Und um ehrlich zu sein: im Verhältnis zur Kadidatur von Gesine Schwan scheint mir die von Gauck erheblich weniger attraktiv zu sein. Ich verstehe nicht recht, was die veröffentlichte Meinung dazu antreibt, ihn so zu loben. Ist es nur ein Versuch, die schwarz-gelbe Koalition zu schwächen? Oder ist es ein Wert in sich, wenn jemand sich links, liberal und konservativ nennt? Diese drei Attribute könnte ich auch für mich in Anspruch nehmen, auch wenn neuerdings mehr und mehr Reaktionäre sich als wertkonservativ ausgeben und nichts dabei finden, dass Flugzeugtreibstoff weitgehend steuerfrei ist.Ich werde mich sicher wieder zum neuen Bundespräsidenten äußern, deshalb die Zählung dieses Beitrages als "Bundespräsident Gauck I".
Ist die Bewohnbarkeit der Erde etwa kein Wert mehr? (27.6.2010 auf Fonty)
18.3.12
Bundespräsident Gauck I
Zu Joachim Gauck habe ich mich auf diesem Blog nur positiv geäußert. Auf einem anderen schon kritischer:
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17.3.12
Die Deutschen sollten eigentlich viel mehr Lebensmittel fortwerfen
Zwar wirft jeder Deutsche im Durchschnitt über 80 kg Lebensmittel pro Jahr fort.
Das ist einerseits viel zu viel, denn oft werden gut erhaltene Lebensmittel fortgeworfen, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das gibt aber nur das Datum an, wo das Lebensmittel auch bei ungünstigeren Lagerungsbedingungen noch ohne jeden Qualitätsverlust haltbar sein sollte. Die meisten ordnungsgemäß aufbewahrten Lebensmittel halten aber deutlich länger.
Andererseits sind weit mehr Lebensmittel gesundheitsschädlich, als zu Unrecht vorsorglich fotgeworfen werden.
Besser freilich der Lebensmittelindustrie gar nicht auf den Leim (aus Fett und Zucker) gehen.
Das ist einerseits viel zu viel, denn oft werden gut erhaltene Lebensmittel fortgeworfen, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das gibt aber nur das Datum an, wo das Lebensmittel auch bei ungünstigeren Lagerungsbedingungen noch ohne jeden Qualitätsverlust haltbar sein sollte. Die meisten ordnungsgemäß aufbewahrten Lebensmittel halten aber deutlich länger.
Andererseits sind weit mehr Lebensmittel gesundheitsschädlich, als zu Unrecht vorsorglich fotgeworfen werden.
Denn laut einer Studie von Foodwatch sind etwa 75% aller untersuchten Lebensmittel für Kinder, sobald sie regelmäßig gegessen werden, gesundheitsschädlich.Bei uns Erwachsenen sieht es nicht sehr viel besser aus. Selbstverständlich sind viele gesunde Lebensmittel auf dem Markt, aber unsere Auswahl und vor allem die Menge des Verzehrs sind für einen hohen Prozentsatz von uns gesundheitsschädlich. Da müssten wir viel wegwerfen, wenn wir gesund leben wollten.
Besonders krass ist das Missverhältnis zwischen Werbung und Inhalt bei Frühstücksflocken: Egal ob Bio oder konventionell - 96 Prozent der untersuchten Produkte gehören laut aid-Definition in die "rote" Kategorie, weil sie zu 25 bis 50 Prozent aus Zucker bestehen. Egal ob "Honigkugeln" oder "Froot Loops", die als "wertvoll" und "natürlich" angepriesenen Frühstückscerealien, seien nichts anderes als "süße Snacks", schreibt Foodwatch. (laut Spiegel online vom 13.3.12)
Besser freilich der Lebensmittelindustrie gar nicht auf den Leim (aus Fett und Zucker) gehen.
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14.3.12
Götz Aly
Ich habe Götz Aly gelobt. Ehre, wem Ehre gebührt.
Ich habe schon manches Mal meinem Ärger und meiner Empörung über das, was er geschrieben hat, nur am Frühstückstisch oder in E-Mails Luft gemacht und noch häufiger dazu ganz geschwiegen.
Ich werde es weiter so halten, aber nicht immer.
In der Frankfurter Rundschau vom 13.3.2012 schreibt Aly:
Leistungen aus dem Marshallplan gingen an 19 Staaten. Nur einer davon erlebte die "Währungsreform vom 20. Juni 1948". Der Marshallplan war nicht nur in Deutschland ein Erfolg.
Natürlich sind Kredite besonders wirksam da, wo es an (fast) allem fehlt, wie es damals in Deutschland war. Natürlich sind Kredite nur da sinnvoll, wo sie nicht nur dafür verwendet werden, privaten Reichtum zu vermehren oder sie gar vollends zu verzocken.
