8.9.17

Klare Signale als Voraussetzung für Verhaltenssicherheit

Mit Rollenspielen zu einer klaren Körpersprache

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Wenn ich sehe, wie Lehrer, die Schauspielerfahrung haben, zugleich beliebt und strikt sein können (natürlich nicht nur die), dann denke ich mir, so ein Training hätte mir und meinen Schülern geholfen.
Freilich, es darf nicht unter Erfolgszwang geübt und nicht nach einem Modul abgeprüft werden. Dann könnte es zu leicht auf Überforderung hinauslaufen. Aber Selbsterfahrung und Training in diesem Bereich dürften der Mehrzahl der LehrerInnen mehr bringen als so manches Modul.

Und Schüler brauchen heute offenbar noch mehr als früher klare Signale, um im vielfältigen Informations- und Kommunikationsangebot nicht unterzugehen.

Noch wichtiger ist freilich, dass die Lehrerschaft einer Schule ein Team bildet und eine Schulgemeinschaft aufbaut. (sieh: Hauptschulblues hier, hier und hier)



Kommentare:

Hauptschulblues hat gesagt…

Da können Sie recht haben - Hauptschulblues hat nie darüber nachgedacht.
Er hat in den frühen 80er Jahren mit Jürgen Flügge (https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Fl%C3%BCgge)und Dagmar Schmidt (https://schauburgorbiter.wordpress.com/2010/04/07/interview-mit-dagmar-schmidt)eine solche Ausbildung gemacht, um dann mit SchülerInnen Theater zu spielen.

Walter Böhme hat gesagt…

Zur Vereinfachung des Aufrufens hier die Links ohne Klammern:

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Fl%C3%BCgge

https://schauburgorbiter.wordpress.com/2010/04/07/interview-mit-dagmar-schmidt/

Können Sie auch noch einen Link zu einem Text über die Bedeutung des Zusammenhalts im Kollegium und der Schulgemeinschaft hinzufügen?

Walter Böhme hat gesagt…

Außerdem möchte ich aus dem Interview mit Dagmar Schmidt zitieren:

"Jungs lesen nämlich nicht. Und Männer auch nicht. Jungs sehen ihre Väter so gut wie nie zu Hause ein Buch lesen. Lesen kreiert jedoch eigene Vorstellungswelten, fordert die Fantasie eines Menschen heraus. Diese Fähigkeit, zu sagen „Was wäre, wenn…“ hört im Alter von 11, 12 Jahren allmählich auf. Aber eigene Vorstellungskräfte braucht man im Leben, sonst bleibt man ein wenig Privilegierter. Vor dem Fernseher und am Computer holen sich die Kinder „fertige Bilder“ ab. Dies verhindert das Schaffen von eigenen Welten. Und Jungs sind da viel mehr gefährdet als Mädchen. Mädchen interessieren sich prinzipiell für alle Geschichten, Jungs brauchen stärker eine Figur, mit der sie sich identifizieren können."

Ich persönlich sehe es etwas anders: Jungen lesen im Durchschnitt weniger, besonders weniger Fiktion. Aber in der Tat sind Mädchen - meiner Einschätzung nach - besser in der Erschaffung von Phantasiewelten. Und beide brauchen Orientierung, um zu Verhaltenssicherheit zu kommen.

Aber ganz unabhängig von meiner Ansicht scheint mir das Zitat bedenkenswert.

Walter Böhme hat gesagt…

Bis Hauptschulblues einen weiteren Link angibt, verweise ich auf seinen Kommentar zu diesem Artikel: http://fontanefan.blogspot.de/2017/07/guter-unterricht.html

Walter Böhme hat gesagt…

Meg Rosoff schreibt zu Sachorientierung und Phantasie u.a. Folgendes:

"Könnte es sein, dass uns die Regierung etwas Falsches über Bildung erzählt? Es ist zumindest nicht ganz richtig. Denn eigentlich spricht nichts dagegen, Mathematik oder Naturwissenschaften zu studieren. Aber die Künste sind genauso wichtig. Meine Tochter studiert Physik, sie liebt dieses Fach, aber wenn sie sich mit den Genies in ihren Kursen misst, ist sie sehr deprimiert. „Ich werde nie so schlau sein wie die anderen“, sagt sie. „Das mag sein“, antworte ich ihr dann, denn in ihren Kursen sitzen tatsächlich sonderbare Genies, die hinten in der Bibliothek merkwürdiges Zeug vor sich hinbrabbeln und kaum einen zusammenhängenden Satz über die Lippen bringen. Vermutlich sehen sie das Universum als eine einzige große Computerspielsimulation.

