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5.9.19
neue Medien im Unterschied zu Medium als Raum
Georg Rückriem: Mittel, Vermittlung, Medium
Bemerkungen zu einer wesentlichen Differenz
16.5.18
Darf man "die Wahrheit" sagen?
Es sollte klar sein, dass es nicht "die Wahrheit" gibt, sondern nur jeweils die eigene Wahrheit des Sprechers. Daher gilt in abgewandelter Form das Wort Rosa Luxemburgs über Freiheit ("Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.") auch für die Wahrheit.
Wer seine Wahrheit sagen will, sollte nicht nur vermeiden, dass sie objektiv eine persönliche Beleidigung darstellt, sondern auch berücksichtigen, in welchem Kontext er seine Wahrheit sagt.
Insofern halte ich die Aussage Ernst Tugendhats, man müsse auch als Deutscher "die Wahrheit" sagen dürfen, nicht mehr für ganz angemessen.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass man als Deutscher einem Holocaustopfer nicht jede eigene Wahrheit ins Gesicht sagen darf.
Aber dass Martin Walser, Günter Grass und Navid Kermani ihre Wahrheiten nicht sagen durften, ohne von höchst ehrenwerten Leuten in Ecken geschoben zu werden, in die sie nach Ausweis ihres Lebenswerks nachweislich nicht gehören, das finde ich nicht nur bedenklich, sondern nach dem, wie sich die Debattenkultur in Deutschland entwickelt hat, geradezu beängstigend.
Deshalb bin ich dankbar dafür, dass Jagoda Marinic davor warnt, "jede rassistische Aussage mit einem Gegenangriff" zu beantworten, und hinzufügt: Wir geben uns zu wenig Mühe, zu verstehen und werten zu schnell. Wir leben in einer von den sozialen Medien konstruierten "like"- oder "hate"-Gesellschaft." (Interview mit der FR, 16.5.18, S.31)
Längst spielen die klassischen Medien dabei mit.
Die Beispiele Walser, Grass und Kermani beweisen, dass dies Problem in Ansätzen schon lange und nicht nur in den Medien, sondern auch bei höchst ehrenwerten Personen bestand.
Wer jemanden als "Rassisten" abqualifiziert, sollte berücksichtigen, was Bonhoeffer über das Recht, seine Wahrheit zu sagen, geschrieben hat. - Er hat nicht Rassisten verteidigt, sondern das Recht, eine ganz persönliche Wahrheit zu sagen. (1943 im Gefängnis in Tegel, in einer ganz anderen Situation als heute.)
Die kalkulierte Methode, Aussagen als persönliche Wahrheit auszugeben, um Wut zu schüren, möchte ich damit nicht rechtfertigen.
Aber vielleicht muss ich noch mehr hinzufügen, um nicht missvertanden zu werden.
Weitere Hinweise:
Jagoda Marinic: Made in Germany, 2016 (https://www.jagodamarinic.de/)
Marinic weist daraufhin, dass sie mit einem Taxifahrer gesprochen hat, der mitbekam, dass sie eine Veranstaltung gegen Rassismus mitveranstaltet hat, und fährt fort: "Er hat mich also akzeptiert und öffnete ein Ventil [...] Er hat banalen Frust abgelassen, der ihn überfordert. Er interpretiert das so, dass die Politik sich um ihn nicht kümmert, aber dafür um Fremde." (FR, S.31)
Freilich hat sie es verhältnismäßig einfach, akzeptiert zu werden, weil sie Weiße ist und offenkundig "etwas Besseres".
mehr dazu
Wer seine Wahrheit sagen will, sollte nicht nur vermeiden, dass sie objektiv eine persönliche Beleidigung darstellt, sondern auch berücksichtigen, in welchem Kontext er seine Wahrheit sagt.
Insofern halte ich die Aussage Ernst Tugendhats, man müsse auch als Deutscher "die Wahrheit" sagen dürfen, nicht mehr für ganz angemessen.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass man als Deutscher einem Holocaustopfer nicht jede eigene Wahrheit ins Gesicht sagen darf.
Aber dass Martin Walser, Günter Grass und Navid Kermani ihre Wahrheiten nicht sagen durften, ohne von höchst ehrenwerten Leuten in Ecken geschoben zu werden, in die sie nach Ausweis ihres Lebenswerks nachweislich nicht gehören, das finde ich nicht nur bedenklich, sondern nach dem, wie sich die Debattenkultur in Deutschland entwickelt hat, geradezu beängstigend.
Deshalb bin ich dankbar dafür, dass Jagoda Marinic davor warnt, "jede rassistische Aussage mit einem Gegenangriff" zu beantworten, und hinzufügt: Wir geben uns zu wenig Mühe, zu verstehen und werten zu schnell. Wir leben in einer von den sozialen Medien konstruierten "like"- oder "hate"-Gesellschaft." (Interview mit der FR, 16.5.18, S.31)
Längst spielen die klassischen Medien dabei mit.
Die Beispiele Walser, Grass und Kermani beweisen, dass dies Problem in Ansätzen schon lange und nicht nur in den Medien, sondern auch bei höchst ehrenwerten Personen bestand.
Wer jemanden als "Rassisten" abqualifiziert, sollte berücksichtigen, was Bonhoeffer über das Recht, seine Wahrheit zu sagen, geschrieben hat. - Er hat nicht Rassisten verteidigt, sondern das Recht, eine ganz persönliche Wahrheit zu sagen. (1943 im Gefängnis in Tegel, in einer ganz anderen Situation als heute.)
Die kalkulierte Methode, Aussagen als persönliche Wahrheit auszugeben, um Wut zu schüren, möchte ich damit nicht rechtfertigen.
Aber vielleicht muss ich noch mehr hinzufügen, um nicht missvertanden zu werden.
Weitere Hinweise:
Jagoda Marinic: Made in Germany, 2016 (https://www.jagodamarinic.de/)
Marinic weist daraufhin, dass sie mit einem Taxifahrer gesprochen hat, der mitbekam, dass sie eine Veranstaltung gegen Rassismus mitveranstaltet hat, und fährt fort: "Er hat mich also akzeptiert und öffnete ein Ventil [...] Er hat banalen Frust abgelassen, der ihn überfordert. Er interpretiert das so, dass die Politik sich um ihn nicht kümmert, aber dafür um Fremde." (FR, S.31)
Freilich hat sie es verhältnismäßig einfach, akzeptiert zu werden, weil sie Weiße ist und offenkundig "etwas Besseres".
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21.7.17
Die Flüchtlingskrise in den Medien
"Die überregionalen Medien haben die Bevölkerung vergessen" Deutschlandfunk 20.7.2017
"Während der Flüchtlingskrise sei zu unkritisch über die Zuwanderung berichtet worden - das ist das Ergebnis einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung"
mehr dazu
Ich freue mich, dass jetzt in einer Studie untermauert worden ist, wovor ich seit Herbst 2015 gewarnt habe und was ich im Februar 2016 ausführlich als Blauäugigkeit kritisiert habe.
In der Flüchtlingskrise 2015 wurden die moralischen Appelle seitens der Politik und in den zentralen Medien überbetont und die Schwierigkeiten klein geredet.
Gut ist, dass jetzt ein größerer Realismus in Berichten und Kommentaren eingekehrt ist.
Beschämend ist, dass er nach den Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht 2015/16 so schlagartig einsetzte, als wären die Medien zentral gesteuert.
Und bedauerlich ist, dass der Deal der EU mit der Türkei zu selten realistisch behandelt wird als ein Umschwenken in der Flüchtlingspolitik, das wegen der Überforderung der Institutionen notwendig, aber nicht von den notwendigen Maßnahmen zur Stärkung der Aufnahmebereitschaft von Flüchtlingen begleitet wurde.
Dieser sehr problematische Deal wurde meist entweder radikal verworfen oder nahezu unkritisch gerechtfertigt.
Ich hoffe, dass die Qualitätsmedien aus ihren Fehlern genügend gelernt haben, dass sie nicht wieder so energisch in die Falle einer törichten Einseitigkeit tappen.
Natürlich war es ein Segen, dass das Sterben Zehntausender im Mittelmeer in den Blick geriet.
Aber das - politisch verständliche - "Wir schaffen das" in den Medien unkritisch zu begleiten, war kontraproduktiv.
Es macht mich freilich auch nicht glücklich, dass manche Zeitung frühere Fehler dadurch gut zu machen versucht, dass sie nun dem AfD-Wahlkampf besondere Aufmerksamkeit zuwendet.
"Während der Flüchtlingskrise sei zu unkritisch über die Zuwanderung berichtet worden - das ist das Ergebnis einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung"
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Ich freue mich, dass jetzt in einer Studie untermauert worden ist, wovor ich seit Herbst 2015 gewarnt habe und was ich im Februar 2016 ausführlich als Blauäugigkeit kritisiert habe.
In der Flüchtlingskrise 2015 wurden die moralischen Appelle seitens der Politik und in den zentralen Medien überbetont und die Schwierigkeiten klein geredet.
Gut ist, dass jetzt ein größerer Realismus in Berichten und Kommentaren eingekehrt ist.
Beschämend ist, dass er nach den Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht 2015/16 so schlagartig einsetzte, als wären die Medien zentral gesteuert.
Und bedauerlich ist, dass der Deal der EU mit der Türkei zu selten realistisch behandelt wird als ein Umschwenken in der Flüchtlingspolitik, das wegen der Überforderung der Institutionen notwendig, aber nicht von den notwendigen Maßnahmen zur Stärkung der Aufnahmebereitschaft von Flüchtlingen begleitet wurde.
Dieser sehr problematische Deal wurde meist entweder radikal verworfen oder nahezu unkritisch gerechtfertigt.
Ich hoffe, dass die Qualitätsmedien aus ihren Fehlern genügend gelernt haben, dass sie nicht wieder so energisch in die Falle einer törichten Einseitigkeit tappen.
Natürlich war es ein Segen, dass das Sterben Zehntausender im Mittelmeer in den Blick geriet.
Aber das - politisch verständliche - "Wir schaffen das" in den Medien unkritisch zu begleiten, war kontraproduktiv.