Aber das Sparprogramm, das mit der Weltwirtschaftskrise über das Deutschland der Weimarer Republik hereinbrach, hatte böse politische Folgen.
Götz Aly kennt sie weit besser als ich.
"Wer das fordert, hat auch von Geschichte keine Ahnung", schreibt Götz Aly und setzt dabei auf seine Autorität als Historiker.
Wer so schludrig argumentiert wie Aly, um damit seine ideologischen Positionen zu rechtfertigen, betreibt Geschichtsklitterung. Aly schadte nicht nur seinem eigenen Ruf. Wenn ein verdienter Historiker so etwas tut, diskreditiert er die Geschichtswissenschaft.
Das wenigstens einmal öffentlich ausgesprochen zu haben, glaube ich dem Berufsstand, den Aly lange Zeit sehr erfolgreich angehört hat, schuldig zu sein.
Ich habe schon manches Mal meinem Ärger und meiner Empörung über das, was er geschrieben hat, nur am Frühstückstisch oder in E-Mails Luft gemacht und noch häufiger dazu ganz geschwiegen.
Ich werde es weiter so halten, aber nicht immer.
In der Frankfurter Rundschau vom 13.3.2012 schreibt Aly:
Griechenland braucht einen Marshallplan! Materielle und monetäre Hilfe zum Wiederaufbau, so wie sie Westdeutschland 1948 dank amerikanischer Großherzigkeit erhalten hatte!
Wer das fordert, hat auch von Geschichte keine Ahnung. Ich jedenfalls wünsche Griechenland keinen Marshallplan, und zwar aus humanitären Gründen. Zur Erinnerung: Die Voraussetzung für das amerikanische Kredit- und Aufbauprogramm bildete die Währungsreform vom 20. Juni 1948. (FR vom 13.3.12)
Leistungen aus dem Marshallplan gingen an 19 Staaten. Nur einer davon erlebte die "Währungsreform vom 20. Juni 1948". Der Marshallplan war nicht nur in Deutschland ein Erfolg.
Natürlich sind Kredite besonders wirksam da, wo es an (fast) allem fehlt, wie es damals in Deutschland war. Natürlich sind Kredite nur da sinnvoll, wo sie nicht nur dafür verwendet werden, privaten Reichtum zu vermehren oder sie gar vollends zu verzocken.
Aber das Sparprogramm, das mit der Weltwirtschaftskrise über das Deutschland der Weimarer Republik hereinbrach, hatte böse politische Folgen.
Götz Aly kennt sie weit besser als ich.
"Wer das fordert, hat auch von Geschichte keine Ahnung", schreibt Götz Aly und setzt dabei auf seine Autorität als Historiker.
Wer so schludrig argumentiert wie Aly, um damit seine ideologischen Positionen zu rechtfertigen, betreibt Geschichtsklitterung. Aly schadte nicht nur seinem eigenen Ruf. Wenn ein verdienter Historiker so etwas tut, diskreditiert er die Geschichtswissenschaft.
Das wenigstens einmal öffentlich ausgesprochen zu haben, glaube ich dem Berufsstand, den Aly lange Zeit sehr erfolgreich angehört hat, schuldig zu sein.
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10.3.12
Google-Warnstreik
Google bietet einen guten Service. Jetzt ist es mit seinen bisherigen Einnahmen aus Werbung unzufrieden und will wie Facebook alle privaten Daten seiner Benutzer aussagen und nach Belieben zur Verfügung stellen. So verstehe ich die höchst allgemeinen Formeln seiner neuen Datenschutzerklärung.
Es gibt Ersatz für Google. Für Suchmaschines ist es zum einen Bing, für mich Ask. Für E-Mails ist es einerseits Outlook, bei mir Web.de. Bei Blogs ist es primär Wordpress, daneben jetzt auch Posterous.
Bei Sozialen Netzwerken breche ich meine Erprobung von Google+ ab und werde mich auf Twitter beschränken.
Als Webbrowser sind ohnehin Firefox und Internet Explorer eher Standard als der von Google.
Es gibt Gründe, Google vorzuziehen, aber keine Notwendigkeit.
Ich werde mich einüben, auf Google zu verzichten, und am 12. März 2012 einen Warnstreik einlegen, indem ich Google nicht benutze.
Der Streik eines einzelnen ist wirkungslos, wenn er keine Nachahmer findet. Ich bin meinerseits ein Nachahmer. Wenn sich ein Schneeballsystem entwickelt, wird Google aufmerksam.
Sobald Google seine Datenschutzerklärung von den gefährlichen Allgemeinformeln befreit und nachvollziehbare Regelungen schafft, werde ich meinen Auszug aus Google abbrechen.
