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29.12.11

Von den Möglichkeiten des Internets

Diktaturen werden gestürzt, demokratische Netzwerke aufgebaut, jede künstlerische Idee - ob in der bildenden Kunst, in Musik oder Literatur - kann rasch erprobt und ihr Ergebnis sofort verbreitet werden. Unternehmer finden Kapitalgeber "in  Sekundenbruchteilen", so weit Frank Schmiechen in der WELT in dem Artikel "Die Digitalen kommen".
Zu den Gefahren des Internets meint er:
Aber stellen Sie sich vor, jemand hätte Thomas Alva Edison nach der Erfindung der Glühlampe mit erhobenem Zeigefinger gesagt: "Toll, Mr Edison. Sie haben uns das wundervolle Licht in die Dunkelheit gebracht. Aber man kann sich ja so leicht die Finger an der heißen Glühbirne verbrennen."

Ich bin da skeptischer, wie mein voriger Blogbetrag zeigt. Aber Schmiechen verweist zu Recht auf die positiven Möglichkeiten, ausführlich und ein bisschen blauäugig.
Edison konnte nichts über den Zusammenhang zwischen seiner Erfindung und dem Klimawandel wissen. Wir sollten heute als Gesellschaft die Möglichkeiten wie die Gefahren in den Blick nehmen und uns weder auf den Tunnelblick der Begeisterten noch auf den der Verächter einschränken lassen.

20.12.11

Von den Gefahren des Internets

Eine Rentnerin ohne Computer soll über 600 Euro Strafe zahlen, weil sie nicht verhindert habe, dass über ihre IP-Adresse ein Hooligan-Video zum Tausch angeboten wurde, berichtet Spiegel online.
Weiß die Richterin, was sie von der Rentnerin verlangt? Wie viel Promille der deutschen Bevölkerung wissen, wie sie wirksam ihre IP-Adresse gegen Missbrauch schützen können? Wie viel Promille der Rentnerinnen?

21.4.11

Netzgespür oder Internetkompetenz?

Sascha Lobo schreibt in Spiegel online über Netzgespür.
Ehrlich gesagt: ich lese in dem Artikel nur, dass Netzgespür heuristisch und haptisch ist. Das erste gebe ich zu. Das gilt für jede Tätigkeit, für die man Erfahrung braucht. Kleinkinder haben dabei den Vorzug, dass sie mit wenigen Erfahrungen nicht so viele falschen Vorerwartungen haben können.

Haptisch aber ist das Netz nicht, sondern die Touchscreen.

Alle anderen Aussagen sind Details, die mir zwar weitestgehend bekannt sind, aber deren Zusammenhang mit Netzgespür mir nicht erklärt wird. Offenbar braucht man zum Verständnis des Textes ein Netzgespür, das ich von anderen Texten her kommend nicht habe.
Faszinierend ist für mich, wie man das Ein- und Ausschalten von Geräten zu einer Sache von Gespür gemacht hat. Jede Rationalität ist abgeschafft, bis zum Abschalten eines Gerätes überhaupt nur noch ein ausgelagerter Schalter taugt. Kein Wunder, dass wir unseren Energieverbrauch nicht in den Griff bekommen.

Zu Internetkompetenz, die mehr ist als Netzgespür, gehört auch eine Ahnung über die Gefahren im Netz (vgl. u.a. Adamek: Die Facebook-Falle). Die bekommt man bei der heuristischen Vorannahme, dass es keine beachtenswerten Gefahren gibt, immer erst zu spät mit, so wie gegenwärtig die japanische Gesellschaft die Gefahren der friedlichen Nutzung der Kernkraft.

Gute Hilfen zum Erwerb von Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr bietet Klicksalat (mein Dank an Karl und Jörg!).

Zum Umgang mit dem Netz vgl. auch Die Institution und der Dämon über Kontrollverlust.

21.12.09

Unterschiede des Leseeverständnisses bei gedruckten und bei Internettexten

Das Leseeverständnis von Internettexten scheint mehr Kompetenzen zu erfordern als das von gedruckten.
The authors suggest that reading Internet text prompts a process of self-directed text construction that may explain the additional complexities of online reading comprehension.

J. Coiro u. E. Dobler in: Reading Research Quarterly Vol. 42, No. 2, April/May/June 2007

29.12.08

Historische Quellenkritik im Internet

Einige wichtige Fragen und treffende, freilich nicht unbedingt bequeme Antworten zur Quellenkritik im Netz sind hier angesprochen bzw. verlinkt.
Wer allerdings Wiederholungen und teils unfruchtbare Dialogteile scheut, kann sich auch einen zusammenhängenden Text zum Problem von Jan Hodel ansehen.