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18.2.19

Wozu noch unterrichten? - Wozu lernen?

Jochen Englisch stellt sich die Frage und argumentiert wie folgt:

"Das schriftliche bayerische Abitur ist inzwischen derart läppisch, das kann ein durchschnittlicher 10.-Klässler nach spätestens vier Wochen. Die meisten meiner 10.-Klässler kommen beim Hörverstehen genauso auf ihre ca. 16 Punkte (von 20) wie meine Abiturienten. Angesichts der absurd langen Zeit und der Tatsache, dass sie ein zweisprachiges Lexikon verwenden dürfen, verstehen auch mittelmäßige Schüler zumindest den Sachtext weitgehend problemlos (Hintergrundwissen brauchen sie ja eh nicht). Und man benötigt nun wirklich keinen großen Wortschatz um in lächerlichen 250 Wörtern darüber zu schreiben, ob Zoos (2016/II, 1.) bzw. der Muttertag (2014/I, 1.) abgeschafft werden sollten. Der größten Dumpfbacke habe ich nach spätestens zwei Wochen beigebracht, dass der Aufsatz eine kurze Einleitung, einen erkennbaren Hauptteil und einen kurzen Schluss haben muss. Und die Mediation ist eh so wischiwaschi, das können 10.-Klässler (wieder mit Hilfe des zweisprachigen Lexikons) auch schon längst." (Wozu eigentlich noch unterrichten? 26.1.19)

Darauf kommt er zu folgendem Ergebnis: 

"Als ich vor mehr als 30 Jahren angefangen habe zu unterrichten, war Englisch ein tolles, anspruchsvolles, „gymnasiales“ Fach. Mit der Einführung des G8 begann ein für unmöglich gehaltener Niedergang. Der Tiefpunkt ist noch gar nicht erreicht, aber schon jetzt ist es ein Deppenfach, in dem – koste es was es wolle – nur noch gute Noten/Punkte produziert werden sollen. Unterricht bzw. Lehren im traditionellen Sinne findet nicht mehr statt."  (Wozu eigentlich noch unterrichten?)

Er formuliert überspitzt. 
Wie viel davon ist überzeugend? Gilt das nur für Englisch oder auch für andere Fächer?

25.9.15

Hattie für gestresste Lehrer u.a.

2015 ist Hattie für gestresste Lehrer herausgekommen,ein kurzes Buch mit Kernbotschaften und Handlungsempfehlungen aus John Hatties "Visible Learning"

Klaus Zierer, Schneider Verlag (2015), 130 Seiten, ISBN: 9783834014009

Vgl. auch: Die Pädagogik des John Hattie

Hier findet sich die
Rezension von Klaus Dautel

Meine bisherigen Beiträge zu Hattie finden sich hier.


Aus dem Kommentar von Michael Mausbach zu folgendem kritischen Artikel zur Hattie-Studie möchte ich Folgendes zitieren:

Hattie ist für mich als Seminarausbilder sehr nützlich. Er schreibt zum Beispiel zum Feedback, dass er beide Richtungen, vom Lehrer zum Schüler und von den Schülern zum Lehrer zusammenfasst. Ihm dies als methodischen Fehler auszulegen ist etwas gewagt. Zumal man bei näherer Studie des Kapitels Unterscheidungen zwischen den Richtungen findet. Hattie kann hier auch nur als Ausgangspunkt für tiefere Recherchen genutzt werden. Das bedeutet natürlich viel Arbeit. Nach meiner Erfahrung als Seminarausbilder und Lehrer lohnt dies aber ungemein. Allein Kleinigkeiten zum Feedback verändern den Unterricht dramatisch. 
Auch zum effektiven Einsatz von Aufgaben findet man sehr gute Hinweise, um ihren Einsatz zu verbessern. Aber auch hier muss man eigene Arbeit hineinstecken. Hattie ist für mich ein Wegweiser zu lohnenden Veränderungen zum Unterricht. Allerdings muss man leider selber den mühsamen Weg gehen ;-)


Hat sich also was mit "für gestresste Lehrer"?
Die Tipps zu Feedback (*S. 47 f, S. 64ff) sind allerdings leicht zu verstehen. Man kann sie ja mit Maßen testen und dann nach trial and error verwerfen oder nicht.

*Klaus Zierer, Schneider Verlag (2015), 130 Seiten, ISBN: 9783834014009

6.6.15

Kann sich der Einsatz digitaler Medien im Unterricht positiv auf das Lernen der Schüler auswirken?

Da ich von Christian Ebel zu einer Blogparade mit dem oben genannten Titel eingeladen worden bin, will ich gern etwas dazu schreiben, auch wenn ich  für die Beantwortung der Frage nur bedingt geeignet bin. 
Vor allem will ich gern dazu beitragen, dass diese Blogparade noch besser bekannt wird.
Aber ich habe auch einige positive Erfahrungen gemacht. Die beziehen sich freilich nur auf gut zwei Schuljahre, und die liegen lange zurück (2005/06 und 2006/07).