Es gibt Ersatz für Google. Für Suchmaschines ist es zum einen Bing, für mich Ask. Für E-Mails ist es einerseits Outlook, bei mir Web.de. Bei Blogs ist es primär Wordpress, daneben jetzt auch Posterous.
Bei Sozialen Netzwerken breche ich meine Erprobung von Google+ ab und werde mich auf Twitter beschränken.
Als Webbrowser sind ohnehin Firefox und Internet Explorer eher Standard als der von Google.
Es gibt Gründe, Google vorzuziehen, aber keine Notwendigkeit.
Ich werde mich einüben, auf Google zu verzichten, und am 12. März 2012 einen Warnstreik einlegen, indem ich Google nicht benutze.
Der Streik eines einzelnen ist wirkungslos, wenn er keine Nachahmer findet. Ich bin meinerseits ein Nachahmer. Wenn sich ein Schneeballsystem entwickelt, wird Google aufmerksam.
Sobald Google seine Datenschutzerklärung von den gefährlichen Allgemeinformeln befreit und nachvollziehbare Regelungen schafft, werde ich meinen Auszug aus Google abbrechen.
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4.3.12
So einfach ist es zwar nicht, aber
Manfred Spitzer berichtet:
„Papa, es gibt schlechte und gute Nachrichten. Die schlechte: Ich bin durch die Klausur gefallen. Die gute: Ich war der beste von den 93%, die durchgefallen sind“ schrieb mir mein Sohn per SMS während seines ersten Mathematik-Semesters an einer guten deutschen Universität."
"Nun weiß man jedoch, dass mathematische Hochbegabung mit Autismus (das heißt, einer psychischen Störung mit Defiziten in den Bereichen Kommunikation und soziale Interaktion) assoziiert ist:
Mathematiker haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Autismus erkrankt zu sein, [...]"
(Eine private Erfahrung: Die wissenschaftliche Hilfskraft, die - nach meinem Eindruck - in meiner Lehrveranstaltung am systematischsten das Selbstbewusstsein nicht hochbegabter Mathematikstudenten abbaute, wurde später Ordinarius.) - Normaldruck: Manfred Spitzer, Schrägdruck: Fontanefans Kommentar.
"Das Systematische an der Ausbildung von Mathematiklehrern besteht also darin, dass während ihrer Ausbildung aktive Selektion gegen Menschen mit sozialem Einfühlungsvermögen betrieben wird. Das ist etwa so sinnvoll wie das Abfassen der Lehrmaterialien sowie Abhalten der schriftlichen Prüfungen bei der Ausbildung zum Verkehrspiloten in Blindenschrift."
"Stellen Sie sich nun vor, ich hätte meinen letzten Patienten vor 30 Jahren gesehen und würde meine angehenden Psychiatrie-Weiterbildungsärzte mit den Worten begrüßen: „Vergessen Sie, was Sie in sechs Jahren Studium an medizinischer Theorie gelernt haben: Wir haben hier richtige Patienten!“ Undenkbar? – in der Medizin ja, in der Bildung der Normalfall! Pädagogik-Professoren
unterrichten keine Schüler."
Wohl aber Informatikprofessoren.
"Wie sollen sie als Vorbild dienen können, an dem junge Lehrer sich „eine Scheibe abschneiden“? Systembedingt können sie das gar nicht! – Für diese eklatante Schwachstelle im Bildungssystem gibt es bei den hierfür Verantwortlichen einen vollkommenen blinden Fleck: Man sieht sie gar nicht, und hat daher auch keinen Handlungsbedarf. Abhilfe wäre leicht mit einer Systemänderung zu schaffen. Ebenso wie es keine Ausbildung in Medizin ohne Patienten gibt, sollte für den Bereich der Bildung gelten: Wer Lehrer ausbildet, muss auch Schüler unterrichten und wo Lehrer ausgebildet werden, müssen Schüler sein; nicht irgendwo in einer assoziierten Schule, sondern mitten im pädagogischen Institut. Es sollte keine normale Schule sein, sondern eine Brennpunktschule, genau so, wie an Universitätskliniken ja auch vor allem die schwierigen Fälle behandelt werden und die nächste Generation lernt, wie man das macht."
Oben genannter Informatikprofessor erkannte bald, dass er in der Hauptschule zu wenig Gelegenheit hatte, Fachunterricht zu erproben, sondern an sehr grundsätzlichen Problemen hängen blieb, und wählte andere Bedingungen. (Ein reiner Pädagogikprofessor hätte das wohl nicht tun sollen. Doch kenne ich kein Beispiel von einem Professor, der kontinuierlich an einer rennpunktschule unterrichtete.)
