19.3.20

Coronakrise und Schulbildung

Auch ich sehe in der gegenwärtigen gefährlichen Krise für unser gesamtes Gesundheitssystem Chance und Gefahr für unsere Bildung, so wie es sich in zwei sich widersprechenden Artikeln in der ZEIT vom 19.3.2020 widerspiegelt:

Im Unterschied zu den optimistischen Autoren der ZEIT sehe ich diese Entwicklung freilich mehr als jemand, der vor knapp 50 Jahren als Lehrer angefangen hat und seit etwa 15 Jahren mit der Erstellung von OER-Materialien begonnen hat.
In dieser Zeit bin ich zum Schluss gekommen, dass ein Großteil der Schüler (nach meinem Gefühl waren es in meiner Unterrichtszeit wohl über die Hälfte) auf die erfolgreiche Motivation durch ein Gegenüber angewiesen ist. Und besonders sozial benachteiligte Schüler.
Sozial Benachteiligte machen manchmal eine großartige Bildungskarriere, aber fast immer findet sich in ihrem Lebenslauf mindestens eine ganz wichtige Motivatorin.
Nicht selten waren es mehrere.

Und dennoch sehe auch ich in der Krise eine Chance, weil - nach einigem Hin und Her - international erkannt wird: Bei einer bevorstehenden großen Katastrophe hilft jeder Tag früher, an dem energisch gehandelt wird, die kommenden Anstrengungen leichter zu machen.

Doch natürlich ist das eine Vereinfachung. Denn wenn wir die beiden Weltkrisen, in denen wir uns gegenwärtig befinden, vergleichen, gibt es neben manchen Gemeinsamkeiten auch viele Unterschiede. Die herauszufinden, möchte ich alle alle auffordern, die gegenwärtig von ihrer laufenden Arbeit freigesetzt sind.
Hier ist eine Anregung dazu mit manchen Hilfen, manchem Material und vielen offenen Fragen:


25.2.20

Wer sollte bestimmen, was Rassismus ist?

Der folgende ZEIT-Artikel vertritt eine höchst ehrenwerte Position, die man zur Kenntnis nehmen sollte, wenn man meiner Argumentation nicht kritiklos auf den Leim gehen möchte. Ich wiederhole für meine Zwecke aber nicht die gesamte Argumentation, die man nachlesen kann, sondern zitiere hier nur den Schluss, den ich für problematisch halte:
"Selbst der rassistischste AfD-Wähler wird nie die Drohung erfahren, aus diesem Land ausgeschlossen zu werden. Immer werden Politiker der sogenannten Mitte sagen, man muss auch seine Sorgen anhören. Diese Sicherheit des Dazugehörens fehlt Deutschen nichtweißer Hautfarbe. Und wenn wir uns mit unseren Werten ernstnehmen, wenn wir also wollen, dass die Schönheit des ersten Satzes unserer Verfassung zugleich auch eine Wahrheit ist, dann schulden wir es ihnen, diese Sicherheit zu schaffen. Jetzt. Bedingungslos. Für immer." (Rassismus: Bedingungsloses Zuhören)

Meine Behauptung: Wer von Rassismus betroffen ist, merkt es.
Andere können das nicht unmittelbar nachvollziehen, denn menschliche Wahrheit* ist immer subjektiv.*
Wie komme ich darauf?
Ernst Tugendhat hat einmal gesagt: "Auch ein Deutscher muss die Wahrheit sagen dürfen."
Das hielt ich für eine sehr berechtigte Aussage, bis mir auffiel, dass nach dem Holocaust manches, was ich, ein Deutscher, für wahr halte, für einen Holocaustüberlebenden nicht nur grundfalsch sein, sondern eine schwere Verletzung bedeuten kann.
Wahrheit ist also so subjektiv, dass meine Wahrheit zwar sinnvoll in den allgemeinen Diskurs eingebracht werden kann, nicht aber einem Holocaustüberlebenden ins Gesicht gesagt werden kann, ohne ihn tief zu verletzen.

Was hat das mit der Begriffsbestimmung von Rassismus zu tun?
Antisemitismus ist eine Form von Rassismus. Wenn Personen von Antisemitismus betroffen sind, ist das für sie eine schwere Verletzung. Dass sie von Antisemitismus betroffen sind, ist ihre Wahrheit.
Wenn die Regierung Israels als Betroffene bestimmen könnte, was Antisemitismus ist, könnte sie jede Kritik an ihrem Handeln als Antisemitismus bezeichnen und damit die innerisraelische Opposition zu Antisemiten erklären.
Das ist nahe an dem, was gegenwärtig in der Türkei geschieht, wo (weitestgehend) vorurteilsfreie Berichterstattung als Spionage deklariert und als solche bestraft werden kann.