Es macht mich freilich auch nicht glücklich, dass manche Zeitung frühere Fehler dadurch gut zu machen versucht, dass sie nun dem AfD-Wahlkampf besondere Aufmerksamkeit zuwendet.
6.10.16
Textarbeit mit unterschiedlichen Medien
Elektronische Medien erleichtern durch copy & paste das Anlegen von Exzerpten enorm (was in der Frühform dazu führt, dass man das Kopieren eines Textes für eine Art der Verarbeitung hält).
Im Internet ermöglichen sie zusätzlich die Verlinkung und Erstellung eines Hypertextes (Musterbeispiel Wikipedia).
Der Nachteil ist beim Internet, dass es weniger zur Lektüre sehr langer Texte geeignet ist, während das E-Buch die Erstellung eines Hypertextes nicht ermöglicht. Bei beiden ist die Abhängigkeit von der elektronischen Apparatur problematisch.
Das Smartphone schwächt diesen Nachteil ab, weil es (bei der intensiven Nutzung) jederzeit greifbar ist und außerdem keine relevante Anlaufzeit hat. Funklöcher und technische Störungen sind dabei freilich nicht berücksichtigt.
Ich persönlich vermisse beim gegenwärtigen E-Buch die Feindifferenzierung des Lesens. Entweder liest man seitenweise oder kapitelweise oder großabschnittweise. Der ungefähre Zugang über das Aufschlagen "gegen Schluss" oder "im ersten Drittel" oder "etwas 20 Seiten später", der beim Papierbuch eine Groborientierung ermöglicht, von dem übergangslos in das Lesen von Wort für Wort oder das Blättern von Seite zu Seite (mit Überblick über den Satzspiegel von zwei Seiten) gewechselt werden kann, fehlt mir sehr. Dazu kommt, dass das Markierte im Papierbuch besser auffällt und insofern die Unterscheidung eines bearbeiteten Abschnitts von einem unbearbeiteten leichter fällt.
Daher möchte ich weder das Papierbuch - nicht nur wegen des Haptischen -noch das E-Buch missen. Nur der Bedarf an Stellplatz und die Notwendigkeit des Transports beim Umzug und der Entsorgung bei der endgültigen Wohnungsauflösung sprechen massiv gegen das Papierbuch. Die hohen Kosten gegen eine Doppelversorgung durch beide Medien.
Im Internet ermöglichen sie zusätzlich die Verlinkung und Erstellung eines Hypertextes (Musterbeispiel Wikipedia).
Der Nachteil ist beim Internet, dass es weniger zur Lektüre sehr langer Texte geeignet ist, während das E-Buch die Erstellung eines Hypertextes nicht ermöglicht. Bei beiden ist die Abhängigkeit von der elektronischen Apparatur problematisch.
Das Smartphone schwächt diesen Nachteil ab, weil es (bei der intensiven Nutzung) jederzeit greifbar ist und außerdem keine relevante Anlaufzeit hat. Funklöcher und technische Störungen sind dabei freilich nicht berücksichtigt.
Ich persönlich vermisse beim gegenwärtigen E-Buch die Feindifferenzierung des Lesens. Entweder liest man seitenweise oder kapitelweise oder großabschnittweise. Der ungefähre Zugang über das Aufschlagen "gegen Schluss" oder "im ersten Drittel" oder "etwas 20 Seiten später", der beim Papierbuch eine Groborientierung ermöglicht, von dem übergangslos in das Lesen von Wort für Wort oder das Blättern von Seite zu Seite (mit Überblick über den Satzspiegel von zwei Seiten) gewechselt werden kann, fehlt mir sehr. Dazu kommt, dass das Markierte im Papierbuch besser auffällt und insofern die Unterscheidung eines bearbeiteten Abschnitts von einem unbearbeiteten leichter fällt.
Daher möchte ich weder das Papierbuch - nicht nur wegen des Haptischen -noch das E-Buch missen. Nur der Bedarf an Stellplatz und die Notwendigkeit des Transports beim Umzug und der Entsorgung bei der endgültigen Wohnungsauflösung sprechen massiv gegen das Papierbuch. Die hohen Kosten gegen eine Doppelversorgung durch beide Medien.
16.9.15
Lernen mit digitalen Medien
Sascha Lobo: Digitale Schule: Vernetzung stark gefährdet, SPON 16.9.15
Vorteile des Einsatzes digitaler Medien (2015)
Bildung: Wilhelm von Humboldt, Lernen durch Lehren, Internet (2015)
Der Tenor vieler Medienberichte ist: "Computer machen den Unterricht nicht automatisch besser." Das fasst die verbogene Rezeption in der Öffentlichkeit gut zusammen. Der Inhalt dieses Satzes ist verräterisch. Er steht für eine verbreitete gesellschaftliche Erwartungshaltung, das gegenwärtige Bildungssystem plus Computer oder Internet ergäbe automatisch irgendetwas. Als würde man ein Pfund Baumwolle und ein Schnittmuster in eine Schüssel werfen und hoffen, es würde dabei ein T-Shirt herauskommen.
Die nullte Regel der digitalen Gesellschaft heißt: Nichts geht von allein. Alles muss mühsam erarbeitet werden. Die destruktive Hybris, der im Bildungsbereich sowohl Netzskeptiker wie auch Netzenthusiasten erliegen, liegt darin: Einfach Internet und Bildungssystem irgendwie verrühren, dann wird es gut (Enthusiasten) oder schlecht (Skeptiker). [...]
Es geht vielmehr darum, dass sich durch das Internet das Lernen selbst dramatisch verändert. Das Internet ist eine gigantische Lernmaschine. Man kann es kaum nutzen, ohne zugleich das Konzept des ständigen, lebenslangen Lernens zu verinnerlichen. Dazu wandelt sich die digitale Sphäre zu schnell.
Es ist diese konzeptionelle Veränderung der Welt, die das Bildungssystem so antiquiert erscheinen lässt. [...]
Wer nur für fünf Cent daran glaubt, dass das Bildungssystem auch die Aufgabe hat, die Lernenden auf die berufliche und gesellschaftliche Zukunft vorzubereiten, kann daher nicht ernsthaft über das "Ob" der Verschmelzung von Internet und Bildungssystem diskutieren, sondern nur noch über das "Wie". [...]
Es ist ja nicht so, als würden die Aufgaben, die das Bildungssystem zu erfüllen hat, weniger. Im Gegenteil. Nicht nur der zukünftige wirtschaftliche und intellektuelle Erfolg des Landes hängt essenziell davon ab. Sondern zum Beispiel auch, ob es gelingt, die Millionen Flüchtlinge und Einwanderer der nächsten Jahre einigermaßen geschmeidig in die Gesellschaft zu integrieren. [...]
Zur Ergänzung:
Digitale Kompetenzen Noch ein Pisa-Schock, faz.net, 16.9.15
"Eine OECD-Studie sieht keinen merklichen Leistungsvorsprung durch E-Learning. Grundlagen in den klassischen Fächern wappnen Schüler besser für die digitale Welt als Computer im Klassenzimmer."
Eine Publikation zum Thema mit nützlichen Anregungen bietet Lehrende arbeiten mit dem Netz (kostenloser Download möglich).
Eine Publikation zum Thema mit nützlichen Anregungen bietet Lehrende arbeiten mit dem Netz (kostenloser Download möglich).
Meine Position zum Thema:
Mein mediendidaktisches Konzept (2009)Bildung: Wilhelm von Humboldt, Lernen durch Lehren, Internet (2015)
Labels:
digitales Lernen,
Lernen 2.0,
Medien,
Medienpädagogik
4.8.15
Bildung: Wilhelm von Humboldt, Lernen durch Lehren, Internet
Was Humboldt und Internet als Lehrmeister unterscheidet, ist gar nicht so neu.
Es ist schon in dem gegensätzlichen Ansatz von Platon und Aristoteles vorgebildet: Platon, der den Lehrer für so wichtig hält, dass er seine gesamte Philosophie seinem Lehrer Sokrates in den Mund legt, so dass wir die Mühe haben, zu unterscheiden: wo spricht Platon und wo spricht Sokrates?
Und andererseits Aristoteles, der die Erfahrungswelt betrachtet und sie zu ordnen und verstehen sucht.
Platon kommt zum Ergebnis, dass Philosophen die Könige sein sollten (vgl. dazu Poppers Kritik, der Platon totalitäre Züge unterstellt), und Aristoteles schließt, dass Sklaven keine Menschen sind, weil ihnen die Freiheit nicht über alles geht.
Ein ähnlich unterschiedliches Paar finden wir an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Wilhelm von Humboldt und Georg Forster. Wilhelm kennt schon als Kind keine größere Freude, als die alten Griechen zu studieren, Georg, den sein Vater erst nach Russland und dann nach England mitnimmt, übersetzt als Dreizehnjähriger Lomonossows Kurze Russische Geschichte vom Russischen ins Englische, was "in wissenschaftlichen Kreisen lobende Anerkennung fand" (Wikipedia), und segelt als Siebzehnjähriger mit James Cook um die Welt und begründet bei dieser Gelegenheit die deutsche Ethnologie. Ja, er "verirrt" sich als revolutionärer deutscher Jakobiner so weit in die Praxis, dass er in der Zeit des beginnenden Terreur in Paris stirbt (freilich nicht unter der Guillotine, sondern an Lungenentzündung).
Alexander von Humboldt nimmt sich nicht seinen großen Bruder Wilhelm zum Vorbild, sondern Georg Forster, den er auf seiner Reise an den Niederrhein, Frankreich und England begleitet und dann seinen großen Lehrer nennt. Wilhelm vertieft sich in die Sprachwissenschaft als die Grundlage des Denkens, Alexander studiert Geographie durch Reisen.
Wilhelm von Humboldt betont die Einheit von Forschung und Lehre, Jean-Pol Martin meint man lerne nur recht durch Lehren und lässt sich deshalb in New York von seinen Schülern sagen, was er dort tun soll. Möglich wird das erst durch Telekommunikation, wie überhaupt das Erfahrungslernen im Team, das Martin propagiert, wesentlich von den Möglichkeiten des Internets profitiert.