"Von der Medizin weiß man:
Je mehr Therapieverfahren es für eine Krankheit gibt, desto schlechter wirken sie alle (und umgekehrt: Wenn etwas gut wirkt, machen alle genau das). In der Bildung haben wir 16 Systeme mit insgesamt knapp hundert Schultypen."
Nun ist Bildung etwas anderes als Medizin und es ließe sich an den Argumenten manches assetzen. Trotzdem gibt Spitzers Argumentation zu denken.
„Papa, es gibt schlechte und gute Nachrichten. Die schlechte: Ich bin durch die Klausur gefallen. Die gute: Ich war der beste von den 93%, die durchgefallen sind“ schrieb mir mein Sohn per SMS während seines ersten Mathematik-Semesters an einer guten deutschen Universität."
"Nun weiß man jedoch, dass mathematische Hochbegabung mit Autismus (das heißt, einer psychischen Störung mit Defiziten in den Bereichen Kommunikation und soziale Interaktion) assoziiert ist:
Mathematiker haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Autismus erkrankt zu sein, [...]"
(Eine private Erfahrung: Die wissenschaftliche Hilfskraft, die - nach meinem Eindruck - in meiner Lehrveranstaltung am systematischsten das Selbstbewusstsein nicht hochbegabter Mathematikstudenten abbaute, wurde später Ordinarius.) - Normaldruck: Manfred Spitzer, Schrägdruck: Fontanefans Kommentar.
"Das Systematische an der Ausbildung von Mathematiklehrern besteht also darin, dass während ihrer Ausbildung aktive Selektion gegen Menschen mit sozialem Einfühlungsvermögen betrieben wird. Das ist etwa so sinnvoll wie das Abfassen der Lehrmaterialien sowie Abhalten der schriftlichen Prüfungen bei der Ausbildung zum Verkehrspiloten in Blindenschrift."
"Stellen Sie sich nun vor, ich hätte meinen letzten Patienten vor 30 Jahren gesehen und würde meine angehenden Psychiatrie-Weiterbildungsärzte mit den Worten begrüßen: „Vergessen Sie, was Sie in sechs Jahren Studium an medizinischer Theorie gelernt haben: Wir haben hier richtige Patienten!“ Undenkbar? – in der Medizin ja, in der Bildung der Normalfall! Pädagogik-Professoren
unterrichten keine Schüler."
Wohl aber Informatikprofessoren.
"Wie sollen sie als Vorbild dienen können, an dem junge Lehrer sich „eine Scheibe abschneiden“? Systembedingt können sie das gar nicht! – Für diese eklatante Schwachstelle im Bildungssystem gibt es bei den hierfür Verantwortlichen einen vollkommenen blinden Fleck: Man sieht sie gar nicht, und hat daher auch keinen Handlungsbedarf. Abhilfe wäre leicht mit einer Systemänderung zu schaffen. Ebenso wie es keine Ausbildung in Medizin ohne Patienten gibt, sollte für den Bereich der Bildung gelten: Wer Lehrer ausbildet, muss auch Schüler unterrichten und wo Lehrer ausgebildet werden, müssen Schüler sein; nicht irgendwo in einer assoziierten Schule, sondern mitten im pädagogischen Institut. Es sollte keine normale Schule sein, sondern eine Brennpunktschule, genau so, wie an Universitätskliniken ja auch vor allem die schwierigen Fälle behandelt werden und die nächste Generation lernt, wie man das macht."
Oben genannter Informatikprofessor erkannte bald, dass er in der Hauptschule zu wenig Gelegenheit hatte, Fachunterricht zu erproben, sondern an sehr grundsätzlichen Problemen hängen blieb, und wählte andere Bedingungen. (Ein reiner Pädagogikprofessor hätte das wohl nicht tun sollen. Doch kenne ich kein Beispiel von einem Professor, der kontinuierlich an einer rennpunktschule unterrichtete.)
"Von der Medizin weiß man:
Je mehr Therapieverfahren es für eine Krankheit gibt, desto schlechter wirken sie alle (und umgekehrt: Wenn etwas gut wirkt, machen alle genau das). In der Bildung haben wir 16 Systeme mit insgesamt knapp hundert Schultypen."
Nun ist Bildung etwas anderes als Medizin und es ließe sich an den Argumenten manches assetzen. Trotzdem gibt Spitzers Argumentation zu denken.
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2.3.12
Warum die Deutschen? Warum die Juden?