Was sind meine positiven Erfahrungen?
Eine Schülerarbeit aus der 8. Klasse, die ich damals ins Netz gestellt habe, ist inzwischen über 98 000 mal abgerufen worden.
Aus der Arbeit einer 11. Klasse ist ein Wikipediaartikel entstanden, der in den letzten 90 Tagen über 2000 mal abgerufen worden ist.
Ein Schüler der 13. Klasse, der sich in einer über 100 km entfernten Schule einsam auf seine Abiturprüfung vorbereitete, wurde durch die Arbeiten meiner 13. Klasse angeregt, auch seine Abiturvorbereitungen ins Netz zu stellen.
Für mich persönlich am wichtigsten: Ein Kollege, den nicht nur ich für weit fähiger halte als mich, ließ sich von mir anregen, genauso wie ich mit seiner Klasse im ZUM-Wiki zu arbeiten (dafür gibt es inzwischen die Kurs- und Klassenseiten und zwar über 350). Und er berichtete mir nachher, seine Schüler hätten das als sehr hilfreich empfunden und ihn gefragt, weshalb er das nicht schon früher mit ihnen gemacht habe. (Meine Schüler empfanden die Arbeit im ZUM-Wiki, wenn ich es richtig sehe, eher als eine persönliche Marotte von mir.)
Darüber hinaus kann ich auch sonst vor allem über Unterricht von anderen berichten, den ich im Netz mitverfolgen konnte und der mir sehr imponiert hat. (zum Beispiel: Lernpfade,  Romantische Schule)

Daher antworte ich auf die Alternativfrage des Titels: Ja.

Die Fragestellung verdient freilich eine ausführlichere Behandlung.
Im Augenblick lässt es aber meine Arbeitssituation  nicht zu, die verschiedenen Positionen gegeneinander abzuwägen. Daher belasse ich es vorerst bei diesem Erfahrungsbericht, füge aber einige ergänzende  Berichte und Stellungnahmen hinzu.

Ich behalte mir vor, auf das Thema zurückzukommen, wenn meine Voraussetzungen wieder günstiger sind.

Statt dessen zunächst einmal ein paar Verweise auf andere Beiträge zur Blogparade, auch wenn ich gegenwärtig außerstande bin, sie vollständig mitzuverfolgen. (Wichtiger als mein Beitrag ist alles hier Genannte.)

Dazu:
Ein Beitrag von Andreas Kalt, der die Frage vorbildlich umfassend angeht:

Mit digitalen Medien besser lernen? Mein Beitrag zur Blogparade

darin u.a.:
"Durch die gemeinsamen Notizen der Schüler bekomme ich einen Einblick in deren inhaltliches Verständnis der Unterrichtsthemen, aber auch in ihre methodischen Fähigkeiten (zusammenfassen, formulieren, strukturieren etc.), so dass ich regelmäßig Wiki-Beispiele im Unterricht bespreche, um unklare Punkte auszuräumen oder besonders gute Aspekte hervorzuheben.
Das Wiki ist unser gemeinsam geführtes Heft, jedem Schüler steht es frei, auch seine persönlichen Notizen aus dem Unterricht auf einer persönlichen Seite im Wiki zu schreiben oder parallel ein Papierheft zu führen."
Karl Kirst:

Philippe Wampfler:
Haben digitale Medien einen Mehrwert für das schulische Lernen?
"Die Frage setzt voraus, dass bekannt ist, was »schulisches Lernen« ist. Damit wird davon ausgegangen, dass sie nur im Rahmen eines schulischen Settings beantwortet werden kann, das mit bestimmten Annahmen gekoppelt ist, z.B.:
  • Das relevante, interessante Lernen ist das schulische.
  • Die Rollenverteilung von Lehrkräften und Lernenden ist gegeben.
  • Das Schulhaus als Raum mit Klassenzimmern, in denen Präsenzlektionen abgehalten werden, stellt den Lernort dar.
  • »Lernen« ist leistungsbezogen: Es führt zu einem Output, der z.B. in Prüfungen messbar ist und zu Abschlüssen und Qualifikationen führt. [...]"
"Mit Tablet und Handy wird der Mathematik-Unterricht für die Schüler des Franz-Stock-Gymnasiums in Arnsberg anschaulicher. [...]"

  1. Eine große Chance sehen wir darin, die knappe Zeit im Plenum sinnvoller und effizienter nutzen zu können, da durch digitale Übungen mit automatisiertem Feedback (z. B.LearningApps, Moodle-Tests, …) ineffektive (da kaum individualisierte) Vergleichs- und Sicherungsphasen gespart werden können (z. B. zähe Übersetzungsvergleiche im Lateinunterricht: http://www.dgipad.net/blog/2014/12/5/bersetzungsarbeit-mit-baiboard).
  2. Größere Transparenz und Interaktion: [...]
"[...] ging es darum, dass die SuS eines Grundkurses Geschichte ihre schriftlichen Quellenanalysen ins Blog stellen sollten. Alle SuS hatten dann im Rahmen einer Arbeitsphase die Aufgabe, in Partnerarbeit mindestens drei andere Analysen zu kommentieren, positive sowie negative Aspekte herauszustellen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Der Grund für dieses Herangehensweise war, dass ich es in meinem normalen Unterricht niemals schaffe, alle Übungstexte eines kompletten Kurses durchzulesen und sinnvoll zu kommentieren (weshalb man ja auch schon in der analogen Welt dazu übergeht, sogenannte „Schreibkonferenzen“ abzuhalten). Diese Situation empfinde ich bis heute als sehr unbefriedigend, weil ich ja gerne sowohl den ganz schwachen SuS Unterstützung bieten möchte, aber auch den Schülerinnen und Schülern, die schon ganz ordentliche Texte schreiben. Selbst den besten Schülern kann man immer einen Tipp zur Verbesserung oder Optimierung auf den Weg geben. [...]"
https://cspannagel.wordpress.com/2015/06/14/danke-digitalfoto/ 

