9.11.09

Tipps für Senioren in Ghana

1. Be committed to your faith
2. Get regular check ups
3. Keep your mind active
4. Volunteer your time, be active for others
5. Develop a positive attitude
6. Eat a healthy and well balanced diet
7. Get regular exercise
8. Practice random acts of kindness
9. SMILE
10. Be open to new experiences an possibilities. Get a hobby.
Den Hinweis verdanke ich Barbara Martin.

31.10.09

Abmahnungen

Die ehemalige Unterstützerin der Hausbesetzerszene und heutige Journalistin Eva C. Schweitzer lässt abmahnen und gibt sich dann wieder großzügig.
Jonny berichtet in Spreeblick und nimmt zu ihrer Stellungnahme Stellung.
Abmahnungen sind eine Methode, Blogger von ihrer Meinungsäußerung im Internet abzuschrecken. Mich empört das weit mehr als die Relevanzkriterien der Wikipedia.
Zur presserechtlichen Situation in diesem Zusammenhang schreibt Thomas Schwenke.
Der Pressekodex im Wortlaut.

In ihrem neusten Blogeintrag stellt Eva Schweitzer fest, dass schon vor meinem Kommentar zu Ihrem letzten Eintrag bereits alles gesagt sei. Daher wiederhole ich hier nur noch das dort offenbar schon Gesagte:
Ich möchte Sie bitten, mir mitzuteilen, ob ich Ihre Stellungnahmen hier kritisieren darf, ohne vorher bei Ihnen anzufragen, ob ich einen kritischen Kommentar schreiben darf.
Des weiteren interessiert mich, ob ich Ihnen 10 Euro zu zahlen habe, falls Sie auf meinen Kommentar antworten.
Schließich interessiert mich, ob der folgende Blogbeitrag Sie kritisieren würde.
(Der damit angesprochene Blogbeitrag ist der, der meinem Hinweis auf Eva Schweitzers Blogeinträge voranging.)

Jüdin beschreibt Rettung durch Nazi

Valentin Beck ist volksdeutscher Nazi in Ostpolen. Bei einem Saufgelage in seinem Haus rühmt sich der Polizist Hans, 72 Juden erschossen zu haben.
Eine jüdische Familie hört es getrennt nur durch ein paar Dielen in ihrem niedrigen Versteck mit. Valentin Beck hat sie versteckt.
Clara Kramer berichtet 65 Jahre darauf in ihrem Buch Eine Handbreit Hoffnung. Die Geschichte meiner wunderbaren Rettung, wie sie in ihrem Versteck überlebt hat.
Beck war ein Säufer, betrog seine Frau, einmal auch mit einer der versteckten Jüdinnen. Seine Frau, die ihn dabei erwischte, bereut, die "Schlange" in ihr Haus aufgenommen zu haben. Doch sie verrät sie nicht.
Beck rettet insgesamt 18 Juden.
1944 wird Beck von Agenten des sowjetischen Geheimdienstes NKWD verhaftet. Clara legt ihnen ihr Tagebuch aus dem Versteck vor, und er wird freigelassen.
Als Clara Kramer ihm nach dem Krieg Geld schickt, schreibt er bald: "Kein Geld mehr".
Denn Kontakte nach Israel waren damals in Polen verdächtig.

23.10.09

Die deutsche Blogosphäre

Der sogenannte Qualitätsjournalismus geht wie ein Tsunami über das Land und dann ist das Wasser wieder weg und kommt in den nächsten 12 Jahren nicht mehr wieder. Genau da können Blogs allgemein und auch deutsche Blogs einen Gegenentwurf liefern, indem sie auch und gerade marginale Themen längerfristig und tiefer betrachten.
schreibt Jörg Wittkewitz in digital public.de
Den Vorteil von Blogs sieht er darin, dass Einzelthemen längerfristig vertieft behandelt werden könnten.
Außerdem bemerkt er m.E. zu Recht, dass Blogs nicht so sehr der Verständigung unter Freunden dienten. Dafür gebe es sozile Netzwerke.
M.E. dienen Blogs der Selbstreflexion, zu der man aber gern andere einlädt.