Zu Recht wird der Begriff Rasse als obsolet bezeichnet. Wenn jemand wegen seiner äußerlichen Merkmale abgewertet wird, indem man ihn einer angeblich minderwertigen "Rasse" zuordnet, verdient er daher unsere Solidarität.
Wenn Bangel aber behauptet, nur die Angegriffenen verstünden, was Rassismus ist, begeht er meiner Meinung nach einen Fehler. Er hat Recht damit, dass nur der Angegriffene beurteilen kann, wie verletzend Rassismus ist.
Denn nur in Ausnahmefällen (z.B., wenn man einen Menschen sehr liebt) wird man Verletzungen, die einem anderen zugefügt werden, genauso stark - oder gar stärker - empfinden als die, die einem selbst zugefügt werden. [Folterer versuchen, weil es diese Fälle gibt, gelegentlich, wenn sie die Gefolterten nicht brechen können, ob es ihnen über die Folter ihrer Angehörigen gelingt ihr/ihm ihren Willen aufzuzwingen.]
Hans Magnus Enzensberger hat dazu einmal dem Sinne nach gesagt: Jedem steht der eigene Zahnschmerz mehr weh als das Leid der vielen Millionen auf der Welt.

Deshalb haben die Angegriffenen aber noch nicht das Recht, für die Gesellschaft zu definieren, was Rassismus sei. Dass muss m.E. im gesamtgesellschaftlichen Diskurs geschehen.
Wenn z.B. Menschen in Deutschland Chinesen ausweichen und auf die andere Straßenseite wechseln, weil sie fürchten, von ihnen mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, dann ist das in den meisten Fällen eine übertriebene Angstreaktion.* Weil es von den Chinesen aber als Rassismus empfunden werden kann, ist es ein angemessener Ausdruck von Solidarität, auf sie zuzugehen und sie besonders freundlich zu grüßen. (Bei Twitter habe ich einen solchen vorbildlichen solidarischen Akt dokumentiert gesehen.)
Aber wer seine übertriebene Angst nicht überwinden kann, ist deshalb noch kein Rassist, auch wenn sein Verhalten von Menschen, die öfter Rassismus erfahren haben, nahe liegender Weise so gedeutet werden wird.

Die völlig inakzeptablen Beleidigungen von Renate Künast könnten (zumindest theoretisch) subjektive Wahrheiten der Beleidiger sein.
Die Unterscheidung zwischen "Wahrheit" und "Beleidigung" kann aber nicht allein beim Beleidigten und schon gar nicht bei dem, dessen Äußerung als beleidigend empfunden wurde, liegen. Sie muss innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Rahmens intersubjektiv geschehen. Entsprechendes gilt für rassistische Äußerungen und nicht-rassistische.

Im Gültigkeitsbereich des Grundgesetzes haben Richter einen Ermessensspielraum, im Rahmen der Gesetze darüber zu entscheiden, was so rassistisch ist, dass es diskriminierend oder gar beleidigend ist. (Andererseits kann solch ein Urteil angefochten werden und öffentliche Urteilsschelte geübt werden. Was zum Glück relativ häufig geschieht.) Ihre Empathie wird immer eine menschlich beschränkte sein. Deshalb kann Rechtsprechung immer nur Annäherung an Gerechtigkeit sein. Für die Fälle, wo sie zu weit davon entfernt ist, gibt es die genannten Korrekturmöglichkeiten, so unvollkommen sie bleiben.

Um auf den Schluss des oben angeführten Artikels aus der ZEIT einzugehen:
Der Satz "Die Würde des Menschen ist unantastbar" ist keine Wahrheit, sondern ein Postulat, das aufgestellt worden ist, weil sie im NS-Staat millionenfach in unerträglicher Weise missachtet worden ist.  Der Auftrag des Grundgesetzes ist: "Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."
Bedingungslose Sicherheit der Menschenwürde zu garantieren geht über die Möglichkeit jeder empirisch feststellbaren Staatsgewalt hinaus. "Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Die ist meine Ansicht. Doch wichtiger ist Karl Jaspers Ermahnung:

"Wir wollen lernen, miteinander zu reden. Das heißt, wir wollten nicht nur unsere Meinung wiederholen, sondern hören, was der andere denkt. Wir wollen nicht nur behaupten, sondern im Zusammenhang nachdenken, auf Gründe hören, bereit bleiben, zu neuer Einsicht zu kommen. Wir wollen uns innerlich versuchsweise auf den Standpunkt des anderen stellen. Ja, wir wollen das uns Widersprechende geradezu aufsuchen. Das Ergreifen des Gemeinsamen im Widersprechenden ist wichtiger als die voreilige Fixierung von sich ausschließenden Standpunkten, mit denen man die Unterhaltung als aussichtslos beendet." 
(Karl Jaspers: Die Schuldfrage. Von der politischen Haftung Deutschland, 2012, Seite 8 – zitiert nach Harald Jähner: Wolfszeit 2019, S. 409)

* Für westliche Ohren mag das befremdlich klingen, nicht aber für asiatische Philosophie.