Freilich - und hier hebt sich der Gegensatz Lernen vom Lehrer und Erfahrungslernen wieder ein Stück auf - er organisiert als Lehrer die Lehrsituationen, an denen die Schüler lernen sollen.*
Eine lange Einleitung für die Vorstellung des Circle, in dem das Leben in der Community der vom Rousseauschen Bildungsideal geprägten Selbstfindung gegenübergestellt wird.
Worauf ich hinaus will, ist, dass es einseitig wäre, Allgemeinbildung unter Berufung auf Bildung zu verdammen oder der Reformpädagogik abzuschwören, weil wir das Internet haben, oder auf digitale Medien zu verzichten, weil wir ohne Lehrer nicht auskommen. Doch dazu mehr bei anderer Gelegenheit.
Hier nur eine Andeutung.
Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt schreiben in ZEIT online unter der Überschrift Humboldt gegen Orwell
"Die Digitalisierung verändert die Bildung so stark wie zuvor nur der Buchdruck und die Schulpflicht. [...]
Humboldt hätte an der Digitalisierung Gefallen gefunden. Der große Reformer des 19. Jahrhunderts wollte "Bildung für alle" als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und schuf in Deutschland das allgemeine Schulwesen. Sein lange unerfülltes Ideal: Wer gut ist, kommt weiter, egal, wo er herkommt. Diese Demokratisierung wird jetzt möglich. Dank digitaler Hilfsmittel erhalten bisher Abgehängte Zugang zu günstiger und personalisierter Bildung, Können wird wichtiger als Herkunft oder Titel. [...]
Jeder hier brauchte eigentlich seinen auf ihn persönlich zugeschnittenen Unterricht. Seit vier Jahren bekommen alle Schüler genau das. New Classrooms heißt das Konzept, das auf digitalisierte Lerneinheiten statt Frontalunterricht setzt, um jeden bei seinem Wissensniveau abzuholen. In einem riesigen Raum, der sich über ein ganzes Stockwerk erstreckt, lernen etwa neunzig Schüler Mathe an wechselnden Stationen: Die einen schauen Videos, die anderen nutzen Lernsoftware, andere arbeiten in Gruppen oder sprechen mit dem Lehrer. Das Besondere ist allerdings nicht, wie vielfältig die Lernmethoden sind, sondern die automatisierte Personalisierung: Am Ende eines Tages legt jeder Schüler einen kurzen Onlinetest ab. So kann ein Zentralcomputer in Manhattan über Nacht errechnen, welcher Schüler noch nacharbeiten muss und welche Methode die beste dafür ist. Daraus entsteht ein individueller Lernplan für den nächsten Tag, den die Schüler morgens über große Monitore an den Wänden erfahren. Die Technik macht den Lehrer hier nicht überflüssig, sie verändert aber seine Rolle: vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter."
Ich zweifle daran, ob die Verfasser jemals einen MOOC und im Vergleich dazu einen cMOOC mitgemacht, dass sie ein Barcamp mitgestaltet haben. Zu Recht?
*Georg Forsters Vater hat (ähnlich wie und anders als Martin) für seinen Sohn ungewöhnlich anregende Lernsituationen geschaffen. Nur weil Georg schon als Vierzehnjähriger sich intensiv in die deutsche, die russische und die englische Kultur eingelebt hatte, konnte er als Siebzehnjähriger die Weltreise dafür nutzen, Ethnologe zu werden. - Freilich James Cook war dabei als Lehrmeister unersetzlich. Denn einerseits schuf er als erfolgreicher Weltumsegler auf seiner zweiten Weltreise Lernsituationen, wie sie damals kein anderer bieten konnte, andererseits ist kaum vorstellbar, dass Georg (und sei es auch nur durch Vermittlung seines Vaters) nicht vom Wissen Cooks profitiert hat. Sein Aufsatz über Cook zeugt jedenfalls davon, dass er sich bewusst war, mit welcher Ausnahmepersönlichkeit er da unterwegs war.
vergleiche auch:
Es ist schon in dem gegensätzlichen Ansatz von Platon und Aristoteles vorgebildet: Platon, der den Lehrer für so wichtig hält, dass er seine gesamte Philosophie seinem Lehrer Sokrates in den Mund legt, so dass wir die Mühe haben, zu unterscheiden: wo spricht Platon und wo spricht Sokrates?
Und andererseits Aristoteles, der die Erfahrungswelt betrachtet und sie zu ordnen und verstehen sucht.
Platon kommt zum Ergebnis, dass Philosophen die Könige sein sollten (vgl. dazu Poppers Kritik, der Platon totalitäre Züge unterstellt), und Aristoteles schließt, dass Sklaven keine Menschen sind, weil ihnen die Freiheit nicht über alles geht.
Ein ähnlich unterschiedliches Paar finden wir an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Wilhelm von Humboldt und Georg Forster. Wilhelm kennt schon als Kind keine größere Freude, als die alten Griechen zu studieren, Georg, den sein Vater erst nach Russland und dann nach England mitnimmt, übersetzt als Dreizehnjähriger Lomonossows Kurze Russische Geschichte vom Russischen ins Englische, was "in wissenschaftlichen Kreisen lobende Anerkennung fand" (Wikipedia), und segelt als Siebzehnjähriger mit James Cook um die Welt und begründet bei dieser Gelegenheit die deutsche Ethnologie. Ja, er "verirrt" sich als revolutionärer deutscher Jakobiner so weit in die Praxis, dass er in der Zeit des beginnenden Terreur in Paris stirbt (freilich nicht unter der Guillotine, sondern an Lungenentzündung).
Alexander von Humboldt nimmt sich nicht seinen großen Bruder Wilhelm zum Vorbild, sondern Georg Forster, den er auf seiner Reise an den Niederrhein, Frankreich und England begleitet und dann seinen großen Lehrer nennt. Wilhelm vertieft sich in die Sprachwissenschaft als die Grundlage des Denkens, Alexander studiert Geographie durch Reisen.
Wilhelm von Humboldt betont die Einheit von Forschung und Lehre, Jean-Pol Martin meint man lerne nur recht durch Lehren und lässt sich deshalb in New York von seinen Schülern sagen, was er dort tun soll. Möglich wird das erst durch Telekommunikation, wie überhaupt das Erfahrungslernen im Team, das Martin propagiert, wesentlich von den Möglichkeiten des Internets profitiert.
Freilich - und hier hebt sich der Gegensatz Lernen vom Lehrer und Erfahrungslernen wieder ein Stück auf - er organisiert als Lehrer die Lehrsituationen, an denen die Schüler lernen sollen.*
Eine lange Einleitung für die Vorstellung des Circle, in dem das Leben in der Community der vom Rousseauschen Bildungsideal geprägten Selbstfindung gegenübergestellt wird.
Worauf ich hinaus will, ist, dass es einseitig wäre, Allgemeinbildung unter Berufung auf Bildung zu verdammen oder der Reformpädagogik abzuschwören, weil wir das Internet haben, oder auf digitale Medien zu verzichten, weil wir ohne Lehrer nicht auskommen. Doch dazu mehr bei anderer Gelegenheit.
Hier nur eine Andeutung.
Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt schreiben in ZEIT online unter der Überschrift Humboldt gegen Orwell
"Die Digitalisierung verändert die Bildung so stark wie zuvor nur der Buchdruck und die Schulpflicht. [...]
Humboldt hätte an der Digitalisierung Gefallen gefunden. Der große Reformer des 19. Jahrhunderts wollte "Bildung für alle" als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und schuf in Deutschland das allgemeine Schulwesen. Sein lange unerfülltes Ideal: Wer gut ist, kommt weiter, egal, wo er herkommt. Diese Demokratisierung wird jetzt möglich. Dank digitaler Hilfsmittel erhalten bisher Abgehängte Zugang zu günstiger und personalisierter Bildung, Können wird wichtiger als Herkunft oder Titel. [...]
Jeder hier brauchte eigentlich seinen auf ihn persönlich zugeschnittenen Unterricht. Seit vier Jahren bekommen alle Schüler genau das. New Classrooms heißt das Konzept, das auf digitalisierte Lerneinheiten statt Frontalunterricht setzt, um jeden bei seinem Wissensniveau abzuholen. In einem riesigen Raum, der sich über ein ganzes Stockwerk erstreckt, lernen etwa neunzig Schüler Mathe an wechselnden Stationen: Die einen schauen Videos, die anderen nutzen Lernsoftware, andere arbeiten in Gruppen oder sprechen mit dem Lehrer. Das Besondere ist allerdings nicht, wie vielfältig die Lernmethoden sind, sondern die automatisierte Personalisierung: Am Ende eines Tages legt jeder Schüler einen kurzen Onlinetest ab. So kann ein Zentralcomputer in Manhattan über Nacht errechnen, welcher Schüler noch nacharbeiten muss und welche Methode die beste dafür ist. Daraus entsteht ein individueller Lernplan für den nächsten Tag, den die Schüler morgens über große Monitore an den Wänden erfahren. Die Technik macht den Lehrer hier nicht überflüssig, sie verändert aber seine Rolle: vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter."
Ich zweifle daran, ob die Verfasser jemals einen MOOC und im Vergleich dazu einen cMOOC mitgemacht, dass sie ein Barcamp mitgestaltet haben. Zu Recht?
*Georg Forsters Vater hat (ähnlich wie und anders als Martin) für seinen Sohn ungewöhnlich anregende Lernsituationen geschaffen. Nur weil Georg schon als Vierzehnjähriger sich intensiv in die deutsche, die russische und die englische Kultur eingelebt hatte, konnte er als Siebzehnjähriger die Weltreise dafür nutzen, Ethnologe zu werden. - Freilich James Cook war dabei als Lehrmeister unersetzlich. Denn einerseits schuf er als erfolgreicher Weltumsegler auf seiner zweiten Weltreise Lernsituationen, wie sie damals kein anderer bieten konnte, andererseits ist kaum vorstellbar, dass Georg (und sei es auch nur durch Vermittlung seines Vaters) nicht vom Wissen Cooks profitiert hat. Sein Aufsatz über Cook zeugt jedenfalls davon, dass er sich bewusst war, mit welcher Ausnahmepersönlichkeit er da unterwegs war.
vergleiche auch:
„Lehrer oder Lernbegleiter: Kontrollverlust als Programm“ #EDchatDE
6.6.15
Kann sich der Einsatz digitaler Medien im Unterricht positiv auf das Lernen der Schüler auswirken?