Robert Basic lobt die Vernetzungsmöglichkeiten
Gerade die Vernetzungssystematik ist eines der herausragendsten Kulturmerkmale der Blogs. Manch einer spricht davon, dass Blogs nur eine Technik seien, ein simples CMS, doch verkennt und vergisst man dabei nur zu schnell um die innewohnenden Kulturtechniken, die sich mit der technologischen Weiterentwicklung der Blogs (ausgehend von den ersten Blog-Systemen) entwickelt haben. Bessere Mensch-Vernetzungs-Maschinerien wird man draußen im Netz kaum finden ...

18.10.09

Aktuelle Links

Schillers Kunstphilosophie besprochen in der SZ

Robert Basic über die soziale Funktion von Blogs als Menschenvernetzungsmaschinen

Einmal mehr: Das Netz vergisst nichts (FAZ)

Bildung hacken: Überblick (weblearn-Wiki) Einzeläußerungen (etherpad)

Wikipedia, Relevanzkriterien, Löschdiskussionen, fefes Blog und Kampf gegen Zensur im Internet

Stasi 2.0 In diesem Wikipediaartikel wird über die sehr zweifelhafte Praxis von Gegnern von online-Computerdurchsuchungen und Internetzensur berichtet, die solches Vorgehen und das Bild des gegenwärtigen Finanzministers mit Stasimethoden in Verbindung bringen. Dagegen scheint mir der Bundestrojaner eine gelungene Art von Kritik.

Abmahnungen

Presserechtsblogbeitrag von Thomas Schwenke

Der Pressekodex im Wortlaut.

"Loch in der Wand" - ein Computer unterrichtet 300 indische Kinder (mit ersten Kommentaren)

Kant, Web 2.0 und Kritik an Abmahnungen

Es gibt kein Rezept für gehirngerechtes Lernen

Schule reformieren genügt nicht. Man muss sie transformieren, sagt Lisa Rosa.

Digitale Medien helfen nicht gegen die gegenwärtigen Probleme der Schule

Verhaltensregeln für Neuronen (über die normative Funktion der Neuronenmetapher)

Aufstellung über "die 50 einflussreichsten englischsprachigen Blogger" nach income diary von Thilo Bonow

(was immer most influential nach Th. Bonow heißen mag)
Bis jetzt mein Favorit aus der Liste: huffington post

Links zu Politik u. Medien

Lernen und Vergessen

eines Tages: Abschied vom Quellekatalog u.a.

weniger aktuell, aber ziemlich einmalig: Spaziergang unter dem Eis der Losse

16.10.09

Um uns zu verlinken ... und Kulturtechniken

... weise ich auf den Professorinnenblog von Kerstin Mayrberger hin, auf den mich lisarosa aufmerksam gemacht hat. Sie schreibt da über e-learning 2009 und bietet auf einem Video ihr Statement auf der Konferenz. Zu Recht weist sie darauf hin, dass für jede Gelegenheit die passende Form zu wählen ist. Für mich passen Videos meist nicht. Vor allem, weil ich sie in den seltensten Fällen bis zum Schluss sehe, nicht zuletzt, weil ich schwerhörig bin, meine Mitbewohner nicht mit störender Geräuschkulisse plagen will und deshalb meist das Video gar nicht erst anklicke. Da die wenigen Fälle, wo ich es getan habe, nur ganz selten etwas boten, was ich nicht schon per Lesen erfahren hatte, bleibt die Kulturtechnik YouToube für mich weiterhin unvertraut.
Doch ich wollte verlinken: J. Hochberg (Gophi), J. Wedekind (konzeptblog/jowede), B. Redel (bei soultank) und natürlich C. Spannagel, der überall unterwegs ist und natürlich über Twitter twittert und dabei auf J.-P. Martin (jeanpol) und die Neuronenmetapher aufmerksam macht.
Wie gesagt, ich sehe ungern Videos, weil ich in denen keine Links finde, die mich weiterführen.