*  Vgl. D. Bonhoeffer: Was heißt die Wahrheit sagen?

* Mit Angst nichts zu tun hat folgender Vorgang, den ein Spanier aus der S-Bahn berichtet: Bin leicht erkältet, muss niesen. Typ neben mir steht auf, setzt sich weg, funkelt mich böse an und zischt: "Dreckiger Scheiß-Italiener! Dich haben Sie wohl vergessen, wegzusperren?"
Wenn man so etwas nie selbst erlebt hat, fällt Einfühlung natürlich sehr viel schwerer, als wenn man es aus eigener Erfahrung kennt.

12.1.20

Bernd Ulrich: Alles wird anders. Das Zeitalter der Ökologie

Bernd UlrichAlles wird anders, 2019

Zitate:


"Nur 16 der 197 Länder, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, haben überhaupt einen nationalen Klimaaktionsplan definiert, um die Zusagen zu erfüllen. Dies geht aus einer Studie vor, die im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz
Im November 2018 veröffentlicht wurde. [...]
Man darf die Größe der politischen Leistung von Paris gleichwohl nicht unterschätzen. Pathetisch gesprochen: So viel Menschheit waren noch nie. Unglücklicherweise steht die Natur nun nicht etwa staunend daneben und beklatscht dieses komische Ding namens Mensch, das sich da in ihr gebildet hat." (S.35/36)


"Zunehmend zornig macht mich auch die Feigheit der Politik vor den kurzfristigen und kurzsichtigen Profitinteressen einiger Industrien oder dass auch immer da wieder mit vielen Steuermilliarden Technologien aufwändig gefördert werden, wo eine Verordnung durchaus genügen würde [...] Oft macht die Industrie doppelte Gewinne: erst durch ihre Versäumnisse, indem sie Geld für Erneuerung einspart – dann durch staatlich subventionierte Innovation." (S.39)

"Die Regierung baut also tatsächlich die Akzeptanz für eine wirksame Klimapolitik eher ab als auf, eine Politik, die sie selbst beschlossen hat und von der sie sich nicht ohne große Selbstbeschädigung verabschieden kann [...]" (S.53)

"Ist es Zufall oder Notwendigkeit, dass es die westlichen weißen Demokratie ihren bisher nie ohne Ausbeutung anderer Länder, andere Ethnien, der Frauen – und eben der Natur gegeben hat? Kann unser liberales Gesellschaftsmodell existieren, ohne sich mehr Ressourcen zu nehmen als andere und die Erde und die Atmosphäre mehr zu verschmutzen als andere und mehr, als es verantwortbar ist? [...]
 sollten sich westliche Demokratie und Ausbeutung als siamesische Zwillinge erweisen, dann liest sich auch das vergangene Jahrhundert künftig anders." (S.87/88)


Was die heutigen Regierungen sich weltweit leisten, ist "die Verwandlung der Freiheit in Zwänge". (S.157)

"Niemand weiß zurzeit, wie lange diese Zeitzone der Freiheit dauert, aber man weiß, dass es sie gibt. Freiheit hat neuerdings ein Verfallsdatum." (S.160)

"Das Insistieren auf überkommenen Privilegien ist jedoch nicht freiheitlich, es ist feudal." (S.163)
(Anmerkung Fontanefan: Das Wort libertas bedeutete im frühen Mittelalter noch Vorrecht. - Das steht leider noch nicht in der Wikipedia.)

S.165 schreibt Ulrich dem Sinne nach: Alles, was wir heute falsch machen, ist eine Chance, es besser zu machen. Es gibt Tausende von Chancen für jeden einzelnen.

"Die Klassenkämpfe konnten den Kapitalismus nicht brechen, die Klimakämpfe könnten ihn dagegen aus seinem Wahn befreien." (S.182)
(sieh: Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima)

"Die autoritären Bewegungen [...] sind auch schon Vorboten einer aggressiven Antiklima-Bewegung" (S.194)

"Doch je mehr eine Gesellschaft oder ein Mensch tut, um etwas zu verändern, desto mehr sind sie auch wieder in der Lage hinzusehen. [...] Denn es ist das schlechte Gewissen, das uns zwingt, die Augen zuschließen. [...]
Noch weiter beschleunigt und erleichtert würde diese Dynamik, wenn die Politik endlich damit beginnen würde, den Rahmen so zu setzen, dass ökologisches Verhalten nicht bestraft, sondern belohnt wird. Das Bedrückende, das jeder zunächst einmal empfindet, wenn er oder sie die ökologischen Notwendigkeiten auf sein eigenes Leben herunterricht, kommt schließlich vor allem daher, dass dem Individuum ein zu hoher Anteil an der Verantwortung aufgebürdet wird. [...] 

