Während in meiner aktiven Zeit als Lehrer meine Blogartikel weitgehend auf meinen Erfahrungen mit Schule und Schulbürokratie beruhten, ergeben sie sich seitdem aus dem, was mir mein persönliches Lernnetzwerk (PLN) mir zuträgt: Zeitungen und Zeitschriften, gedruckt und online, Kontakte mit Internetbekanntschaften (nicht zuletzt aus der ZUM), die ich nur selten persönlich treffe, Twitter, gutefrage.net, MOOCs, Newsletter u.ä. Eigene Recherchen betreibe ich nicht.
Hat ein solcher Echoraum für medial Produziertes seinen Sinn?
Positiv beantworten würde ich es eindeutig bei 2052. ..., Flüchtlinge und "Der Mann, der die Wüste aufhielt" (basierend auf einem ZEIT-Artikel von Andrea Jeska).
Bei meinen weit über 1000 anderen Texten? Bei meinen Meinungsäußerungen?
Immer wieder lese ich Artikel, die ich für festhaltenswert und empfehlenswert halte und erstelle Blogartikel, wie ich früher Zeitungsausschnitte sammelte. Bei einem Wikipediaartikel wie Zeitungsausschnitt, der 2009 entstand und seitdem immer wieder einmal verbessert wurde und gegenwärtig täglich zweimal abgerufen wird, erscheint mir das unbedingt sinnvoll, weil ich heute dort nicht nur lesen kann, was ich damals dazu herausgefunden habe, sondern auch, was ich in der Zwischenzeit hätte lernen können, wenn ich mich weiterhin damit beschäftigt hätte.
Ich will in Zukunft mehr Zeit für Beziehungen aufwenden und weniger für solche Texte.
Freilich, die Frage "Was tue ich eigentlich?" sollte man sich immer wieder stellen. Aber muss man wirklich einen Blogartikel dazu schreiben, nur damit man später einmal weiß, was man damals gedacht hat?
Und wenn Sie bis hierher gekommen sind, fragen Sie sich vermutlich: "Warum habe ich das hier eigentlich gelesen?"
Meine Schüler haben mir über die Aussageabsicht von Texten meist gesagt: "Der Text will zum Nachdenken anregen."
Hilft Ihnen das weiter?
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10.3.18
24.7.14
Elektroschrott und journalistische Recherche
Ein Joghurt kostet weniger als 1 Euro, seine Zutaten legen mehr als 1000 km zurück und alle Transporteure verdienen daran.
Ein kaputter Fernseher ist hierzulande kaum sinnvoll zu reparieren. Wird er illegal nach Afrika transportiert, bekommt er plötzlich Wert (z.B. 27 - 70 Euro). Dafür legt er Tausende Kilometer zurück und alle Zwischenhändler und Transportunternehmen verdienen daran.
Als Lehrer habe ich Schülern etwas über den Zusammenhang von Klimaerwärmung und den Wegen von Joghurtzutaten beigebracht. Als Blogger schreibe ich über die Wege von Elektroschrott. Das, was ich weitergebe, verdanke ich journalistischer Recherche. Ich hätte weder Zeit, Energie, Expertise noch den Apparat für solche Recherchen. Auch Politiker verdanken es meist Journalisten, wenn sie erfahren, dass ein Gesetz den gegenteiligen Effekt hat, von dem, was der Gesetzgeber beabsichtigt hat.
Lehrer und Politiker können ihre Arbeit nicht tun, wenn es die Voraussetzungen für aufwändige Recherche nicht mehr gäbe. Edward Snowden war darauf angewiesen, dass er sein Material gut vernetzten Journalisten mit umfangreichen Ressourcen im Hintergrund übergeben konnte. Ein einzelner Blogger hätte ihm dafür nichts gebracht.
Ob man von Qualitätsjpurnalismus sprechen will oder nicht, wir brauchen mächtige Apparate, die die Voraussetzungen für aufwändige Recherchen schaffen können.
So sehr ich die Informationen aus anderen Blogs schätze: Wenn Blogs den Zeitungsverlagen den Boden entziehen könnten, so wie es die Wikipedia bei den traditionellen Enzyklopädien geschafft hat, wäre das ein unersetzlicher Schaden.
Wie ich darauf komme? In der ZEIT Nr. 31 vom 24.7.14, S.13ff wird der Weg von verschrotteten Fernsehern akribisch nachverfolgt. Der eine geht an eine private Entrümplungsfirma und landet in Afrika. Der andere wird zu einer kommunalen Wertstoffsammelstelle gebracht, kommt zu einer regionalen Entsorgungsfirma und landet - auf seinem Weg ständig per Sender genaue Positionsmeldungen abgebend - auch in Afrika.
Wer wollte das auf eigene Faust recherchieren?
Was für Schlüsse man daraus ziehen soll?
Da sind wir wieder bei der Aufgabe eines Blogs. Da - wohl aufgrund des Verbots des Exports funktionsuntüchtiger Elektrogeräte - immerhin 35% dieser Geräte in das deutsche Recyclingsystem gelangen, erfüllt das Gesetz einen Sinn. Freilich ist es nicht so wirksam, wie es sein sollte.
Doch gelangen so weniger Fernseher auf die Elektromülldeponie Agbogbloshie.
Laut Wikipedia haben schon Greenpeace und die BBC den Weg defekter Fernseher verfolgt:
Mehr zum Thema Schrott (beliebig herausgegriffen):
Auf der Jagd nach dem Müll, Kölner Stadt-Anzeiger, 14.4.14
GEWERBLICHE SAMMLER. Mit Musik auf der Jagd nach Schrott, Rhein-Erft Rundschau, 24.7.13
Ein kaputter Fernseher ist hierzulande kaum sinnvoll zu reparieren. Wird er illegal nach Afrika transportiert, bekommt er plötzlich Wert (z.B. 27 - 70 Euro). Dafür legt er Tausende Kilometer zurück und alle Zwischenhändler und Transportunternehmen verdienen daran.
Als Lehrer habe ich Schülern etwas über den Zusammenhang von Klimaerwärmung und den Wegen von Joghurtzutaten beigebracht. Als Blogger schreibe ich über die Wege von Elektroschrott. Das, was ich weitergebe, verdanke ich journalistischer Recherche. Ich hätte weder Zeit, Energie, Expertise noch den Apparat für solche Recherchen. Auch Politiker verdanken es meist Journalisten, wenn sie erfahren, dass ein Gesetz den gegenteiligen Effekt hat, von dem, was der Gesetzgeber beabsichtigt hat.
Lehrer und Politiker können ihre Arbeit nicht tun, wenn es die Voraussetzungen für aufwändige Recherche nicht mehr gäbe. Edward Snowden war darauf angewiesen, dass er sein Material gut vernetzten Journalisten mit umfangreichen Ressourcen im Hintergrund übergeben konnte. Ein einzelner Blogger hätte ihm dafür nichts gebracht.
Ob man von Qualitätsjpurnalismus sprechen will oder nicht, wir brauchen mächtige Apparate, die die Voraussetzungen für aufwändige Recherchen schaffen können.
So sehr ich die Informationen aus anderen Blogs schätze: Wenn Blogs den Zeitungsverlagen den Boden entziehen könnten, so wie es die Wikipedia bei den traditionellen Enzyklopädien geschafft hat, wäre das ein unersetzlicher Schaden.
Wie ich darauf komme? In der ZEIT Nr. 31 vom 24.7.14, S.13ff wird der Weg von verschrotteten Fernsehern akribisch nachverfolgt. Der eine geht an eine private Entrümplungsfirma und landet in Afrika. Der andere wird zu einer kommunalen Wertstoffsammelstelle gebracht, kommt zu einer regionalen Entsorgungsfirma und landet - auf seinem Weg ständig per Sender genaue Positionsmeldungen abgebend - auch in Afrika.
Wer wollte das auf eigene Faust recherchieren?
Was für Schlüsse man daraus ziehen soll?
Da sind wir wieder bei der Aufgabe eines Blogs. Da - wohl aufgrund des Verbots des Exports funktionsuntüchtiger Elektrogeräte - immerhin 35% dieser Geräte in das deutsche Recyclingsystem gelangen, erfüllt das Gesetz einen Sinn. Freilich ist es nicht so wirksam, wie es sein sollte.
Doch gelangen so weniger Fernseher auf die Elektromülldeponie Agbogbloshie.
Laut Wikipedia haben schon Greenpeace und die BBC den Weg defekter Fernseher verfolgt:
Greenpeace verfolgte jedoch einen funktionsuntüchtigen Fernseher mit einem eingebauten Peilsender von einem Londoner Recyclinghof bis nach Nigeria. Auch die BBC konnte den Weg eines defekten TV-Sets von einer Londoner Straße bis nach Ghana verfolgen.[2]:S. 6.Brauchen wir also keine Zeitungen, weil wir ja NGOs und Rundfunkanstalten haben (wie z.B. das ZDF).
Mehr zum Thema Schrott (beliebig herausgegriffen):
Auf der Jagd nach dem Müll, Kölner Stadt-Anzeiger, 14.4.14
GEWERBLICHE SAMMLER. Mit Musik auf der Jagd nach Schrott, Rhein-Erft Rundschau, 24.7.13
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23.4.14
Blogs, die ich demnächst vorstellen will
Vorerst verlinke ich sie nur mit einem Stichwort, weil ich eine heftige Arbeitsphase vor mir habe und zwischenzeitlich Dinge langsamer angehen will.
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19.4.14
Wie weit werden meine Blogbeschreibungen den Blogs gerecht?
Wenn ich von dem Blogeintrag Lebenszeichen sage, er sei literarisch gestaltet, so nicht deshalb, weil ich mir dessen sicher bin, sondern deshalb, weil ein Blog, der bewusst komponiert ist, attraktiver wirkt als einer, bei dem die Beiträge, wie Kraut und Rüben daher kommen.
Es gibt aber noch einen anderen Grund. Der Abschied ist so abrupt, die Überschrift "Lebenszeichen" so ominös, dass der abschließende Halbsatz "dass ich nicht in der Versenkung verschwunden bin und ich euch keinesfalls vergessen habe" ganz danach klingt, als könnte die Autorin damit rechnen, dass in ihrem Leben eine so einschneidende Veränderung eintritt, dass sie mit ihren Leser(inne)n keinen Kontakt mehr halten kann. - Ich will einfach nicht, dass dieser realen Person etwas Unangenehmes zugestoßen ist, das ein Schweigen von gut eineinhalb Jahren begründet.