Muss ich noch sagen, dass ich noch schlimmer als Videos im Netz Powerpointpräsentationen im Netz finde? Ich liebe Videos in Realität und sehe mir das Weihnachtsspiel in Oxford oder unsere Jüngste, wie sie eine Ente "verfolgt", gern zehnmal an. Aber Powerpointpräsentationen, die schon in der Realität eine Zumutung sind und im Netz so gut durch einen fortlaufenden Text ersetzt werden könnten, statt einem zum Sklaven sinnloser Spielchen zu ..., ich breche ab. Es gab einmal eine von Beat Döbeli über Web 3.0, die er erstellte, weil als Referent des Vortrags, von dem er sich versprochen hatte, endlich zu erfahren, was es mit dem Hype dazu auf sich habe, er selbst bestellt war. Die war hübsch, weil sie zeigte, wie viel man im Netz (nämlich in seinem eigenen Bibliotheksnetz) finden kann, wenn man schon weiß, dass es drin ist. Aber natürlich blieb am Ende der Präsentation die Frage genauso offen, wie sie dem Referenten am Beginn seiner Präsentation war.
Und jetzt sollte ich noch gestehen, dass ich ohne meinen Ärger über Powerpointpräsentationen im Netz vielleicht nie etwas über Heinz von Foerster, den konstruktivistischen Physikerphilosophen, gelesen hätte, geschweige denn außer Beats Notaten dazu etwas von ihm (Link zu pdf-Datei, englisch). DuSie meinst/meinen: "Wozu soll ich auch Heinz von Foerster lesen?" Ja, das meine ich ja. Man verschwendet nur seine Zeit damit. So wie mit diesem Blogbeitrag und gar den Links, wenn man so blöd sein sollte, ihnen nachzugehen.

Er lernt Schweißen und spricht Deutsch

Freie Tribüne

In Port-Gentil hört man Deutsch nicht so oft. Aber fließendes Deutsch von einem Schweißerlehrling scheint noch viel überraschender. Romeo, 28, hat die Schule in der 12. Klasse aufgegeben. Nach seinem großen Traum, mit Deutsch Karriere zu machen, ist die Wirklichkeit anders geworden. Unser Magazin hat ihn getroffen.

Nachbarschaft: Kannst du uns etwas von dir sagen?
Romeo: Danke. Ich bin Romeo, 28 Jahre alt. Ich stamme aus Kamerun und wohne jetzt in Gabun und besonders in Port-Gentil. Derzeit bin ich Schweißerlehrling.

N: Ein Schweißerlehrling, der aber Deutsch spricht und sogar fließendes Deutsch. Wieso?
R: Mein erster Kontakt mit Deutsch war in meinem Elternhaus in Kamerun. Damals war ich 10 Jahre alt. Meine Mutter hatte Deutsch in der Schule gelernt und sprach es gern. Regelmäßig hörte ich sie reden. In der 9. Klasse musste ich meine zweite Fremdsprache wählen. Da gab es kein Zögern. Ich wählte Deutsch.

N: Und dann...?
R: Ja, und dann war ich in der Klasse in Deutsch sehr begeistert. Zudem hat mir meine Mutter zu Hause geholfen. Als Hausfrau hatte sie viel Zeit und konnte meine „zweite Deutschlehrerin“ sein. Ich kriegte gute Noten und freute mich darauf. Ich wurde oft von meinen Deutschlehrern gelobt.

N: Hast du einmal ein Projekt oder einen Traum mit Deutsch gehabt?
R: Ja, natürlich! Da Deutsch mein Lieblingsfach war, wollte ich Deutsch bis zur Universität studieren und damit Karriere machen, z.B. als Lehrer, Dolmetscher oder etwas anderes. Leider habe ich die Schule früh verlassen.

N: Und warum mußtest du deine Studien so früh abschließen?
R: Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation in meinem Land ist mein Vater arbeitslos geworden und konnte meine Schulung nicht mehr bezahlen. Es gab keine andere Möglichkeit. Ich musste die Schule widerwillig verlassen.
N: Wie hast du das empfunden?
R: Als sehr peinlich. Ich hatte einen Traum. Ich hatte den Willen und die intellektuellen Fähigkeiten, hatte aber leider keine Hilfe.

N: Trotzdem kannst du Deutsch noch sprechen und sogar fließend…
R: Ja, aber nicht mehr wie früher. Ich habe viel verllernt, da ich die Sprache fast nicht mehr übe.

N: Und wie bist du jetzt nach Gabun gekommen?
R: Meine ältere Schwester wohnt in Gabun. Sie ist verheiratet und mein Schwager hat mich eingeladen, um mir eine zweite Chance zu geben.

N: Das heißt Schweißen zu lernen?
R: Genau. Nach zwei Jahren meiner Ausbildung werde ich bald meine Ausbildung abschließen.

N: Und wie fühlst du dich in deiner neuen Schule?
R: Obwohl sie mir keinen Traumberuf öffnet, mag ich meine Lehre. Ich bedaure nur die Tatsache, dass es hier mehr Theorie als Praxis gibt. Es gibt nicht genug Maschinen und kein modernes Equipment. Ich fühle deswegen die Notwendigkeit, nach der Ausbildung hier noch eine Weiterbildung in einer besseren Berufsschule zu haben.