Politik hat die Aufgabe, das Richtige zur Struktur werden zu lassen, das Gebotene zu gebieten. Solange man für 30 Euro nach Rom fliegen kann, bedarf es eines gewissen asketischen Heldentums, darauf zu verzichten. Und Heldentum ist nun mal etwas für Minderheiten." (S.198/99)
"Wenn man sich die Gesamtheit aller ökologischen Maßnahmen in Deutschland anschaut, so wird man darin schwerlich die Konturen einer Wende nach von entdecken, sondern die Fluchtwege der Politik vor dem Volk und noch mehr vor der Wirtschaft. (S. 200)
"Zum anderen sind auch die Grünen in der alten Mitte-Politik gefangen. Die Generation der 68er, aus der etwa Joschka Fischer, Ralf Fücks oder Winfried Kretschmann stammen, hat diese Partei zutiefst geprägt. Und die Biografie dieser Männer ist von einer Formel bestimmt: Erfolg durch Anpassung. Alle drei waren in ihrer politischen Jugend, vorsichtig gesprochen, schlimme Finger, Systemfeinde, doktrinär und unerträglich. Bei den Grünen auf ihrer Reise in die Institutionen, wurden sie hingegen bessere Menschen, Sie hatten Erfolg und konnten sogar dieses Land ein bisschen ökologischer und freier machen. Von so einer Heilungsgeschichte erholt man sich nicht mehr so leicht, sie wird selbst zum Dogma. (S. 201/202) 

"Als ich einen der genannten Männer in einem Vier-Augen-Gespräch einmal gefragt habe, ob die Kluft zwischen dem, was ökologisch nötig wäre, und dem, was ökologisch getan wird, sich schließt oder weitet, antwortete er ohne Zögern: Die Kluft werde größer. Auf meine Nachfrage, warum er dann nicht ökologische Forderungen erhebt, die diese Kluft schließen könnten, gab er zurück: Dann würden die Leute denken, ich wäre wieder so radikal wie früher. Den Fluchtpunkt seiner Politik bildet also nicht die ökologische Realität, sondern der Abstand zu den traumatischen Anfängen seiner eigenen Biografie. Das Trauma der Abweichung und das Gebot der Anpassung könnten es auch den Grünen unmöglich machen, eine Politik zu formulieren, die symmetrisch zu den Problemen ist – und nicht zu den Biografien. [...]
 Manches ist nämlich viel einfacher, als wir das von der bisherigen Politiker gewohnt sind. So brächte schon das bloße Streichen umweltschädliche Subventionen über 50 Milliarden Euro." (S.201-203) 
"Allerdings, ohne dass die beiden großen deutschen Finanzdogmen der 2000er-Jahre fallen – keine Steuererhöhungen und keine Schulden –, können die Billionen Euro schwerlich aufgebracht werden, die nötig sind, um die Klimawende binnen eines Jahrzehnts zu schaffen." (S. 203)
Lenin hat einmal behauptet: "Der Marxismus  ist allmächtig, weil er wahr ist." Was natürlich in beiden Richtungen nicht stimmt. Aber vielleicht kann man sagen: "Der Liberalismus ist wahr, weil er allmächtig ist." Oder war. Das würde dann bedeuten, dass der Liberalismus ohne Macht nicht auskommen kann, weil er dann Teile seiner Wahrheit verliert." (S. 206)

"Die westlichen Gesellschaften sind in einer Phase angekommen, da sie nur noch leistungsfähig sind, wenn sie den Leistungsdruck verringern. Sie müssen so kreativ sein, dass die militärisch-industrielle Lebensweise, die aus dem vergangenen Jahrhundert in die Gegenwart hineinragt, überwunden wird. Nur hat diese Kultur der Milde noch längst nicht die Hegemonie übernommen." (S.209)
"Wer sich für einen Moment lang von der Vorstellung vom Egoismus als Wesen des Menschen verabschiedet und nur fragt, wie viel Glück auch für den Einzelnen durch Egoismus denn eigentlich geschaffen werde, der wird finden, dass egoistisches Verhalten so viel individuelles Glück produziert wie ein altes chinesisches Kohlekraftwerk Energie – mithin sehr wenig, dafür viel CO2. Ohne seine fossile Verstärkung und seine materielle Einverleibung ist der Egoismus die vielleicht schlechteste Methode, um ein zufriedener Mensch zu sein. Daher rührt dann vielleicht seine Sucht nach immer mehr Materie und anderen fremden Antriebsstoffen.
In diesem Sinne wäre der Egoismus weder eine Quelle des Fortschritts noch etwas Verwerfliches, sondern einfach eine falsche Ideologie, an die zu glauben wir uns angewöhnt hatten, einfach weil wir es konnten." (S.211)
"Vielleicht genügt es, die marktwirtschaftlichen Anreize anders zu setzen, eine radikale, aber auf Nachhaltigkeit und Schonung setzende Politik zu beginnen und ansonsten gehen Liberalismus, Kapitalismus und Egoismus einfach so weiter. Manche werden das hoffen, manche befürchten. 
Eines aber geht nicht mehr: der Klimawende auszuweichen aus Angst davor, dass sie unsere weltanschaulichen Gewohnheiten infrage stellt und unsere privaten Sinnmanufakturen stört." (S. 211/212)

