29.5.09

McMathe

McDonald bietet allen 1,4 Millionen Sekundarschülern Australiens über MathsOnline kostenlosen Mathematikunterricht über das Internet an. Bei einem schon jetzt vorliegenden Fundus von 15000 Fragen bietet sich der Einsatz in anderen englischsprachigen Ländern an. Microsoft mit seiner Erfahrung im Übersetzen von Windows könnte dann die anderen Sprachversionen entwickeln, so dass bald auch Deutschland an der Einstellung hochbezahlter Mathematiklehrer einsparen könnte.

Vielleicht ist es ja an der Zeit, die Kulturhoheit der Länder durch eine weltweite Kulturhoheit der Firmen zu ersetzen.
Es böte sich an, Google den Sprach- und Literaturunterricht zu übergeben, hat es doch ohnehin die meisten Bücher schon eingescannt. Ein Bankenkonsortium könnte dann den Wirtschaftsunterricht organisieren und wegen der Verwandtschaft der Fächer am besten gleich den Politikunterricht dazu. Dann gäbe es in Zukunft nicht mehr die Abstimmungsprobleme zwischen Wirtschaft und Politik wie bei der gegenwärtigen Finanzkrise. Ich bin sicher, Scientology würde gern beim Religionsunterricht einsteigen, was mittelfristig den ärgerlichen clash of civilisations zwischen den Religionsgemeinschaften zu beseitigen helfen könnte.

Kommentare:

Der Lehrerfreund hat gesagt…

Ich glaube, für die Konzerne ist es viel einfacher, durch die Hintertür zu kommen als ganze Sparten zu aquirieren. Neuerdings spammt bspw. HARIBO die Presselandschaft mit seinem Projekt "Das fliegende Klassenzimmer", aus der Pressemitteilung:

HARIBO ist es enorm wichtig, dass das Thema „Zivilcourage“, durch dieses inszenierte Gewinnspiel, im Unterricht des gesamten Bundesgebietes aufgegriffen und behandelt wird. Denn die Firma HARIBO ist der festen Überzeugung, dass die gesamte Gesellschaft insgesamt mehr Zivilcourage gebrauchen kann.



In erster Linie ist HARIBO der Überzeugung, dass die gesamte Gesellschaft insgesamt mehr Gummibärchen fressen sollte. Das vergisst man aber gern, wenn so selbstlose, große Ziele auf dem Plan stehen. Zivilcourage ... pff.

freiebildung hat gesagt…

Und wie findet ihr den?

http://www.oberprima.com/

Ich finde private Initiativen sehr gut. Bildung darf kein staatliches Gut sein und schon gar kein staatliches Monopol (Angst).

Fontanefan hat gesagt…

@freiebildung Mein Problem: Videos kosten mich zuviel Zeit, deshalb habe ich keine Lust, sie anzusehen. Das ist aber mein spezielles Problem.

Dagegen habe ich wiederum kein Problem mit staatlicher Bildung, so lange sie nicht auf partikulare Interessen ausgerichtet ist.
Natürlich gibt es schlechte Lehrer und schlechte Schulen, und in dem Fall hätte man gern die Wahl.