Götz Alys große Leistung für die Erforschung der Zeit des Nationalsozialismus war, dass er mit seinem Buch "Hitlers Volksstaat" zum Bild der Herrschaft durch Gleichschaltung und Terror auch das der Herrschaft durch das Zuckerbrot der sozialen Wohltaten (besonders während des Krieges) hinzugefügt hat. Er hat geholfen, diese Zeit differenzierter zu sehen. In seinem neuen Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden? -Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800 - 1933" (Frankfurt 2011, 352 S.) versucht er sich am Gegenteil: Das differenzierte Bild von der Entwicklung vom mittelalterlichen religiösen Antisemitismus über den Rassenantisemitismus des späten 19. Jahrhunderts bis hin zu den Vernichtungsplänen im nationalsozialistischen Deutschland versucht er mit der Hypothese eines seit der Judenemanzipation durchgehenden Sozialneids zu vereinheitlichen.
Nun ist es heute schon schwer, monokausale historische Theorien zu verkaufen. Doch er erschwert es sich unnötig. Mit Hilfe des eindrucksvollen Quellenmaterials, das er ausbreitet und das - jedenfalls für den Nicht-Fachmann - bisher Unbekanntes enthält, könnte er ja den Eindruck erwecken, dass er eine bisher unbekannte Seite des Antisemitismus im 19. Jahrhunderts entdeckt habe. Doch statt die Quellen sprechen zu lassen und durch sorgfältige Analyse Argumente zur Unterstützung seiner These herauszuarbeiten, gefällt sich Aly darin, die Werte, die die historischen Personen vertraten, nicht zu kritisieren, sondern sie emotional abzuwerten.
Ein Beispiel:
Ernst Moritz Arndt bezeichnet "das Scharfe, das Spitzige, das Geistige, das Schlaue und Pfiffige" (Arndt zitiert nach Aly, S.57) als typisch jüdisch und stellt es den - angeblich "deutschen Tugenden" - Treue, Einfalt, Ordnungsliebe und Frömmigkeit gegenüber. Statt nun aufzuzeigen, dass diese angeblichen Tugenden nicht ganz unproblematische Charakterzüge sind, formuliert Aly: "Arndt und seine Anhänger verherrlichten das Bedächtige, legitimierten den Hass des Tölpels und der Transuse auf die Regsamen und Behänden." (Aly, S.57 - Hervorhebung von Fontanefan). Doch damit nicht genug. Auf diese emotionalisierte Verzerrung baut er seinen Schluss auf: "Sie schufen den Boden, aus dem der spezifisch deutsche Antisemitismus erwuchs: national eintöniges Gleichheitsgebrause, Engherzigkeit und grämlicher Neid [...]" (S.57).
Was daran sollte denn "spezifisch deutsch" sein? Das Eintönige, das Gebrause oder die Grämlichkeit? Denn Sozialneid hat es nicht nur in Deutschland gegeben. Jedenfalls mach Aly keinerlei Versuch, das zu widerlegen.
Ein zweites Beispiel:
Die Marseillaise, in der bekanntlich unter anderem dazu aufgefordert wird, dafür zu sorgen, dass "ein unreines Blut unsere Saaten düngt", beschreibt Aly, wie folgt:
"In der französischen Hymne brechen Menschen auf, greifen zu den Waffen, streiten für die Freiheit, überwinden Tyrannen in der Revolution." (S.67)
Dagegen charakterisiert er die deutsche Nationalhymne, wie folgt: "Das Lied der Deutschen besingt die Kuhwärme nationaler Gemeinschaft [...]" (S.67)
Bei dieser Argumentationsweise fällt es schwer, ihm zu glauben, dass Aly etwas Neues herausgefunden hat, wenn er schreibt: "Auch deutsche Freiheitshelden und Demokraten ebneten Wege, die am Ende nach Auschwitz führten." (S.70)
Es ist bekannt, dass die deutsche Geschichte um Aufstieg des Nationalsozialismus und dann zur Schoa führte. Sie führte auch zu Luthers Reformation, zu den Angriffskriegen Friedrichs II. von Preußen, zu Hindenburgs Schlachten in Ostpreußen. Eine Kausalkette von Luther zu Hitler oder von der "Kuhwärme" des Deutschlandliedes zu Auschwitz zu ziehen, dazu berechtigt der historische Zusammenhang freilich noch nicht. Jedenfalls nicht, wenn nicht etwas präziser argumentiert wird.