"Es gibt für uns Babyboomer so oder so keinen Grund, die Klappe aufzureißen, weil wir in einer ganz wesentlichen Hinsicht den absoluten, irgendwie auch tragikomischen Höhepunkt der Weltgeschichte darstellen: Niemand vor uns hat so viel konsumiert und emittiert, niemand nach uns wird so wenig mit den Folgen dieses Lebenswandels zu tun haben, weil wir uns ja unserer Verantwortung durch rechtzeitiges Wegsterben entziehen werden."(S. 213/214)

sieh auch;
Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie, 2011


3.11.19

ZUM weiter unterwegs zu neuen Ufern (Jahrestreffen 2019)

Die ZUM (Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet) besteht seit 22 Jahren. Seit 14 Jahren bin ich dabei, gewonnen durch das damals neue (Ende 2004 begonnene) Projekt ZUM-Wiki.
Ende 2018 wurde dann ein ehrgeiziges neues Projekt gestartet: ZUM-Unterrichten.
Wie viel Arbeitskraft das gekostet hat, kann nur von denen annähernd beurteilt werden, die alle Phasen der Neukonzeption initiiert und begleitet haben. Ich selbst habe die Entwicklung weitestgehend nur von außen beobachtet, und doch bin ich sicher, dass nur viel Selbstausbeutung der ehrenamtlichen Begründer dieses Projekt möglich gemacht hat,  das ganz auf die Interessen der Unterrichtenden und ihrer Schüler ausgerichtet ist.

Ich war überzeugt, dass jetzt eine Phase der ersten Konsolidierung stattfinden müsse. Hat doch selbst die immer so aktuelle Wikipedia das neue Projekt noch nicht einmal wahrgenommen (Stand vom 3.11.2019 18:40).
Aber nein, parallel zu einer Vorstellung von ZUM-Unterrichten begibt sich die ZUM schon gleich auf ein weiteres neues Feld: die Einbettung von H5P Anwendungen.
Im Bericht der ZUM-Vorsitzenden Mandy Schütze über das heute beendete ZUM-Jahrestreffen klingt das ganz selbstverständlich:
"Der Samstag stand im Zeichen von H5P. Oliver Tacke zeigte verschiedene Anwendungen bei H5P, erzählte über das Drumherum und Weiterentwicklungen, die H5P plant. 
Anschließend haben wir unsere eigene H5P-Installation zum Testen frei gegeben."
Was sonst noch alles während des Treffens passiert ist (hier ein Arbeitsdokument), lässt sich aus den Tweets unter dem Hashtag #ZUM2019 erahnen. Ich sehe mich mit dem Bericht darüber zunächst überfordert, werde aber versuchen, einiges davon an anderer Stelle nachzuholen. 

Die ZUM-Vorsitzende dagegen konstatiert (zum Stand der Dinge befragt) ganz trocken:
"Bin noch 2h länger geblieben, um alles fertig zu schreiben (auch das offizielle Protokoll). Sonst ist erst wieder dieser #Alltag da und ich komme zu nix... #zum2019"

Wie sagte Gerhard Schröder doch so prägnant: Die Lehrer sind "faule Säcke".
Er muss es ja wissen. 

sieh auch:
https://einfach.zum.de/wiki/Hauptseite

18.10.19

Kleine Klimakunde in Stichworten und ein Vortrag des Klimaexperten Schellnhuber von 2018

Der Treibhauseffekt ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich auf der Erde Leben entwickeln konnte. Denn ohne ihn würde die auf die Erde treffende Sonnenstrahlung so weitgehend wieder abgestrahlt, dass auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von minus 19 Grad Celsius herrschte und es kein flüssiges Wasser gäbe.
Der Effekt entsteht dadurch, dass die Erdatmosphäre (unsere Luft) nicht nur aus Stickstoff (ca. 78%) und Sauerstoff (ca. 21%), sondern auch aus kleinen Mengen Wasserdampf, Edelgasen und Treibhausgasen besteht, die Wärme speichern können und so verhindern, dass die Wärme vollständig wieder abgestrahlt wird. Deshalb herrscht auf der Erde eine durchschnittliche Temperatur von 14 Grad.
Seit der Industriellen Revolution haben die Menschen freilich in den natürlichen Kreislauf eingegriffen, indem sie die in  Jahrmillionen entstandenen und in der Erdkruste gespeicherten Energieträger verbrannt und damit der Atmosphäre laufend etwas mehr  CO2 (Kohlendioxid) hinzugefügt haben. Dadurch hat sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde im Laufe der Jahrhunderte um etwa 1 Grad erhöht.
Damit setzten Rückkopplungseffekte ein, die den bisherigen Kreislauf veränderten.