Aber meine Tochter liest Bücher. Sie geht ins Theater, mag Musik und Märchen, sieht fern. Sie denkt über Plots und Figuren nach, über Handlungsbögen und was den Anfang einer Geschichte mit dem Ende verbindet. Sie weiß Bescheid über unerwartete Wendungen und überraschende Schlüsse.

Also wird man lieber Banker.

Durch das Lesen von Büchern hat sie phantasievolles Denken und unkonventionelles Problemlösen gelernt. Und genau deshalb wird sie später eine bessere Wissenschaftlerin sein – denn um ein großer Wissenschaftler zu sein, braucht man ebenso viel Phantasie wie ein großer Autor.

Die Leute vergessen das. Sie glauben, Kreativität sei etwas für Schriftsteller und Künstler, und wenn man keine J. K. Rowling oder kein Stieg Larsson ist, könne man als Schriftsteller nichts verdienen. Also wird man lieber Banker.

Aber Phantasie und die Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen, sind in allen Bereichen förderlich. Eine reiche Phantasie macht uns zu umsichtigeren Eltern, klügeren Anwälten, mitfühlenderen Ärzten, besseren Physikern, weiseren Lehrern, netteren Freunden.

Albert Einstein sagte: „Wenn ihr wollt, dass eure Kinder intelligent sind, lest ihnen Märchen vor. Wenn ihr wollt, dass sie noch intelligenter werden, lest ihnen noch mehr Märchen vor.“ Ich habe mich lange gefragt, was genau Einstein damit meinte. Wahrscheinlich, dass jeder, der den Ursprüngen des Universums und den damit einhergehenden komplexen und schwierigen Fragen nachzuspüren versucht, im Grunde genommen eine Geschichte erzählt."

mehr dazu: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/meg-rosoff-ich-habe-schon-tausend-leben-gefuehrt-15186544.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Hauptschulblues hat gesagt…

@"Können Sie auch noch einen Link zu einem Text über die Bedeutung des Zusammenhalts im Kollegium und der Schulgemeinschaft hinzufügen?":
Hauptschulblues versteht das Ansinnen nicht ganz, würde ihm aber nachkommen, verstünde er.
@"Interview mit Dagmar Schmidt":
Dagi überzeichnet. Sie ist Künstlerin, Schauspielerin, Dramaturgin, Regisseurin. Es ist ihr Handwerk, zu überzeichnen.

Walter Böhme hat gesagt…

@Hauptschulblues Ich habe mich unklar ausgedrückt. Ich glaube zu wissen, dass Sie als Voraussetzung für den Erfolg einer Schule ganz wesentlich die Bereitschaft des Kollegiums ansehen, die Bedürfnisse der Schüler in den Mittelpunkt zu stellen. Daher glaube ich, dass Sie in einigen Artikeln Ihres Blogs darüber geschrieben haben. Da ich mich in Ihrem Blog nicht so gut auskenne wie Sie, dachte ich, Sie könnten vielleicht ein oder zwei solche Artikel hier verlinken.
Dann ist mir aber eingefallen, dass ich auch die Kriterien für eine gute Schule, die Sie in einem früheren Kommentar angeführt haben, verlinken kann.

Hauptschulblues hat gesagt…

Es läßt sich machen.

Hauptschulblues hat gesagt…

Jetzt passt es hoffentlich.
(Bitte alle überflüssigen Kommentare von Hauptschulblues löschen).
https://hauptschulblues.blogspot.de/2016/01/weniger-migranten-gute-schule.html
https://hauptschulblues.blogspot.de/2014/09/was-ist-eine-gute-schule.html
https://hauptschulblues.blogspot.de/2016/12/gute-schule.html
Zur Bereitschaft des Kollegiums direkt wurde nichts gebloggt.