http://www.rete-mirabile.net/lernen/blogparade-digitale-medien/

Warum digitale Medien nutzen? http://frauschuetze.de/?p=6799 25.7.2015



Andererseits eine Gegenposition: 
"Immer öfter vernimmt man ernüchternde Berichte über die Erfolge der digitalen Bildungsformate. Studenten brechen diese Veranstaltungen ab bzw. nutzen die Angebote zu selten.
 Zuletzt kam ein Beitrag in einem internationalen Wissenschaftsjournal beispielsweise zu dem Schluss, dass Reiche diese Technologien nicht brauchen werden und Arme zu wenig motiviert sind, diese zu nutzen.
 Technologie alleine kann also dieses Problem - so der Autor - nicht beheben. Aber wo liegt denn nun das Problem?
 Der Verfasser des Beitrags nannte hier vor allem die fehlende Motivation und Peer Pressure. [...]
In einem Interview aus dem Jahre 1989 antizipierte der berühmte Science Fiction Autor Isaac Asimov nicht nur die Grundzüge des Internets, er war auch überzeugt, dass nun für das Lernen völlig neue Zeiten anbrechen würden.
Jeder könne dann direkt auf Wissensquellen zugreifen, Fragen stellen und in seiner Geschwindigkeit ohne standardisierte Curricula lernen, was „einen interessiert".
Das klingt natürlich utopisch, aber Asimov hatte wie kein anderer erkannt, dass digitales Lernen auch etwas mit der Wiederentdeckung der Freude am Lernen zu tun haben wird. „Es sei dann" so Asimov „eigentlich egal, welches Thema einen interessiere." Weil der Zugang, wenn er einmal gefunden sei, früher oder später zu einem anderen Themengebieten führe."
Experten-Befragung von Schulleitern zur Nutzung digitaler Medien, 14.7.15
Was den Schulleitern grundsätzlich Sorgen bereitet, sind die verschiedenen Formen des Mobbings in sozialen Medien wie z.B. WhatsApp, Instagram und Snapchat: Die reichen vom harmlosen Bloßstellen bis zur bösartigen Verleumdung – oftmals auch von Schülern außerhalb der eigenen Schule. Nachdem vor einigen Jahren auch manche Lehrer zur Zielscheibe negativer Äußerungen im Web wurden, leiden heute vor allem die Schüler selbst darunter. [...] Obwohl die Kollegen nach Beobachtung der Schulleiter im Privatleben selbstverständlich digitale Medien nutzen, sind sie bei deren Verwendung im Lehr- und Lernkontext häufig unsicher – insbesondere wenn es um Social Media wie Facebook, WhatsApp oder Snapchat geht. Eine systematische Qualifizierung für Lehrer wäre sicherlich hilfreich. [...] So lässt sich zusammenfassend feststellen, dass unzureichende Lehrerfortbildung, fehlende didaktische Konzepte, Vorbehalte und Bedenken seitens der – nicht nur älteren – Lehrerschaft sowie ungenügende Finanzierungsmöglichkeiten für Betrieb, Support und Lernsoftware die derzeit größten Herausforderungen in Sachen Digitale Schule darstellen. Auf der anderen Seite stehen große Hoffnungen und Erwartungen mit Blick auf einen modernen und motivierenden digitalen Unterricht [...]

Die Schule probt den digitalen Hochsprung FAZ, 24.7.2015

In der Debatte um digitale Bildung arbeiten sich beide Seiten an Karikaturen ihrer Gegenspieler ab. Und im Hintergrund lauert das große Geschäft. 23.07.2015, von F. KÜCHEMANN
[...] Die Schulforscherin Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn, mit Bos zusammen Leiterin der nationalen Erhebung besagter ICILS-Studie, stellte im Gespräch mit dieser Zeitung fest, „dass wir in Deutschland gerade ein Drittel der Schüler auf dem Weg in die Informations- und Wissensgesellschaft vollkommen verlieren und dass wir uns den Luxus erlauben, das Potential einer ganzen Schülergeneration zu vergeuden“. Diejenigen Lehrer, die gern neue Technologien nutzen wollten, fänden im Moment nicht die geeigneten Rahmenbedingungen vor, die modernes Lehren und Lernen überhaupt ermöglichten. Und annähernd dreißig Prozent der in Deutschland befragten Lehrer fänden der Studie zufolge gar, ihre Schüler würden durch den Einsatz digitaler Medien vom Lernen abgelenkt.
Eine Meinung, die leicht angestaubt wirkt. Dabei gibt es für sie durchaus zeitgemäße Argumente - aus der Hirnforschung, der Entwicklungs- und der Motivationspsychologie zum Beispiel, wie Gerald Lembke und Ingo Leipner in ihrem Buch „Die Lüge der digitalen Bildung“ (Redline Wirtschaft, München 2015) ausführen. „Digitale Medien stressen (...) erheblich den Arbeitsspeicher des Stirnhirns“, postulieren sie, „weil sie ihn gleichzeitig mit zu vielen Reizen bombardieren. Dadurch erlahmt unmerklich die Konzentration - und auch die willentliche Bereitschaft schwindet, die neuen Lerninhalte mit vorhandenem Wissen zu kombinieren.“  [...]