Mit Rückkopplung bezeichnet man das Phänomen, dass ein Vorgang auf sich selbst einwirkt und sich dadurch verändert. Am deutlichsten ist das vielleicht bei einer Lawine zu erkennen. Wenn etwas Schnee in Bewegung kommt, reißt er beim Abrutschen weiteren Schnee mit sich, je mehr Schnee rutscht, desto mehr reißt er mit sich. Im täglichen Alltag erleben wir Rückkopplung immer dann, wenn ein Mikrophon zu stark ausgesteuert wird und deshalb zu pfeifen beginnt. Zunächst verstärkt das Mikrophon nur die Raumgeräusche, dann verstärkt es das leise Pfeifen des Lautsprechers, bis ein quälender Pfeifton entsteht. Eine Rückkopplung die einen Vorgang (oder ein Signal) verstärkt, nennt man positive Rückkopplung.
In der Natur ist freilich die entgegengesetzte Rückkopplung, die sogenannte Gegenkopplung oder negative Rückkopplung häufiger. Das vielleicht bekannteste Beispiel dafür ist das Verhältnis von Räuber und Beute. Kaninchen vermehren sich "wie die Karnickel". Dass sie in der freien Natur trotzdem nicht überhand nehmen, liegt daran, dass sie natürliche Feinde haben. Je mehr Kaninchen es gibt, desto leichter fällt es ihren Feinden, sie zu fangen und zu fressen. Dann können sich die Feinde so vermehren, dass die Kaninchen weniger werden. Die Feinde bekommen weniger zu fressen, vermehren sich weniger, fressen weniger, so lange, bis die Zahl der Kaninchen wieder zunimmt.
Was hat das mit dem Klima zu tun?
Im natürlichen Kreislauf werden positive Rückkopplungen immer wieder durch Gegenkopplung gebremst. Der zunächst nur geringe Einfluss der Menschen, hat dies Gleichgewicht aber gestört.

Die Treibhausgase, insbesondere Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Ozon (O3) und Lachgas (N2O) machen nur einen verschwindend kleinen Anteil unserer Atmosphäre aus, haben aber einen entscheidenden Einfluss auf den Treibhauseffekt.
Dabei hat Wasserdampf mit 0,25% den größten Anteil. Der größte Anteil entsteht aufgrund des natürlichen Wasserkreislaufs, doch weil aufgrund menschenverursachten weltweiten Erwärmung mehr Wasser verdunstet, ist bei ihm die Rückkopplung besonders stark. In der Stratosphäre kommt er natürlich kaum vor; er entsteht zu einem erheblichen Anteil durch den Flugverkehr. Deshalb wird dieser von Klimaaktivisten besonders stark kritisiert. 
Bisher wird die Zunahme von CO2 aufgrund der Verbrennung fossiler Energiespeicher besonders kritisch gesehen, doch Methan und Lachgas könnten im Falle der Auflösung des Permafrosts zu einem wichtigen Kippelement werden.
Methan  ist 25 mal wirksamer als CO2 und macht schon jetzt 20% des menschenverursachten Treibhauseffekktes aus. Es entsteht zum einen bei der  Tierproduktion (z.B. bei Wiederkäuern wie RindernSchafen und Ziegen), in Klärwerken und Mülldeponien. Doch 50% sind auch der Industrie zuzurechnen,  so wenn es bei Förderung, Transport und Verarbeitung z.B. von Erdgas und bei der unvollständigen Verbrennung beim Abfackeln von technisch nicht nutzbaren Gasen freigesetzt wird.
Lachgas ist sogar rund 300 mal so wirksam auf den Treibhauseffekt wie CO2, es entsteht vor allem in der Landwirtschaft, insbesondere durch Überdüngung aufgrund der Einbringung von zu viel Gülle.

Die Treibhausgase (abgesehen von Wasserdampf) machen nur 0,04% der Erdatmosphäre aus, und deshalb erscheint eine Erhöhung des Anteils von Kohlendioxid um 44% im Blick auf das Gesamtvolumen verschwindend gering.  Das wird von Leuten, die die Gefahren des Klimawandels kleinreden wollen, oft dazu benutzt durch das Nennen von extrem geringen Anteilen den Eindruck der Harmlosigkeit zu verbreiten. Dabei wird aber verschwiegen, dass der CO2-Anteil seit mindestens 800 000 Jahren noch nie so hoch war wie heute.