Ich versuche also das, was ich über den Blog weiß, in ein griffiges Bild zu bringen, ohne ernsthaft zu versuchen, es genau mit den mir vorliegenden Unterlagen abzugleichen.
Was bei einem Schüler unverzeihlich wäre, sich ein Bild von ihm zu machen und seine Überprüfung zu verweigern, glaube ich, mir bei einem Blog leisten zu können. Denn jeder kann sich ja sofort sein eigenes Bild von dem Blog machen, und außerdem kann ein etwas unzutreffendes Bild dem Blogautor kaum schaden. Zumal, wenn Sie jetzt vorgewarnt sind.
Es gibt aber noch einen anderen Grund. Der Abschied ist so abrupt, die Überschrift "Lebenszeichen" so ominös, dass der abschließende Halbsatz "dass ich nicht in der Versenkung verschwunden bin und ich euch keinesfalls vergessen habe" ganz danach klingt, als könnte die Autorin damit rechnen, dass in ihrem Leben eine so einschneidende Veränderung eintritt, dass sie mit ihren Leser(inne)n keinen Kontakt mehr halten kann. - Ich will einfach nicht, dass dieser realen Person etwas Unangenehmes zugestoßen ist, das ein Schweigen von gut eineinhalb Jahren begründet.
Ich versuche also das, was ich über den Blog weiß, in ein griffiges Bild zu bringen, ohne ernsthaft zu versuchen, es genau mit den mir vorliegenden Unterlagen abzugleichen.
Was bei einem Schüler unverzeihlich wäre, sich ein Bild von ihm zu machen und seine Überprüfung zu verweigern, glaube ich, mir bei einem Blog leisten zu können. Denn jeder kann sich ja sofort sein eigenes Bild von dem Blog machen, und außerdem kann ein etwas unzutreffendes Bild dem Blogautor kaum schaden. Zumal, wenn Sie jetzt vorgewarnt sind.
Soviel zum Thema Schule und Goethes Werther
Am 29.12.2012 findet sich auf dem Blog "Soviel zum Thema Schule" der Eintrag "Lebenszeichen". Darin heißt es u.a.:
Kestner hat Goethe mit klaren Worten, aber ohne jede literarische Absicht von Tod und Beerdigung Jerusalems, des literarischen Vorbilds von Werther berichtet. Die kurzen abschließenden Sätze aber bilden zu den ausführlichen Briefen Werthers einen harten Schlussstrich.
Der Hinweis der Bloggerin, dass sie Schwierigkeiten haben werde, innerhalb der nächsten 14 Tage etwas zu schreiben, klingt banal. Mit jeder Woche, jedem Monat, jedem Jahr, das nach diesen Worten ins Land geht, gewinnt die Überschrift "Lebenszeichen" aber an zusätzlicher Bedeutung.
Bei der Lektüre des Blogs hatte ich oft den Eindruck, dass die Darstellung zu nah an der Realität blieb, um nicht entschlüsselt zu werden, dass aber ein Formwille sie bestimmte, der weit mehr anstrebte, als reale Personen herabzusetzen und die Schreiberin in ein gutes Licht zu setzen.
Gerade bei Blogs von Autorinnen habe ich nicht selten das Gefühl, dass eine literarische Analyse lohnend sein könnte. Aber dafür brauchte ich mehr Zeit.
endlich habe ich Zeit für ein Lebenszeichen gefunden. Bei mir ist gerade sehr viel los, zu viel, um auch nur irgendwas geregelt zu bekommen. Ich hoffe das wird sich in den nächsten Wochen wieder entspannen, weiß aber leider nichts zu versprechen. Ich werde es versuchen – dennoch kann es sein, dass es innerhalb der kommenden vierzehn Tage schwierig wird.Diese Sätze haben eine große Ähnlichkeit mit dem Schluss von Goethes Werther. Zum einen deshalb, weil sie vermutlich die Beschreibung einer realen Situation enthalten, aber so in die Komposition des Textes eingearbeitet sind, dass sie eine beachtliche literarische Aussage gewinnen.
Kestner hat Goethe mit klaren Worten, aber ohne jede literarische Absicht von Tod und Beerdigung Jerusalems, des literarischen Vorbilds von Werther berichtet. Die kurzen abschließenden Sätze aber bilden zu den ausführlichen Briefen Werthers einen harten Schlussstrich.
Der Hinweis der Bloggerin, dass sie Schwierigkeiten haben werde, innerhalb der nächsten 14 Tage etwas zu schreiben, klingt banal. Mit jeder Woche, jedem Monat, jedem Jahr, das nach diesen Worten ins Land geht, gewinnt die Überschrift "Lebenszeichen" aber an zusätzlicher Bedeutung.
Bei der Lektüre des Blogs hatte ich oft den Eindruck, dass die Darstellung zu nah an der Realität blieb, um nicht entschlüsselt zu werden, dass aber ein Formwille sie bestimmte, der weit mehr anstrebte, als reale Personen herabzusetzen und die Schreiberin in ein gutes Licht zu setzen.
Gerade bei Blogs von Autorinnen habe ich nicht selten das Gefühl, dass eine literarische Analyse lohnend sein könnte. Aber dafür brauchte ich mehr Zeit.
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Eulen nach Athen tragen
Auf Herrn Raus Lehrerzimmer, Jochen Englisch, Frau Wehs Kuschelpädagogik, Frau Streng und Herrn Larbig (u.a. mit educhat) aufmerksam machen zu wollen und noch dazu von meinem kleinen Blog aus, hieße Eulen nach Athen tragen, und wäre nahezu vermessen.
Denn Herr Rau ist der Klassiker unter den Lehrerbloggern und war klarer Sieger der Wahl von 2009, JochenEnglisch ist nach dem Urteil der Anglisten, die ich kenne, geradezu schon eine Institution.
Von den Blogs von Frau Weh und Frau Streng kommen seit Ausrufung der Wahl für den Lehrerblog 2014 die meisten Weiterleitungen auf meinen Blog: Herr Larbig ist bei der Mehrzahl der pädagogischen Diskussionen unter Lehrern im Internet, die ich mitverfolge, eine der gewichtigsten Stimmen.
Nun sind aber die meisten Blogs, auf die ich hingewiesen habe und noch hinweisen werde, erstens weit häufiger besucht und zweitens gewichtiger als mein Blog. Warum traue ich mich trotzdem, sie zu empfehlen?
Dafür berufe ich mich als Fontanefan auf Fontanes Satz "Liebe gibt Ebenbürtigkeit."
Nun gehört der Satz freilich zu den Sätzen, die Fontanes Dubslav Stechlin so sehr schätzte, weil man bei ihnen mit gleicher Berechtigung auch das Gegenteil behaupten könnte. Aber das macht ja gerade den Reiz aus. Loben darf man nämlich auch, wenn man längst nicht ebenbürtig ist. Wie sonst dürften Christen aller Konfessionen ständig zum Lob Gottes aufrufen.
Aber bei diesen sehr bekannten Blogs, darf ich mir mit den Verlinkung sehr viel Zeit lassen und vorher auf den Blog kommen, den ich mit Goethes Werther vergleichen möchte.
Denn Herr Rau ist der Klassiker unter den Lehrerbloggern und war klarer Sieger der Wahl von 2009, JochenEnglisch ist nach dem Urteil der Anglisten, die ich kenne, geradezu schon eine Institution.
Von den Blogs von Frau Weh und Frau Streng kommen seit Ausrufung der Wahl für den Lehrerblog 2014 die meisten Weiterleitungen auf meinen Blog: Herr Larbig ist bei der Mehrzahl der pädagogischen Diskussionen unter Lehrern im Internet, die ich mitverfolge, eine der gewichtigsten Stimmen.
Nun sind aber die meisten Blogs, auf die ich hingewiesen habe und noch hinweisen werde, erstens weit häufiger besucht und zweitens gewichtiger als mein Blog. Warum traue ich mich trotzdem, sie zu empfehlen?
Dafür berufe ich mich als Fontanefan auf Fontanes Satz "Liebe gibt Ebenbürtigkeit."
Nun gehört der Satz freilich zu den Sätzen, die Fontanes Dubslav Stechlin so sehr schätzte, weil man bei ihnen mit gleicher Berechtigung auch das Gegenteil behaupten könnte. Aber das macht ja gerade den Reiz aus. Loben darf man nämlich auch, wenn man längst nicht ebenbürtig ist. Wie sonst dürften Christen aller Konfessionen ständig zum Lob Gottes aufrufen.
Aber bei diesen sehr bekannten Blogs, darf ich mir mit den Verlinkung sehr viel Zeit lassen und vorher auf den Blog kommen, den ich mit Goethes Werther vergleichen möchte.
18.4.14
Ma.y2: Junge Bloggerin, alter Blog
Ich kenne Mandy als junges, agiles Mitglied im ZUM-Vorstand, das eifrig für das ZUM-Team twittert und bloggt und in der ZUM-Unity auch als MandySchuetze bloggt. Nun weiß ich, dass die ZUM die älteste deutsche Institution ist, die copyrightfreie Unterrichtsmedien im Internet anbietet und dass ihre Hauptvertreter lieber feste Seiten und seit 2005 ZUM-Wikiseiten erstellten als bloggten.
Da traf es mich wie ein Schlag, als ich im Zuge der Wahl zum Lehrerblog 2014 feststellte, dass Mandy einen der ältesten Lehrerblog überhaupt betreibt, noch älter als der Blogklassiker Lehrerzimmer von Herrn Rau.
Hier ihre Beiträge vom Oktober 2002 und die vom April 2014.
Da sie so aktiv für ZUM und ZUM-Wiki wirbt, wird sie mir vermutlich nicht übelnehmen, dass ich die Vorstellung ihres Blogs auch für denselben Zweck nutze.
Ihre Beiträge sind fast durchweg praktisch orientiert, zeugen von eindrucksvoller Kenntnis von Unterrichtsmedien und lassen gelegentlich durchblicken, dass sie im täglichen Leben auch sehr praktisch orientiert ist.
Da traf es mich wie ein Schlag, als ich im Zuge der Wahl zum Lehrerblog 2014 feststellte, dass Mandy einen der ältesten Lehrerblog überhaupt betreibt, noch älter als der Blogklassiker Lehrerzimmer von Herrn Rau.
Hier ihre Beiträge vom Oktober 2002 und die vom April 2014.
Da sie so aktiv für ZUM und ZUM-Wiki wirbt, wird sie mir vermutlich nicht übelnehmen, dass ich die Vorstellung ihres Blogs auch für denselben Zweck nutze.