2.6.15

Schülerfrage

Ein Schüler fragt:
"Aber wäre es nicht wenigstens mal eine Überlegung wert, anstatt den Schülern mit dem ständigen G8-G9-Hin-und-Her-Gerudere auf die Nerven zu gehen, eine Individualisierung der Stundenpläne von Oberstufenschülern in Betracht zu ziehen?"
Bestimmt gibt es jemanden, der auf diese Frage hin fordern würde, ein Fach "Geschichte der Schulreformen in Deutschland" einzuführen, oder doch wenigstens ein Modul in der Lehrerausbildung mit diesem Gegenstand. 

Vermutlich reichte es aber, wenn man zurückfragte: Was spricht wohl gegen "Individualisierung der Stundenpläne von Oberstufenschülern"? 

Nur dann müsste Die Welt ohne diesen Artikel auskommen. 

19.2.15

Anforderungen an Lehrer von heute aus der Sicht von Hilbert Meyer


Lehrer sollten Methodendreiheit einsetzen, SZ 18.2.15
[...] In meinem Buch unterscheide ich drei Grundformen des Unterrichts: die direkte Instruktion, was im Prinzip dem Frontalunterricht entspricht, den individualisierenden Unterricht, der insbesondere an Grundschulen als Wochenplanarbeit praktiziert wird, und den kooperativen Unterricht, etwa in Form von Projektarbeit. In der direkten Instruktion, in der die Lehrer weitgehend die Wissensvermittlung übernehmen, wird nicht abgestimmt - aber die Schüler sollten immer wieder kritische Rückfragen stellen können und die Möglichkeit haben, eine Gegenposition zum gelehrten Stoff einzunehmen. In den anderen beiden Grundformen können die Schüler lernen, selbstorganisiert und solidarisch zu arbeiten. [...] 
Sie müssen lernen, unterschiedliche Rollen einzunehmen. Sie sollten zudem von der Vorstellung wegkommen, alle Inhalte selbst vermitteln zu wollen. Dieser Anspruch wird durch die Digitalisierung der Medien hinfällig werden und ist es teilweise jetzt schon. Die digitale Welt ist einfach da und die Frage ist nicht ob, sondern wie die Schule damit angemessen umgeht. Wichtiger wird es dementsprechend, den Schülern die Kriterien für korrektes fachliches Arbeiten beizubringen, damit sie nicht beliebige Wikipedia-Inhalte kopieren. Die kritische fachliche Auseinandersetzung lässt sich nicht durch elektronische Medien ersetzen.
Was mir daran gefällt: Dass er nicht die technischen Hilfsmittel in den Vordergrund stellt. 
Was mir fehlt, ist vor allem der Hinweis auf LdL und OER*, doch hätte ich mir auch einen Hinweis auf die große Bedeutung, die dem gesellschaftlichen Umfeld als Lernraum zukommt, gewünscht. (vgl. z.B. bei Herrn Rau Jugend forscht, Bibliotheksbesuch)

*Hier ein Hinweis auf OER für Geschichte

Ergänzend:
5 Geheimnisse des guten Unterrichts

Mein Kommentar: Geheimnisse sind das zwar nicht gerade, auch ist die Aufgliederung einer komplexen Aussage in angeblich einzelne Aussagen gegenwärtig schon so beliebt, dass man sie fast schon modisch nennen könnte.
Aber es bleibt immer wieder nützlich, sich klar zu machen, worauf es für LehrerInnen ankommt. 

  • Methodenvariation (sieh Meyer)
  • anregende Anforderungen
  • Klarheit über Lernziele und Lernschritte auch für die Schüler
  • eine wertschätzende Beziehung zwischen SchülerInnen und LehrerInnen
  • daraus folgend: Berücksichtigung von Störfaktoren bei den Schülern durch den Lehrer und Bemühen der Schüler, Konzentration auf den Unterricht für alle zu ermöglichen
  • ständige Rückmeldungen zwischen Schülern, Lehrern und Kollegen
(Natürlich versuche auch ich zu gliedern, aber ein wenig anders. Hauptsache kurz.)

3.1.13

Lernen hat mit Personen und Beziehungen zu tun

John Hatties Studie Visible Learning versucht aus einer Vielzahl von Metastudien Ergebnisse aus Untersuchungen zu gewinnen, die insgesamt 250 Millionen Schülerinnen und Schüler im Blick hatten.

Seine einzelnen Aussagen (Unterricht muss klar strukturiert sein, das Lernziel muss klar sein, der Lehrer muss jeden einzelnen Schüler im Blick haben) scheinen banal. Wichtig erscheint mir dabei: Der Methodenstreit dient dem Konkurrenzkampf bei der Verbesserung der Methoden, das Wichtigste aber ist effektiver Einsatz verschiedener Methoden.