Aus der Klimageschichte
Dass das Klima in den letzten gut 10 000 Jahren relativ einheitlich war, begünstigte die Entstehung von Landwirtschaft und Viehzucht. Zwar gab es auch in dieser Zeit einige größere Schwankungen, so spricht man von der Zeit von etwa 1400 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts von der Kleinen Eiszeit, in der es besonders während ihres Höhepunkts von etwa 1570 bis 1670 zu Ernteausfällen, die zu großen Hungersnöten führten. Doch diese Schwankung war weit geringer als die uns jetzt drohende (falls das 2-Grad-Ziel nicht eingehalten werden kann).
Im Vergleich zu der Sturtischen Eiszeit vor etwa 700 Millionen Jahren war das freilich recht harmlos, denn damals war vermutlich weit über die Hälfte der Erde zugefroren und die Perioden besonderer Kälte dauerten mehrere Millionen Jahre.
Freilich die Warmzeiten waren ähnlich katastrophal. Die Letzte Warmzeit, die vor etwa 250 Millionen Jahren begann, führte zu Temperaturanstiegen der mittleren Erdtemperatur von bis zu 8 Grad. Die darauf folgende Abkühlung vor 34 Millionen Jahren führte zu einem ungeheuren Artensterben, freilich auch zur Entstehung ähnlich vieler neuer Arten. Im Bereich der Säugetiere waren es etwa 60% der Arten, die ausstarben, und 60% neue Arten. Man spricht daher auch vom Arten- oder Faunenaustausch. Das Aussterben einer einzelnen Säugetierart wie der Menschheit erscheint demgegenüber - freilich nur in erdgeschichtlicher Sicht - relativ belanglos.
Daher muss man genau hinhören, wenn jemand darauf hinweist, dass eine Temperaturschwankung von über 2 Grad in der Erdgeschichte immer wieder aufgetreten sei und man sie insofern nicht so ernst zu nehmen brauche.

Einen sehr gut verständlichen Artikel zum gesamten Thema Klimawandel findet man im Internet-Kinderlexikon Klexikon.

Eine ausführliche gut begründete Argumentation zur Begründung einer Umsteuerung findet sich hier:
https://www.heise.de/tp/features/Nichts-wird-so-bleiben-wie-es-ist-4571545.html?seite=all

Schellnhuber spricht beim Klimaempfang 2018

11.10.19

Künstliche Intelligenz bewältigt Übersetzungen schon ganz gut, kann aber noch keine Handschrift lesen

Das Problem, das wir in Deutschland mit der deutschen Schrift von Sütterlin aus dem 20. Jahrhundert und der Kurrentschrift aus dem 19. Jahrhundert haben, haben heutige Schüler und Studenten in den USA mit allen handschriftlichen Texten, die zusammenhängend und nicht in Druckbuchstaben geschrieben sind. 

Dazu schreibt die Washington Post:
Zunächst die Computerübersetzung:
Wir alle wissen, dass Kursivschrift aus der Mode gekommen ist. Für moderne junge Menschen kann das Entschlüsseln der gewellten, altmodischen Schrift genauso relevant sein wie das Wählen eines Wählrads oder das Melken einer Kuh. Für Institutionen wie das Nationalarchiv ist dies ein sehr spezifisches Problem. Das Archiv ist "auf 15 Milliarden Stück Papier und Pergament aufgebaut", sagt David Ferriero, Archivar der Vereinigten Staaten, und bis zu 80 Prozent davon sind kursiv geschrieben. In den heutigen Schulen, in denen die Tastatur über die Handschrift gelegt wird, erscheinen zahlreiche Dokumente - von der Verfassung über die Korrespondenz von Abraham Lincoln bis zum Tagebuch eines Goldrauschreisenden - den meisten amerikanischen Kindern bald so fremd wie altes Sanskrit. "Wir opfern Generationen von Studenten, die unsere Unterlagen nicht lesen können", sagt Ferriero.
[...]
Im Jahr 2011 startete das Archiv sein Citizen Archivist Dashboard, ein Online-Portal, auf dem bislang 13.645 Personen eine Transkription durchgeführt haben. Das Archiv bietet auch Lernlabors an, in denen besuchende Schüler verschiedene Dokumente einsehen können, darunter einen Brief von 1958, den Schülerinnen an Präsident Dwight D. Eisenhower schrieben, in dem er ihn aufforderte, die Armee nicht Elvis Presleys Haare schneiden zu lassen, sowie ein von Benjamin Franklin geführtes Buch. (Einer der witzigen Gründe, sagt Amber Kraft, die Erziehungswissenschaftlerin des Archivs, ist, dass Schüler sie manchmal fragen, ob sie Kursivschrift verwenden müssen, wenn sie Briefe an den Präsidenten schicken.)
Im vergangenen Herbst hat die Library of Congress die Initiative By the People ins Leben gerufen, eine Website, auf der Freiwillige Artikel wie die Tagebücher der afroamerikanischen Führerin Mary Church Terrell, Briefe an Lincoln oder die Schriften von Civil transkribieren können Kriegsveteranen, die im Konflikt Gliedmaßen verloren hatten. Die Geschichtsprofessorin der Georgetown University, Chandra Manning, ließ ihre Klasse am Projekt Briefe an Lincoln arbeiten. Zuerst, sagt sie, waren die Schüler frustriert, aber irgendwann haben sie es geschafft. "Das ist jemandes eigentliche Handschrift", sagt sie. "Es gibt eine gewisse Intimität, mit der Zeit plötzlich eine Verbindung mit einer anderen Person herzustellen."


