21.4.09

Notengebung

Inzwischen glaube ich, dass die Schule tatsächlich eine einzigartige Kommunikationssituation erzeugt, mit der einfach nicht jeder klarkommt, die aber nur begrenzte Schlüsse auf das Verhalten in späteren Berufssituationen zulässt. Deshalb finde ich es hervorragend, wenn Schüler primär nach Äußerungsformen beurteilt werden, mit denen sie sich wohl fühlen. Sie durch Abwertung in Bereichen, die sie nicht mögen, auf das “wahre Leben” vorzubereiten, zeugt vielleicht von einer Überschätzung des Modellcharakters der schulischen Situation.
So Johannes Wiele in einer Diskussion über mündliche Noten und introvertierte Schüler bei Jochen Englisch.
Ich sehe es ähnlich wie Johannes Wiele und habe seit einiger Zeit stets zwischen Klassenarbeitsnoten und Noten für alles andere unterschieden. Wer nichts sagt, kann nach den schriftlichen Leistungen außerhalb der Klassenarbeiten beurteilt werden, wer viel und Gutes im laufenden Unterricht leistet, dessen Hausaufgaben braucht man nicht zu korrigieren, um zu einer begründeten Note zu kommen.

6 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Sehr einleuchtende Perspektive, vielen Dank dafür - hatte ich bisher noch nicht in dieser Weise reflektiert; werde den Ansatz aber in meine Notengebung integrieren!

Anonym hat gesagt…

Hi Fontanefan,

was hältst Du denn von folgendem (komplett anderen) Ansatz der Leistungsbewertung?
http://urversity.wordpress.com/2009/03/19/bewertungssystem/

Walter Böhme hat gesagt…

Die Selbsteinschätzung kann man auch an Hand von deutlich genaueren Standards vornehmen. Sie verhilft vielleicht zur Motivation, ist aber m. E. ohne ausführliches Training nicht geeignet, eine treffende Einschätzung der eigenen Leistung zu gewinnen. Über- und Unterbewertung der eigenen Leistungsfähigkeit sind da meiner Kenntnis nach häufig.

Anonym hat gesagt…

Guten Morgen Fontanefan,

welche genaueren Standards meinst Du? Wo kann ich dazu etwas finden? Bis jetzt konnte ich immer nur etwas über Interindividuellen und Intraindividuellen Vergleich finden. Absolute Kriterien, dazu fehlt mir irgendwie die Literatur.
Wäre also sehr dankbar :)

Walter Böhme hat gesagt…

Ich denke dabei vor allem an Portfolios (sieh:http://wiki.zum.de/Portfolio).
Bei Bildungsstandards (vgl. http://wiki.zum.de/Bildungsstandards) bin ich freilich selbst skeptisch. Zur Selbsteinschätzung sind sie gewiss nicht geeignet. Literatur zu Metakognition (http://wiki.zum.de/Metakognition) kennst du gewiss schon.

Anonym hat gesagt…

Das Portfolio ist in diese Lösung schon miteingearbeitet (zusätzlich ist es mit LDL und Social Web verbunden worden) http://urversity.wordpress.com/2009/04/10/blog-portfolio-statt-zeugnis/
Sie ergänzen aber diese Lösung nur.