Da ich von Christian Ebel zu einer Blogparade mit dem oben genannten Titel eingeladen worden bin, will ich gern etwas dazu schreiben, auch wenn ich für die Beantwortung der Frage nur bedingt geeignet bin.
Vor allem will ich gern dazu beitragen, dass diese Blogparade noch besser bekannt wird.
Aber ich habe auch einige positive Erfahrungen gemacht. Die beziehen sich freilich nur auf gut zwei Schuljahre, und die liegen lange zurück (2005/06 und 2006/07).
Was sind meine positiven Erfahrungen?
Eine Schülerarbeit aus der 8. Klasse, die ich damals ins Netz gestellt habe, ist inzwischen über 98 000 mal abgerufen worden.
Aus der Arbeit einer 11. Klasse ist ein Wikipediaartikel entstanden, der in den letzten 90 Tagen über 2000 mal abgerufen worden ist.
Ein Schüler der 13. Klasse, der sich in einer über 100 km entfernten Schule einsam auf seine Abiturprüfung vorbereitete, wurde durch die Arbeiten meiner 13. Klasse angeregt, auch seine Abiturvorbereitungen ins Netz zu stellen.
Für mich persönlich am wichtigsten: Ein Kollege, den nicht nur ich für weit fähiger halte als mich, ließ sich von mir anregen, genauso wie ich mit seiner Klasse im ZUM-Wiki zu arbeiten (dafür gibt es inzwischen die Kurs- und Klassenseiten und zwar über 350). Und er berichtete mir nachher, seine Schüler hätten das als sehr hilfreich empfunden und ihn gefragt, weshalb er das nicht schon früher mit ihnen gemacht habe. (Meine Schüler empfanden die Arbeit im ZUM-Wiki, wenn ich es richtig sehe, eher als eine persönliche Marotte von mir.)
Darüber hinaus kann ich auch sonst vor allem über Unterricht von anderen berichten, den ich im Netz mitverfolgen konnte und der mir sehr imponiert hat. (zum Beispiel: Lernpfade, Romantische Schule)
Daher antworte ich auf die Alternativfrage des Titels: Ja.
Die Fragestellung verdient freilich eine ausführlichere Behandlung.
Statt dessen zunächst einmal ein paar Verweise auf andere Beiträge zur Blogparade, auch wenn ich gegenwärtig außerstande bin, sie vollständig mitzuverfolgen. (Wichtiger als mein Beitrag ist alles hier Genannte.)
Darüber hinaus kann ich auch sonst vor allem über Unterricht von anderen berichten, den ich im Netz mitverfolgen konnte und der mir sehr imponiert hat. (zum Beispiel: Lernpfade, Romantische Schule)
Daher antworte ich auf die Alternativfrage des Titels: Ja.
Die Fragestellung verdient freilich eine ausführlichere Behandlung.
Im Augenblick lässt es aber meine Arbeitssituation nicht zu, die verschiedenen Positionen gegeneinander abzuwägen. Daher belasse ich es vorerst bei diesem Erfahrungsbericht, füge aber einige ergänzende Berichte und Stellungnahmen hinzu.
Ich behalte mir vor, auf das Thema zurückzukommen, wenn meine Voraussetzungen wieder günstiger sind.
Statt dessen zunächst einmal ein paar Verweise auf andere Beiträge zur Blogparade, auch wenn ich gegenwärtig außerstande bin, sie vollständig mitzuverfolgen. (Wichtiger als mein Beitrag ist alles hier Genannte.)
Dazu:
Ein Beitrag von Andreas Kalt, der die Frage vorbildlich umfassend angeht:
Mit digitalen Medien besser lernen? Mein Beitrag zur Blogparade
darin u.a.:
"Durch die gemeinsamen Notizen der Schüler bekomme ich einen Einblick in deren inhaltliches Verständnis der Unterrichtsthemen, aber auch in ihre methodischen Fähigkeiten (zusammenfassen, formulieren, strukturieren etc.), so dass ich regelmäßig Wiki-Beispiele im Unterricht bespreche, um unklare Punkte auszuräumen oder besonders gute Aspekte hervorzuheben.
Das Wiki ist unser gemeinsam geführtes Heft, jedem Schüler steht es frei, auch seine persönlichen Notizen aus dem Unterricht auf einer persönlichen Seite im Wiki zu schreiben oder parallel ein Papierheft zu führen."
Karl Kirst:
Haben digitale Medien einen Mehrwert für das schulische Lernen?
"Die Frage setzt voraus, dass bekannt ist, was »schulisches Lernen« ist. Damit wird davon ausgegangen, dass sie nur im Rahmen eines schulischen Settings beantwortet werden kann, das mit bestimmten Annahmen gekoppelt ist, z.B.:"Mit Tablet und Handy wird der Mathematik-Unterricht für die Schüler des Franz-Stock-Gymnasiums in Arnsberg anschaulicher. [...]"
- Das relevante, interessante Lernen ist das schulische.
- Die Rollenverteilung von Lehrkräften und Lernenden ist gegeben.
- Das Schulhaus als Raum mit Klassenzimmern, in denen Präsenzlektionen abgehalten werden, stellt den Lernort dar.
- »Lernen« ist leistungsbezogen: Es führt zu einem Output, der z.B. in Prüfungen messbar ist und zu Abschlüssen und Qualifikationen führt. [...]"
- Eine große Chance sehen wir darin, die knappe Zeit im Plenum sinnvoller und effizienter nutzen zu können, da durch digitale Übungen mit automatisiertem Feedback (z. B.LearningApps, Moodle-Tests, …) ineffektive (da kaum individualisierte) Vergleichs- und Sicherungsphasen gespart werden können (z. B. zähe Übersetzungsvergleiche im Lateinunterricht: http://www.dgipad.net/blog/2014/12/5/bersetzungsarbeit-mit-baiboard).
- Größere Transparenz und Interaktion: [...]
"[...] ging es darum, dass die SuS eines Grundkurses Geschichte ihre schriftlichen Quellenanalysen ins Blog stellen sollten. Alle SuS hatten dann im Rahmen einer Arbeitsphase die Aufgabe, in Partnerarbeit mindestens drei andere Analysen zu kommentieren, positive sowie negative Aspekte herauszustellen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Der Grund für dieses Herangehensweise war, dass ich es in meinem normalen Unterricht niemals schaffe, alle Übungstexte eines kompletten Kurses durchzulesen und sinnvoll zu kommentieren (weshalb man ja auch schon in der analogen Welt dazu übergeht, sogenannte „Schreibkonferenzen“ abzuhalten). Diese Situation empfinde ich bis heute als sehr unbefriedigend, weil ich ja gerne sowohl den ganz schwachen SuS Unterstützung bieten möchte, aber auch den Schülerinnen und Schülern, die schon ganz ordentliche Texte schreiben. Selbst den besten Schülern kann man immer einen Tipp zur Verbesserung oder Optimierung auf den Weg geben. [...]"https://cspannagel.wordpress.com/2015/06/14/danke-digitalfoto/
http://www.rete-mirabile.net/lernen/blogparade-digitale-medien/
Warum digitale Medien nutzen? http://frauschuetze.de/?p=6799 25.7.2015
Andererseits eine Gegenposition:
"Immer öfter vernimmt man ernüchternde Berichte über die Erfolge der digitalen Bildungsformate. Studenten brechen diese Veranstaltungen ab bzw. nutzen die Angebote zu selten.
Zuletzt kam ein Beitrag in einem internationalen Wissenschaftsjournal beispielsweise zu dem Schluss, dass Reiche diese Technologien nicht brauchen werden und Arme zu wenig motiviert sind, diese zu nutzen.
Technologie alleine kann also dieses Problem - so der Autor - nicht beheben. Aber wo liegt denn nun das Problem?
Der Verfasser des Beitrags nannte hier vor allem die fehlende Motivation und Peer Pressure. [...]
Experten-Befragung von Schulleitern zur Nutzung digitaler Medien, 14.7.15In einem Interview aus dem Jahre 1989 antizipierte der berühmte Science Fiction Autor Isaac Asimov nicht nur die Grundzüge des Internets, er war auch überzeugt, dass nun für das Lernen völlig neue Zeiten anbrechen würden.Jeder könne dann direkt auf Wissensquellen zugreifen, Fragen stellen und in seiner Geschwindigkeit ohne standardisierte Curricula lernen, was „einen interessiert".Das klingt natürlich utopisch, aber Asimov hatte wie kein anderer erkannt, dass digitales Lernen auch etwas mit der Wiederentdeckung der Freude am Lernen zu tun haben wird. „Es sei dann" so Asimov „eigentlich egal, welches Thema einen interessiere." Weil der Zugang, wenn er einmal gefunden sei, früher oder später zu einem anderen Themengebieten führe."
Was den Schulleitern grundsätzlich Sorgen bereitet, sind die verschiedenen Formen des Mobbings in sozialen Medien wie z.B. WhatsApp, Instagram und Snapchat: Die reichen vom harmlosen Bloßstellen bis zur bösartigen Verleumdung – oftmals auch von Schülern außerhalb der eigenen Schule. Nachdem vor einigen Jahren auch manche Lehrer zur Zielscheibe negativer Äußerungen im Web wurden, leiden heute vor allem die Schüler selbst darunter. [...] Obwohl die Kollegen nach Beobachtung der Schulleiter im Privatleben selbstverständlich digitale Medien nutzen, sind sie bei deren Verwendung im Lehr- und Lernkontext häufig unsicher – insbesondere wenn es um Social Media wie Facebook, WhatsApp oder Snapchat geht. Eine systematische Qualifizierung für Lehrer wäre sicherlich hilfreich. [...] So lässt sich zusammenfassend feststellen, dass unzureichende Lehrerfortbildung, fehlende didaktische Konzepte, Vorbehalte und Bedenken seitens der – nicht nur älteren – Lehrerschaft sowie ungenügende Finanzierungsmöglichkeiten für Betrieb, Support und Lernsoftware die derzeit größten Herausforderungen in Sachen Digitale Schule darstellen. Auf der anderen Seite stehen große Hoffnungen und Erwartungen mit Blick auf einen modernen und motivierenden digitalen Unterricht [...]