Dann das Original:
We all know that cursive has gone out of style. To modern young people, deciphering the wavy old-fashioned script can seem as relevant as dialing a rotary phone or milking a cow. For institutions like the National Archives, this poses a very specific problem. The archive is “sitting on 15 billion pieces of paper and parchment,” says David Ferriero, archivist of the United States, and as much as 80 percent of it is in cursive. With schools today emphasizing keyboarding over handwriting, numerous documents — from the Constitution to the correspondence of Abraham Lincoln to the diary of a Gold Rush traveler — may soon appear as foreign as ancient Sanskrit to most American children. “We’re sacrificing generations of students who won’t be able to read our records,” says Ferriero.
[...]
In 2011, the Archives launched its Citizen Archivist Dashboard, an online portal where 13,645 people have so far performed some transcription. The Archives also offers learning labs in which visiting students look at a variety of documents, including a 1958 letter that schoolgirls wrote to President Dwight D. Eisenhower asking him not to let the Army cut Elvis Presley’s hair, and a ledger kept by Benjamin Franklin. (One of the funny asides, says Archives education specialist Amber Kraft, is that schoolchildren sometimes ask her whether they have to use cursive if they send letters to the president.)
Last fall, the Library of Congress got into the act, rolling out an initiative called By the People, a website where volunteers can transcribe items such as the journals of African American leader Mary Church Terrell, letters written to Lincoln, or the writings of Civil War veterans who had lost limbs in the conflict. Georgetown University history professor Chandra Manning got her class working on the letters-to-Lincoln project. At first, she says, the students were frustrated, but eventually they got it. “That’s somebody’s actual handwriting there,” she says. “There’s a certain intimacy, of suddenly making a connection with another person across time.”

8.10.19

Große Fehlentwicklungen kommen oft harmlos daher

Da gab es die mutigen Sanierer der kommunalen Haushalte, die durch Verkauf von Wohnungen aus kommunalem Besitz die gegenwärtige Wohnungskrise vorbereiteten. Heute kaufen Kommunen dieselben Wohnungen zu einem Vielfachen des Preises zurück.

Es gab eine Einrichtung in unserem Staat, auf die man sich verlassen konnte. Sie konnte es sich leisten, mit dem gewagten Slogan "Alle reden vom Wetter. Wir nicht." zu werben. Heute ist ein wesentlicher Grund dafür, dass es nicht gelingt, den enormen Ausstoß von CO2 durch den Verkehr zu senken, dass Eisenbahnstrecken stillgelegt worden sind und die Bahn mit den Staus auf der Autobahn bei der Produktion von Verkehrsstörungen locker mithalten kann.

Es gab Zeiten, wo es klar war, dass Flugzeuge nicht für den Massenverkehr geeignet sind. Dann kamen die Billigfluglinien.

Dann aber gab es einen Weckruf durch die junge Generation. Fridays for Future machte darauf aufmerksam, wie wir durch Unaufmerksamkeit daran schuld wurden, dass der Klimawandel nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller in Grenzen gehalten werden kann.

Doch die Privatunternehmen haben diese Gefahr kommen sehen. Zwar waren sie außerstande, die Umweltauflagen für Dieselfahrzeuge zu erfüllen und mussten zu Betrug greifen. Aber dass die junge Generation anfangen könnte, ihre Interessen wahrzunehmen, haben sie vorausgesehen. Was vor Jahrzehnten mit kleinen Testläufen begann, dass Infiltrieren der Schulen durch Unterrichtsmaterialien, die die Welt einseitig vom Stand der Unternehmer zeigen, wird jetzt in großem Stil betrieben: Zwei Drittel der Dax-Unternehmen bieten Lehrkräften kostenlose Lehrmaterialien an und betreiben großzügige "Lehrerfortbildung".

mehr dazu:

Schleichwerbung im Klassenzimmer, Spiegel online 11.10.19

Konzerne machen Schule FR 8.10.19

Lobbyismus an Schulen

Lobbyismus an Schulen taz.de 11.11.15

Firmen verteilen Unterrichtsmaterialien mit Produktwerbung. Die Kultusministerien geben die Verantwortung an die LehrerInnen ab.