Ein Bericht über Hattie fasst zusammen, er rehabilitiere schulische Alltagserfahrungen.
Meine persönliche Erfahrung: Es kommt auf den Lehrer, den Schüler und das Schulklima an. Zum Schulklima gehören die Beziehungen der Schüler untereinander, die Beziehung schon Schülern und Lehrern und die Beziehung der Lehrer untereinander und zu ihren Vorgesetzten.
Das heißt für mich: Zu allererst müssen die Schüler die Chance haben, ihre Stärken zu entwickeln und ihre Schwächen abzubauen, aber auch die Lehrer müssen die Gelegenheit haben, das zu tun.
Ich habe als Lehrer immer mit Neid (mit Bewunderung gemischt mit dem Gefühl: "Das will ich auch können") auf Lehrer geblickt, die ihren Unterricht klarer strukturierten und ein besseres Verhältnis Verhältnis zu ihren Schülern hatten. Gut ist eine Schule dann, wenn sie den Lehrern erlaubt, voneinander zu lernen. Das gilt auch für eine Schulverwaltung.
Eine Schulverwaltung, die als oberstes Ziel hat, Vorgaben des Kultusministers zu erfüllen, achtet weder die Selbstentfaltungsmöglichkeiten der Schüler, noch die der Lehrer und auch nicht die der eigenen Person.

Die Menschen stärken, die Sachen klären. Dies Motto scheint mir durch Hatties Untersuchung bestätigt.
Aber das sollte man für sich selbst überprüfen.

Wer gern Videos sieht, mag zu dieser Klärung die folgenden beiden heranziehen:
21st century education
Hatties Ergebnisse

Nachtrag vom 25.4.13:
Ein Interview mit Hattie

11.10.12

Erfahrungen mit Motivation

"Dann hab ich gottseidank die Kurve gekriegt, zur Zufriedenheit der Studenten und auch zu meiner eigenen Zufriedenheit. Ich bin dazu übergegangen, alles in der Gesamtgruppe Schritt für Schritt zu machen (was ich normalerweise überhaupt nicht leiden kann), aber für diese Gruppe war es GENAU das richtige. "Okay, jetzt alle mal eine Strecke konstruieren, und zwar so." ... (zwei Minuten rumlaufen, schauen, bis es alle haben). "Jetzt konstruiert einen Kreis so....".... (zwei Minuten rumlaufen, schauen, bis es alle haben). ... usw. usw. [...] Woran man mal wieder sieht, dass man seine Methodenwahl auch nach der Lerngruppe ausrichten muss."

Was war vorhergegangen? 
Fehlte es an Motivation? 
Von seiten der Studenten, von seiten des Lehrers?

Zur Beantwortung der Fragen kann man nachlesen in CS Spannagel: "Über die Dehnung von Geduldsfäden."


Ich bekam eine Migrantin über 40 Jahre als Deutschschülerin, eine Altenpflegehelferin, die der Lehrerin im Altenpflegekurs keine Freude gemacht hatte.
In Unkenntnis dessen, was sie für ihre Arbeit brauchte, meinte ich zu ihr, sie müsse entscheiden, was sie lernen müsse. Das ging gut, bis ich als Texte für unsere sprachlichen Übungen welche aus dem Themenbereich der Altenpflege wählte. Ich merkte zunächst nichts, bis sie mir sagte, der Unterricht gefalle ihr nicht mehr.
Wie konnte es passieren, dass sie einige Zeit später mit Texten aus dem Bereich der Altenpflege zufrieden war, ja sogar mehr Texte dieser Art anforderte?

Statt Sachtexten suchte ich Erfahrungsberichte, und sie suchte Texte, wie sie an ihrem konkreten Arbeitsplatz geschrieben wurden.
Dass das nicht eins zu eins auf Schulunterricht in großen Klassen übertragen werden kann, versteht sich von selbst. Wenn aber beide Seiten daran glauben, dass der Partner im Lernarrangement besten Willens ist, eine möglichst günstige Lernsituation zu schaffen, dann wird des öfteren Vergleichbares möglich sein.

8.8.12

Meine persönliche Erfahrung mit Unterrichtsreflexion


Der hier folgende Artikel ist in seinem Anfang identisch mit dem letzten Teil des Artikels Reflektierende Praktiker vom 7.8.12, der im Rahmen einer von Herrn Larbig angeregten Blogparade entstand.
Da dieser Artikel aber von vielen gelesen wurde, bevor ich diesen Teil angefügt habe, wiederhole ich ihn hier und nenne im Anschluss schon die weiteren Kapitel, die noch folgen sollen.


Ständige Überprüfung der eigenen Unterrichtsstrategie an den Unterrichtserfolgen sollte selbstverständlich sein und bei den meisten Kollegen ist sie das auch. Mein Pädagogisches Tagebuch als Reflektionsjournal habe ich aber nicht lange geführt. Entscheidend war immer die Außensicht.

Ganz wichtig ist die Rückkopplung mit Schülern. Sie ist aber nicht hilfreich, wenn der Lehrer keinen Lernwillen der Schüler voraussetzt und da, wo er nicht vorhanden ist, nicht erkennt, wodurch er verloren ging. Das heißt, es muss eine offene Kommunikation möglich sein. Wo das - wie sehr häufig - nicht der Fall ist, kann Mediation helfen. Wenn der Mediator das Vertrauen der Schüler gewinnt, hat der Lehrer die Möglichkeit die Interessen der Schüler unverzerrt durch konfrontative Standpunkte und/oder abhängigkeitsbedingte Beschönigungen wahrzunehmen.
Eine interessante Möglichkeit, auf die kreidefressen hinweist (danke!), ist die anonyme online-Befragung der Schüler über Sefu. Das setzt freilich Schüler voraus, die auf die Anregung eingehen.