Ihre Beiträge sind fast durchweg praktisch orientiert, zeugen von eindrucksvoller Kenntnis von Unterrichtsmedien und lassen gelegentlich durchblicken, dass sie im täglichen Leben auch sehr praktisch orientiert ist.
10.3.14
Als Lehrer bloggen? (24. #EDCHATDE am 11.3.14)
Der Educhat zum Thema "Als Lehrer bloggen?" wird passenderweise durch Herrn Larbigs provokativen Beitrag “Lehrerblogs sind tot” vorbereitet.
Da ich zu dem Chat erfahrungsgemäß, wenn überhaupt, allenfalls zu spät komme*, versuche ich mich mal an ein paar Tweets:
#EDCHATDE Meine Frage war nie: soll ich, sondern nur: was blogge ich als Lehrer?
Da ich zu dem Chat erfahrungsgemäß, wenn überhaupt, allenfalls zu spät komme*, versuche ich mich mal an ein paar Tweets:
#EDCHATDE Meine Frage war nie: soll ich, sondern nur: was blogge ich als Lehrer?
#EDCHATDE
Nur ein kleiner Teil meiner Notizen ist speziell für Lehrer
interessant, deshalb blogge ich viel anderswo.
#EDCHATDE
Übers Bloggen habe ich viele Lehrer kennengelernt, mit denen ich
jetzt kommuniziere, d.h. vernetzt bin.
#EDCHATDE
In Blogs erfährt man viel über Unterricht und pädagogische Arbeit.
#EDCHATDE
Blogs sind nicht mehr die Speerspitze der Vernetzung; aber erlauben
es vielen, über den Tellerrand zu schauen.
#EDCHATDE
Tagebücher sind seit über 1000 J. interessant. Einige Blogs sollten
auch nach dem Internet überliefert werden, auch Lehrerblogs.
*Die Vermutung, ich könnte zu gewissen Zeiten körperliche Ertüchtigung den Internetaktivitäten vorziehen, ist zwar gewagt, aber nicht völlig von der Hand zu weisen.
Fremdzitat:
"So. Nun wird die Medienberatung ausgeweitet...
Nach etwa 2 Jahren und 500 tweets ist der Wunsch aufgekommen doch mal mehr Platz zu haben, als nur 140 Zeichen.
Deshalb ergänzt nun dieser kleine Blog meinen Twitter-Account."
(medienberater bloggt Dez. 2011)
vergleiche auch:
http://halbtagsblog.de/2014/03/10/lehrerblogs-sind-tot-nein-doch-nein-ein-diskussionsbeitrag/
http://lehrportfolio.tu-braunschweig.de/blog/archives/686#more-686
*Die Vermutung, ich könnte zu gewissen Zeiten körperliche Ertüchtigung den Internetaktivitäten vorziehen, ist zwar gewagt, aber nicht völlig von der Hand zu weisen.
Fremdzitat:
"So. Nun wird die Medienberatung ausgeweitet...
Nach etwa 2 Jahren und 500 tweets ist der Wunsch aufgekommen doch mal mehr Platz zu haben, als nur 140 Zeichen.
Deshalb ergänzt nun dieser kleine Blog meinen Twitter-Account."
(medienberater bloggt Dez. 2011)
vergleiche auch:
http://halbtagsblog.de/2014/03/10/lehrerblogs-sind-tot-nein-doch-nein-ein-diskussionsbeitrag/
http://lehrportfolio.tu-braunschweig.de/blog/archives/686#more-686
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Lehrerblog,
Tagebuch,
Vernetzung
Folgt auf das Tagebucharchiv ein Blogarchiv?
In Emmendingen gibt ein Tagebucharchiv. Was einst intimste Eintragung war, wird jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Welt ist durch Tagebücher bereichert worden.
Ein Blogarchiv scheint aber keinen Sinn zu haben. Blogs zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie öffentlich sind und ständig neu Aufmerksamkeit auf sich lenken. Verlinkung und Kommentare machen auf diese Notizen, Lerntagebücher, Materialsammlungen, Essays aufmerksam. (Tagebuchausstellungen nutzen ihrerseits Blogs, um auf ihre Tagebuchsammlungen aufmerksam zu machen. Beispiel: Tagwerke und besonders die dort zusammengestellten Links)
Bis vor einiger Zeit habe ich es auch so gesehen. Doch inzwischen habe ich immer wieder folgenden Blogeintrag gelesen:
Guten Abend meine Lieben,
endlich habe ich Zeit für ein Lebenszeichen gefunden. Bei mir ist gerade sehr viel los, zu viel, um auch nur irgendwas geregelt zu bekommen. Ich hoffe das wird sich in den nächsten Wochen wieder entspannen, weiß aber leider nichts zu versprechen. Ich werde es versuchen – dennoch kann es sein, dass es innerhalb der kommenden vierzehn Tage schwierig wird. Ich hoffe aber dennoch zwischendurch ein paar Stunden zu finden, in denen ich auch den Kopf frei genug habe um zu schreiben. Sollte das nicht der Fall sein, möchte ich euch wissen lassen, dass ich nicht in der Versenkung verschwunden bin und ich euch keinesfalls vergessen habe.
Es schien ein Eintrag wie viele in einem viel gelesenen Blog. Doch am 29.12.2012 veröffentlicht, blieb er bis heute der letzte Eintrag in dem Blog.
Das hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Blogs teils zu Unrecht eine kurzlebige Publikationsform sind.
Dabei möchte ich nur aus meiner Kenntnis von Lehrerblogs heraus sprechen.
Ursprünglich enthielten sie Erfahrungsberichte, Unterrichtsmaterialien und Diskussionsbeiträge zu pädagogischen Fragen. Dann folgten Kurzerzählungen aus dem Schulalltag, zum Teil anekdotischer Art, zum Teil aber auch schon mit der unausgesprochenen Absicht, das Leben (wie a) und den Unterrichtsalltag (wie b) von Lehrern literarisch aufzubereiten, sei es satirisch (wie c), sei es didaktisch.
Eine Mischform von Materialsammlung, Unterrichtsdokumentation und Lebensbericht stellen - in ihrer Gesamtheit - Grundschulblogs dar, offenbar die gegenwärtig am stärksten wachsende Lehrerblogsparte.
Die Textsorte Lehrerblog scheint mir daher mehr als nur aktuelle Gebrauchsliteratur zu enthalten. Schade, wenn sie im "Netz, was nichts vergisst" langsam untertauchen.
Blogs sollten - nicht nur als Vernetzungswerkzeuge - bekannter werden.
Zusatz:
Wenn ich Beispielblogs, um sie vorzustellen, schnell mal in eine Schublade stecke, sollen sie nicht darin bleiben. Gern darf die SchreiberIn protestieren; aber ohnehin kann sich jeder selbst ein Bild machen. Angesichts der über hundert Blogs, die ich in den letzten Tagen erstmalig wahrgenommen habe, wäre es verwunderlich, wenn ein von mir kurz übergestülptes Klischee genau treffen würde. Andererseits habe ich bei einer Charakterisierung meines Blogs durch Herrn Rau nach der ersten Verwunderung mir seine Sicht ein wenig zu eigen gemacht: "Ich sehe ihn als Bindeglied zwischen verschiedenen Bereichen der Bloggerszene. Mich verbindet er jedenfalls mit dem organisierteren Teil der Lehrerblogger." (Das könnte mit der ZUM zusammenhängen.)
Geschafft: Jetzt habe ich - ob gekonnt oder nicht - den Dreh gefunden, auf Herrn Raus Vorstellung von 13 Blogs hinzuweisen.
Zusatz:
Wenn ich Beispielblogs, um sie vorzustellen, schnell mal in eine Schublade stecke, sollen sie nicht darin bleiben. Gern darf die SchreiberIn protestieren; aber ohnehin kann sich jeder selbst ein Bild machen. Angesichts der über hundert Blogs, die ich in den letzten Tagen erstmalig wahrgenommen habe, wäre es verwunderlich, wenn ein von mir kurz übergestülptes Klischee genau treffen würde. Andererseits habe ich bei einer Charakterisierung meines Blogs durch Herrn Rau nach der ersten Verwunderung mir seine Sicht ein wenig zu eigen gemacht: "Ich sehe ihn als Bindeglied zwischen verschiedenen Bereichen der Bloggerszene. Mich verbindet er jedenfalls mit dem organisierteren Teil der Lehrerblogger." (Das könnte mit der ZUM zusammenhängen.)
Geschafft: Jetzt habe ich - ob gekonnt oder nicht - den Dreh gefunden, auf Herrn Raus Vorstellung von 13 Blogs hinzuweisen.
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Tagebuch,
Tagebucharchiv
2.3.14
Wozu Blogs gut sind - Versuch einer Typisierung von Lehrerblogs
Kurz gesagt sind Blogs gut für verlinkte Notizen, meist für andere lesbare Notizen.
Damit sind sie mehr und weniger als ein Logbuch (mit sehr präzisen Daten zur Rekonstruktion einer Reise) oder ein Tagebuch, dem man - je nach Temperament - auch Intimstes anvertrauen kann.
Die Notizen können einmal erläuterte Links sein (wie ein Großteil der Twitternachrichten und dieses Blogs), aber auch Arbeitsnotizen zu einem Thema, die anderen zur Verfügung stehen sollen und der Vernetzung mit einer Internetgruppe dienen sollen (wie hier). Nicht selten werden daraus auch abgeschlossene Arbeiten, wie es die meisten Blogbeiträge von Herrn Larbig sind, der freilich auch Netzwerkeinträge einsetzt.
Doch jetzt zu den speziellen Aufgaben von Lehrerblogs: Zum einen dienen sie der Vorstellung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterial, zum anderen dem Bericht über Schulerfahrungen (der mal eher (an)klagend, nicht zuletzt satirisch, mal recht humoristisch) gestaltet sein kann. Schließlich gibt es auch Berichte über private Erfahrungen und Beiträge zur Bildungspolitik. Nicht selten werden auch alle Formen vermischt, laut Lehrerfreund die klassische Form eines Lehrerblogs.
Anhang:
Kaum ist dieser Eintrag wenigstens halbwegs veröffentlichungsfähig, bietet uns Herr Rau eine unterhaltsame, graphisch hervorragend gestaltete und erfahrungsgesättigte Vorstellung von Blogs. Danke!
Kaum ist dieser Eintrag wenigstens halbwegs veröffentlichungsfähig, bietet uns Herr Rau eine unterhaltsame, graphisch hervorragend gestaltete und erfahrungsgesättigte Vorstellung von Blogs. Danke!