Nun ist es nicht so, dass Aly nirgendwo ernsthaft argumentierte. Seine Behauptung, die Stärke der Sozialdemokratie habe "indirekt die innere Bereitschaft von Millionen deutschen Arbeitern, die Partei Hitlers zu wählen" gefördert (S.130) versucht er durch sechs Argumente zu erhärten:
1. Die SPD förderte durch "die Zwischentöne ihrer antikapitalistischen Programmatik das Gefühl, dass die Juden [...] stark genug seien, sich selber gegen Angriffe zu wehren." (S.130)
2. Die Sozialdemokraten förderten "den geistigen und materiellen Aufstieg ihrer Anhänger". "In der historischen Rückschau wird deutlich, dass deutsche Proletarier, die sich auf den Weg des Aufstiegs gemacht hatten, [...] in der Generation ihrer Kinder zu Anhängern der NSDAP werden konnten - einer Partei der Aufsteiger." (S.131)
3. Die Sozialdemokraten förderten durch die Forderung nach Umverteilung Neid und damit "einen Faktor, der, wie im Vorangegangenen gezeigt, das Entstehen der modernen Judenfeindschaft [...] in Deutschland angeheizt hatte" (S.131)
4. Die Sozialisten waren gegen Liberalismus. Durch ihre Forderung nach sozialer Gerechtigkeit "relativierten sie notwendigerweise die Werte der individuellen Freiheit" (S.131). Mit ihrer Formel vom Klassenkampf gewöhnten sie ihre Anhänger an eine "Freund-Feind-Optik" (S.132).
5. "Ersetzte man die Vorstellung vom entrechteten Proletariat durch die Vorstellung vom entrechteten und bedrohten deutschen Volk [...] war der Weg zur nationalsozialistischen Utopie nicht weit." (S.132)
6. Nach Plessner (1936) ist die Basis-Überbau-Theorie für andere Ideologien nutzbar.
Daraufhin kommt er zu dem Schluss: "An alle sechs der hier aufgeführten Grundelemente [...] knüpften [...] rechtsnationalistische Bewegungen an, teils mit veränderten Inhalten, teils mit verwandten." (S.133)
Alys Buch enthält eine Fülle von interessanten Informationen.
Aus meiner Sicht verbaut er sich freilich eine überzeugende Argumentation durch unnötige Emotionalisierung und vorschnelle Schlüsse.
Denn natürlich sehe ich in der Forderung nach Gerechtigkeit eine Relativierung der "Werte der individuellen Freiheit", nämlich genau in dem Sinn, dass Freiheit immer durch die Freiheit des anderen eingeschränkt ist.
Dazu sollte ich freilich eingestehen, dass für mich die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit aufgrund der Finanzkrise wieder sehr aktuell geworden ist und dass diese Forderung meiner Meinung nach durchaus nicht den Weg nach Auschwitz ebnen hilft. Ein weniger voreingenommener Leser wird von der Lektüre des Buches noch mehr profitieren, als ich es getan habe.
Diese Besprechung ist zuvor schon bei ZUM-Buch erschienen.
Nun ist es heute schon schwer, monokausale historische Theorien zu verkaufen. Doch er erschwert es sich unnötig. Mit Hilfe des eindrucksvollen Quellenmaterials, das er ausbreitet und das - jedenfalls für den Nicht-Fachmann - bisher Unbekanntes enthält, könnte er ja den Eindruck erwecken, dass er eine bisher unbekannte Seite des Antisemitismus im 19. Jahrhunderts entdeckt habe. Doch statt die Quellen sprechen zu lassen und durch sorgfältige Analyse Argumente zur Unterstützung seiner These herauszuarbeiten, gefällt sich Aly darin, die Werte, die die historischen Personen vertraten, nicht zu kritisieren, sondern sie emotional abzuwerten.
Ein Beispiel:
Ernst Moritz Arndt bezeichnet "das Scharfe, das Spitzige, das Geistige, das Schlaue und Pfiffige" (Arndt zitiert nach Aly, S.57) als typisch jüdisch und stellt es den - angeblich "deutschen Tugenden" - Treue, Einfalt, Ordnungsliebe und Frömmigkeit gegenüber. Statt nun aufzuzeigen, dass diese angeblichen Tugenden nicht ganz unproblematische Charakterzüge sind, formuliert Aly: "Arndt und seine Anhänger verherrlichten das Bedächtige, legitimierten den Hass des Tölpels und der Transuse auf die Regsamen und Behänden." (Aly, S.57 - Hervorhebung von Fontanefan). Doch damit nicht genug. Auf diese emotionalisierte Verzerrung baut er seinen Schluss auf: "Sie schufen den Boden, aus dem der spezifisch deutsche Antisemitismus erwuchs: national eintöniges Gleichheitsgebrause, Engherzigkeit und grämlicher Neid [...]" (S.57).
Was daran sollte denn "spezifisch deutsch" sein? Das Eintönige, das Gebrause oder die Grämlichkeit? Denn Sozialneid hat es nicht nur in Deutschland gegeben. Jedenfalls mach Aly keinerlei Versuch, das zu widerlegen.