Nützlich ist es aber auch, in die Schülerrolle zu schlüpfen.
Das kann geschehen, wenn man dem Unterricht eines Referendars folgt und dabei z.B. feststellt, selbst der aktivste Schüler weniger als 10 Minuten dem Unterricht folgt (ein energisches Plädoyer für Lernen durch Lehren und forschendes Lernen).
Noch nützlicher aber fand ich die Gelegenheiten, wo ich an Fortbildungen teilnahm und die Vorteile von informierenden Frontalphasen und gut organisierten Gruppenphasen mit öden Informations- oder gar Selbstdarstellungsblöcken und ermüdenden Gruppendiskussionen verglich (wie bekannt: ein Saboteur kann - wenn die Methode nicht rasch gewechselt wird - eine Lerngruppe im Nu lähmen; eine mitreißende Aufgabe kann auch bei allgemeinem Desinteresse Anstöße geben, die noch nach Jahren Wirkung zeigen).

Gemeinsame Erarbeitung von Unterricht mit Kollegen, deren Unterricht ich meinem eigenen vorzog, hat meine Reflexion wesentlich gefördert, nur hatte ich nicht ständig die Gelegenheit dazu (was nicht daran lag, dass ich meinen Unterricht immer vorbildlich gefunden hätte).

Gelegentlich frustrierender, aber auch erstaunlich lehrreich ist die Arbeit mit LehrerInnen im Vorbereitungsdienst (LIVs, vormals Referendaren).

Ein großer Vorzug: Während sonst gerade das, was im Unterricht nicht läuft, zur Reflektion herausfordert, kommt bei der Arbeit als Mentor mehr das in den Bick, was man schon gut macht.
Zum einen, weil man bei Anfängerfehlern befriedigt feststellen kann: Wenigstens den Fehler machst du nicht mehr. Zum anderen, weil man sich bei der Unterrichtsvorbereitung bemüht, möglichst sichere Tipps zu geben.
Aber auch die eigenen Schwächen kommen bei der Arbeit mit LIVs ganz anders in den Blick:
1. Man sieht manches, was wenig hilfreich ist und versteht, weshalb es nicht funktioniert, und stellt gelegentlich fest: Das mache ich ja genauso. Höchste Zeit, dass ich das ändere.
2. Die/der Ausbildende weist die LIV auf etwas hin, wovon man noch nichts gehört hat. Höchste Zeit, dass man sich schlau macht.

Weitere Kapitel:
Supervision
Funkkolleg

7.8.12

Reflektierende Praktiker - Blogparade

Herr Larbig fragt: "Wer führt zur Unterstützung eigener Praxisreflexion ein Arbeitsjournal? Oder: Wie sieht eure ReflexionsROUTINE aus?" und ruft in einem Blogartikel, in dem er eine kurze Begründung seiner Frage liefert, dazu auf, eine Blogparade zu diesem Thema zu beginnen. (sieh sein Artikel und seit dem 17.9. seine Darlegung seiner eigenen Reflexionsroutine).

Ich möchte seine Initiative unterstützen, doch der Zeitpunkt, wo sie mir ins Auge fällt (nach Mitternacht, vor einer längeren Invasion von Handwerkern in mein geliebtes Heim, Ende meiner schulischen Praxis vor 5 Jahren) ist nicht ideal für einen schwergewichtigen Beitrag.

Deshalb nur schnell ein paar Thesen, die ich verändern werde, wenn ich merke, dass ich falsch gelegen habe.

1. Ich habe meine Praxis nie so intensiv reflektiert wie Herr Larbig seine. Das merkt man schon an der Länge  der Blogartikel die wir schreiben.
2. Ich denke über die Praxis des Unterrichtens freier nach, seit ich nur noch nicht-beruflich unterrichte (mehr Zeit, weniger Festlegungen durch Lehrpläne und Rollenerwartungen).
3. Ein "Arbeitsjournal" im Larbigschen Sinne habe ich frühestens mit meinem Blog begonnen.
4. Über meine Unterrichtspraxis habe ich vor allem nachgedacht, wenn
     a) ich ein neues Fach unterrichtete
     b) ich es an einer neuen Schule unterrichtete
     c) ich die Chance hatte, eine von meiner stark abweichende Praxis kennenzulernen (z.B. die von Kollegen anderer Nationen); die hatte ich vor allem an der Europäischen Schule, wo ich beim Praxisaustausch, bei der Entwicklung von Lehrplänen für die Europäischen Schulen und nicht zuletzt bei Zeugniskonferenzen sehr unterschiedliche Haltungen zu Unterricht und zum Umgang mit Schülern kennen lernte.

Es steht zu hoffen, dass ich ergänzen und verändern werde. Spätestens, wenn ich andere Beiträge aus der Blogparade gelesen haben werde.