21.2.14
Lehrerblog-Schau - Aufruf zu einer Blogparade
Hinweis vom 2.11.2021:
Der Aufruf, von dem hier die Rede ist, stammt von 2014. Die Lehrerblogseite, die daraufhin entstand, ist inzwischen etwas überholt und wird demnächst gelöscht.
Hier ist die aktuelle Seite zu finden.
Freilich, wer sich zu diesem Blog verirrt hat, kennt gewiss den Sieger der damaligen Umfrage, das Lehrerzimmer von Herrn Rau. Ob wirklich alle die (viel häufiger als meiner gelesenen) Blogs von Frau Freitag und Fräulein Krise kennen, bin ich mir schon nicht mehr so sicher, weil diese interessanten Blogs einem etwas anderen Genre angehören.
Der damalige Zweite niemehrschule hat offenbar am 9.7.2012 aufgehört und der damalige "Säugling" (Blogs, die 2007/8 gegründet wurden) , Herr Larbig, ist inzwischen weit erwachsener als mein Blog, der zu den "Etablierten" (2006 gegründeten) Blogs gerechnet wurde.
Die 2001 bis 2005 gegründeten Blogs hießen damals bei Lehrerfreund die "Veteranen", ein Name, den sie sich inzwischen, so weit sie durchgehalten haben, redlich verdient haben, auch wenn sie vom (Blog)-Lebensalter her mit 9 bis 13 Jahren großenteils noch nicht einmal als Teenager gelten können.
Gut gegliedert in aktive, weniger aktive und diverse andere Blogarten stellt Herr Rau seine Blogroll vor.
Was soll da meine Lehrerblog-Schau?
Die Lehrerblogszene ändert sich ständig und kein einzelner kann über längere Sicht den Überblick behalten. Aber es gibt eine einfache, relativ unaufwendige Methode, einen Überblick herzustellen. Deshalb bitte ich jeden, der auf diesen Artikel aufmerksam wird, in einem Kommentar seinen Blog mit seinem Entstehungsjahr zu nennen. Das ist freilich noch unzureichend. Zusätzlich bitte ich jede(n), die Zeit und Lust hat, auf diese Blogger-Schau aufmerksam zu machen und andere Lehrerblogger zur Eintragung aufzufordern. Am besten nutzen sie die Gelegenheit auch dazu, Blogs, die ihnen gefallen, vorzustellen und auf die Wahl des Lehrerblogs 2014 aufmerksam zu machen, zu der ich im folgenden Artikel aufrufen werde.
Ich meinerseits verpflichte mich, wenn mindestens 20 Blogger sich hier gemeldet haben, eine Lehrerblogliste im ZUM-Wiki anzulegen, die vollständiger ist als die bisherige Beispielliste.
Damit man innerhalb der vielen Blogs eine gewisse Orientierung erhält, bitte ich darum, außer dem Entstehungsjahr auch Kurzhinweise auf die Ausrichtung des Blogs zu geben (wie z.B. Schulart/stufe oder Fächer). Bei der Gelegenheit noch eine Klarstellung: M.E. sollten sich bei den Lehrerblogs außer Referendaren auch Studierende für das Lehramt melden, da sie weitgehend dasselbe Problemfeld behandeln wie die fertigen Lehrer. Außerdem soll die Wahl des Lehrerblogs 2014 zur Orientierung dienen. Aus der Menge der dort für die einzelnen Blogs abgegebenen Stimmen kann man auf die Beliebtheit schließen und bekommt vielleicht eine Anregung, sich bisher noch unbekannte Blogs anzusehen.
Eine aktuellere Schau auf Lehrerblogs bietet Hanjo (Nov. 2015) (Pdf)
9.10.13
Wer liest noch nicht Frau Weh?
Um eins klarzustellen: Frau Wehs Blog ist keine Pflichtlektüre für Pädagogen und braucht es auch gar nicht zu sein. Dafür liest er sich einfach zu gut.
Aber wenn man gerade mal der Meinung ist, dass das Lehrerdasein doch ein recht hartes ist, tut es gut, ein wenig in ihrem Blog zu lesen.
Heute empfehle ich "Welche Pille würdest du wählen?" auf die Gefahr hin, dass alle meine Leser zu Frau Weh abwandern.
Und hier noch ein Zitat aus "Das Bildnis der Frau Weh":
Aber wenn man gerade mal der Meinung ist, dass das Lehrerdasein doch ein recht hartes ist, tut es gut, ein wenig in ihrem Blog zu lesen.
Heute empfehle ich "Welche Pille würdest du wählen?" auf die Gefahr hin, dass alle meine Leser zu Frau Weh abwandern.
Und hier noch ein Zitat aus "Das Bildnis der Frau Weh":
Als ich endlich das neueste Foto einklebe, wird mir auf einmal bewusst, was sich verändert hat. Es sind nicht die ersten Falten, nicht die Kleidung oder die Frisur.Es ist Gelassenheit.
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16.8.13
Umorientierung
Der Vorteil des Bloggens ist, dass man sich nicht an ein Redaktionskonzept zu halten braucht. So werde ich mein eigenes Konzept in nächster Zeit versuchsweise durchbrechen.
Im Unterschied zu anderen Bloggern habe ich meine Beiträge nicht nur verschiedenen Kategorien zugeordnet, sondern verschiedenen Blogs. Der Grund ist, dass ich gern selbst einen bequemeren Überblick haben will, was ich zu den Themenbereichen geschrieben habe.
Da ich in letzter Zeit weniger zu pädagogischen Themen schreibe, wird deshalb dieser Blog, der sich auf Pädagogisches konzentriert, weniger aktiv. Das ist mir in doppelter Hinsicht nicht recht. Erstens, weil es dazu führen kann, dass dieser Blog uninteressanter wird, weil dort weniger passiert. Zweitens weil manche Texte, die mir wichtig sind, weniger wahrgenommen werden, weil sie in einem seltener gelesenen Blog erscheinen. Deshalb will ich versuchsweise öfter Beiträge, die anderswo erschienen sind, ganz oder in Teilen auch in diesem Blog aufnehmen.
Ich beginne mit dem Thema Ausspähung und Geheimdienste, dessen Behandlung im Augenblick mein wichtigstes pädagogisches Interesse ist. Was passiert, wenn dies Thema im Wahlkampf weiterhin so ausgeblendet bleibt wie bisher und wenn es in den Schulen durch das Aufmerksamkeitsraster fällt, weil die mediale Behandlung des Themas zufällig in den Sommerferien ihren Höhepunkt hatte?
Ich werde das Thema deshalb gelegentlich auch hier aufgreifen und beginne mit einigen Zeilen, die ich schon anderswo veröffentlicht habe.
Bradley Manning und Edward Snowden verkörpern die Hoffnungen auf ein besseres, moralischeres Amerika, die Barack Obama enttäuscht hat. Der moralische Impuls und der persönliche Mut, der ihre Handlungen möglich gemacht hat, haben meine Bewunderung.
Mannings Tragik ist, dass er mehr weitergab, als moralisch zwingend geboten war und dass er keinen zureichenden Schutz erhielt. Hätte er wissen müssen, dass die USA Whistleblowern kein Recht widerfahren lassen?
Snowdens Tragik ist, dass er in Russland Asyl suchen musste. Sarah Harrison und das Centre for Investigative Journalism halfen, dass ihm bisher noch nichts noch Schlimeres passiert ist.
Ich bewundere auch den moralischen Impuls und den persönlichen Mut, mit dem Barack Obama angetreten ist. Dafür hat er den Friedensnobelpreis bekommen.
Darf man es persönliche Tragik nennen, wenn er als Perfektionierer von Geheimdienstaktionen (Bin Laden), Drohnenangriffe und Kampf gegen Whistleblower und investigativen Journalismus, Säulen der Demokratie im Medienzeitalter, in die Geschichte eingehen sollte?
Es wäre eine Schmach für die USA und die ganze westliche Welt, wenn sie die Grundlagen unserer Demokratie so kampflos preisgäben, wie die gegenwärtig Herrschenden offenbar gesonnen sind.
Mehr zum Thema habe ich im ZUM-Wiki geschrieben:
Im Unterschied zu anderen Bloggern habe ich meine Beiträge nicht nur verschiedenen Kategorien zugeordnet, sondern verschiedenen Blogs. Der Grund ist, dass ich gern selbst einen bequemeren Überblick haben will, was ich zu den Themenbereichen geschrieben habe.
Da ich in letzter Zeit weniger zu pädagogischen Themen schreibe, wird deshalb dieser Blog, der sich auf Pädagogisches konzentriert, weniger aktiv. Das ist mir in doppelter Hinsicht nicht recht. Erstens, weil es dazu führen kann, dass dieser Blog uninteressanter wird, weil dort weniger passiert. Zweitens weil manche Texte, die mir wichtig sind, weniger wahrgenommen werden, weil sie in einem seltener gelesenen Blog erscheinen. Deshalb will ich versuchsweise öfter Beiträge, die anderswo erschienen sind, ganz oder in Teilen auch in diesem Blog aufnehmen.
Ich beginne mit dem Thema Ausspähung und Geheimdienste, dessen Behandlung im Augenblick mein wichtigstes pädagogisches Interesse ist. Was passiert, wenn dies Thema im Wahlkampf weiterhin so ausgeblendet bleibt wie bisher und wenn es in den Schulen durch das Aufmerksamkeitsraster fällt, weil die mediale Behandlung des Themas zufällig in den Sommerferien ihren Höhepunkt hatte?
Ich werde das Thema deshalb gelegentlich auch hier aufgreifen und beginne mit einigen Zeilen, die ich schon anderswo veröffentlicht habe.
Bradley Manning und Edward Snowden verkörpern die Hoffnungen auf ein besseres, moralischeres Amerika, die Barack Obama enttäuscht hat. Der moralische Impuls und der persönliche Mut, der ihre Handlungen möglich gemacht hat, haben meine Bewunderung.
Mannings Tragik ist, dass er mehr weitergab, als moralisch zwingend geboten war und dass er keinen zureichenden Schutz erhielt. Hätte er wissen müssen, dass die USA Whistleblowern kein Recht widerfahren lassen?
Snowdens Tragik ist, dass er in Russland Asyl suchen musste. Sarah Harrison und das Centre for Investigative Journalism
Es wäre eine Schmach für die USA und die ganze westliche Welt, wenn sie die Grundlagen unserer Demokratie so kampflos preisgäben, wie die gegenwärtig Herrschenden offenbar gesonnen sind.
