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22.1.14

Neues aus dem Lehrerzimmer, will sagen vom bayerischen Kultusministerium

Herr Rau berichtet in seinem Lehrerzimmer
Einige Bundesländer – Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein – bereiten sich in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik auf ein länderübergreifendes Abitur vor. Schon dieses Schuljahr ist ein Aufgabenteil zentral gestellt. Dazu müssen die Aufgabenformen in den Ländern natürlich bekannt sein. [Weiteres sieh: Link] (EINE LEHRREICHE UND KOSTENNEUTRALE ERFAHRUNG)

Leider kommt mir das sehr bekannt vor. Als Informatiker (ich bin keiner) liest man ja öfter Dilbert. Dessen Chef scheint nicht nur im hessischen Kultusministerium zugange zu sein.
Was das Schöne ist: Auch Kultusministerien sind lernende Organisationen. Sonst hätte das bayerische ja nicht auf Proteste reagiert.
Ich bin sicher, es wird weiterhin lernen, freilich so, wie Ministerien halt lernen. (vgl. Yes Minister)

24.7.13

Einsatz von Sozialen Netzwerken durch Lehrer in Baden-Württemberg

Der Einsatz von "Sozialen Netzwerken" an Schulen
Handreichung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg zum Einsatz von „Sozialen Netzwerken“ an Schulen.

Dass in Sozialen Netzwerken keine personenbezogenen Daten von Schülern verarbeitet werden sollen, scheint mir aus datenschutzrechtlichen Gründen sinnvoll. Merkwürdig wird es, wenn über soziale Netzwerke keine Unterrichtsmaterialien ausgetauscht werden sollen.
Dass mithilfe von 140 Zeichen bei Twitter keine Tests und Arbeitsblätter ausgetauscht werden können, versteht sich von selbst. Wenn aber auch keine Informationen über den Fundort von Unterrichtsmaterialien ausgetauscht werden dürfen, dann wird die Nutzung von Twitter zumindest für Politiklehrer obsolet. Denn wie will man privat politische Informationen austauschen, ohne in Gefahr zu geraten, damit auch mögliches Unterrichtsmaterial auszutauschen? Wenn man aber das soziale Netzwerk weder für schulische noch für nahe liegende private Zwecke nutzen darf, woher soll man dann die Informationen beziehen, die einen befähigen, über Nutzen und Gefahren der sozialen Netzwerke zu unterrichten und dabei glaubwürdig zu sein?

Nach allem, was ich beobachte und mir sagen lasse, gehen viele Erwachsene, also auch Lehrer, sträflich leichtsinnig mit privaten Informationen, gelegentlich wohl auch über Schüler, um. Ein generelles Verbot des beruflichen Umgangs mit sozialen Netzwerken bei gleichzeitiger Verpflichtung, über sie zu unterrichten, scheint mir doch ein arger Schildbürgerstreich.

Entmündigung des Bürgers allenthalben: Lass dich unbesorgt ausspähen und deine verschlüsselten Mails entschlüsseln lassen, aber hüte dich, dir ein eigenes Urteil zu bilden über Gegentände, zu denen du Unterricht halten sollst.

Zur Situation in anderen Bundesländern sieh Soziale Medien in Schulen: Länder verordnen Lehrern Facebook-Schranken Spiegel online, 24.7.13



7.11.11

Was geht in Thüringen vor?

Als Lehrer habe ich verschiedene Methoden kennen gelernt, wie man Lehrern, die den Vorgesetzten unangenehm aufgefallen sind, das Leben schwer machen kann. Eine ist eine komplette Berichtspflicht. Wenn jemand über jeden Schritt, den er tut, berichten muss, geht sein Unterricht notgedrungen mehr oder minder schnell den Bach hinab.
Völlig neu ist mir, dass ein Kultusministerium versucht, alle seine Lehrer fertigzumachen.
Ob absichtlich oder nicht. Genau das geschieht gegenwärtig in Thüringen, wenn man dem Bericht des Thüringer Lehrerverbandes (tlv) glauben darf.