Weitere Stichworte:
Funkkollegs
Ausbildung zum Mediator und die folgenden Mediationen
Supervisionsgruppen mit LehrerInnen von unterschiedlichen Schulformen
Man höre und staune: Lehrerfortbildung (besonders regionale, danke Karl!)
Teamteaching
Lernen mit Referendaren
gemeinsame Erarbeitung von Unterrichtsmodellen
(Interessant war für mich die Erfahrung, dass ich auch bei den relativ offenen Modellen, zu denen wir Arbeitshefte veröffentlicht hatten, immer ein wenig vom vorgeschlagenen Konzept abgewichen bin, dass ich aber auf die Materialien nicht verzichten wollte, auch nachdem es weit aktuellere Materialsammlungen gab.)


Meine persönliche Erfahrung mit Unterrichtsreflexion:
Ständige Überprüfung der eigenen Unterrichtsstrategie an den Unterrichtserfolgen sollte selbstverständlich sein und bei den meisten Kollegen ist sie das auch. Mein Pädagogisches Tagebuch als Reflektionsjournal habe ich aber nicht lange geführt. Entscheidend war immer die Außensicht.

Ganz wichtig ist die Rückkopplung mit Schülern. Sie ist aber nicht hilfreich, wenn der Lehrer keinen Lernwillen der Schüler voraussetzt und da, wo er nicht vorhanden ist, nicht erkennt, wodurch er verloren ging. Das heißt, es muss eine offene Kommunikation möglich sein. Wo das - wie sehr häufig - nicht der Fall ist, kann Mediation helfen. Wenn der Mediator das Vertrauen der Schüler gewinnt, hat der Lehrer die Möglichkeit die Interessen der Schüler unverzerrt durch konfrontative Standpunkte und/oder abhängigkeitsbedingte Beschönigungen wahrzunehmen.

Nützlich ist es aber auch, in die Schülerrolle zu schlüpfen.
Das kann geschehen, wenn man dem Unterricht eines Referendars folgt und dabei z.B. feststellt, selbst der aktivste Schüler weniger als 10 Minuten dem Unterricht folgt (ein energisches Plädoyer für Lernen durch Lehren und forschendes Lernen).
Noch nützlicher aber fand ich die Gelegenheiten, wo ich an Fortbildungen teilnahm und die Vorteile von informierenden Frontalphasen und gut organisierten Gruppenphasen mit öden Informations- oder gar Selbstdarstellungsblöcken und ermüdenden Gruppendiskussionen verglich (wie bekannt: ein Saboteur kann - wenn die Methode nicht rasch gewechselt wird - eine Lerngruppe im Nu lähmen; eine mitreißende Aufgabe kann auch bei allgemeinem Desinteresse Anstöße geben, die noch nach Jahren Wirkung zeigen).

Gemeinsame Erarbeitung von Unterricht mit Kollegen, deren Unterricht ich meinem eigenen vorzog, hat meine Refktion wesentlich gefördert, nur hatte ich nicht ständig die Gelegenheit dazu (was nicht daran lag, dass ich meinen Unterricht immer vorbildlich gefunden hätte).

Fortsetzung dieses Artikels:
Lernen in der Mediengesellschaft,
Supervision,
Funkkolleg

Links zu den Artikeln der Blogparade bei Herrn Larbig.
Meine bisherigen Favoriten:
Frl. Rot
Andreas
mutigeschule
kreidefressen

1.5.12

Muss Schule sich ändern?

Herr Larbig sagt provokativ nein, denn sie verändere sich ja schon in Richtung mehr Internetverwendung, Lisa Rosa sagt dazu im Kommentar, sie müsse sich vernünftig verändern in Richtung Schülermitbestimmung.
Muuss-Merholz und Schaumburg betonen - wie Herr Larbig an anderer Stelle auch - die Notwendigkeit, Schulbücher durch OER-Material zu ersetzen. (hier das Whitepaper zu OER)

Beide haben irgendwie Recht.
Meiner Meinung aber müssen Schulen, Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung vor allem weniger hierarchisch werden, damit auch Durchschnittslehrer die Möglichkeit haben, Schülern mehr Mitwirkungsmöglichkeiten zu eröffnen und sinnvolle Verwendung des Internets einzuüben und zu lehren. Und das, ohne dass sie schon in der Referendarzeit und den ersten Unterrichtsjahren hoffnungslos überfordert werden.

Für mich wird der Wandel der Lehrerbeanspruchung deutlich an zwei Lehrerblogs: Dem Lehrerzimmer und sovielzumthemaschule. Da schreiben zwei engagierte und begabte Lehrkräfte. Beiden ist der Blog wichtige Ergänzung zum Schulalltag.
Im Lehrerzimmer sitzt jemand in Ruhe und schreibt - nicht selten über seine Hobbys (Literatur und Informatik) und stellt Unterrichtsprojekte vor.
In sovielzumthemaschule ist atemloses Bemühen, den Einbruch des Chaos zu verhindern, zu spüren, wie schon der Name es andeutet. Und das liegt nicht daran, dass wie in beliebten Fernsehfolgen der Lehrer als Sozialmanager ständig Ausnahmeprobleme seiner Schüler und Kollegen löst, sondern daran, dass die alltäglichen  Unterrichtssituationen und die Situationen im Kollegium die Lehrkraft zwangsläufig in den Katastrophenmodus treiben.