Die Schule probt den digitalen Hochsprung FAZ, 24.7.2015
In der Debatte um digitale Bildung arbeiten sich beide Seiten an Karikaturen ihrer Gegenspieler ab. Und im Hintergrund lauert das große Geschäft. 23.07.2015, von F. KÜCHEMANN
[...] Die Schulforscherin Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn, mit Bos zusammen Leiterin der nationalen Erhebung besagter ICILS-Studie, stellte im Gespräch mit dieser Zeitung fest, „dass wir in Deutschland gerade ein Drittel der Schüler auf dem Weg in die Informations- und Wissensgesellschaft vollkommen verlieren und dass wir uns den Luxus erlauben, das Potential einer ganzen Schülergeneration zu vergeuden“. Diejenigen Lehrer, die gern neue Technologien nutzen wollten, fänden im Moment nicht die geeigneten Rahmenbedingungen vor, die modernes Lehren und Lernen überhaupt ermöglichten. Und annähernd dreißig Prozent der in Deutschland befragten Lehrer fänden der Studie zufolge gar, ihre Schüler würden durch den Einsatz digitaler Medien vom Lernen abgelenkt.
Eine Meinung, die leicht angestaubt wirkt. Dabei gibt es für sie durchaus zeitgemäße Argumente - aus der Hirnforschung, der Entwicklungs- und der Motivationspsychologie zum Beispiel, wie Gerald Lembke und Ingo Leipner in ihrem Buch „Die Lüge der digitalen Bildung“ (Redline Wirtschaft, München 2015) ausführen. „Digitale Medien stressen (...) erheblich den Arbeitsspeicher des Stirnhirns“, postulieren sie, „weil sie ihn gleichzeitig mit zu vielen Reizen bombardieren. Dadurch erlahmt unmerklich die Konzentration - und auch die willentliche Bereitschaft schwindet, die neuen Lerninhalte mit vorhandenem Wissen zu kombinieren.“ [...]
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11.2.15
Aus dem Krankenhaus zurück
Verschiedene Welten
Innenwelt des Patienten, seine Außenwelt im Krankenhaus, sein Zuhause, sein persönliches Umfeld, das große gesellschaftliche Umfeld
Vermittler zwischen den Welten
das Krankenhauspersonal, Angehörige, weitere Außenkontakte, Medien
Eindrucksvoll, wie gute über Fernsehen, auch bei geringer Aufmerksamkeit des Patienten der Kontakt zum großen gesellschaftlichen Umfeld hergestellt werden kann, da dieser ohnehin nur medial vermittelt ist.
Nie hätte ich zu Hause die Merkel-Hollande-Mission mit ihren ständig wiederholten Minimalinformationen und den substanzlosen Spekulationen so genau mitverfolgt wie im Krankenhaus.
Dabei habe ich über die Ausschnitte aus der Münchner Sicherheitskonferenz sogar ein neues Verständnis dieser Veranstaltung gewonnen.
Innenwelt des Patienten, seine Außenwelt im Krankenhaus, sein Zuhause, sein persönliches Umfeld, das große gesellschaftliche Umfeld
Vermittler zwischen den Welten
das Krankenhauspersonal, Angehörige, weitere Außenkontakte, Medien
Eindrucksvoll, wie gute über Fernsehen, auch bei geringer Aufmerksamkeit des Patienten der Kontakt zum großen gesellschaftlichen Umfeld hergestellt werden kann, da dieser ohnehin nur medial vermittelt ist.
Nie hätte ich zu Hause die Merkel-Hollande-Mission mit ihren ständig wiederholten Minimalinformationen und den substanzlosen Spekulationen so genau mitverfolgt wie im Krankenhaus.
Dabei habe ich über die Ausschnitte aus der Münchner Sicherheitskonferenz sogar ein neues Verständnis dieser Veranstaltung gewonnen.
19.11.13
Georg Büchner und Edward Snowden
Wer aktiv versucht, die Vorrechte der Herrschenden einzugrenzen oder gar zu beschneiden, der bekommt die Machtmittel der Herrschenden zu spüren, wenn er nicht einen sehr sehr langen Löffel hat.
Insofern haben die Fälle Büchner und Snowden strukturelle Ähnlichkeiten. (Darüber habe ich in diesem Blog und anderswo geschrieben.)
Dankenswerterweise hat Jan-Christoph Hauschild in seiner Arbeit Georg Büchner - Verschwörung für die Gleichheit (2013) auch über eine Ähnlichkeit geschrieben, auf die ich noch nicht eingegangen bin. Er schreibt:
Aber nicht nur Snowden hat wie Büchner heute eine "multiple Existenz". Seine Antagonisten sind in gewaltiger Überzahl. Und sie sind in unsere Kommunikation eingedrungen wie Viren in Computer, um uns ihnen dienstbar zu machen.
Wenn Hauschild für die fortwirkenden Gedanken und Intentionen Büchners das Wort Viren gebraucht, so gewiss, weil es zu Büchners Profession als Biologe und Mediziner passt. Gut denkbar, dass er dabei auch an Computerviren gedacht hat, vermutlich aber noch nicht so sehr an die NSA. In einer Weise stimmt der Vergleich zwischen Büchner und Geheimdiensten aber ohnehin nicht. Zwar haben sie, wie gesagt, eine "multiple Existenz", doch ortlos sind sie mitnichten. Ihre Antennen finden sich traditionell in den Botschaften oder - etwas abgelegener von den Schaltzentralen der Macht - in gigantischer Größe und mit zahlreichem Personal in den Abhörzentren. Was machen sie mit uns?
Wenn wir es wissen, ist es nicht notwendigerweise zu spät. Angesteckt vom Büchner-Virus könnten wir uns wehren. So wie Snowden sich gewehrt hat.
Hauschild schreibt über Büchner auch:
Insofern haben die Fälle Büchner und Snowden strukturelle Ähnlichkeiten. (Darüber habe ich in diesem Blog und anderswo geschrieben.)
Dankenswerterweise hat Jan-Christoph Hauschild in seiner Arbeit Georg Büchner - Verschwörung für die Gleichheit (2013) auch über eine Ähnlichkeit geschrieben, auf die ich noch nicht eingegangen bin. Er schreibt:
In gewisser Weise ist Büchner also lebendiger als viele, die unter uns weilen. [...] Längst führt Büchner eine multible Existenz; er ist ortlos, wie ein Virus. Viren aber, man weiß es, sind unberechenbar: Sie werden von Mensch zu Mensch übertragen, verbreiten sich mit epidemischer Geschwindigkeit und machen an keinen Ländergrenzen halt. [...]Was macht das Büchner-Virus mit uns? Wenn wir es wissen, wird es zu spät sein. (S.338)Snowden lebt an einem unbekannten Ort, er ist weitgehend abgeschnitten von öffentlichen Medien, was er wir von ihm erfahren, ist strenger Kontrolle unterworfen. Doch er hat das als mögliche Zukunft vorausgesehen und seine Botschaft mit dem entsprechenden Material an andere weitergegeben, die sie verbreiten können. So ist seine Botschaft um die Welt gegangen, obwohl er - unfreiwillig - in der Macht eines Diktators ist.
Aber nicht nur Snowden hat wie Büchner heute eine "multiple Existenz". Seine Antagonisten sind in gewaltiger Überzahl. Und sie sind in unsere Kommunikation eingedrungen wie Viren in Computer, um uns ihnen dienstbar zu machen.
Wenn Hauschild für die fortwirkenden Gedanken und Intentionen Büchners das Wort Viren gebraucht, so gewiss, weil es zu Büchners Profession als Biologe und Mediziner passt. Gut denkbar, dass er dabei auch an Computerviren gedacht hat, vermutlich aber noch nicht so sehr an die NSA. In einer Weise stimmt der Vergleich zwischen Büchner und Geheimdiensten aber ohnehin nicht. Zwar haben sie, wie gesagt, eine "multiple Existenz", doch ortlos sind sie mitnichten. Ihre Antennen finden sich traditionell in den Botschaften oder - etwas abgelegener von den Schaltzentralen der Macht - in gigantischer Größe und mit zahlreichem Personal in den Abhörzentren. Was machen sie mit uns?
Wenn wir es wissen, ist es nicht notwendigerweise zu spät. Angesteckt vom Büchner-Virus könnten wir uns wehren. So wie Snowden sich gewehrt hat.
Hauschild schreibt über Büchner auch:
In den Durchsetzungsmöglichkeiten seiner politischen [...] Ideen hat sich Büchner gewaltig getäuscht. [...] Misst man das subjektiv Gewallte am objektiv Erreichten, erscheint die Frühgeschichte der sozialen Bewegung [...] kaum anders als eine Kette von Misserfolgen. (S.333)Doch nach all diesen Misserfolgen hat sich die Welt verändert. Zwar nicht nur zum Guten, aber auch nicht nur zum Schlechten.
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4.12.11
Mediennutzung durch Jugendliche
Der Lehrerfreund macht auf die JIM Studie 2011 aufmerksam, die über die Mediennutzung von Jugendlichen informiert.
Wie immer kann man die Umfrageergebnisse auch etwas anders interpretieren, als es in der Studie geschieht, aussagekräftig aber sind sie dennoch.
Wie immer kann man die Umfrageergebnisse auch etwas anders interpretieren, als es in der Studie geschieht, aussagekräftig aber sind sie dennoch.