Mehr zum Thema habe ich im ZUM-Wiki geschrieben:
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USA
11.7.13
Bloggen gegen Burnout
Eike Müller möchte eine Masterarbeit zu diesem Thema schreiben und bittet deshalb diesen Fragebogen für ihn auszufüllen.
Ich werde den Fragebogen nicht ausfüllen, da ich über 65 Jahre alt bin und insofern aus der mit dem Fragebogen angesprochenen Zielgruppe herausfalle.
Doch sage ich ganz unabhängig vom Fragebogen zu der Frage Folgendes:
Bei Wikipedia und ZUM-Wiki habe ich in der Tat mitgemacht, weil mir die Vorstellung gefiel, dass ich mich ohne Lehrplanbindung mit den Fragen beschäftigen konnte, für die ich mich gerade interessierte, und dass niemand das zu lesen brauchte, der es nicht wollte (ich also nicht zu motivieren brauchte), und dass es offenbar eine ganze Reihe interessierte Leser gab.
Beim Bloggen gefiel mir, dass die Publikationsform noch freier war und dass ich zu manchen Fragen von Schul- und Unterrichtsorganisation äußern konnte, ohne einen Dienstweg gehen zu müssen.
Gegen Burnout hätte das Bloggen sicher nichts geholfen, schon weil ich die Entwicklungslinie idealistische Begeisterung, frustrierende Erlebnisse und Desillusionierung (vgl. Wikipedia) so nicht begangen habe.
Freilich: frustrierende Erlebnisse, Desillusionierung und Phasen einer gewissen Apathie bringt wohl jedes Arbeitsleben mit sich. Und gegen diese drei kann öffentliches Schreiben durchaus helfen.
Gegenwärtig hilft es etwas, sich zu der Verfolgungsjagd auf Snowden äußern zu können und Informationen etwas übersichtlicher als bei Wikipedia bereitzustellen.
Ich werde den Fragebogen nicht ausfüllen, da ich über 65 Jahre alt bin und insofern aus der mit dem Fragebogen angesprochenen Zielgruppe herausfalle.
Doch sage ich ganz unabhängig vom Fragebogen zu der Frage Folgendes:
Bei Wikipedia und ZUM-Wiki habe ich in der Tat mitgemacht, weil mir die Vorstellung gefiel, dass ich mich ohne Lehrplanbindung mit den Fragen beschäftigen konnte, für die ich mich gerade interessierte, und dass niemand das zu lesen brauchte, der es nicht wollte (ich also nicht zu motivieren brauchte), und dass es offenbar eine ganze Reihe interessierte Leser gab.
Beim Bloggen gefiel mir, dass die Publikationsform noch freier war und dass ich zu manchen Fragen von Schul- und Unterrichtsorganisation äußern konnte, ohne einen Dienstweg gehen zu müssen.
Gegen Burnout hätte das Bloggen sicher nichts geholfen, schon weil ich die Entwicklungslinie idealistische Begeisterung, frustrierende Erlebnisse und Desillusionierung (vgl. Wikipedia) so nicht begangen habe.
Freilich: frustrierende Erlebnisse, Desillusionierung und Phasen einer gewissen Apathie bringt wohl jedes Arbeitsleben mit sich. Und gegen diese drei kann öffentliches Schreiben durchaus helfen.
Gegenwärtig hilft es etwas, sich zu der Verfolgungsjagd auf Snowden äußern zu können und Informationen etwas übersichtlicher als bei Wikipedia bereitzustellen.
Labels:
Apathie,
Blog,
Burnout,
Desillusionierung,
Frustration
11.3.13
Meine Erfahrungen mit Lehren und Lernen II
Meine Kommunikation und die Berichte über meine Aktivitäten im pädagogischen Feld habe ich in letzter Zeit weitgehend aus diesem Blog heraus verlagert. Damit es hier aber nicht gar zu langweilig wird und zur leichteren Zugänglichkeit für mich selbst, will ich aber wieder etwas mehr hieherziehen.
Zum einen den Hinweis auf meine Teilnahme am hessischen Landtagsprojekt der Wikipedia mit dem dortigen Gummibärchen, dann meine online Stippvisite bei Geschichte Lernen digital am 8.3., und schließlich will ich für die, die die Fortsetzung meines Berichts zu Erfahrungen mit Lehren und Lernen noch nicht gelesen haben, ihn auch hier vorstellen und bei der Gelegenheit auch ergänzen. (z.B. u dem afrikanisch-deutschen Blog "Nachbarschaft", s.u.)
Der Abschluss des Berichts soll dann in einem kommenden Beitrag erfolgen.
Erfahrungen mit Lehren und Lernen II
In meiner Referendarzeit hatten wir einen Fachleiter, der seine Stunden so hielt: Er trat in die Klasse, fragte "Wo waren wir das letzte Mal?" und von da an sprachen nur noch die Schüler. Jedenfalls war das in seinen Vorführstunden für Referendare so. Dieser Idealform des Mottos unserer Ausbilder "Mehr strukturieren, weniger eingreifen!" entsprach mein Unterricht nur im absoluten Ausnahmefall. Im Normalfall machte die Strukturierung immer wieder ein Eingreifen erforderlich. Ohne moderierendes Eingreifen verflachte das Gespräch. Heutige Talkshows erinnern mich immer wieder an den Alptraum solcher Stunden. Die Lösung des Problems schien Gruppenarbeit zu sein. Durch Materialvorgabe und klare Aufgabenstellung sollte die Strukturierung sichergestellt sein, das Eingreifen überflüssig. Das klappte mehr oder minder gut. Die Schwachstelle kam freilich bei dem Bericht der arbeitsteiligen Gruppen über ihre Ergebnisse. Jede Gruppe war darauf fixiert, in den Augen des Lehrers gut dazustehen, die Mitschüler waren unwichtig. Dementsprechend ließ die Motivation des Plenums rapide. Ganz andere Erfahrungen machte ich, wenn ich in der Oberstufe die Gestaltung der Stunden vollständig den Schülern übertrug. Hier gelang des öfteren Teamteaching recht vorbildlich. Doch das hing immer wieder vom Zusammenspiel der Lehrgruppe mit der Gesamtgruppe zusammen. Ein “Lerne freiwillig und mit Begeisterung, was die Schule von dir zu lernen verlangt” war mit dieser Methode jedenfalls ebenfalls nur im Ausnahmefall zu erreichen. Eigenverantwortliches Arbeiten anzuleiten gelang mir dagegen mit der von Heinz Klippert gelernten Methode des Gruppenpuzzles besser. (Dabei bereiten "Stammgruppen" ein Thema vor und setzen sich dann in "Expertengruppen" zusammen, in denen die Experten sich gegenseitig über das zuvor Erarbeitete berichten. Dabei gibt es methodische Varianten, die sich danach unterscheiden, welche Rolle der Arbeit mit der Gesamtgruppe zugemessen wird.) Jeder Pädagoge vermisst in meinem Bericht bis jetzt den Projektunterricht. Meine Erfahrung: Je größer das Projekt ist, desto mehr kommt es auf die Anpassung an die Gruppe und ihre Lernsituation an. Grundsätzlich ist es dabei leichter als bei Kursunterricht möglich, intrinsische Motivation zu wecken, aber im Rahmen eines stundenplangetakteten Unterrichts sind kann nicht gleichfalls in allen Fächern an größeren Projekten gearbeitet werden. Was hat sich aus meiner Sicht bewährt? Theaterstücke, Planspiele, die Erstellung von Büchern, Blogs, Wikiartikeln. Konkrete Projekte, die mir gefallen haben, sind z.B. im Deutschunterricht Klasse 5 - 7 Krabat, in der Oberstufe Romantische Schule. Gegenwärtig werbe ich für die Erstellung von "Miniwikipedias" für das behandelte Fachgebiet mit Stichworterklärungen auf Schülerniveau. Ein Beispiel dafür entsteht gerade im ZUM-Wiki (zu finden unter Historische Stichworte). Theoretisch ließen sich so in großem Stil copyrightfreie Unterrichtsmaterialien (OER) durch Schüler erstellen. Im ZUM-Wiki finden sich dafür viele Ansätze. Weshalb bisher mit dieser Methode keine kompletten Lehrwerke entstehen, wäre zu diskutieren. Offenkundig ist es nicht einfach, sie zu erstellen, es ist aber vielleicht auch nicht sinnvoll. Zu von Lehrern erstellten offenen Bildungsinhalten verweise ich auf die laufenden Diskussionen.
Jetzt aber zu meinen Erfahrungen mit eigenem Lernen und Einzelunterricht...
Wikisource: Am meisten beeindruckt hat mich, wie gut mein Projekt der Entzifferung eines Augenzeugenberichts über Napoleons Russlandfeldzug vorankam, nachdem ich Unterstützung bei Wikepianern und Wikisourcemitarbeitern gefunden hatte. (vorher - nachher) Mein Dank gilt besonders Frank und Paulis, aber selbst der Versionsgeschichte ist nicht ohne weiteres zu entnehmen, wie viele anderen außerdem beteiligt waren. Man müsste die Versionsgeschichten aller 185 Seiten durchgehen. Aus einem recht unvollständigen und fehlerhaften Entzifferungsversuch wurde eine Edition mit erläuternden Anmerkungen, die sich m.E. sehen lassen kann. Solch eine Edition wäre mir, aber auch keinem anderen von uns allein nicht möglich gewesen (bei Frank allerdings wohl nur aufgrund des Zeitmangels). Nebenbei erhielt ich Einblick in andere Editionsunternehmen wie besonders die Herausgabe aller unterschiedlichen Originalausgaben der Märchen der Brüder Grimm Literaturhinweise zum Russlandfeldzug, an die ich sonst nie gekommen wäre. Aber auch ganz private Projekte wie die Verbesserung alter Kassettenaufnahmen kamen voran, weil ich über ZUM.de technisch Findigere als mich kennenlernte. Urheberrecht, Philosophie.
Blogs: Bei Wikis gerät man über die Arbeit an konkreten Projekten mehr oder minder intensiv in die Wiki-Gemeinschaft hinein. Innerhalb der Blogger Beziehungen aufzubauen, erfordert über die Arbeit an den einzelnen Blogartikeln auch konkrete Kotaktaufnahme mit anderen über Kommentare. Wenn man freilich in der Wikipedia auch nur kurz mit Benutzer: Jeanpol zusammen gearbeitet hat, ergibt sich die Einführung in die pädagogische Bloggerszene wie von selbst. Außer ihm nenne ich nur das Lehrerzimmer von Herrn Rau und den Lehrerfreund.