Ein zweites Beispiel:
Die Marseillaise, in der bekanntlich unter anderem dazu aufgefordert wird, dafür zu sorgen, dass "ein unreines Blut unsere Saaten düngt", beschreibt Aly, wie folgt:
"In der französischen Hymne brechen Menschen auf, greifen zu den Waffen, streiten für die Freiheit, überwinden Tyrannen in der Revolution." (S.67)
Dagegen charakterisiert er die deutsche Nationalhymne, wie folgt: "Das Lied der Deutschen besingt die Kuhwärme nationaler Gemeinschaft [...]" (S.67)
Bei dieser Argumentationsweise fällt es schwer, ihm zu glauben, dass Aly etwas Neues herausgefunden hat, wenn er schreibt: "Auch deutsche Freiheitshelden und Demokraten ebneten Wege, die am Ende nach Auschwitz führten." (S.70)
Es ist bekannt, dass die deutsche Geschichte um Aufstieg des Nationalsozialismus und dann zur Schoa führte. Sie führte auch zu Luthers Reformation, zu den Angriffskriegen Friedrichs II. von Preußen, zu Hindenburgs Schlachten in Ostpreußen. Eine Kausalkette von Luther zu Hitler oder von der "Kuhwärme" des Deutschlandliedes zu Auschwitz zu ziehen, dazu berechtigt der historische Zusammenhang freilich noch nicht. Jedenfalls nicht, wenn nicht etwas präziser argumentiert wird.
Nun ist es nicht so, dass Aly nirgendwo ernsthaft argumentierte. Seine Behauptung, die Stärke der Sozialdemokratie habe "indirekt die innere Bereitschaft von Millionen deutschen Arbeitern, die Partei Hitlers zu wählen" gefördert (S.130) versucht er durch sechs Argumente zu erhärten:
1. Die SPD förderte durch "die Zwischentöne ihrer antikapitalistischen Programmatik das Gefühl, dass die Juden [...] stark genug seien, sich selber gegen Angriffe zu wehren." (S.130)
2. Die Sozialdemokraten förderten "den geistigen und materiellen Aufstieg ihrer Anhänger". "In der historischen Rückschau wird deutlich, dass deutsche Proletarier, die sich auf den Weg des Aufstiegs gemacht hatten, [...] in der Generation ihrer Kinder zu Anhängern der NSDAP werden konnten - einer Partei der Aufsteiger." (S.131)
3. Die Sozialdemokraten förderten durch die Forderung nach Umverteilung Neid und damit "einen Faktor, der, wie im Vorangegangenen gezeigt, das Entstehen der modernen Judenfeindschaft [...] in Deutschland angeheizt hatte" (S.131)
4. Die Sozialisten waren gegen Liberalismus. Durch ihre Forderung nach sozialer Gerechtigkeit "relativierten sie notwendigerweise die Werte der individuellen Freiheit" (S.131). Mit ihrer Formel vom Klassenkampf gewöhnten sie ihre Anhänger an eine "Freund-Feind-Optik" (S.132).
5. "Ersetzte man die Vorstellung vom entrechteten Proletariat durch die Vorstellung vom entrechteten und bedrohten deutschen Volk [...] war der Weg zur nationalsozialistischen Utopie nicht weit." (S.132)
6. Nach Plessner (1936) ist die Basis-Überbau-Theorie für andere Ideologien nutzbar.
Daraufhin kommt er zu dem Schluss: "An alle sechs der hier aufgeführten Grundelemente [...] knüpften [...] rechtsnationalistische Bewegungen an, teils mit veränderten Inhalten, teils mit verwandten." (S.133)
Alys Buch enthält eine Fülle von interessanten Informationen.
Aus meiner Sicht verbaut er sich freilich eine überzeugende Argumentation durch unnötige Emotionalisierung und vorschnelle Schlüsse.
Denn natürlich sehe ich in der Forderung nach Gerechtigkeit eine Relativierung der "Werte der individuellen Freiheit", nämlich genau in dem Sinn, dass Freiheit immer durch die Freiheit des anderen eingeschränkt ist.
Dazu sollte ich freilich eingestehen, dass für mich die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit aufgrund der Finanzkrise wieder sehr aktuell geworden ist und dass diese Forderung meiner Meinung nach durchaus nicht den Weg nach Auschwitz ebnen hilft. Ein weniger voreingenommener Leser wird von der Lektüre des Buches noch mehr profitieren, als ich es getan habe.
Diese Besprechung ist zuvor schon bei ZUM-Buch erschienen.
1.3.12
Gauck, Götz Aly und der Holocaust
Joachim Gauck hat in einem Vortrag von 2006 gesagt, für Menschen, die das "Koordinatensystem religiöser Sinngebung verloren haben" könne ein paradoxer und unbewusster "psychischer Gewinn" darin liegen, im Holocaust einen negativen Fixpunkt zu sehen.