29.4.11
OpenCourse 2011
Ich möchte auf OpenCourse 2011 aufmerksam machen, eine Internetveranstaltung, die von der Uni Frankfurt ausgeht und sich folgende Ziele gesetzt hat:
Blick auf Lernen in der Mediengesellschaft
Möglichkeiten
und Gefahren/Herausforderungen
Alles Weitere findet sich dort und unter dem Twitteraccount http://twitter.com/#!/search/opco11
Die Video-Streaming-Plattform findet sich hier: http://www.ustream.tv/channel/opco11
Da ich einen Teil der Beteiligten kenne, verspreche ich mir anregende Beiträge. Wie weit ich mich an der Diskussion beteiligen kann, übersehe ich bisher noch nicht.
Zwar habe ich schon vor zwei Jahren mein medienpädagogisches Konzept formuliert und so einige Artikel zu Lernen 2.0 und Web 2.0 geschrieben. Ich hoffe, dass ich angeregt werde, umzudenken und neue Positionen einzunehmen.
Blick auf Lernen in der Mediengesellschaft
Möglichkeiten
und Gefahren/Herausforderungen
Alles Weitere findet sich dort und unter dem Twitteraccount http://twitter.com/#!/search/opco11
Die Video-Streaming-Plattform findet sich hier: http://www.ustream.tv/channel/opco11
Da ich einen Teil der Beteiligten kenne, verspreche ich mir anregende Beiträge. Wie weit ich mich an der Diskussion beteiligen kann, übersehe ich bisher noch nicht.
Zwar habe ich schon vor zwei Jahren mein medienpädagogisches Konzept formuliert und so einige Artikel zu Lernen 2.0 und Web 2.0 geschrieben. Ich hoffe, dass ich angeregt werde, umzudenken und neue Positionen einzunehmen.
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2.12.09
Zeitungssterben - muss das sein?
"Springer wartete 60 Jahre lang darauf, dass die Welt rentabel würde." So heißt es in der ZEIT vom 26.11.09 auf S.25 unter der Überschrift Deutschland, entblättert.
Axel Springer verdiente sein Geld u.a. mit Bild, leistete sich aber den kostspieligen "Luxus" auch mit einer anspruchsvolleren Zeitung Meinung zu machen. Heute steht eine der angesehensten und beliebtesten deutschen Zeitungen, die Süddeutsche Zeitung, die noch vor zwei Jahren 53 Millionen (Vorsteuer-)Gewinn machte, vor der Notwendigkeit, radikal zu sparen, weil ihre Käufer sich mit dem hohen Kredit für den Einkaufspreis von 600 Millionen verspekuliert haben und in zwei Jahren 230 Millionen zurückzuzahlen versuchen.
Die online-Ausgaben der Zeitungen sind weitgehend kostenlos.
Vernichtet das Internet Verdienstmöglichkeiten bei gedruckten Medien?
Axel Springer verdiente sein Geld u.a. mit Bild, leistete sich aber den kostspieligen "Luxus" auch mit einer anspruchsvolleren Zeitung Meinung zu machen. Heute steht eine der angesehensten und beliebtesten deutschen Zeitungen, die Süddeutsche Zeitung, die noch vor zwei Jahren 53 Millionen (Vorsteuer-)Gewinn machte, vor der Notwendigkeit, radikal zu sparen, weil ihre Käufer sich mit dem hohen Kredit für den Einkaufspreis von 600 Millionen verspekuliert haben und in zwei Jahren 230 Millionen zurückzuzahlen versuchen.
Die online-Ausgaben der Zeitungen sind weitgehend kostenlos.
Vernichtet das Internet Verdienstmöglichkeiten bei gedruckten Medien?
13.11.09
Links
Für spontane Präsentationen die 2-5-1-Methode
Über häusliche Gewalt und die Hilfsorganisation Refuge im Guardian vom 27.11.09
Associated Press wehrt sich gegen die Verlinkung seiner Nachrichten
Schirrmacher über die Überforderung der Menschen durch das Internet
Seit 1973 wurden 6 Millionen Bilder von Jesu Mafa verschickt, die das Leben Jesu an die afrikanische Kultur angepasst darstellen.
Bischof Enrique Figaredo von Battambang in Kambodscha bezeichnet Rollstühle als das achte Sakrament, weil sie Landminenopfern helfen. Kamboscha hat weltweit die meisten Landminenopfer.
Streikwiki der PH Ludwigsburg
Streikblog PH Ludwigsburg
Zahl der pensionierten Lehrer steigt von Jahr zu Jahr (Lehrerfreund)
Datenmanipulation von Klimaforschern?
Geheimbericht über Irakinvasion
US-Präsident antwortet kubanischer Bloggerin (hier zum Blog)
Monira Rahmans Einsatz für die Opfer von Säureattentaten
Katrin Hartmann: Ende der Märchenstunde (Kritik an der Vermarktung des Bio-Gedankens)
Die russisch-orthodoxe Kirche beendet die Zusammenarbeit mit der EKD (Begründung: Geschiedene Frau als Ratsvorsitzende der EKD für sie nicht tolerierbar)
Offenbar haben die Kirchen noch nicht so zueinander gefunden, wie wir gehofft hatten.
Über häusliche Gewalt und die Hilfsorganisation Refuge im Guardian vom 27.11.09
Associated Press wehrt sich gegen die Verlinkung seiner Nachrichten
Schirrmacher über die Überforderung der Menschen durch das Internet
Seit 1973 wurden 6 Millionen Bilder von Jesu Mafa verschickt, die das Leben Jesu an die afrikanische Kultur angepasst darstellen.
Bischof Enrique Figaredo von Battambang in Kambodscha bezeichnet Rollstühle als das achte Sakrament, weil sie Landminenopfern helfen. Kamboscha hat weltweit die meisten Landminenopfer.
Streikwiki der PH Ludwigsburg
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Zahl der pensionierten Lehrer steigt von Jahr zu Jahr (Lehrerfreund)
Datenmanipulation von Klimaforschern?
Geheimbericht über Irakinvasion
US-Präsident antwortet kubanischer Bloggerin (hier zum Blog)
Monira Rahmans Einsatz für die Opfer von Säureattentaten
Katrin Hartmann: Ende der Märchenstunde (Kritik an der Vermarktung des Bio-Gedankens)
Die russisch-orthodoxe Kirche beendet die Zusammenarbeit mit der EKD (Begründung: Geschiedene Frau als Ratsvorsitzende der EKD für sie nicht tolerierbar)
Offenbar haben die Kirchen noch nicht so zueinander gefunden, wie wir gehofft hatten.
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Obama,
Ökumene,
Präsentation,
Rollstuhl,
Säureattentate,
Studentenstreik
23.10.09
Die deutsche Blogosphäre
Der sogenannte Qualitätsjournalismus geht wie ein Tsunami über das Land und dann ist das Wasser wieder weg und kommt in den nächsten 12 Jahren nicht mehr wieder. Genau da können Blogs allgemein und auch deutsche Blogs einen Gegenentwurf liefern, indem sie auch und gerade marginale Themen längerfristig und tiefer betrachten.schreibt Jörg Wittkewitz in digital public.de
Den Vorteil von Blogs sieht er darin, dass Einzelthemen längerfristig vertieft behandelt werden könnten.
Außerdem bemerkt er m.E. zu Recht, dass Blogs nicht so sehr der Verständigung unter Freunden dienten. Dafür gebe es sozile Netzwerke.
M.E. dienen Blogs der Selbstreflexion, zu der man aber gern andere einlädt.
Robert Basic lobt die Vernetzungsmöglichkeiten
Gerade die Vernetzungssystematik ist eines der herausragendsten Kulturmerkmale der Blogs. Manch einer spricht davon, dass Blogs nur eine Technik seien, ein simples CMS, doch verkennt und vergisst man dabei nur zu schnell um die innewohnenden Kulturtechniken, die sich mit der technologischen Weiterentwicklung der Blogs (ausgehend von den ersten Blog-Systemen) entwickelt haben. Bessere Mensch-Vernetzungs-Maschinerien wird man draußen im Netz kaum finden ...
Er erhält eine sehr positive Reaktion eines Fernsehredakteurs und berichtet über die Möglichkeiten von Bloggern, gemeinsam zu recherchieren. Eine gute Ergänzung seines Beitrages bieten die Reaktionen auf seinen Beitrag, die er hier gesammelt hat.
18.10.09
Aktuelle Links
Schillers Kunstphilosophie besprochen in der SZ
Robert Basic über die soziale Funktion von Blogs als Menschenvernetzungsmaschinen
Einmal mehr: Das Netz vergisst nichts (FAZ)
Bildung hacken: Überblick (weblearn-Wiki) Einzeläußerungen (etherpad)
Wikipedia, Relevanzkriterien, Löschdiskussionen, fefes Blog und Kampf gegen Zensur im Internet
Stasi 2.0 In diesem Wikipediaartikel wird über die sehr zweifelhafte Praxis von Gegnern von online-Computerdurchsuchungen und Internetzensur berichtet, die solches Vorgehen und das Bild des gegenwärtigen Finanzministers mit Stasimethoden in Verbindung bringen. Dagegen scheint mir der Bundestrojaner eine gelungene Art von Kritik.
Abmahnungen
Presserechtsblogbeitrag von Thomas Schwenke
Der Pressekodex im Wortlaut.
"Loch in der Wand" - ein Computer unterrichtet 300 indische Kinder (mit ersten Kommentaren)
Kant, Web 2.0 und Kritik an Abmahnungen
Es gibt kein Rezept für gehirngerechtes Lernen
Schule reformieren genügt nicht. Man muss sie transformieren, sagt Lisa Rosa.