Der Sonderfall Nachbarschaft (ein afrikanisch-deutsches-Online-Magazin) ergab sich über einen lokalen Kontakt mit einer deutschen Studentin, die an einem internationalen afrikanischen schulorientierten Magazin mitarbeitete, das als Druckversion verbreitet wurde, bei dem die Zusammenarbeit der Redakteure aber über E-Mail lief. Mein Vorschlag, es auch ins Internet zu stellen, fand Anklang. Seit einiger Zeit werden fast nur Beiträge von deutschen Redaktionsmitgliedern eingestellt, da das gedruckte Schulmagazin wegen Krankheit und anderen Problemen der afrikanischen Redakteure gegenwärtig pausiert.
Soziale Medien: Twitter wird von mir vor allem zum Hinweis auf Internetaktivitäten von mir verwendet, aber auch für Hinweise auf Internetaufrufe von bekannten Nichtregierungsorganisationen wie z.B. z.B. Avaaz, Amnesty, Campact - Demokratie in Aktion und Rettet den Regenwald e.V. sowie für gelegentliche Diskussionen und zum Mitverfolgen von Internetkursen.
Damit wäre ich beim nächsten Thema: MOOCs u.ä. Darüber informiert mein Blog, der darauf spezialisiert ist.
Barcamps schätze ich seit meiner Telnahme am CorporateLearningCamp 2012.
Gruppenunterricht und Einzelunterricht:
Deutsch als Fremdsprache
Ich habe neun Jahre Unterrichtsgruppen in Deutsch als Fremdsprache an einer Europäischen Schule unterrichtet. Fremdsprachenlehrer werden zu recht feststellen, dass ich bei diesem learning by doing nicht viel Methodik gelernt habe; doch habe ich dabei dreierlei gewonnen:
Erstens die Erfahrung, dass ab einem gewissen Niveau der Sprachbeherrschung des Schülers offenbar die Sprachkenntnis des Lehrers wichtiger wird als die Methode (sofern er nicht wichtige Regeln ganz außer Acht lässt).
Zweitens den Mut, in Deutschland Sprachunterricht für Ausländer fortzusetzen.
Drittens eine Kenntnis über gewisse Regelmäßigkeiten der deutschen Grammatik, die der Deutschkundige nicht wahrnimmt, weil er sie aufgrund ständiger Anwendung beherrscht, während deutschlernende Muttersprachler aufgrund einer rasanten Sprachentwicklung oft Schwierigkeiten bei der Anwendung der Fälle haben und zwar nicht nur, weil - angeblich - der "Dativ dem Genitiv sein Tod" ist, sondern, weil parallel immer häufiger der Genitiv gebraucht wird, wo der Dativ stehen müsste.
Erfahrung mit privatem Deutschunterricht für Ausländer in Deutschland:
Wenn in einer Unterrichtsgruppe die Deutschkenntnisse sich "nur" durch ein bis drei Jahre Deutschunterricht unterscheiden, kann man manches auszugleichen versuchen. Der Unterricht von Sprachlernanfängern und flüssig, aber unkorrekt Deusch Sprechenden sowie mehreren Sprachniveaus zwischen diesen Stufen hat mich aber überfordert. (Daher habe ich eine gewisse Skepsis gegenüber Inklusion, so wünschenswert die Verwirklichung dieses Konzepts aus anderen Gründen ist.) Da war ich froh, als ich bei Einzelunterricht mir die Lernziele von den SchülerInnen vorgeben lassen konnte. Das kann eine beglückende Erfahrung sein.
Was noch aussteht: mein Bericht über privaten Unterricht in Deutsch als Muttersprache und andere Projekte, die sich nicht so leicht unter einer Überschrift zusammenfassen lassen.
Zum einen den Hinweis auf meine Teilnahme am hessischen Landtagsprojekt der Wikipedia mit dem dortigen Gummibärchen, dann meine online Stippvisite bei Geschichte Lernen digital am 8.3., und schließlich will ich für die, die die Fortsetzung meines Berichts zu Erfahrungen mit Lehren und Lernen noch nicht gelesen haben, ihn auch hier vorstellen und bei der Gelegenheit auch ergänzen. (z.B. u dem afrikanisch-deutschen Blog "Nachbarschaft", s.u.)
Der Abschluss des Berichts soll dann in einem kommenden Beitrag erfolgen.
Erfahrungen mit Lehren und Lernen II
In meiner Referendarzeit hatten wir einen Fachleiter, der seine Stunden so hielt: Er trat in die Klasse, fragte "Wo waren wir das letzte Mal?" und von da an sprachen nur noch die Schüler. Jedenfalls war das in seinen Vorführstunden für Referendare so. Dieser Idealform des Mottos unserer Ausbilder "Mehr strukturieren, weniger eingreifen!" entsprach mein Unterricht nur im absoluten Ausnahmefall. Im Normalfall machte die Strukturierung immer wieder ein Eingreifen erforderlich. Ohne moderierendes Eingreifen verflachte das Gespräch. Heutige Talkshows erinnern mich immer wieder an den Alptraum solcher Stunden. Die Lösung des Problems schien Gruppenarbeit zu sein. Durch Materialvorgabe und klare Aufgabenstellung sollte die Strukturierung sichergestellt sein, das Eingreifen überflüssig. Das klappte mehr oder minder gut. Die Schwachstelle kam freilich bei dem Bericht der arbeitsteiligen Gruppen über ihre Ergebnisse. Jede Gruppe war darauf fixiert, in den Augen des Lehrers gut dazustehen, die Mitschüler waren unwichtig. Dementsprechend ließ die Motivation des Plenums rapide. Ganz andere Erfahrungen machte ich, wenn ich in der Oberstufe die Gestaltung der Stunden vollständig den Schülern übertrug. Hier gelang des öfteren Teamteaching recht vorbildlich. Doch das hing immer wieder vom Zusammenspiel der Lehrgruppe mit der Gesamtgruppe zusammen. Ein “Lerne freiwillig und mit Begeisterung, was die Schule von dir zu lernen verlangt” war mit dieser Methode jedenfalls ebenfalls nur im Ausnahmefall zu erreichen. Eigenverantwortliches Arbeiten anzuleiten gelang mir dagegen mit der von Heinz Klippert gelernten Methode des Gruppenpuzzles besser. (Dabei bereiten "Stammgruppen" ein Thema vor und setzen sich dann in "Expertengruppen" zusammen, in denen die Experten sich gegenseitig über das zuvor Erarbeitete berichten. Dabei gibt es methodische Varianten, die sich danach unterscheiden, welche Rolle der Arbeit mit der Gesamtgruppe zugemessen wird.) Jeder Pädagoge vermisst in meinem Bericht bis jetzt den Projektunterricht. Meine Erfahrung: Je größer das Projekt ist, desto mehr kommt es auf die Anpassung an die Gruppe und ihre Lernsituation an. Grundsätzlich ist es dabei leichter als bei Kursunterricht möglich, intrinsische Motivation zu wecken, aber im Rahmen eines stundenplangetakteten Unterrichts sind kann nicht gleichfalls in allen Fächern an größeren Projekten gearbeitet werden. Was hat sich aus meiner Sicht bewährt? Theaterstücke, Planspiele, die Erstellung von Büchern, Blogs, Wikiartikeln. Konkrete Projekte, die mir gefallen haben, sind z.B. im Deutschunterricht Klasse 5 - 7 Krabat, in der Oberstufe Romantische Schule. Gegenwärtig werbe ich für die Erstellung von "Miniwikipedias" für das behandelte Fachgebiet mit Stichworterklärungen auf Schülerniveau. Ein Beispiel dafür entsteht gerade im ZUM-Wiki (zu finden unter Historische Stichworte). Theoretisch ließen sich so in großem Stil copyrightfreie Unterrichtsmaterialien (OER) durch Schüler erstellen. Im ZUM-Wiki finden sich dafür viele Ansätze. Weshalb bisher mit dieser Methode keine kompletten Lehrwerke entstehen, wäre zu diskutieren. Offenkundig ist es nicht einfach, sie zu erstellen, es ist aber vielleicht auch nicht sinnvoll. Zu von Lehrern erstellten offenen Bildungsinhalten verweise ich auf die laufenden Diskussionen.
Jetzt aber zu meinen Erfahrungen mit eigenem Lernen und Einzelunterricht...
- Das Quadriga Funkkolleg habe ich in bester Erinnerung. Die Studienbriefe ließen sich wie Zeitung lesen, die Hausarbeiten wie Kreuzworträtsel lösen, beim Klausurenschreiben sah man, wer sonst dem Hobby frönte, und bei alledem wurde man über neuere Tendenzen auf Gebieten, die einen interessierten, durch informierte Überblicke auf dem Laufenden gehalten. Das Internet bietet zwar auch manches. Aber beim Vergleich der Mathematik- und Linguistikvorlesungen (diese nur als Beispiel) im Netz schneiden die damaligen Begleitbriefe eindeutig besser ab. (Die Sendungen und Begleitbücher waren demgegenüber zweite Wahl.) Ich kann mir mathematische und linguistische Gedankengänge schriftlich besser nachvollziehen als über das Hören. So verdienstvoll das Funkkolleg Medien, das ich gegenwärtig mitverfolge, ist, es ist nur zum Hören, und die schriftlichen Texte sind zu unübersichtlich. (Dazu, dass MOOCs auch Vorteile haben, weiter unten.)
- Lehrerfortbildung: die war sehr unterschiedlich. Am meisten störte viele Kollegen, wenn Vorwissen erkundet wurde und dabei der Eindruck entstand, dass die Kursleiter weniger davon verstanden als man selbst. Das ging mir nicht oft so.
- Privatprojekte:
Wikisource: Am meisten beeindruckt hat mich, wie gut mein Projekt der Entzifferung eines Augenzeugenberichts über Napoleons Russlandfeldzug vorankam, nachdem ich Unterstützung bei Wikepianern und Wikisourcemitarbeitern gefunden hatte. (vorher - nachher) Mein Dank gilt besonders Frank und Paulis, aber selbst der Versionsgeschichte ist nicht ohne weiteres zu entnehmen, wie viele anderen außerdem beteiligt waren. Man müsste die Versionsgeschichten aller 185 Seiten durchgehen. Aus einem recht unvollständigen und fehlerhaften Entzifferungsversuch wurde eine Edition mit erläuternden Anmerkungen, die sich m.E. sehen lassen kann. Solch eine Edition wäre mir, aber auch keinem anderen von uns allein nicht möglich gewesen (bei Frank allerdings wohl nur aufgrund des Zeitmangels). Nebenbei erhielt ich Einblick in andere Editionsunternehmen wie besonders die Herausgabe aller unterschiedlichen Originalausgaben der Märchen der Brüder Grimm Literaturhinweise zum Russlandfeldzug, an die ich sonst nie gekommen wäre. Aber auch ganz private Projekte wie die Verbesserung alter Kassettenaufnahmen kamen voran, weil ich über ZUM.de technisch Findigere als mich kennenlernte. Urheberrecht, Philosophie.