Die Unterschiede sind in Wirklichkeit sicher nicht so groß, wie die gekonnte Inszenierung der Blogs es suggeriert, aber symptomatisch für die wachsende Überforderung der Lehrkräfte scheint mir der Unterschied schon.

John Hattie meint, das Wichtigste sei die Veränderung des Feedbacks an Schulen: "Wir müssen uns mehr Gedanken darüber machen, wie das Feedback beim Schüler ankommt, anstatt einfach die Menge an Feedback zu erhöhen. Und ein dritter wichtiger Befund lautet: wenn Lehrkräfte mehr Feedback über die eigene Wirksamkeit erhalten, dann sind die Schüler die größten Nutznießer."


Meine Frage dazu: 
Wie sollen Lehrer hilfreiches Feedback geben können, wenn schon die Ausbildung darin besteht, sie in den Katastrophenmodus zu treiben und die Schulverwaltung durch ständige Regeländerungen alles dazu tut, ihn bei den ausgebildeten Lehrern zu erhalten?

29.11.09

Wie weit sollte Web 2.0 in den Unterricht integriert sein?

Leoni Schlick berichtet in DNAdigital sehr anschaulich über ihre Erfahrungen mit Computern und Internet im Unterricht und klagt:
Es wird noch immer mehr auf die Rentabilität einer Schule geachtet, als auf die Umsetzung neuer Medien und neuer Lehrmethoden, die vielleicht noch etwas Zeit brauchen, um ihre Wirkung zu zeigen.
Sie fordert (am 3.10.2008):
Lehrer und Führungskräfte müssten besser geschult werden, um bereits Kindern zu zeigen, was das Internet alles bietet.
Wenige, die ich kenne, tauschen sich in Foren aus, obwohl es so eine wundervolle Einrichtung ist, um Fragen zu stellen und Informationen und Hilfe zu erhalten.
Die Kinder kennen es oft nicht oder haben noch keinen Spaß am Schreiben.

Genau ein Jahr darauf äußert sie dann:
Da könnte sich einem schon mal die Frage stellen, was dieser Hype eigentlich soll. Ist es nun wichtig, sich um das "Warum wird es doch nicht so angenommen" zu kümmern oder lieber darum, was die neue Generation (und zwar die gesamte) wirklich will und vor allem braucht?
Müssen der Jugend von heute nun alle Tools auf Teufel komm raus näher gebracht werden oder bleibt man bei den alten Methoden und passt diese nur ein wenig an die heutigen technischen Möglichkeiten an?

Es lohnt sich, die vollständigen Äußerungen zu lesen, weil man selten von Schülerseite Begeisterung für die medialen Möglichkeiten und große Skepsis zur Frage, ob sie wirklich der Schülerschaft insgesamt etwas bringen von ein und derselben Person dargestellt findet.
Ich würde mich freuen, wenn diese Beiträge von Leonie eine Diskussion anregen könnten, und hebe nur eine Formulierung heraus: "Es wird noch immer mehr auf die Rentabilität einer Schule geachtet, als auf die Umsetzung neuer Medien".
Ist das nur der Einfluss neoliberalen Denkens auf seiten der Lehrerschaft oder gibt es noch andere Gründe?

29.5.09

McMathe

McDonald bietet allen 1,4 Millionen Sekundarschülern Australiens über MathsOnline kostenlosen Mathematikunterricht über das Internet an. Bei einem schon jetzt vorliegenden Fundus von 15000 Fragen bietet sich der Einsatz in anderen englischsprachigen Ländern an. Microsoft mit seiner Erfahrung im Übersetzen von Windows könnte dann die anderen Sprachversionen entwickeln, so dass bald auch Deutschland an der Einstellung hochbezahlter Mathematiklehrer einsparen könnte.

Vielleicht ist es ja an der Zeit, die Kulturhoheit der Länder durch eine weltweite Kulturhoheit der Firmen zu ersetzen.
Es böte sich an, Google den Sprach- und Literaturunterricht zu übergeben, hat es doch ohnehin die meisten Bücher schon eingescannt. Ein Bankenkonsortium könnte dann den Wirtschaftsunterricht organisieren und wegen der Verwandtschaft der Fächer am besten gleich den Politikunterricht dazu. Dann gäbe es in Zukunft nicht mehr die Abstimmungsprobleme zwischen Wirtschaft und Politik wie bei der gegenwärtigen Finanzkrise. Ich bin sicher, Scientology würde gern beim Religionsunterricht einsteigen, was mittelfristig den ärgerlichen clash of civilisations zwischen den Religionsgemeinschaften zu beseitigen helfen könnte.

21.3.09

Blogs an der Uni - Vorbild für Schule?

Christian Wagner, Professor an der Faculty of Business der City University Hong Kong, setzt Blogs an der Uni ein. C. Spannagel sieht sein Verfahren Weblogs zu bewerten, grudsätzlich kritisch. Prof. Neuhaus empfiehlt ein differenzierteres Bewertungsschema.
Und hier erläutert ein Student, wie er sie fürs Studium verwendet.
hier
Die Übertragung auf Lehrer und Schüler bleibt da freilich noch zu leisten.

27.1.09

LdL-Community

In Vorbereitung eines Tages zu Lernen und Lehren am 9.5.2009 in Ludwigsburg findet sich hier die LdL-Community von LdL-Experten und Interessierten zusammen.