Digitale Medien helfen nicht gegen die gegenwärtigen Probleme der Schule
Verhaltensregeln für Neuronen (über die normative Funktion der Neuronenmetapher)
Aufstellung über "die 50 einflussreichsten englischsprachigen Blogger" nach income diary von Thilo Bonow
(was immer most influential nach Th. Bonow heißen mag)
Bis jetzt mein Favorit aus der Liste: huffington post
Links zu Politik u. Medien
Lernen und Vergessen
eines Tages: Abschied vom Quellekatalog u.a.
weniger aktuell, aber ziemlich einmalig: Spaziergang unter dem Eis der Losse
Robert Basic über die soziale Funktion von Blogs als Menschenvernetzungsmaschinen
Einmal mehr: Das Netz vergisst nichts (FAZ)
Bildung hacken: Überblick (weblearn-Wiki) Einzeläußerungen (etherpad)
Wikipedia, Relevanzkriterien, Löschdiskussionen, fefes Blog und Kampf gegen Zensur im Internet
Stasi 2.0 In diesem Wikipediaartikel wird über die sehr zweifelhafte Praxis von Gegnern von online-Computerdurchsuchungen und Internetzensur berichtet, die solches Vorgehen und das Bild des gegenwärtigen Finanzministers mit Stasimethoden in Verbindung bringen. Dagegen scheint mir der Bundestrojaner eine gelungene Art von Kritik.
Abmahnungen
Presserechtsblogbeitrag von Thomas Schwenke
Der Pressekodex im Wortlaut.
"Loch in der Wand" - ein Computer unterrichtet 300 indische Kinder (mit ersten Kommentaren)
Kant, Web 2.0 und Kritik an Abmahnungen
Es gibt kein Rezept für gehirngerechtes Lernen
Schule reformieren genügt nicht. Man muss sie transformieren, sagt Lisa Rosa.
Digitale Medien helfen nicht gegen die gegenwärtigen Probleme der Schule
Verhaltensregeln für Neuronen (über die normative Funktion der Neuronenmetapher)
Aufstellung über "die 50 einflussreichsten englischsprachigen Blogger" nach income diary von Thilo Bonow
(was immer most influential nach Th. Bonow heißen mag)
Bis jetzt mein Favorit aus der Liste: huffington post
Links zu Politik u. Medien
Lernen und Vergessen
eines Tages: Abschied vom Quellekatalog u.a.
weniger aktuell, aber ziemlich einmalig: Spaziergang unter dem Eis der Losse
29.7.09
SMS ein Gesundheitsproblem?
Einem Bericht der New York Times zufolge hat das Schreiben von SMS in den USA, da es kostenlos geworden ist, im letzten Jahr bei Teenagern so zugenommen, dass sie jetzt im Durchschnitt monatlich 2 272 Botschaften senden und empfangen, das bedeutet 80 pro Tag.
Da es üblich ist, sofort zu antworten, schafft das eine gewaltige Unruhe. Die meisten Jugendlichen stellen das Handy nämlich praktisch nie aus, und viele sind auch nach dem Schlafengehen noch darauf eingestellt, auf eine eintreffende SMS zu reagieren. Als ein Reporter berichtete, dass eine 13jährige über 14 000 Botschaften im Monat erhielt, stieg im nächsten Monat die Zahl ihrer Nachrichten auf über 20 000. Die Eltern glaubten, nun müssten sie doch gezwungen eingreifen. Sie führten die Regel ein, dass sie nicht mehr als 5000 SMS im Monat schreiben dürfe (also "nur" 166 pro Tag) und dass sie wochentags zwischen 21:00 und 6:00 keine SMS schreiben dürfe.
Die Tochter Reina ist unzufrieden und meint: "Meine Mutter ist doch selbst ständig mit dem Handy zugange. Da sollte sie mehr Verständnis haben."
Hat Reina Recht?
Da es üblich ist, sofort zu antworten, schafft das eine gewaltige Unruhe. Die meisten Jugendlichen stellen das Handy nämlich praktisch nie aus, und viele sind auch nach dem Schlafengehen noch darauf eingestellt, auf eine eintreffende SMS zu reagieren. Als ein Reporter berichtete, dass eine 13jährige über 14 000 Botschaften im Monat erhielt, stieg im nächsten Monat die Zahl ihrer Nachrichten auf über 20 000. Die Eltern glaubten, nun müssten sie doch gezwungen eingreifen. Sie führten die Regel ein, dass sie nicht mehr als 5000 SMS im Monat schreiben dürfe (also "nur" 166 pro Tag) und dass sie wochentags zwischen 21:00 und 6:00 keine SMS schreiben dürfe.
Die Tochter Reina ist unzufrieden und meint: "Meine Mutter ist doch selbst ständig mit dem Handy zugange. Da sollte sie mehr Verständnis haben."
Hat Reina Recht?
5.5.09
Schüler und Web 2.0
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen hat Jugendliche über die Nutzung des “Social Webs” befragt.
Zur Wikipedia wird berichtet: 85% der Jugendlichen nutzen die Online-Enzyklopädie. Dann heißt es:
Mehr dazu im Wikimedia Blog.
Zur Wikipedia wird berichtet: 85% der Jugendlichen nutzen die Online-Enzyklopädie. Dann heißt es:
Aktive Teilhabe über das Verfassen oder Verbessern von Einträgen bleibt weniger aufgrund von technischen Hürden aus, sondern weil Anmutung und Leitbild den Eindruck vermitteln, dass es sich um ein thematisch umfassendes Lexikon handelt, das von Menschen mit spezialisiertem Wissen bereit gestellt wird. Paradoxerweise wirkt noch verstärkend, dass in (Hoch-)Schulen auf die mangelhafte, zumindest kritisch zu hinterfragende Qualität der Beiträge verwiesen wird und somit ein weiterer Anreiz für die aktive Teilhabe entfällt.
Mehr dazu im Wikimedia Blog.
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introvertierte Schüler,
Medien,
Web 2.0,
Wikipedia
21.4.09
Mein medienpädagogisches Konzept
Bereiche, die m.E. in den bestehenden Lehrplänen angemessen repräsentiert sind, übergehe ich weitgehend, und Schreib- und Leseaufwand nicht unnötig zu erhöhen.
Lehrer sollten recherchieren (d.h. auch im Internet) und korrekt zitieren können sowie eine Textverarbeitung beherrschen. Mathematiklehrer sollten Tabellenkalkulation, ein Datenbankprogramm und eine Software für mathematisches Zeichnen beherrschen.
Allen Lehrern sollte bekannt sein, dass unbezahlt erarbeitete open source Software und Lexika eine hohe Qualität erreichen können, dass aber bei Lexika zwei prinzipielle Schwächen bestehen: Exoten- und Überblicksartikel können von minderer Qualität sein. Exotenartikel, weil sie seltener von Benutzern kontrolliert werden und Überblicksartikel, weil sie einen besonderen Aufwand an Strukturierung erfordern.
Schüler sollten im wesentlichen in folgender Reihenfolge in Medien eingeführt werden: Lesen, Schreiben, Fernsehverarbeitung, Informationsvermittlung, Recherche, Datenschutz (besonders Gefahren von Cybermobbing und Verhaltensüberwachung), Textverarbeitung und mathematisches Zeichnen, Wissenskonstruktion.
An jeder Schule sollten Arbeitsgemeinschaften für Videoerstellung und Textproduktion, insbesondere Blogging und Arbeit mit Wikis angeboten werden.
Entgegen einer Tendenz in Lehrplänen und Praxis sollte Informationsübermittlung sich nicht auf die technische Beherrschung einer marktgängigen Präsentationssoftware beschränken, sondern als Erzählen, Berichten, Erklären und die Organisation des gemeinsamen Erarbeitens von Kenntnissen und Fertigkeiten verstanden werden.
Im Laufe des Curriculums sollte Informationsvermittlung zugunsten von Wissenskonstruktion zurücktreten.
Weil ich sicher bin, Wesentliches übergangen und manches zu einseitig dargestellt zu haben, habe ich dieses Konzept auch auf eine Benutzerunterseite im ZUM-Wiki gestellt, damit die Diskussion nicht nur hier, sondern auch dort auf der Diskussionsseite geführt werden kann und kleinere Änderungen sofort vorgenommen werden können. Bei wesentlichen Abweichungen von meinem Konzept bitte ich, ein eigenes Konzept zu formulieren und es im Artikel Medienpädagogik zu verlinken.
Bei Dotcom finde ich eine Reihe von Beiträgen zum Thema, die ich hiermit verlinken will. Ich befürchte, dass manche glauben, das was im Bereich digitaler Medien gebenwärtig wegen ständiger neuer Handwerkszeuge, Verzeihung: Tools, sinnvoll ist, nämlich die ständige Suchbewegung nach Orientierung in einem sich verändernden Raum, wäre auch die beste Vorbereitung für Kinder, die die Basis, Verzeihung Schlüsselqualifikationen, für Urteils- und Handlungsfähigkeit in der mittleren Zukunft erwerben wollen.
Aber darüber sollte man diskutieren.
Nachtrag: Jedenfalls in Großbritannien werden Kenntnisse des Web 2.0 offenbar als wichtiger angesehen, als sie in meinem Konzept rangieren, oder gilt das nur für eine Gruppe von Kommunikationsspezialisten, die man als einer vertieften naturwissenschaftlichen Ausbildung nicht gewachsen ansieht?
Lehrer sollten recherchieren (d.h. auch im Internet) und korrekt zitieren können sowie eine Textverarbeitung beherrschen. Mathematiklehrer sollten Tabellenkalkulation, ein Datenbankprogramm und eine Software für mathematisches Zeichnen beherrschen.
Allen Lehrern sollte bekannt sein, dass unbezahlt erarbeitete open source Software und Lexika eine hohe Qualität erreichen können, dass aber bei Lexika zwei prinzipielle Schwächen bestehen: Exoten- und Überblicksartikel können von minderer Qualität sein. Exotenartikel, weil sie seltener von Benutzern kontrolliert werden und Überblicksartikel, weil sie einen besonderen Aufwand an Strukturierung erfordern.
Schüler sollten im wesentlichen in folgender Reihenfolge in Medien eingeführt werden: Lesen, Schreiben, Fernsehverarbeitung, Informationsvermittlung, Recherche, Datenschutz (besonders Gefahren von Cybermobbing und Verhaltensüberwachung), Textverarbeitung und mathematisches Zeichnen, Wissenskonstruktion.
An jeder Schule sollten Arbeitsgemeinschaften für Videoerstellung und Textproduktion, insbesondere Blogging und Arbeit mit Wikis angeboten werden.