Blogs: Bei Wikis gerät man über die Arbeit an konkreten Projekten mehr oder minder intensiv in die Wiki-Gemeinschaft hinein. Innerhalb der Blogger Beziehungen aufzubauen, erfordert über die Arbeit an den einzelnen Blogartikeln auch konkrete Kotaktaufnahme mit anderen über Kommentare. Wenn man freilich in der Wikipedia auch nur kurz mit Benutzer: Jeanpol zusammen gearbeitet hat, ergibt sich die Einführung in die pädagogische Bloggerszene wie von selbst. Außer ihm nenne ich nur das Lehrerzimmer von Herrn Rau und den Lehrerfreund.
Der Sonderfall Nachbarschaft (ein afrikanisch-deutsches-Online-Magazin) ergab sich über einen lokalen Kontakt mit einer deutschen Studentin, die an einem internationalen afrikanischen schulorientierten Magazin mitarbeitete, das als Druckversion verbreitet wurde, bei dem die Zusammenarbeit der Redakteure aber über E-Mail lief. Mein Vorschlag, es auch ins Internet zu stellen, fand Anklang. Seit einiger Zeit werden fast nur Beiträge von deutschen Redaktionsmitgliedern eingestellt, da das gedruckte Schulmagazin wegen Krankheit und anderen Problemen der afrikanischen Redakteure gegenwärtig pausiert.
Soziale Medien: Twitter wird von mir vor allem zum Hinweis auf Internetaktivitäten von mir verwendet, aber auch für Hinweise auf Internetaufrufe von bekannten Nichtregierungsorganisationen wie z.B. z.B. Avaaz, Amnesty, Campact - Demokratie in Aktion und Rettet den Regenwald e.V. sowie für gelegentliche Diskussionen und zum Mitverfolgen von Internetkursen.
Damit wäre ich beim nächsten Thema: MOOCs u.ä. Darüber informiert mein Blog, der darauf spezialisiert ist.
Barcamps schätze ich seit meiner Telnahme am CorporateLearningCamp 2012.
Erstens die Erfahrung, dass ab einem gewissen Niveau der Sprachbeherrschung des Schülers offenbar die Sprachkenntnis des Lehrers wichtiger wird als die Methode (sofern er nicht wichtige Regeln ganz außer Acht lässt).
Zweitens den Mut, in Deutschland Sprachunterricht für Ausländer fortzusetzen.
Drittens eine Kenntnis über gewisse Regelmäßigkeiten der deutschen Grammatik, die der Deutschkundige nicht wahrnimmt, weil er sie aufgrund ständiger Anwendung beherrscht, während deutschlernende Muttersprachler aufgrund einer rasanten Sprachentwicklung oft Schwierigkeiten bei der Anwendung der Fälle haben und zwar nicht nur, weil - angeblich - der "Dativ dem Genitiv sein Tod" ist, sondern, weil parallel immer häufiger der Genitiv gebraucht wird, wo der Dativ stehen müsste.
Erfahrung mit privatem Deutschunterricht für Ausländer in Deutschland:
Wenn in einer Unterrichtsgruppe die Deutschkenntnisse sich "nur" durch ein bis drei Jahre Deutschunterricht unterscheiden, kann man manches auszugleichen versuchen. Der Unterricht von Sprachlernanfängern und flüssig, aber unkorrekt Deusch Sprechenden sowie mehreren Sprachniveaus zwischen diesen Stufen hat mich aber überfordert. (Daher habe ich eine gewisse Skepsis gegenüber Inklusion, so wünschenswert die Verwirklichung dieses Konzepts aus anderen Gründen ist.) Da war ich froh, als ich bei Einzelunterricht mir die Lernziele von den SchülerInnen vorgeben lassen konnte. Das kann eine beglückende Erfahrung sein.
Was noch aussteht: mein Bericht über privaten Unterricht in Deutsch als Muttersprache und andere Projekte, die sich nicht so leicht unter einer Überschrift zusammenfassen lassen.
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15.10.12
Historisches Lernen über Blogs
Die Autoren des Aufsatzes rufen zum Peer-Review auf.
Wer stiftet einen Kommentar?
Ach ja, lesen sollte man den Aufsatz freilich auch noch.
Als Blogger fällt mir natürlich als erstes auf, dass im Text Links fehlen, man findet sie aber in Blog- und Literaturliste (so auch der zum Aufsatz von Graf und Mareike König zur deutschen Geschichtsblogosphäre).
Dann sollte ich anmerken, dass dem Blogger die ausführlichen Einleitungen wissenschaftlicher Aufsätze besonders bei Internetthemen reichlich redundant erscheinen. Aber wer sich kurz fasst, ist halt kein deutscher Wissenschaftler. (Amerikaner scheinen es anders zu sehen.)
Interessant wird der Text für mich frühestens ab Absatz 16, ab Absatz 21 lerne ich - Schande über mich! - dann wirklich etwas Neues hinzu, nämlich die Systematik.
Es stört mich, dass das eingedeutschte Fremdwort Sphäre partout sphere geschrieben wird, als hätten wir es erst über das Englische in unseren Sprachschatz eingeführt.
Nachtrag vom 18.10.12:
Nur der Tatsache, dass ich zu dem Aufsatz und demPeer Review über Link gekommen bin und nicht über das - noch nicht - gedruckte Buch ist es geschuldet, dass ich bei dieser Anmerkung den Titel der Aufsatzsammlung noch nicht kannte: historyblogosphere.
Da hätte ich mir meine Anmerkung sparen können.
Absatz 26 4. Zeile von unten: Komma vor adversativen Konjunktionen
Absatz 26 bis 36 waren für mich sehr informativ. Da ich nicht mehr unterrichte, waren die allgemeinen didaktischen Überlegungen mir neu.
Herzlichen Dank für den Überblick, den ich ohne den Twitterhinweis nicht gelesen hätte!
Bei einem wirklichen Peer Review setzte jetzt die Reflexion der dort vorgetragenen Gedanken an.
Ich beschränke mich hier auf den Hinweis, dass ich in meinem Unterricht Blogs mehr als Onlinearchiv eingesetzt habe, während ich, von der Wikipedia her kommend, für die gemeinsame Arbeit Wkis vorgezogen habe.
Jetzt sehe ich, dass dort die Konzentration auf das Endprodukt die Multiperspektivität von Geschichte eher als störend empfinden lässt, während Blogs sie stärker verdeutlichen könnten. (Über die jeweiligen Vorzüge bei der Verwendung wäre dann anhand konkreter Projekte zu diskutieren.)
Übrigens:
Das Lob von "Medien im Geschichtsunterricht" gefällt mir, weil der Blog mit HistNet zu meinen beiden am häufigsten gelesenen - historischen - Blogs gehört.
Nachtrag vom 17.10.12:
Mit Genuss und Gewinn habe ich den Artikel von Julia Schreiner "Neue (Auf)Schreibsysteme. Verändern Weblogs die Konventionen des geschichtswissenschaftlichen Schreibens?" gelesen. - Mein Open Peer Review war extrem kurz. Hier kann ich es noch stärker kürzen: "gut".
Es kann gut sein, dass der Twitterhinweis auf das Open Peer Review die Herausgeberin überraschend getroffen hat und noch mehr, dass daraufhin ein unbedarfter Geschichtslehrer und Blogger wie ich sich frech als ein Peer versteht, nur weil das Review open ist. (Zumal ich dann auch noch im Blog darüber berichte und die Möglichkeit der Beteiligung noch weiter bekannt wird.)
Hoffentlich schreckt das nicht von weiteren Versuchen dieser Art ab.
Andererseits gehört es zur Erfahrung, dass im Netz nicht nur Fachleute und Vandalen, sondern auch wohlmeinende Unbedarfte unterwegs sind und sich äußern.
Umso deutlicher möchte ich meinen Dank für dieses mutige Unternehmen aussprechen. So sehr ich als Miniblogger geneigt bin, die Vorteile der Blogs hochzuschätzen, so dankbar bin ich dafür, dass mein Horizont durch die Publikation über "Bloggen in den Geschichtswissenschaften" so erweitert wird.
Nachtrag vom 28.10.:
Im Umkreis des oben genannten Open Peer Review ist ein interessanter Blogbeitrag über das Kommentieren in wissenschaftlichen Blogs mit einer fast noch interessanteren Diskussion entstanden.
Ohne die Zeit, darauf einzugehen, möchte ich doch darauf hingewiesen haben.
Wer stiftet einen Kommentar?
Ach ja, lesen sollte man den Aufsatz freilich auch noch.
Als Blogger fällt mir natürlich als erstes auf, dass im Text Links fehlen, man findet sie aber in Blog- und Literaturliste (so auch der zum Aufsatz von Graf und Mareike König zur deutschen Geschichtsblogosphäre).
Dann sollte ich anmerken, dass dem Blogger die ausführlichen Einleitungen wissenschaftlicher Aufsätze besonders bei Internetthemen reichlich redundant erscheinen. Aber wer sich kurz fasst, ist halt kein deutscher Wissenschaftler. (Amerikaner scheinen es anders zu sehen.)
Interessant wird der Text für mich frühestens ab Absatz 16, ab Absatz 21 lerne ich - Schande über mich! - dann wirklich etwas Neues hinzu, nämlich die Systematik.
Es stört mich, dass das eingedeutschte Fremdwort Sphäre partout sphere geschrieben wird, als hätten wir es erst über das Englische in unseren Sprachschatz eingeführt.
Nachtrag vom 18.10.12:
Nur der Tatsache, dass ich zu dem Aufsatz und demPeer Review über Link gekommen bin und nicht über das - noch nicht - gedruckte Buch ist es geschuldet, dass ich bei dieser Anmerkung den Titel der Aufsatzsammlung noch nicht kannte: historyblogosphere.
Da hätte ich mir meine Anmerkung sparen können.
