erhalten.
"Das Projekt LUSD ist ein Programm der Zukunft für die Schulverwaltungen und befindet sich im Rollout seit Oktober 2006." heißt es auf der Website des Kultusministeriums.
Etwas verschämt heißt es im nächsten Satz: "Bitte helfen Sie mit, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Wir haben uns viel vorgenommen. Für Anregungen, aber auch für konstruktive Kritik sind wir stets dankbar."
Seit Monaten machen Studienleiter in ganz Hessen Überstunden, weil sie das Programm das nicht rechnen kann und gespeicherte Daten vertauscht, benutzen sollen.
Ein Wunder, dass der Rechnungshof sich noch nicht eingeschaltet hat.
Noch gibt es einige Optimisten, die glauben, noch vor ihrer Pensionierung eine funktionsfähige LUSD zu erleben. Schließlich gibt es auch schon ganz junge Studienleiter.

20.6.07

Neues von der LUSD

Die Hessische "Lehrer- und Schüler- Datenbank" (LUSD) leistet Erstaunliches. Sie bringt es fertig, den Computer Zeugnisnoten so zusammenzählen zu lassen, dass immer 1 zuviel herauskommt. Das muss man schon können: Den Computer dazu bringen, das einzige, was er kann, zu verlernen.
Dagegen sind die anderen Fehler zwar zahlreich, aber längst nicht so spektakulär.
Immerhin ermöglichen sie es spielend, qualifizierte Lehrer an der Unterrichtsvorbereitung zu hindern und das Ausdrucken eines Zeugnisses länger dauern zu lassen als das handschriftliche Schreiben.

16.2.07

Neues aus dem Kultusministerium (HKM) 2

Nachdem die Einführung der neuen Lehrer- und Schüler- Datenbank (LUSD) wie berichtet zu - gelinde gesagt - zahllosen Unregelmäßigkeiten und ungezählten Mehrarbeitsstunden der hessischen Lehrer geführt hat, lässt das hessische Kultusministerium jetzt verkünden "dass das Umstellen reibungslos organisiert werden soll". Daran werde mit Hochdruck gearbeitet. Dabei hat man "das Umstellen" schon längst mit brutalst möglichen Reibungsverlusten durchgeführt. Hätte man wenigstens ein halbes Jahr gewartet, hätte das, was - im Nachhinein - unmöglich ist, ohne größere Schwierigkeiten realisiert werden können.
Weiter wird mitgeteilt, dass die "Probleme inzwischen weitgehend behoben" seien. Das heißt: Es hat immer noch keinen Sinn, die Abiturzulassung, die an sich schon in der vergangenen Woche hätte erfolgen sollen, zu versuchen, da die Software immer noch nicht funktioniert.
Am Schluss teilt Staatssekretär Jakobi mit, "Ärger könne er gut nachvollziehen".

Wie lässt sich das damit verbinden, dass das HKM versucht hat, die Pannen auf Bedienungsfehler in den einzelnen Schulen zurückzuführen?

15.2.07

Neues aus dem Kultusministerium

Es sei eine Milchmädchenrechnung, zu vermuten, durch die Dienstverpflichtung der Schulleiter entstehe ein finanzieller Aufwand, lässt die Ministerin verlauten "Personalkosten fielen bei einer Dienstversammlung mit Beamtinnen und Beamten nicht an". Hat sie Ihre Forderung nach Unterrichtsgarantie plus schon ganz vergessen?
Dass die Zeit, die hochbezahlte Beamte dem Schulbetrieb entzogen werden, sie nicht interessiert, hat sie freilich schon früher gezeigt. (sieh Hessens LUSD!)

12.2.07

Hessens LUSD Chaos pur

Man musste schon zu den Eingeweihten im hessischen Schulbetrieb gehören, um zu wissen, wie viel Ärger das den Schulen verordnete Schulverwaltungsprogramm LUSD den Schulleitungen bereitete.
Die neue LUSD macht es endlich öffentlich: Schulzeugnisse können nicht gedruckt werden, weil Hessens Zentralrechner die Fächer der Schüler vertauscht, weil er bei Fehlstundenstundenangaben plötzlich negative Zahlen produziert (waren die Schüler doppelt in der Schule?), weil Schülerkurse verdoppelt werden usw..
Doch um das zu steigern fordert Hessens Kultusministerin gleich nach diesem Chaos, die Schulen sollten mit demselben unfertigen Programm am Zentralcomputer auch die Zulassung zum Abitur prüfen lassen. Eingabezeiten für einen Satz Daten, die früher bei wenigen Sekunden lagen, schwanken jetzt zwischen fünf und zwanzig Minuten. Schüler, die alle Bedingungen für die Zulassung erfüllt haben, werden vom Computer nicht zugelassen. Ein Kurs, der von einer Schülerin mit 14 Punkten absolviert wurde, wird vom Computer unterdrückt, die Schülerin daher nicht zugelassen. Studienleiter laufen mit Eieruhr durch die Schule, weil sie nur alle sieben Minuten eine neue Eingabe in den Computer vornehmen können.
Die Kultusministerin lässt ihre Sprecher dazu verlauten, die Studienleiter hätten die notwendigen Schulungen nicht besucht und deshalb den Computer falsch bedient.