Entgegen einer Tendenz in Lehrplänen und Praxis sollte Informationsübermittlung sich nicht auf die technische Beherrschung einer marktgängigen Präsentationssoftware beschränken, sondern als Erzählen, Berichten, Erklären und die Organisation des gemeinsamen Erarbeitens von Kenntnissen und Fertigkeiten verstanden werden.
Im Laufe des Curriculums sollte Informationsvermittlung zugunsten von Wissenskonstruktion zurücktreten.
Weil ich sicher bin, Wesentliches übergangen und manches zu einseitig dargestellt zu haben, habe ich dieses Konzept auch auf eine Benutzerunterseite im ZUM-Wiki gestellt, damit die Diskussion nicht nur hier, sondern auch dort auf der Diskussionsseite geführt werden kann und kleinere Änderungen sofort vorgenommen werden können. Bei wesentlichen Abweichungen von meinem Konzept bitte ich, ein eigenes Konzept zu formulieren und es im Artikel Medienpädagogik zu verlinken.
Bei Dotcom finde ich eine Reihe von Beiträgen zum Thema, die ich hiermit verlinken will. Ich befürchte, dass manche glauben, das was im Bereich digitaler Medien gebenwärtig wegen ständiger neuer Handwerkszeuge, Verzeihung: Tools, sinnvoll ist, nämlich die ständige Suchbewegung nach Orientierung in einem sich verändernden Raum, wäre auch die beste Vorbereitung für Kinder, die die Basis, Verzeihung Schlüsselqualifikationen, für Urteils- und Handlungsfähigkeit in der mittleren Zukunft erwerben wollen.
Aber darüber sollte man diskutieren.
Nachtrag: Jedenfalls in Großbritannien werden Kenntnisse des Web 2.0 offenbar als wichtiger angesehen, als sie in meinem Konzept rangieren, oder gilt das nur für eine Gruppe von Kommunikationsspezialisten, die man als einer vertieften naturwissenschaftlichen Ausbildung nicht gewachsen ansieht?
19.4.09
Diskussion zu Medienpädagogik
Meinen vorigen Artikel haben Herr Larbig und Andreas Kalt als Ausgangspunkt für bedenkenswerte Reflexionen genommen, die im ZUM-Wiki beim Artikel Medienpädagogik verlinkt sind und weiter diskutiert werden.
Einen Versuch eine geordnete Stellungnahme zum Medienpädagogischen Manifest zu formulieren, werde ich erst machen, wenn die dortige Diskussion ausgelaufen zu sein scheint.
Inzwischen habe ich mein medienpädagogisches Konzept formuliert.
Einen Versuch eine geordnete Stellungnahme zum Medienpädagogischen Manifest zu formulieren, werde ich erst machen, wenn die dortige Diskussion ausgelaufen zu sein scheint.
Inzwischen habe ich mein medienpädagogisches Konzept formuliert.
17.4.09
Medien im Unterricht
Vornehmlich das Medienpädagogische Manifest und ein Beitrag von Ralf Hilgenstock im Moodle-Blog, auf den ich durch Klaus Dautel bei ZUM-Unity aufmerksam gemacht wurde, veranlassen mich, mich hier etwas grundsätzlicher zu Medien im Unterricht zu äußern.
Das geschieht zunächst relativ ungeordnet. Vielleicht findet sich schon bald Zeit, etwas mehr Ordnung hineinzubringen.
Zum Medienmanifest:
1. Pädagogik im Medienzeitalter ist notwendigerweise u.a. Medienpädagogik. Das gilt aber schon, seit es Bücher gibt.
2. Nicht zufällig werden neuerdings fast nur noch die "neuen Medien", also aufwändige, teure und vom Verschleiß besonders stark betroffene Medien im Zusammenhang mit Medienpädagogik diskutiert. Das liegt im Interesse der entsprechenden Industrie.
3. Ich persönlich nutze Web 2.0 gern und viel. Es hat viele Vorteile, auch für das Lernen, aber auch viele Nachteile. - Doch ohne das Internet hätten sich nie so viele intelligente Menschen darauf eingelassen, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen, wie es inzwischen der Fall war. Ich nenne keine Namen.
4. Mir wäre ein Ausbau der psychologischen Beratung von Schülern, Eltern und Lehrern viel wichtiger als zusätzlicher Aufwand für Medienpädagogik. Es besteht ein ungeheurer Bedarf, und der wird nur zu einem sehr kleinen Teil abgedeckt.
5. Wer Web 2.0 propagiert, sollte zumindest mit den Hauptgedanken der Computerkritik von Joseph Weizenbaum und der Internetkritik von Clifford Stoll vertraut sein.
6. Das Web dient mehr der Informationsbeschaffung als dem Lernen, aber wer keine solide Bildung hat, wird 10 Jahren ohne Nutzung des Internets einen wesentlichen Nachteil gegenüber Benutzern des Internets haben.
Zu den Vorteilen von geschlossenen Lernplattformen gegenüber öffentlichen Blogs und Wikis:
1. Ich sehe nicht ein, weshalb Menschen, die persönlich miteinander kommunizieren können, das über Computer tun sollten.
2. Eine Ausnahme kenne ich. Das gemeinsame Formulieren von Texten gelingt, je größer die Zahl der an der Formulierung Beteiligten ist, am besten über ein Wiki.
3. Personen, die die Tragweite von öffentlichen Äußerungen im Internet nicht einschätzen können, dazu zu veranlassen, sich ungeschützt im Internet zu äußern, halte ich für unverantwortlich.
4. Decknamen und Prüfung der Beiträge vor der Einstellung ins Netz erscheinen mir daher als Mindestvoraussetzung für die Arbeit von Minderjährigen im Netz.
Zu den weiteren Fragen, die Hilgenstock anschneidet, möchte ich mich nicht thesenartig äußern.
Die Wiederholbarkeit ist, wenn die Schüler bessere Netzübersicht haben als der Lehrer, sicher ein Problem. Aber gerade bei Wikis gibt es doch stets die Möglichkeit Kurzfassungen, Kommentare usw. als Aufgabe zu stellen, und die Hoffnung, dass man zu Dürrenmatts Physikern auch mal etwas anderes diskutiert wird als die Phrase "Physiker, aber unschuldig" würde mich beflügeln.
Schon lange hätte ich zu der deutschen Wikipedia gern eine Version in einfachem Deutsch, eine Version für die 6. Klasse, eine für Grundschüler etc. Daran gäbe es für hunderte von Schulen nach jahrelang zu tun, vor allem mit den vielen Diskussionsseiten, auf denen die Lehrer sich streiten und die Schüler schon früh etwas über Falsifizierbarkeit und wertgebundenes Wahrheitsverständnis lernen.
Das geschieht zunächst relativ ungeordnet. Vielleicht findet sich schon bald Zeit, etwas mehr Ordnung hineinzubringen.
Zum Medienmanifest:
1. Pädagogik im Medienzeitalter ist notwendigerweise u.a. Medienpädagogik. Das gilt aber schon, seit es Bücher gibt.
2. Nicht zufällig werden neuerdings fast nur noch die "neuen Medien", also aufwändige, teure und vom Verschleiß besonders stark betroffene Medien im Zusammenhang mit Medienpädagogik diskutiert. Das liegt im Interesse der entsprechenden Industrie.
3. Ich persönlich nutze Web 2.0 gern und viel. Es hat viele Vorteile, auch für das Lernen, aber auch viele Nachteile. - Doch ohne das Internet hätten sich nie so viele intelligente Menschen darauf eingelassen, mich bei meiner Arbeit zu unterstützen, wie es inzwischen der Fall war. Ich nenne keine Namen.
4. Mir wäre ein Ausbau der psychologischen Beratung von Schülern, Eltern und Lehrern viel wichtiger als zusätzlicher Aufwand für Medienpädagogik. Es besteht ein ungeheurer Bedarf, und der wird nur zu einem sehr kleinen Teil abgedeckt.
5. Wer Web 2.0 propagiert, sollte zumindest mit den Hauptgedanken der Computerkritik von Joseph Weizenbaum und der Internetkritik von Clifford Stoll vertraut sein.
6. Das Web dient mehr der Informationsbeschaffung als dem Lernen, aber wer keine solide Bildung hat, wird 10 Jahren ohne Nutzung des Internets einen wesentlichen Nachteil gegenüber Benutzern des Internets haben.
Zu den Vorteilen von geschlossenen Lernplattformen gegenüber öffentlichen Blogs und Wikis:
1. Ich sehe nicht ein, weshalb Menschen, die persönlich miteinander kommunizieren können, das über Computer tun sollten.
2. Eine Ausnahme kenne ich. Das gemeinsame Formulieren von Texten gelingt, je größer die Zahl der an der Formulierung Beteiligten ist, am besten über ein Wiki.
3. Personen, die die Tragweite von öffentlichen Äußerungen im Internet nicht einschätzen können, dazu zu veranlassen, sich ungeschützt im Internet zu äußern, halte ich für unverantwortlich.
4. Decknamen und Prüfung der Beiträge vor der Einstellung ins Netz erscheinen mir daher als Mindestvoraussetzung für die Arbeit von Minderjährigen im Netz.
Zu den weiteren Fragen, die Hilgenstock anschneidet, möchte ich mich nicht thesenartig äußern.
Die Wiederholbarkeit ist, wenn die Schüler bessere Netzübersicht haben als der Lehrer, sicher ein Problem. Aber gerade bei Wikis gibt es doch stets die Möglichkeit Kurzfassungen, Kommentare usw. als Aufgabe zu stellen, und die Hoffnung, dass man zu Dürrenmatts Physikern auch mal etwas anderes diskutiert wird als die Phrase "Physiker, aber unschuldig" würde mich beflügeln.
Schon lange hätte ich zu der deutschen Wikipedia gern eine Version in einfachem Deutsch, eine Version für die 6. Klasse, eine für Grundschüler etc. Daran gäbe es für hunderte von Schulen nach jahrelang zu tun, vor allem mit den vielen Diskussionsseiten, auf denen die Lehrer sich streiten und die Schüler schon früh etwas über Falsifizierbarkeit und wertgebundenes Wahrheitsverständnis lernen.
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