Absatz 26 4. Zeile von unten: Komma vor adversativen Konjunktionen
Absatz 26 bis 36 waren für mich sehr informativ. Da ich nicht mehr unterrichte, waren die allgemeinen didaktischen Überlegungen mir neu.
Herzlichen Dank für den Überblick, den ich ohne den Twitterhinweis nicht gelesen hätte!
Bei einem wirklichen Peer Review setzte jetzt die Reflexion der dort vorgetragenen Gedanken an.
Ich beschränke mich hier auf den Hinweis, dass ich in meinem Unterricht Blogs mehr als Onlinearchiv eingesetzt habe, während ich, von der Wikipedia her kommend, für die gemeinsame Arbeit Wkis vorgezogen habe.
Jetzt sehe ich, dass dort die Konzentration auf das Endprodukt die Multiperspektivität von Geschichte eher als störend empfinden lässt, während Blogs sie stärker verdeutlichen könnten. (Über die jeweiligen Vorzüge bei der Verwendung wäre dann anhand konkreter Projekte zu diskutieren.)
Übrigens:
Das Lob von "Medien im Geschichtsunterricht" gefällt mir, weil der Blog mit HistNet zu meinen beiden am häufigsten gelesenen - historischen - Blogs gehört.
Nachtrag vom 17.10.12:
Mit Genuss und Gewinn habe ich den Artikel von Julia Schreiner "Neue (Auf)Schreibsysteme. Verändern Weblogs die Konventionen des geschichtswissenschaftlichen Schreibens?" gelesen. - Mein Open Peer Review war extrem kurz. Hier kann ich es noch stärker kürzen: "gut".
Es kann gut sein, dass der Twitterhinweis auf das Open Peer Review die Herausgeberin überraschend getroffen hat und noch mehr, dass daraufhin ein unbedarfter Geschichtslehrer und Blogger wie ich sich frech als ein Peer versteht, nur weil das Review open ist. (Zumal ich dann auch noch im Blog darüber berichte und die Möglichkeit der Beteiligung noch weiter bekannt wird.)
Hoffentlich schreckt das nicht von weiteren Versuchen dieser Art ab.
Andererseits gehört es zur Erfahrung, dass im Netz nicht nur Fachleute und Vandalen, sondern auch wohlmeinende Unbedarfte unterwegs sind und sich äußern.
Umso deutlicher möchte ich meinen Dank für dieses mutige Unternehmen aussprechen. So sehr ich als Miniblogger geneigt bin, die Vorteile der Blogs hochzuschätzen, so dankbar bin ich dafür, dass mein Horizont durch die Publikation über "Bloggen in den Geschichtswissenschaften" so erweitert wird.
Nachtrag vom 28.10.:
Im Umkreis des oben genannten Open Peer Review ist ein interessanter Blogbeitrag über das Kommentieren in wissenschaftlichen Blogs mit einer fast noch interessanteren Diskussion entstanden.
Ohne die Zeit, darauf einzugehen, möchte ich doch darauf hingewiesen haben.
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Open Peer Review
24.1.12
Bloggende Lehrer
Über zwei von über 80 berichtet der Blog der SZ.
Weil dort fehlende Links angemahnt wurden, hole ich es nach für Fräulein Krise und Herrn Rau. So als ob eine(r) von den beiden Werbung nötig hätte und gar noch von mir.
Weil dort fehlende Links angemahnt wurden, hole ich es nach für Fräulein Krise und Herrn Rau. So als ob eine(r) von den beiden Werbung nötig hätte und gar noch von mir.
21.6.11
Wie bringt man Leser auf seine Webseite?
Wie Sie hier hergekommen sind, weiß ich nicht. Aber ich habe Sie offenbar dadurch hierher gebracht, indem ich aus einem ausführlicheren Blogbeitrag von Herrn Larbig, auf den hier am Rande schon länger hingewiesen wird, ein paar Punkte herausgegriffen habe, die mir interessant erscheinen:
Ist das für Sie auch das Interessanteste an seinem Blogbeitrag gewesen?
Welche seiner Gedanken habe ich eben exemplifiziert?
Typisch seichter Internetstoff, wie ihn Schulmeister perhorresziert. Also jetzt bitte schleunigst zum Original!
- Bringe Inhalte ins Blog, die deine Inhalte sind. Orientiere dich nicht daran, wie andere bloggen, denn das gibt es ja schon, sondern lege einfach drauf los.
- „Einfach drauf los“ bedeutet aber nicht, dass die Qualität der Inhalte nicht stimmen müsste. Also: Bringe Inhalte ins Blog, die andere interessieren können.
- Sei öffentlich im Web präsent. Diese „öffentliche Präsenz“ gilt auch für „social communities“ wie z. B. Twitter. Zwar erlaubt Twitter, dass Botschaften nicht in der öffentlichen Zeitleiste erscheinen und nur für zugelassene Personen lesbar sind, aber das Internet ist von seiner Infrastruktur her offen und dezentral. Entsprechend offen und dezentral gilt es dann auch das Internet zu nutzen.
- Sprich mit anderen Menschen im Internet. Kommentiere Blogbeiträge, nutze Twitter, Facebook und Co nicht alleine, um Links in die Welt zu senden, sondern sprich mit den Menschen, die dir dort begegnen. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, man also Gespräche mit anderen führt, die sich für ähnliche Themen interessieren wie man selbst, dann kommt auch das Lernen im Internet, die Fortbildung, auf eine mehr und mehr inhaltliche Ebene.
Ist das für Sie auch das Interessanteste an seinem Blogbeitrag gewesen?
Welche seiner Gedanken habe ich eben exemplifiziert?
- Internet erlaubt Teilnahme zeitversetzt, vor und nach dem Vortrag
- Seine eigenen Lernergebnisse macht man öffentlich, damit andere davon profitieren können, aber auch man selbst, falls man einen Gedanken nur ungenau aufgefasst hat. Denn dann önnen einen die Leser darauf hinweisen.
Typisch seichter Internetstoff, wie ihn Schulmeister perhorresziert. Also jetzt bitte schleunigst zum Original!
11.3.11
Veränderungen meiner Webpräsenz
Die historischen Seiten meiner Homepage sind zur Zentrale für Unterrichtsmaterialien im Internet umgezogen (zur ZUM). Sie werden auf meiner Homepage nicht mehr aktualisiert.
Dieser Blog erhält auch weniger Einträge. Das liegt u.a. daran, dass ich Fachdiskussionen jetzt hauptsächlich in der ZUM-Unity führe. Vor allem aber daran, dass seit meinem Ausscheiden aus dem Beruf, pädagogische Themen für mich weniger zentral geworden sind. Die meisten Leser dieses Blogs wissen inzwischen, dass sie meine neuen Beiträge häufiger auf der rechten Spalte unter "Meine Blogliste" finden als hier in der Artikelliste. (Ich selbst gehe des öfteren nur auf diesen Blog, um mir einen Überblick zu verschaffen, wo meine neusten Beiträge stehen und welcher Blog schon länger ein Stiefkinddasein führt.)
Falls jetzt jemand meinen sollte, ich wäre auch ein Lehrerfreund im Lehrerzimmer und auch die R.I.B.-Artikel oder die von Herrn Larbig wären von mir, so lasse ich das im Sinne zu Guttenbergs gern im Unklaren und freue mich über die Ehre.
Freilich, wenn jemand den Stil von Robert Basic nicht von meinem unterscheiden kann, fühle ich mich nicht geehrt. Nicht deshalb, weil Robert Basic als Blogger nicht haushoch über mir stünde (was mutatis mutandis auch für die anderen genannten Blogger gilt), sondern weil der/die Betreffende noch weniger von Stil verstünde als zu Guttenbergs Doktorvater. Und von so jemandem für Robert Basic gehalten zu werden, ist so viel, wie bei einer Promotion mit Pauken und Trompeten durchzufallen.
Ach, wie konnte das nur passieren! Ich hatte mir doch vorgenommen, nicht über den mit dem großen Zapfenstreich zu Recht Geehrten zu schreiben.
Dieser Blog erhält auch weniger Einträge. Das liegt u.a. daran, dass ich Fachdiskussionen jetzt hauptsächlich in der ZUM-Unity führe. Vor allem aber daran, dass seit meinem Ausscheiden aus dem Beruf, pädagogische Themen für mich weniger zentral geworden sind. Die meisten Leser dieses Blogs wissen inzwischen, dass sie meine neuen Beiträge häufiger auf der rechten Spalte unter "Meine Blogliste" finden als hier in der Artikelliste. (Ich selbst gehe des öfteren nur auf diesen Blog, um mir einen Überblick zu verschaffen, wo meine neusten Beiträge stehen und welcher Blog schon länger ein Stiefkinddasein führt.)
Falls jetzt jemand meinen sollte, ich wäre auch ein Lehrerfreund im Lehrerzimmer und auch die R.I.B.-Artikel oder die von Herrn Larbig wären von mir, so lasse ich das im Sinne zu Guttenbergs gern im Unklaren und freue mich über die Ehre.
Freilich, wenn jemand den Stil von Robert Basic nicht von meinem unterscheiden kann, fühle ich mich nicht geehrt. Nicht deshalb, weil Robert Basic als Blogger nicht haushoch über mir stünde (was mutatis mutandis auch für die anderen genannten Blogger gilt), sondern weil der/die Betreffende noch weniger von Stil verstünde als zu Guttenbergs Doktorvater. Und von so jemandem für Robert Basic gehalten zu werden, ist so viel, wie bei einer Promotion mit Pauken und Trompeten durchzufallen.
Ach, wie konnte das nur passieren! Ich hatte mir doch vorgenommen, nicht über den mit dem großen Zapfenstreich zu Recht Geehrten zu schreiben.
18.1.11
Übers Bloggen
Du sollst dich verlinken!
Denn: Bloggen ist Diskurs über die eigene Plattform hinaus (Gibro)
Das stellt freilich Normen für Bloggen auf, statt deskriptiv zu sein.
Bei meinen Blogs stelle ich recht unterschiedliche Funktionen fest. Gemeinsam ist die Bereitschaft zur Kommunikation, nicht aber die Orientierung auf Kommunikation.
Denn: Bloggen ist Diskurs über die eigene Plattform hinaus (Gibro)
Das stellt freilich Normen für Bloggen auf, statt deskriptiv zu sein.
Bei meinen Blogs stelle ich recht unterschiedliche Funktionen fest. Gemeinsam ist die Bereitschaft zur Kommunikation, nicht aber die Orientierung auf Kommunikation.
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