Götz Aly verteidigt ihn in der ZEIT vom 1.3.12 gegen die daraufhin gegen ihn von Deniz Yücel in der taz erhobenen Vorwürfe.
Gerade weil ich manche Positionen von Gauck und manche von Aly für fragürdig halte - nicht zuletzt aufgrund der Art, wie sie sie begründen bzw. nicht begründen, möchte ich aussprechen, dass ich Gaucks Überlegungen als von einem christlichen Standpunkt her gut nachvollziehbar und Alys Verteidigung für berechtigt halte.
Übrigens auch deswegen, weil ich sonst nicht selten mit in der taz vertretenen Positionen übereinstimme.
Die inzwischen nachgeholten Links verdanke ich dem von Aly kritisierten taz-Artikel, der die von ihm kritisierten Aussagen Gaucks vorbildlich verlinkt und außerdem in seinem Beitrag im Zusammenhang wiedergibt.
Er verweist auch auf die Argumentation von Clemens Heni, die ihn offenbar angeregt hat und die Heni schon am 3.6.2010 in einem Blogbeitrag vorgetragen hat und in der er als Kern der Prager Deklaration von 2008 herausstellte:
Heni begründet seine Behauptung mit der Aussage "Ohne den Kampf der Sowjetunion wäre der Holocaust nicht beendet worden". Danach wäre offenbar Kritik am Stalinismus eine Spezialform des Antisemitismus. Meiner Meinung nach eine allzu steile These.
Dies möchte ich festgehalten haben, damit meine Kritik an Positionen von Gauck und von Aly nicht in einen falschen Kontext gestellt wird.
Nachtrag vom 5.3.12:
Harry Nutt von der FR weist darauf hin, dass Yücel von der taz mit seiner Position durchaus nicht alleine steht, vertritt aber seinerseits auch die Position, dass Aly mit seiner Verteidigung Gaucks Recht hat.
Götz Aly verteidigt ihn in der ZEIT vom 1.3.12 gegen die daraufhin gegen ihn von Deniz Yücel in der taz erhobenen Vorwürfe.
Gerade weil ich manche Positionen von Gauck und manche von Aly für fragürdig halte - nicht zuletzt aufgrund der Art, wie sie sie begründen bzw. nicht begründen, möchte ich aussprechen, dass ich Gaucks Überlegungen als von einem christlichen Standpunkt her gut nachvollziehbar und Alys Verteidigung für berechtigt halte.
Übrigens auch deswegen, weil ich sonst nicht selten mit in der taz vertretenen Positionen übereinstimme.
Die inzwischen nachgeholten Links verdanke ich dem von Aly kritisierten taz-Artikel, der die von ihm kritisierten Aussagen Gaucks vorbildlich verlinkt und außerdem in seinem Beitrag im Zusammenhang wiedergibt.
Er verweist auch auf die Argumentation von Clemens Heni, die ihn offenbar angeregt hat und die Heni schon am 3.6.2010 in einem Blogbeitrag vorgetragen hat und in der er als Kern der Prager Deklaration von 2008 herausstellte:
"[...] der Holocaust war demnach kein präzedenzloses Verbrechen, der Antisemitismus der Deutschen und ihrer Helfer war nichts Besonderes, vielmehr ‚typisch‘ für ‚totalitäre Regime‘ wie dem Nazismus und Kommunismus. Der Holocaustgedenktag soll abgewertet bzw. ersetzt werden! Das sind das Ziel und die Konsequenz der neuen antisemitischen Bewegung in Europa und kaum jemand nimmt davon in Deutschland Notiz."(sieh Henis Beitrag!)Die Erstunterzeichner der Prager Deklaration "der frühere Präsident der Tschechischen Republik Vaclav Havel, der ehemalige Leiter der Gauck-Behörde, Joachim Gauck, der frühere Präsident von Litauen Vytautas Landsbergis, der schwedische konservative Politiker Göran Lindblad, sowie die beiden tschechischen Politiker Jana Hybaskova und Martin Mejstrik" seien also Vertreter eines neuen Antisemitismus.
Heni begründet seine Behauptung mit der Aussage "Ohne den Kampf der Sowjetunion wäre der Holocaust nicht beendet worden". Danach wäre offenbar Kritik am Stalinismus eine Spezialform des Antisemitismus. Meiner Meinung nach eine allzu steile These.
Dies möchte ich festgehalten haben, damit meine Kritik an Positionen von Gauck und von Aly nicht in einen falschen Kontext gestellt wird.
Nachtrag vom 5.3.12:
Harry Nutt von der FR weist darauf hin, dass Yücel von der taz mit seiner Position durchaus nicht alleine steht, vertritt aber seinerseits auch die Position, dass Aly mit seiner Verteidigung Gaucks Recht hat.
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