N: Dafür wird aber noch Geld benötigt. Wird dein Schwäger dich weiter unterstützen?
R: Das ist die Frage. Er hat schon viel für mich getan, und dafür bin ich ihm dankbar. Für eine Weiterbildung muss ich jetzt selbst Geld finden; das heißt einen Job suchen, was derzeit nicht leicht ist. Wenn ich genug gespart habe, kann ich meine Ausbildung bezahlen und warum nicht das Abitur an einer Abendschule vorbereiten?

N: Ist das dein neuer Traum?
R: Sagen wir eine neue Herausforderung.

N: Also, Nachbarschaft wünscht dir viel Glück.
R: Vielen Dank.
Das Gespräch führte Evariste Fosong.

Wenn dieser Gastbeitrag Sie interessiert hat: Im Blog Nachbarschaft können Sie noch weit mehr lesen, was Lehrer und Schüler aus Afrika und Deutsche, die mit ihnen in Kontakt stehen, bewegt.

14.10.09

Gründe für Jugendgewalt

2006 habe ich an anderer Stelle unter dem Titel Banlieues - Vorstädte - Slums geschrieben
"Wenn sie mehr in die Ausbildung der Jungen investieren würden, gäbe es weniger Kriminalität. Denn nach der Schule bleiben viele auf der Strasse. Und da fangen sie an zu stehlen. Die Jungen, die müssen selbst etwas schaffen, um zu merken, dass sie nicht nichts sind." (I. Coutant)
Was uns, die wir weder Slumbewohner noch Forscher sind, wie ein Problem Frankreichs erscheint, könnte ein höchst aktuelles deutsches Problem sein. Mehr und mehr Mitglieder unserer Gesellschaft machen die Erfahrung, dass die Gesellschaft sie nie etwas schaffen lässt, so dass sie merken, dass sie nicht nichts sind. - Gewalt hilft gegen das Gefühl, nichts zu sein.

Die Aussage ist auffallend aktuell geblieben. Was ich am 23.9.09 geschrieben habe, ist zwar ausführlicher, aber die Hauptaussage ist die Gleiche.
Der Unterschied zwischen Unruhen und den Taten einzelner Amokläufer ist freilich, dass eine besondere psychische Disposition und die Möglichkeit, an Waffen zu kommen, zusätzlich vorhanden sein muss, so dass es zu dieser Art von Gewalt kommt. Denn viele Menschen erleben das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, ohne dass sie Amok laufen.
Ein weiterer Unterschied ist freilich, dass Unruhen sich ankündigen, dass Missstände in einem bestimmten Viertel deutlich zu sehen sind, bevor es zu Unruhen kommt. Man fragt sich daher manchmal, weshalb es nicht schon vorher zu Gewalttaten gekommen ist. Dagegen sind Amokläufer häufig ganz unauffällig, auch wenn sie ihre Tat schon lange vorher planen.

12.10.09

Randgruppen werden nicht beachtet

Wer aufmerksam durch die Stadt geht, kann immer wieder einmal Wohnungslose wahrnehmen, auch wenn sie keine Zeitschrift verkaufen. Doch eine Studie im Auftrag der Caritas zeigt, dass sie dennoch - wie andere Randgruppen - kaum in den Blick geraten. Dem versucht der Blog Mitten Am Rand abzuhelfen, auf den wir auf unserer Webseite rechts verweisen. Kürzlich hat er im Blog Blogpatenschaften versucht, allgemeinere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Dort schreibt der Betreiber
Ihr Leben spielt sich an den Rändern unserer Gesellschaft ab – von der Mehrheit der Bevölkerung ignoriert. Mit solchen Schicksalen wollen die wenigsten etwas zu tun haben. Angst vor dem eigenen Absturz hält sie auf Distanz zu Obdachlosen, ehemaligen Häftlingen und extrem armen Menschen.

Es ist wohl noch etwas anderes: die Angst vor dem Fremden. Nicht der Absturz, sondern die Unfähigkeit, sich auf etwas einzulassen, was man nicht kennt.
Diese Angst ist uns allen mehr oder minder bekannt. Dagegen hilft nur: Information und Annäherung. Man braucht ja nicht gleich wie Günter Wallraff selbst mit den Wohnungslosen zu wandern.